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Normale Version: "Petticoat Punishment" Phantasien
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Hallo zusammen,

leider muß ich im Post ein paar sexuelle Begriffe verwenden; ich möchte hiermit niemanden beleidigen, nur kann ich meine Situation nicht anders umschreiben.
Falls es zu schlimm ist, muß es halt gelöscht werden.

Ich hielt mich immer für einen reinen Transvestiten, der einfach nur gerne weibliche Kleidung trägt (seit ich ungefähr 7 bin), habe aber
in den letzten Jahren immer häufiger den Drang, mich als Frau in der Öffentlichkeit zu bewegen. Dazu kommt ein immer stärkeres Unwohlsein/Unzufriedensein
mit meinem männlichen Körper. Aber der Reihe nach.
Ich habe in der Pubertät angefangen, mich in Mädchenkleidung zu befriedigen, und diese nach dem Orgasmus immer aus Scham abgelegt.
Im Lauf der Jahre fiel diese Scham weg, trage also Damenkleidung vor/nach Orgasmus und unabhängig von sexueller Erregung, auch nicht als Fetisch.
Während meines Lebens hatte ich 3mal Sex mit Frauen; seit dem letzten habe ich aufgehört, weibliche Partnerinnen zu suchen, weil
der Sex für mich unbefriedigend ist. Ich empfinde ihn als rein "mechanisch" (empfinde nichts dabei) und fühle mich in der männlichen Rolle dabei fehl am Platz.
Allerdings finde ich den weiblichen Körper sehr schön und ich schaue gerne hübsche Frauen an.
Auf der andern Seite bin ich auch nicht schwul, hatte nur selten mal Phantasien von Sex mit einem Mann und auch das nur oral.
Somit ist es für mich unmöglich, einen Partner zu finden und Sex mit einem Menschen auszuleben.
Ich habe im Lauf der letzten Jahre meinen Bart entfernen lassen und sehne mich immer mehr danach, meinen Körper mit Hormonen und OPs zu verändern.
Ich würde mich als transsexuell einstufen, wenn ich nicht schon mein Leben lang diese Phantasien bzgl "Petticoat Punishment" (ich weiß nicht, wie man dazu im Deutschen sagt) mit mir rumschleppen würde.
Diese Phantasien sind bei mir so mächtig, daß sie bei mir einen Orgasmus auslösen können (ohne mein Ding zu berühren), wenn ich sie mir träumend ausmale.
Inzwischen versuche ich, wenn ich erregt bin, mein Ding so lange wie möglich nicht anzufassen, weil ich die Erregung als schöner empfinde als den Orgasmus selber.
PP wird überall nur mit Transvestitismus, Fetischismus, Gynäkophilie in Verbindung gebracht; ich sehne mich aber gleichzeitig so nach einem weiblichen Körper
und sehe bei mir viele Symptome einer TS.
Wie würdet ihr denn meine Neigungen einschätzen? Mir ist schon klar, daß niemand eine Diagnose abgeben kann.

Viele Grüße
Ganz ehrlich? Sex wird überbewertet.

Nachdem ich irgendwann entdeckt habe, dass ich diese Phantasien und das Masturbieren nur genutzt habe um mich in dieser Zeit meiner Weiblichkeit hinzugeben, wars aus damit.

Plötzlich waren diese Phantasien nebensächlich - denn ich wusste, dass ich Frau bin.

Außerdem unterschätze nie die Macht einer freien Willensentscheidung.
(16.01.2018, 22:29)Patricia1975 schrieb: [ -> ]Ganz ehrlich? Sex wird überbewertet.

Nachdem ich irgendwann entdeckt habe, dass ich diese Phantasien und das Masturbieren nur genutzt habe um mich in dieser Zeit meiner Weiblichkeit hinzugeben, wars aus damit.

Plötzlich waren diese Phantasien nebensächlich - denn ich wusste, dass ich Frau bin.

Außerdem unterschätze nie die Macht einer freien Willensentscheidung.

Hi,

ich finde auch, Sex und TS schließen sich ja nicht aus;
aber ich stelle mir (als psychologischer Laie) vor, daß diese "Umwandlung", die im PP geschieht, so eine Art Fetischisierung meines Körpers sein könnte, gewissermaßen ein sexualisierter Akt.
Dh ich sehne mich nach einem weiblichen Körper, weil ich die "Umwandlung" (gekennzeichnet durch die Klamotten) als sexuell erregend erlebe.
Natürlich nur unbewußt (sexuelle Erregung läuft ja nie bewußt ab). Wenn es so wäre, hätte es natürlich nichts mehr mit TS zu tun.
Hoffentlich rede ich keinen Müll... ich denke nur die letzten Wochen immer wieder darüber nach, warum ich diese Phantasie seit meiner Jugend habe.
Ach da redest du keinen Müll. Ich könnt gar nicht mehr aufschreiben was mir über die Jahre durch den Kopf ging.
Hallo ChiaraX,

Autoerotik ist eine ganz normale Form von Sexualität. Das ist bei verschiedenen Menschen verschieden ausgeprägt.
Bei dir gehts halt ins Extreme. Das ist zwar nichts, was man auf einer Betriebsfeier rumerzählt, aber auch nichts, wofür man sich schämen müsste.
Nun denk ich mir, auch als Laiin, dass Autoerotik am besten funktioniert, wenn man mit seinem Körper glücklich ist.


Sexualität und Transsexualität schließen sich nicht nur nicht aus, sie haben sogar gar nichts miteinander zu tun.
Und genau deshalb solltest du es vielleicht gedanklich trennen, wenn du dich fragst, ob du transsexuell bzw. in Wahrheit tatsächlich weiblich bist.

Also wie sieht es im Alltag aus?
Kannst du in den Spiegel gucken und bist zufrieden mit der männlichen Erscheinung?
Fühlst du dich in der männlichen Rolle wohl? Magst du es, wenn man dich mit "Herr" anspricht?

Liebe Grüße
KM Lydia
(17.01.2018, 22:22)Katzenmutti Lydia schrieb: [ -> ]Sexualität und Transsexualität schließen sich nicht nur nicht aus, sie haben sogar gar nichts miteinander zu tun.
Und genau deshalb solltest du es vielleicht gedanklich trennen, wenn du dich fragst, ob du transsexuell bzw. in Wahrheit tatsächlich weiblich bist.

Ja, ich mag den Ausdruck "transsexuell" ebenfalls nicht und verwende lieber "transident", aber "TS" ist halt im deutschen Sprachgebrauch ziemlich verankert.
In engl Foren benutzen die Leute übrigens nur "transgender".

Ich verstehe, was du meinst, aber ich möchte für mich ausschließen, daß ich mir wegen meiner Sexualität eine Transsexualität einrede.
Ich frage mich, weshalb ich durch meine Phantasien erregt werde und ein plausibler Ansatz wäre ja zum Beispiel, zu sagen, die "Transformation" (in den PP-Phantasien) in eine Frau/Mädchen ist bei mir mit Erregung verbunden. Dh weil ich eine Transformation als sexuell erregend empfinde, "glaube" ich, ich sei TS.
Ich habe kaum Ahnung von Psychologie, aber läuft eine Psychoanalyse nicht so ab, daß man erzählt und dann interpretiert der Psychologe, was wirklich dahinter steckt?
Es ist halt die Frage, ob meine Phantasien losgelöst von meinem Wunsch nach körperlicher Veränderung sind oder diesen begründen.

(17.01.2018, 22:22)Katzenmutti Lydia schrieb: [ -> ]Also wie sieht es im Alltag aus?

Der Alltag sieht bunt aus, wenn ich Frau bin, und er sieht trist aus, wenn ich Mann bin.

(17.01.2018, 22:22)Katzenmutti Lydia schrieb: [ -> ]Kannst du in den Spiegel gucken und bist zufrieden mit der männlichen Erscheinung?
Fühlst du dich in der männlichen Rolle wohl? Magst du es, wenn man dich mit "Herr" anspricht?

Nein. Nein. Nein.
Grob betrachtet könnte man da schon auf TS schließen, egal welche (sexuelle) Fantasie da zusätzlich dazu käme; Eine Psycho-Therapie ist in D für weitere Schritte (Namens- und Personenstands-Änderung, Hormon-Therapie, ev OPs) ohnehin nötig, ich wünsche Dir dass Du dabei das für Dich abklären kannst...

Alles Gute und Liebe, Chiara!
(18.01.2018, 06:08)Bonita schrieb: [ -> ]Grob betrachtet könnte man da schon auf TS schließen, egal welche (sexuelle) Fantasie da zusätzlich dazu käme; Eine Psycho-Therapie ist in D für weitere Schritte (Namens- und Personenstands-Änderung, Hormon-Therapie, ev OPs) ohnehin nötig, ich wünsche Dir dass Du dabei das für Dich abklären kannst...

Alles Gute und Liebe, Chiara!

Hallo,

eine Diagnose kann hier natürlich niemand geben, weil ich nur kurz meine Situation geschildert habe.
Einen Therapeuten werde ich wohl aufsuchen, damit ich etwas klarer über mich werde.
Ich habe mich nicht wissenschaftlich mit dem Thema TS beschäftigt und dachte immer, daß ich schon wegen meiner Sexualität Transvestit bin.
Ich hatte immer die Vorstellung, daß TS praktisch bis zur GaOP asexuell leben, weil sie ihr Geschlechtsorgan hassen, aber wie ich an den Reaktionen sehe,
überbewerte ich anscheinend meine Sexualität.
Liebe ChiaraX,

nur du allein kannst dein Geschlecht kennen und wissen, ob du transsexuell bist.
Kein Therapeut der Welt ist in der Lage dazu, dir in dieser Hinsicht Klarheit zu verschaffen.

Du schreibst von Diagnosen und ich frag mich da, ob man alles pathologisieren muss.

Ich stelle mal ne steile These auf:
Wenn du einem Therapeuten erzählst, was du hier im Forum geschrieben hast, wirst du wahrscheinlich diese Diagnose bekommen:

F65.1
Fetischistischer Transvestitismus
"Info:
Zur Erreichung sexueller Erregung wird Kleidung des anderen Geschlechts getragen; damit wird der Anschein erweckt, dass es sich um eine Person des anderen Geschlechts handelt. Fetischistischer Transvestismus unterscheidet sich vom transsexuellen Transvestitismus durch die deutliche Kopplung an sexuelle Erregung und das starke Verlangen, die Kleidung nach dem eingetretenen Orgasmus und dem Nachlassen der sexuellen Erregung abzulegen. Er kann als eine frühere Phase in der Entwicklung eines Transsexualismus auftreten."

Das ist natürlich völlig schwachsinnig. Denn erstens ist Transsexualität angeboren und entwickelt sich nicht und zweitens wird auch in diesem erfundenen Krankheitsbild Transsexualität als geistige Störung begriffen.
Es ist viel eher so, dass das beschriebene Verhalten auf Transsexualität hindeuten kann und dann ein früher Ausdruck dessen ist.
Ich hoffe, du erkennst den Unterschied.

Wenn du deinem Therapeuten erzählst, dass du es für möglich hälst, dass du dir die Transsexualität nur einbildest, wird er dich darin wahrscheinlich bestätigen.

Also: Bevor du einen Psychotherapeuten aufsuchst, solltest du dir über deine Therapieziele im Klaren sein.
Wenn du weißt, dass du transsexuell bist, dann wäre das erste Ziel, die meist nötige Falschdiagnose F64.0(Transsexualismus) zu bekommen und damit die Hormonfreigabe.
Wie gesagt: Ein Therapeut kann dir nicht sagen, ob du transsexuell bist. Das kannst nur du wissen.
Wenn du das erreichst hast, kannst du, falls du darunter leidest, deine Autoerotik ansprechen. Ein guter Therapeut kann dir vielleicht helfen, damit besser klar zu kommen.

Alles Gute wünscht dir KM Lydia

Achja:
(19.01.2018, 00:36)ChiaraX schrieb: [ -> ]Ich hatte immer die Vorstellung, daß TS praktisch bis zur GaOP asexuell leben, weil sie ihr Geschlechtsorgan hassen, aber wie ich an den Reaktionen sehe,
überbewerte ich anscheinend meine Sexualität.

Es gibt sehr viele falsche Vorstellungen über TS, auch von Betroffenen selbst. Das ist sogar oft ein Grund, warum einige TS erst recht spät mit körperlicher Behandlung beginnen.


(18.01.2018, 06:08)Bonita schrieb: [ -> ]Eine Psycho-Therapie ist in D für weitere Schritte (Namens- und Personenstands-Änderung, Hormon-Therapie, ev OPs) ohnehin nötig,

Bonita, das ist falsch.

Die PÄ/VÄ kann jederzeit beim Amtsgericht beantragt werden. Dann benötigt man zwei Gutachter, die meist vom Gericht beauftragt werden. Man kann zwar seinen Therapeuten als Gutachter vorschlagen(falls man einen hat), aber der kann auch vom Gericht abgelehnt werden.

Eine Hormontherapie kann theoretisch jeder Hausarzt verschreiben und begleiten. Meist wollen sich Ärzte durch die F64.0-Diagnose absichern. Aber auch dafür ist nicht zwingend eine Psychotherapie nötig. Ich hatte z.B. auch keine Psychotherapie.

Und für OP´s gibt es keine klaren Vorgaben. Was von Krankenkassen und Chirurgen verlangt wird, ist sehr unterschiedlich.
(21.01.2018, 00:43)Katzenmutti Lydia schrieb: [ -> ]...
Die PÄ/VÄ kann jederzeit beim Amtsgericht beantragt werden. Dann benötigt man zwei Gutachter, die meist vom Gericht beauftragt werden. Man kann zwar seinen Therapeuten als Gutachter vorschlagen(falls man einen hat), aber der kann auch vom Gericht abgelehnt werden.

Eine Hormontherapie kann theoretisch jeder Hausarzt verschreiben und begleiten. Meist wollen sich Ärzte durch die F64.0-Diagnose absichern. Aber auch dafür ist nicht zwingend eine Psychotherapie nötig. Ich hatte z.B. auch keine Psychotherapie.

Und für OP´s gibt es keine klaren Vorgaben. Was von Krankenkassen und Chirurgen verlangt wird, ist sehr unterschiedlich.

Vielen Dank für die Richtigstellung Smile2

Es ist tatsächlich (auch, noch) in D so, dass manche TS nicht von den entsprechenden Leuten ("Medizin"-Personal wzB Psychos bzw "Götter-in-Weiß"-Ärzte) jene "therapeutische" Unterstützung bekommen (zB keine Diagnose für Hormonfreigabe), wie sie sollten - gibt dafür inzwischen ja leider auch hier im Ö-Forum zwei Beispiele (eine ganz im Nordwesten und einen ganz im Nordosten Deutschlands - wobei da kompetente Leute wohl mehr als rar gesät sind); Es wär also sicher nicht verkehrt, jene zu bevorzugen, die sich mit der Thematik bereits auskennen bzw nicht selbst Missversteher bis Transphobiker sind (gibts ja leider auch);

Angeblich schlägt das Gericht für NÄ/PÄ ja idR Gutachter vor, die sich damit auskennen - respektive auch von Gerichten als Gutachter anerkannt sind und nicht erst daraufhin geprüft werden (was wieder länger im Ablauf dauern würde bzw sogar zur erwähnten Ablehnung führen könnte) - hab ich so zumindest in einem deutschen Forum kürzlich gelesen; Kann man die Gutachten für NÄ/PÄ auch für eine Hormonfreigabe verwenden bzw werden diese dafür akzeptiert? Wär ja ein Aufwaschen... Thinking
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