Welche Seite ist "richtig"? WC-Benützung durch Trans-Menschen
RE: Welche Seite ist "richtig"? WC-Benützung durch Trans-Menschen
Beitrag #161
(13.06.2017, 23:07)Katzenmutti Lydia schrieb: Mir ist es egal, wie die Sache rechtlich gehandhabt wird.
Gehe ungefähr seit meinem Outing letztes Jahr grundsätzlich auf die Damentoilette und hatte dabei nie Probleme.
Manche Cis-Frauen lächeln manchmal wissend, sonst ist alles ganz normal.

Es gab nur eine Begebenheit im April auf dem Weg zu einem Konzert. Hoffe, ich löse damit jetzt keine Debatte über Mirganten aus. Das will ich überhaupt nicht!
Wir mussten Rast bei McDonalds machen, weil ich dringend mal für große Mädchen musste. Bersonders durch meine breite Rockerkutte war mein Passing am dem Tag nicht sehr dolle.
Ich also schnell rein in dieses amerikanische Restaurant und stellte fest, dass es übervoll mit arabisch- und türkischsprechenden Leuten war. Oha!
Ganz ehrlich, ich bin ausnahmsweise aufs Männerklo gehuscht. Hat, glaube, nichts mit Islamophobie zu tun, wenn ich sage: "Sicher ist sicher."
Da hatte ich ein ähnliches Erlebnis, nur dass der Schauplatz eher am anderen Ende der gastronomischen Qualitätsskala lag.

Ich war am frühen Freitagabend vor dem Ausgehen als Tanja in der Bar von Wiener Mariott-Hotel am Parkring. Dort war ich schon einige Male, und ich vermute, dass mich die Hotelsicherheit (mit ihren zahlreichen Kameras und dem einen oder anderen Aufseher) schon irgendwie registriert und als "harmlos" abgelegt hat. Nach einem Cocktail war ich kurz Pipimachen und denke mir: eigentlich könnte ich mir auch die Lippen nachziehen und etwas Duftwasser benützen. Als ich gerade vor dem Spiegel stehe, kommt eine Frau, nein, eine Dame, in die nach ihr benannte Toilette. Offenbar Muslima, vermutlich arabischer Provenienz, Oberkörper, Kopfhaar und Beine streng verhüllt, alles aber mit bestem Stoff und verziert mit einigen teuer aussehenden Schmuckstücken. In ihrem Gefolge zwei Mädchen zwischen geschätzt fünf und zwölf Jahren (noch unverhüllt) und eine Filipina, vermutlich das Kindermädchen.

Die Lady betrachtet mich kurz, identifiziert wohl mein Geburtsgeschlecht, und kriegt große Augen. Und mir fährt ein leichter Schreck in die Knochen. Alptraumkombination: Tivi mit selbstbewusster, weil offenkundig reicher Frau aus anderem (tendenziell schwer queerophobem) Kulturkreis und Mädchen auf der Damentoilette! Was, wenn? Vielleicht macht sie jetzt eine Szene, vielleicht reagieren die Kinder nervös (laufen z.B. hinaus zum Araber-Papa: "Da ist ein Mann auf dem Damenklo, iiiii!"). Ich sehe mich schon von den Sicherheitsleuten aus dem Haus eskortiert und mit Lokalverbot belegt.

Ich bleibe ruhig, lächle und konzentriere mich auf mein Spiegelbild, benutze Lippgloss, spritze mir etwas Parfüm ins Dekolleté, packe alles wieder in meine Handtasche und verlasse die Gefahrenzone. Sie bleibt auch nach außen ruhig, wäscht sich die Hände und schickt derweil ihre Gschrappen zum Pipimachen. Aber mich würde schon interessieren, ob sie ihren Mädchen nachher irgendwas zu meiner Person und Geschlechtsrolle erklären hat müssen.
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: Welche Seite ist "richtig"? WC-Benützung durch Trans-Menschen
Beitrag #162
Da wäre ich auch nervös geworden. Smile
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RE: Welche Seite ist "richtig"? WC-Benützung durch Trans-Menschen
Beitrag #163
Ach, die unendliche Geschichte...

Also wer Angst vor kleinen Kinder hat sollte vielleicht mal zum Therapeuten gehen.
Ehrlich jetzt, wer meint er ist ein Mann und hat auf dem Damenklo nichts zu suchen, macht es aber trotzdem, scheint ja irgendeinen Reiz des Verbotenen zu suchen.

Mir ist es völlig egal, ob da Kinder, islamische Frauen oder sogar nackte auf dem Damenklo rumlaufen. Ich bin auch eine Frau und gehe selbstverständlich aufs Damenklo.
Manchmal bin ich auf Veranstaltungen, da treffe ich beim Toillettengang öfters Frauen, die meinen Hintergrund kennen, aber das interessiert die absolut nicht. Einmal wurde ich sogar nach Tampons gefragt. Ich zuckte mit den Schultern: "Dir ist aber schon klar, dass ich keine Regel habe? Aber ich gucke mal, ob meine Frau welche in der Tasche hat."
Ich bin dann auch los gelaufen, allerdings hat die verkürzte Aussage "Ich brauche einen Tampon!" bei manchen Leuten für Verwirrung oder Kopfkino gesorgt. War halt doof ausgedrückt.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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