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Normale Version: Outing ??
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Hey !

Schön das du dir das durchlesen möchtest, wie immer versuche ich mich kurz zu halten.

Ich lebe nun schon seid einundzwanzig Jahren in meinen männlichen Körper und habe
dafür langsam keine Kraft mehr, ich will mich outen, vor meiner Familie…

Weiß aber nicht wie ich das angehen soll, dachte mir ich zeig meine Ma ein 30Min Clip
auf Youtube, während sie das schaut und versucht zu verstehen würde ich im Wohnzimmer
warten… wahrscheinlich

Mir fehlt das mega, mega supa duba schwer, auch nur dran zu denken... naja damit habe
ich schon eine weile zu Kämpfen, bin aber, schwer zu glauben – besser geworden ! ^^

Immer hin will ich ja aber naja, leicht wird das wirklich nicht, obwohl ich mir zu 100 % sicher
bin das meine Familie komplett hinter mir stehen wird ! weiß einfach nicht wie ich das angehen soll...

Würde auch gerne wissen wie eure Bekannten/Familie reagiert haben, nur wenn das zu erzählen
nix ausmacht…

Dankeschöns für's durchlesen
  Big Grin
Mamas, die gute Sorte, werden dich immer lieb haben. Der Anfang kann schwer für sie sein. Meine hat zuerst gar nix kapiert und komische, eher kontraproduktive Tipps gegeben. Mittlerweile ist sie meine größte und wichtigste Verbündete.

Sei nicht enttäuscht wenns am Anfang nicht so gut läuft.

Über Papas kann ich nix sagen, weil meiner vorher Verstorben ist, aber die Mama meinte er hätte sich über eine Tochter sehr gefreut. Mehr kann ich dir leider nicht sagen.

Alles Gute
Ich hätte vor meinem "Outing" nicht gedacht, wie wenig es akzeptiert werden würde. Man kann es auch überhaupt nicht vorhersagen, die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich und (zumindest für mich) extrem unberechenbar.

Mein Tipp: Stell dich ernsthaft drauf ein, dir einen komplett neuen Freundeskreis suchen zu müssen, und mach dich von deiner Familie auf jeden Fall so unabhängig wie möglich. Wenn's dann doch gut geht, passt ja alles – wenn nicht, ist es wohl am besten, das als Chance zu sehen, neue akzeptierende und liebenswürdige Menschen kennenzulernen. Die gibt es, auch wenn sie selten sind …

Ann Lie

Hallo

Kann dir auch raten es gut zu überlegen. Reaktionen sind unterschiedlich. Ich hab meine Familie verloren, ebenso meinen alten Freundeskreis aber viele neue und auch liebe Menschen kennengelernt. Das mit der Beziehung wird noch dauern aber kann frau eh nicht erzwingen. Was wegfällt ist für mich die innere Zerissenheit und der enorme Leidensdruck des sich verstecken müssens, denke den hast du gerade. Es kann auch sein das es deine Familie akzeptiert und hinter dir steht, das gibt es natürlich ebenso. Falls du in einer Beziehung bist setze dich mit dem Thema Trennung auseinander, nur selten überlebt eine Beziehung das, heisst aber auch nicht das es nie geht. Wichtig ist das du wie eh schon geschrieben finanziell unabhängig bist. Dann kannst du dir wenns nicht gehen sollte ne neue Bleibe suchen und neu anfangen wie ichs mach.

LG Ann Lie
(21.12.2016, 00:58)Kosmonautin schrieb: [ -> ]Mamas, die gute Sorte, werden dich immer lieb haben. Der Anfang kann schwer für sie sein. Meine hat zuerst gar nix kapiert und komische, eher kontraproduktive Tipps gegeben. Mittlerweile ist sie meine größte und wichtigste Verbündete.
wahrscheinlich wird meine Ma erst mal nix verstehen, und denken ich würde ein Witz machen...
das mit deinen Vater tut mir leid...
(21.12.2016, 01:46)j-unique schrieb: [ -> ]Ich hätte vor meinem "Outing" nicht gedacht, wie wenig es akzeptiert werden würde.
darüber mache ich mir eigentlich keine Sorgen, nur bei meiner Familie habe ich Angst
 
(21.12.2016, 01:46)j-unique schrieb: [ -> ]Mein Tipp: Stell dich ernsthaft drauf ein, dir einen komplett neuen Freundeskreis suchen zu müssen, und mach dich von deiner Familie auf jeden Fall so unabhängig wie möglich. 
meine Freunde sind alle relativ komische Leute die, wenn es hochkommt, ich 1-2mal im Monat sehe, mein Problem ist meine Familie... vier Geschwister und natürlich Mama, Papa also gesamt sieben Köpfe...  
(21.12.2016, 01:46)j-unique schrieb: [ -> ] neue akzeptierende und liebenswürdige Menschen kennenzulernen. Die gibt es, auch wenn sie selten sind …
deshalb bin ich doch jetzt hier  Big Grin 
(21.12.2016, 07:52)Ann Lie schrieb: [ -> ]Kann dir auch raten es gut zu überlegen. Reaktionen sind unterschiedlich. Ich hab meine Familie verloren, ebenso meinen alten Freundeskreis 
ob ich mich wirklich trauen werde weiß ich noch nicht, 
zur Zeit denke ich nur darüber nach... vor zwei Jahren sagte ich mir das ich das für mich
behalte, eben um nicht zu riskieren jemanden zu verlieren der mir wichtig ist... 
(21.12.2016, 07:52)Ann Lie schrieb: [ -> ]Was wegfällt ist für mich die innere Zerissenheit und der enorme Leidensdruck des sich verstecken müssens, denke den hast du gerade.
dieser Druck ist für mich leider nur schwer zu ertragen, war deshalb ja auch schon sechs Monate 
in einer Psychiatrie, naja die wussten natürlich nicht was mir fehlt, sagte ja auch nix... eingewiesen wurde ich weil ich versuchte mir das Leben zu nehmen, tja wie das Leben halt so spielt
(21.12.2016, 07:52)Ann Lie schrieb: [ -> ] Es kann auch sein das es deine Familie akzeptiert und hinter dir steht, das gibt es natürlich ebenso. 
da bin ich mir sogar sicher, aber dennoch würde sich sehr vieles ändern, wovor ich große angst habe...
(21.12.2016, 07:52)Ann Lie schrieb: [ -> ]Wichtig ist das du wie eh schon geschrieben finanziell unabhängig bist. Dann kannst du dir wenns nicht gehen sollte ne neue Bleibe suchen und neu anfangen wie ichs mach.
dafür müsste ich meine geliebte Kyra verkaufen - Kyra ist mein Auto  Tongue  



Dankeschön für die Antworten, auch wenn es vielleicht nicht so rüber kommt, 
ihr hilft mir damit weiter ! dafür bin ich wirklich sehr dankbar, alleine würde 
ich niemals auch nur dran denken etwas zu verändern, lieber so weiter machen 
wie gehabt eben...   
Hallo,

ich würde dir empfehlen zuerst mit deiner Mama zu sprechen und nicht ein langes Video zu präsentieren, das würde ich erst später zeigen.
(22.12.2016, 12:18)Christa schrieb: [ -> ]ich würde dir empfehlen zuerst mit deiner Mama zu sprechen und nicht ein langes Video zu präsentieren, das würde ich erst später zeigen.
hmm, ich muss mir noch überlegen wie ich es machen werde, stimmt aber schon, mit einen Clip anzufangen wäre nicht so gut, nur hätte ich da den Vorteil das ich es ihr selber nicht sagen müsste sondern einfach nur "Ma, schau mal, so fühl ich mich auch" ^^

naja denk ich werde zu aller erst ein Therapeut aufsuchen bevor ich mit meiner Familie darüber spreche...
Wenn du zu erst zur Therapie gehen willst, bevor du dich outest ist das völlig ok.

Ansonsten, ich muss gerade an eine Szene aus meiner Vergangenheit denken. Ich hatte mal eine Person kennen gelernt, die hatte ebenfalls Geschlechtsidentitätsprobleme. Und irgendwann fragte sie mich, ob ich zu ihrem Geburtstag kommen wollen würde. Rein instinktiv fragte, ob der Freundeskreis von den Geschlechtsidentitätsproblemen der Person wußte. Die Antwort war: "Nein, und bei dir tue einfach mal total überrascht und gucke mir dann an wie meine Freunde auf Menschen mit Transidentität reagieren. Wenn sie nichts gegen dich haben, dann kann ich mich ja auch outen."
Ich habe die Einladung natürlich dankend abgelehnt. Ich bin ja gerne bereit anderen zu helfen, aber spiele ganz sicher nicht das Versuchskaninchen für andere oder trete als deren Sprachrohr bzw. Fürsprecherin auf.

Und die Idee mit dem Videoclip ist irgendwo die Light-Vrariante von dem was diese Person mit mir vorhatte. Ich sage es mal so, wer andere vorschickt, sei es nun persönlich oder via Videoclip, kann bei negativen Reaktionen immernoch Ausflüchte finden, Zusammenhänge abstreiten oder sich sonst wie rausreden.
Ich weiß wie schwer es ist, sich zu outen und der Wunsch sich gegen schlechte Reaktionen soweit wie möglich abzusichern ist völlig legitim. Aber einen Videoclip vorspielen und einfach nur zu sagen, man fühle sich auch so, ist für mich ein bißchen halbherzig.
Wie andere das auffassen, weiß ich nicht, aber mir war es immer wichtig mich mit meinen eigenen Worten zu erklären. Und ich weiß, dass das schwer ist.
Ich weiß noch, dass ich damals bei meiner Freundin (inzwischen meine Ehefrau) schrecklich umständlich redet habe. Zum Schluss dachte die schon ich wäre schwul, bis ich endlich klar sagte, dass ich mich als Frau fühle.
Was ich bei meiner Mutter gesagt habe oder bei meinen Schwiegereltern weiß ich schon gar nicht mehr, aber ich habe mir angewöhnt, die Sache auf den Punkt zu bringen, weil umständliche Erklärungen eh nichts bringen und nur verwirrend sind.
Teilweise ist es auch sehr kontraproduktiv, wenn man sich nicht selbst outet. Mein Vater hat es z.B. über Dritte erfahren, damals war er schon schwer krank und er ist verstorben, bevor wir uns persönlich darüber unterhalten konnten.

Ich habe da echt schon sehr kuriose Situationen erlebt, wenn es ums Outing ging. Meine Mutter und meine Tante haben z.B. Monate lang rum überlegt, wie sie es meiner Oma erzählen sollen und wie die das aufnehmen wird. Dann rückte Weihnachten immer näher und ich hab nachgeharkt, ob sie jetzt mit Oma gesprochen haben, weil meine Oma ist 83 Jahre alt und wer weiß, wie oft wir mit ihr noch Weihnachten feiern können.
Na ja, dann haben sie sich endlich dazu durchgerungen es ihr zu sagen und was sagte Oma nur dazu: "Warum hat ihr das nicht früher gesagt? Solche Menschen gab es schon immer, früher konnten sie nicht so leben, wie sie fühlten, heute können sie das endlich. Ist doch alles gut, solange es dem Kind gut geht."

Oder als wir die Großcousine meiner Schwiegermutter besuchten. Als wir vor der Haustür standen und klingelten, da fragte dann meine Frau, ob ihr eigentlich schon jemand gesagt hat, dass ich jetzt eine Frau bin. Ich sagte nur, dass werden wir dann gleich erfahren, ob sie es schon weiß. Sie wußte es nicht und hat mich erst für eine Schwester von mir gehalten. Das mußten wir dann erstmal aufklären.
Etwas was mir bei der Familie meiner Frau öfters passiert ist, einige von denen dachten echt ich wäre nicht ich, sondern eben meine Schwester bzw. Cousine (das dachten die, die wußten das ich keine Geschwister habe).
Da wird das Outing dann mehr oder weniger zum Selbstläufer, weil ich immer sagen mußte: "Nein, ich bin ich, aber ich bin jetzt eben eine Frau."
Dankeschön Eva_Tg!


Nun ja, wahrscheinlich mache ich mir da zu viele Gedanken,
sollte mich wohl erst mal um einen Termin beim Therapeuten bemühen…
was bessere als diese Clip Sache fehlt mir zur Zeit eh nicht ein.

Darf man fragen wie alt du warst als du beschlossen hast dich zu outen ?


Ach und falls jemand Tipps für mich hätte, bezüglich Therapeuten finden und auch
ansprechen, wäre ich sehr dankbar darüber
ich habe da leider wirklich keine Ahnung von, wüsste nicht einmal was ich ihn nu sagen kann…
Du könntest auch soz. zufällig mit ihr über Transgender reden anfangen, ihr ein paar wichtige Fakten beibringen. Vlt. ein Bild einer sehr überzeugenden TG Person zeigen.

Machst du das paar mal, beginnt sie zu ahnen, was los ist, hat aber bereits wichtige Infos. Dann wenn du es offiziell machst, sollte sie bereits genügend kompetent geworden sein, um objektiv sinnvoll zu reagieren.
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