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Anlass zu diesem Thread ist der aktuelle Blog-Eintrag einer TG-Bloggerin aus Deutschland, die die Transition wieder zurückschraubt - sie stand vor der GaOP, hatte immerhin schon eine GesichtsfeminisierungsOP sowie eine Mammaaugmentation (Brust-OP)...

http://ninaunnormal.blogspot.co.at/2017/...inary.html
Zitat:... Was macht den Unterschied?
Wieso hörst du auf? (Re-Transition)
Was hast du vor? (Non-Binary)
Bereuhst du Etwas?
Gibt es Transsexualität?
...
Aber nur weil man eine Frau in einem Männerkörper ist und sich als Mann nicht wohl fühlen kann muss man nicht "bis ans Limit" gehen. Man ist im Endeffekt Beides. Mann und Frau. Man muss den Mann nicht auslöschen um die Frau zu leben. Eine akzeptabel dosierte Hormontherapie kann aber sicher die Grundlage für ein "Wohlfühlen" schaffen.

Der Thread soll nicht unbedingt eine Diskussion über Transition ja oder nein - gar - glücklicherweise keine zukünftige Reue-Patientinnen (nach GaOP)  - auslösen, sondern weitere Wege aufzeigen, um als TG leben zu können... Smile2

Abschnitte bzw Wortwahl in diesem Blog-Eintrag finde ich nur in Bezug auf TG wichtig, die eben nicht "klassisch" TS/TI sind bzw ein Leben "dazwischen" leben können/wollen - doch jene, die nur mit GaOP  ihr Glück bzw ihre Zufriedenheit im Leben finden können, treffen solche Beschreibungen natürlich immens... Ermm
Es hat darmals schon Sinn gemacht wieso es gewisse Auflagen gab für eine Hormonfreigabe oder die Freigabe einer GAOP. Auf die Gefahr hin eine Diskussion über Patologisierung auszulösen. Finde ich eine begleitende psychotherapeutische Therapie als unbedingt notwendig. 

Es liegt eben nicht immer nur daran das es Transidente Menschen gibt sondern zick andere psychologische Verhaltensmuster die eventuell besser passen. Am Ende sollte es dem Wohlbefinden des Patienten helfen.
Die Bloggerin war sicherlich auch @ Therapie - und TI ist sie wohl auch, nur mehr ohne GaOP-Wunsch bzw Bedürfnis, Hormone selbst - wenn auch womöglich nicht so intensiv wie bisher - möchte sie auch weiterhin nehmen...
Danke für den Link, sehr interessant und ich kann viel davon sehr gut nachvollziehen!

Auch wenn's natürlich nicht ins pathologisierende "Es-gibt-nur-Mann-und-Frau"-Weltbild passt, aber von dem muss man sich halt entweder lösen, oder damit leben und mehr oder weniger glücklich werden oder ggf. halt auch daran zugrunde gehen. Fies find ich nur, wenn man es anderen aufzwingt (hier verharmlosend als "Auflagen" umschrieben).
Ob nun (Psycho-) Therapien (bzw "Papierln") in Zukunft weiterhin nötig sein werden oder nicht - es wird bei alldem was man sich mittlerweile an Wissen selbst erarbeiten kann oder durch Interaktion mit anderen TG erfahren kann auch in Zukunft Menschen geben, die zu Beginn an meinen, sie wären "klassisch" TS/TI, und streben einen Weg mit allem drum und dran äh weg an; Gut dass es doch auch Berichte wie solche gibt, die zeigen dass man auch einen bereits geplanten Weg wieder neu planen respektive beschreiten kann; Wenn ein/e TG mit dem "gottgegebenen" primären Geschlechtsteil leben kann - why not?! Smile2
Sehr lesenswert für ALLE hier.



Edit: Die Kommentare dazu (unten im Blog) äh..naja, die muss man nicht gelesen haben.  Facepalm
Ich weiss ja nicht was ihr aus dem Blogeintrag so rausgelesen habt, aber sie sagt ja im Grund folgendes: Sie hat keine Kraft und kein Geld mehr um sich so weit angleichen zu können um stealth zu leben.

Körperliche Angleichung bedeutet für sie ihren Körper zu zerstören, bzw. ihn auf bestialische Weise zu behandeln. Sexualhormone nicht mehr im ausreichendem Maße selber erzeugen zu können und diese zuführen zu müssen, sieht sie als chronische Krankheit. Auch die Tatsache daß sie ihre Neo-Vagina regelmässig "warten" müsste, schreckt sie ab. Sie ist auch der Meinung, abgesehen vom männlichen Sexualtrieb gebe es keine grossen Unterschiede zw. Frauen und Männern.

Und sie hat einen Riesenberg Schulden angehäuft. Also hört sie jetzt auf weil sie keine Kraft und kein Geld mehr hat, und wird jetzt "Non-Binary".

Ich bin ja auch nicht so die Expertin, aber meines Wissen ist man nicht unbedingt Non-Binary, nur weil einem die Kohle für die perfekte Angleichung fehlt. Andererseits ist man - dem Blogeintrag nach -  anscheinend auch dann Non-Binary, wenn man entweder nur als perfekte Frau leben kann und wenn das nicht klappt, eben Non-Binary wird.

Das ist jedenfalls das, was ich rausgelesen hab. Ich finde diesen Fall schon ziemlich speziell und die betreffende Person ist ja auch keine Unbekannte.

Bisher war ich eher der Meinung man ist non-binary, weil man sich irgendwo "dazwischen" fühlt. Kann es aber auch sein, dass man non-binary "wird", weil man mit dem Druck nicht klarkommt als sichtbare Transfrau zu leben? Bitte um Aufklärung.
Ich zitiere: "Ich habe jedenfalls erkannt, das es doch eigentlich egal ist, wie ich aussehe und was ich zwischen den Beinen habe. Ja, ich habe eine weibliche Seele (siehe "Gibt es Transsexualität") aber ändert es Etwas an der Person die ich bin? Ich wollte mich aus meinem Gefängnis befreien, aber im Endeffekt habe ich mir selbst nur ein anderes Gefängnis geschaffen."


So wie ich das verstehe, und auch ich liege gelegentlich daneben, hat die finanzielle Krise ihr nochmal Luft gegeben darüber nachzudenken. Gibt genug da draußen die sich fälschlich für ne OP entschieden haben und jetzt nimmer die Eier haben um einen Fehler zuzugeben (pun intended).

*Zusatz: Und bevor sich jetzt wieder eines von euch Kücken getriggert fühlt. Nein, nicht alle die die OP machen liegen falsch damit.
Zitat:Bisher war ich eher der Meinung man ist non-binary, weil man sich irgendwo "dazwischen" fühlt. Kann es aber auch sein, dass man non-binary "wird", weil man mit dem Druck nicht klarkommt als sichtbare Transfrau zu leben? Bitte um Aufklärung.

Also ich kann hier natürlich nur für mich sprechen, aber mit dieser Selbstidentifikation keine Mann/Frau-Verhaltens- und Körpernormen mehr erfüllen zu müssen, spielt bei mir schon eine Rolle. Ich glaub halt, dass es oft so abläuft: "Mann" ("Frau") merkt bei sich Gender- und Bodydysphorie, geht zu "Personen, die sich auskennen", jene sagen "aah ok, Sie sind transsexuell (da andere Störungen ausschließbar sind), leben Sie zu 100% als Frau/Mann und alles wird gut". Die Gesellschaft ist ja mittlerweile darauf eingerichtet (binäre PÄ ist möglich usw). Gleichzeitig ist die Erwartung an eine 100%-ig erfolgreiche Transition da. Wenn man sich dem aber nicht aussetzen will, weil man zB genau weiß, niemals die gesellschaftlichen Anforderungen ans "Frausein" erfüllen zu können (sei es das Aussehen, aber sei es letztlich "Kinder kriegen können" oder "Chromosomen haben") ist, hat man durchaus die Möglichkeit zu sagen, dass man weder das eine noch das andere ist. Und dadurch einerseits sehr viel innere Freiheit erlangen, andererseits wird man halt von anderen erst recht nie akzeptiert werden. Aber man kanns durch die innere Freiheit besser ertragen, zumindest ist das bei mir so.
(07.03.2017, 21:37)Kosmonautin schrieb: [ -> ]So wie ich das verstehe, und auch ich liege gelegentlich daneben, hat die finanzielle Krise ihr nochmal Luft gegeben darüber nachzudenken. Gibt genug da draußen die sich fälschlich für ne OP entschieden haben und jetzt nimmer die Eier haben um einen Fehler zuzugeben (pun intended). ...
Kann man so oder so sehen. Nachdenken kann man ja auch ohne finanzielle Krise. Gerade in dem verlinkten Blog ging es ja oftmals darum was es alles gibt um sich vor allem operativ möglichst perfekt an eine Frau anzugleichen. Mit einem Schuldenberg im Rücken und ohne die Möglichkeit noch etwas finanzieren zu können, sieht man die Dinge dann aber vielleicht nicht mehr so rosig, und es schränkt die Möglichkeiten wohl ziemlich ein.

Aus dem Blogeintrag:
Zitat:Aber warum höre ich auf? Für alle Anderen bin ich immer nur ein sehr femininer Kerl mit nem geilen Körper sobald sie davon wissen. Ich hatte nicht mehr das Geld perfekt zu werden und stealth* zu leben, denn stealth zu leben hätte mich davon befreit, aber seien wir ehrlich, auch das ist ne Menge Stress.
Das ist der Punkt der mich etwas stutzig macht. Als perfekte Frau stressfrei stealth leben zu können wäre ja anscheinend der eigentliche Wunsch gewesen. Stattdessen wird sie als femininer Kerl wahrgenommen. Wenn sie jetzt als non-binary glücklich wird, umso besser für sie.

Auch wenn ich mich damit jetzt in die Nesseln setze: 

Mir ist durchaus klar, daß Non-Binarys existieren. Für die Gesellschaft ist das aber vermutlich noch schwerer zu akzeptieren als MzF- oder FzM-TS.

Aber auch rechtlich gesehen ist es ja ein Kapitel für sich. Es gibt ja ganz viele Bereiche wo eindeutig zwischen Mann und Frau unterschieden wird. "Normale" TS sind ja schon ein Sonderfall, für die es aber immerhin auch eine rechtliche eindeutige Lösung gibt.

Mich würde einfach interessieren, wie sich Non-Binarys das Leben - gerade in den Bereichen in denen eindeutig zwischen Männern und Frauen unterschieden wird - im Optimalfall vorstellen würden.
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