TransGender.at Forum

Normale Version: Wichtigtuer im WWW...
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2
Hallo Leute,

seit einiger Zeit beschäftigt mich etwas, zu dem ich gerne mal die Meinung von "LeidensgenossInnen" wissen würde:

Vor allem YouTube und Facebook sind voll von schier unendlich vielen Transgender-Videos bzw. -Fotos und auf den ersten Blick scheinen die Personen, die sie hochladen, alle unser Schicksal zu teilen. Wenn man dann aber einmal genauer hinschaut, bzw. die Feeds/Kanäle als Gesamtes betrachtet, habe ich inzwischen schon öfter deutlich gemerkt, dass ihr vorgegebenes "Transgender-Sein" bloß Mittel zum Zweck ist, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
Da gibt's z.B. welche, die nie irgendwas konkretes zu ihrer Therapie sagen und diesbezügliche Fragen in den Kommentaren nicht beantworten, stattdessen aber ohne Ende Werbeschaltungen und Product Placements einbauen, sodass man unweigerlich den Eindruck bekommt, der Alltag eines Transgenders sei rosarot und zuckersüß, bestünde nur aus Lipgloss, Perücke und Barbiekleidchen und das alles wäre überhaupt bloß "Verkleiden-Spielen" just for fun...

Mir ist klar, dass das natürlich nicht alles "Fakes" sind und manche auch gezielt angeworben werden, aber dennoch finde ich, bekommt die Öffentlichkeit durch solche Aktionen ein verzerrtes Bild von echten Transgendern (weil ihr Alltag mit allem was dazugehört nicht wahrheitsgemäß dargestellt wird) und in Folge dessen u.U. die Probleme wirklich ernsthaft Betroffener bagatellisiert...

Wie seht ihr das?
Vorweg zwei Gedanken:
Einmal frage ich mich, ob solche Werbeschaltungen und Product Placements wirklich so eine große Zielgruppe erreichen? Ist da der Aufwand-Nutzen-Faktor nicht zu hoch?

Zum anderen muss man sich immer bewußt machen, dass solche Sozialen-Medien nunmal dem Zweck der Selbstdarstellung dienen. Somit sind alle dort Selbstdarsteller und versuchen sich in ein gutes Licht zu rücken.
Sogar ich habe für meine Rolle/Darstellung auf Mittelalter-Märkten ein Facebook-Profil erstellt, aber das beschränkt sich auf das Hobby und ist eindeutig als fiktiv gekennzeichnet. Ich nutz das eigentlich auch nur als Erinnerungshilfe für andere Teilnehmer, damit ich nicht jedes mal erneut erzählen muss, ich habe bei der und der Veranstaltung mit gemacht, ich gehöhre zu jener Gruppe und der Hintergrund meiner Rolle ist der und der.
Das ist wirklich klare und eindeutig Selbstdarstellung.
Andere machen es weniger eindeutig.

Über diese beiden Gedanken sollte man vielleicht erstmal reden.

Ansonsten, ich weiß nicht wie verzerrt das Bild der Öffentlichkeit wirklich ist. Ich treffe oft Menschen, die wissen schon, dass die Medien nicht die Wahrheit über das Leben vons abbilden können und fragen dann nach Erfahrungen aus erster Hand.
Genauso oft erlebe ich es, dass viele Menschen ein verzerrtes Bild ins andere Extrem haben, nämlich das unser Leben total grausam und schlimm ist, das wir alle psychisch am Ende sind und nichts mehr auf die Reihe kriegen. Die sind dann total überrascht wie gut ich mit meinem Leben klar komme. Ich meine so ein verzerrtes Bild ist ja nun auch nicht hilfreich.
Leider neigen viele Menschen dazu, entweder in dem einen oder anderen Extrem zu denken. Aber viele Menschen sind so, auch wenn sie nicht noch zusätzlich Darstellungen in den Medien beeinflußt werden.
Ich würde mich damit durchaus kritisch auseinander setzen, aber ich würde den Einfluss auch nicht überbewerten oder gar zum einzigen Faktor erklären.

Außerdem denke ich, darf man den Einfluss auf andere Betroffene nicht außer Acht lassen. Solche Darstellungen von "Über-Transgendern" mit einem hohen Fun-Faktor im Leben, führen auch hier zu einem verzerrten Bild.
Wie viele hinterfragen z.B. kritisch wie genau die Probleme einer Transfrau mit gutem Passing aussehen? Die meisten nehmen doch schon beinahe automatisch an, dass ein gutes Passing zu einer hohen sozialen Integration führt und dann muss die Transition ja auch ganz leicht sein und das Leben viel weniger Probleme bereit halten.
Und je mehr dieser verzerrten Darstellungen man präsentiert bekommt, umso mehr verfestigt sich diese Ansicht.

Tja, und was das vorgegebene Transgender sein angeht, nicht umsonst betone ich immer wieder, wie wichtig die F64.0 Diagnose ist. Jeder Mensch kann behaupten er sei transident, weil es unmöglich ist Gegenbeweise zu finden, aber mit der Diagnose kann man zu mindestens schon mal die rausfiltern, die Hilfe in Form von somatischen Massnahmen benötigen. Das ist zu mindestens etwas, was man konkret erfassen kann.
Aber da nach wird es schon alles sehr schwammig, ein Mann, der sich schminkt und ein Kleid anzieht kann alles mögliche sein; ein Transgender, ein Crossdresser oder einfach nur ein Mann, mit einem Motiv der (künstlerischen) Selbstdarstellung und/oder der (kommerzionellen) Vermarktung eines Sache. Da kann öfters hingucken, den Unterschied wird man nie erfahren. Zu mindestens nicht ohne Konfext.
Deswegen halte ich dieses unkritische "Alles-in-einen-Topf-Werfen" für falsch, weil es zum einen die Möglichkeit eröffnet das andere Menschen, die eigenen Probleme für ihre Zwecke instrumentalisieren und zum anderen den Betroffenen auch nicht viel nützt.
(20.11.2016, 01:58)Ирина schrieb: [ -> ][hier gekürzt]

Vor allem YouTube und Facebook sind voll von schier unendlich vielen Transgender-Videos bzw. -Fotos und auf den ersten Blick scheinen die Personen, die sie hochladen, alle unser Schicksal zu teilen. Wenn man dann aber einmal genauer hinschaut, bzw. die Feeds/Kanäle als Gesamtes betrachtet, habe ich inzwischen schon öfter deutlich gemerkt, dass ihr vorgegebenes "Transgender-Sein" bloß Mittel zum Zweck ist, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
[hier auch gekürzt]

Mir ist klar, dass das natürlich nicht alles "Fakes" sind und manche auch gezielt angeworben werden, aber dennoch finde ich, bekommt die Öffentlichkeit durch solche Aktionen ein verzerrtes Bild von echten Transgendern (weil ihr Alltag mit allem was dazugehört nicht wahrheitsgemäß dargestellt wird) und in Folge dessen u.U. die Probleme wirklich ernsthaft Betroffener bagatellisiert...

Wie seht ihr das?
Ziemlich ähnlich. Aber YT und FB sind eben nicht die Welt. Wer die Welt ausschließlich durch diese Kanäle betrachtet, wird eben auch Transgender verzerrt wahrnehmen. Da kann man nichts machen. Dazu kommen - ebenfalls erwähnt - kommerzielle Interessen und die höhere Freude mancher Menschen an der Selbstdarstellung, die dazu führt, dass diese Menschen als Typen daraufhin stärker öffentlich wahrgenommen werden. Das ist aber kein spezifisches Transgender-Problem.
Muss man nur den Fernseher anmachen. Die Babsi Karlich Show. Thema. Transgender. Und dann gibts ein Aufgebot von bunten Vögeln und man kann sich nur fremdschämen. Aber so is das in den Medien. Die coolen sind einfach zu cool um da aufzutauchen, also gibts die schrägen Vögel und Selbstdarsteller.
Ist im Netz nicht anders.

@YT und FB sind nicht die Welt: Mittlerweile gibt es Menschen die ausschließlich ihre Informationen da her beziehen. Dann wählens Trump oder glauben alle Homosexuellen sind Pädos und und und.
Es ist eben hip, Transgender zu sein. Das ist positiv und die Tube Fakes doch egal.
(20.12.2016, 09:30)Madleine schrieb: [ -> ]Es ist eben hip, Transgender zu sein. Das ist positiv und die Tube Fakes doch egal.

Das glaubst du wirklich?
Es is wohl eher so, dass sich mehr Leute trauen was zu tun, weil es mehr positive mediale Repräsentation und teilweise bessere Zugänge gibt (natürlich nicht nur, gibt ja noch genug Scheiße).
Also in meinem Umfeld hab ich auch noch nicht mitbekommen, dass irgendwer TG-sein für besonders hip halten würde. Kann aber natürlich an meiner Geisteskrankheit liegen  Big Grin
Es ist hip, tolerant gegenüber Transgender zu sein. Jeder will plötzlich ein Interview... Kirche, Medien, Studienarbeiten, Politik... Die alle brauchen TGs, denen gegenüber sie sich tolerant, progressiv und weltoffen präsentieren können, vor der Kamera usw.

Also sind TG gefragt. Gefragt will jeder sein, also ist es hip.

Im Grunde bestätige ich nur die These des Thread Openers.
@TE!Was siehst du eher als Unterhaltung(zumindest YT und My Video kann man als Unterhaltungsplattform sehen!)Jemanden wie z.b. PRINCESS JOULES,MAYA,Brooklyn Beauty,usw.,wo die Transition richtig gut läuft und die dadurch Glücklich sind,oder jemanden wie mich,wo trotz 13 Monaten HRT sich rein gar nichts tat!Willst du eher jemanden sehen,der Depressiv ohne Ende ist(meistens schaff ich es trotzdem mich nach aussen normal zu geben,aber Glück und Freude sehen anders aus),dadurch irgendwelche Positiven Gefühle Heucheln muß oder auch wenn man sich lieber umbringt,sagen alles ist so toll!Mittlerweile könnte ich durchs Ritzen gar nicht Kurzärmelig herumlaufen,da man die dicken Schnitte und böse Entzündeten Wunden sehen würde!Also ich weiß nicht ob du sowas eher als Unterhaltung siehst!Ich sehe lieber Glücklichen Menschen,als Depressiven zu!Denn Depressiv bin ich selbst zur Genüge!
Ein Punkt, der m.E. etwas offtopic legitimiert... Chiara, eine Dame sollte das iher Haut nicht antun. Kauf dir ne Aloe Vera Zimmerlflanze und tu ihren Saft auf die Narben.

LG

ps ok back on topic.
Seiten: 1 2