Progesteron - niedrig bis hochdosiert
RE: Progesteron - niedrig bis hochdosiert
Beitrag #41
Es sind nicht nur diese "Oberflächlichkeiten" (Hautbild, Fettverteilung), es ist auch zB für den Schutz bzw Bildung von Nerven (auch Synapsen im Gehirn)  im menschlichen Körper wichtig, neben vielen weiteren Prozessen:

http://www.progesteron.de/was-ist-progesteron/
Zitat:Breites Spektrum von Effekten
Die Effekte des Hormons im Körper sind weitaus vielfältiger als noch vor Jahren an­genommen: Progesteron wirkt auf Brust, Knochen, Gefäße, Haut und beeinflusst zahlreiche Stoffwechsel-Parameter. Dies geschieht über in den Zellen dieser Organe nachgewiesene Progesteron-Rezeptoren.
Zusätzlich wirken Progesteron oder daraus entstehende Metaboliten wie Allopregnanolon als Neurosteroide. Die Neurosteroide haben zentrale Effekte, das heißt angstlösende, sedierende und antiepi­leptische Eigenschaf­ten. Darüber hinaus werden derzeit auch neuro­protektive und -regenerative Wirkungen untersucht. Es ist unwahrscheinlich, dass die synthetischen Gestagene dieses breite Spektrum unterschiedlicher Wirkungen imitieren können.
[Bild: attachment.php?aid=825]

Muttersubstanz aller Steroidhormone

Die vielfältigen Effekte des physiologischen Hormons erklären sich nicht zuletzt da­durch, dass Progesteron aus biochemischer Sicht die Muttersubstanz aller Steroid­hormone darstellt. Aus Progesteron werden die Gluko- und Mineralokortikoide ge­bildet – aber auch ein Teil der Androgene, aus denen wiederum Estradiol entsteht.

http://www.progesteron.de/klinische-anwendung/mann/
Zitat:Serumspiegel sinken mit zunehmendem Alter nicht
In den Hoden und der Nebenniere produziert, ist Progesteron beim Mann trotzdem nicht unwichtig: Das Hormon beeinflusst das Immunsystem, die Prostata, das zen­trale und periphere Nervensystem und interagiert mit dem Fettgewebe. Die Serum­spiegel verändern sich mit dem Alter nicht und liegen vergleichbar wie bei post­me­nopausalen Frauen.
...
Zentrale Wirkungen
Im zentralen Nervensystem kommt Progesteron in der Entwicklung, der Kindheit und im Erwachsenenalter eine regulatorische Funktion zu. In den Purkinje-Zellen des Cerebellums synthetisiert, fördert das Hormon die Bildung und Funktion der Synap­sen. Im Tierversuch ist nach Nervenläsionen die verstärkte Neubildung von Myelin­scheiden nach Progesterongabe gezeigt.
...

Wenn man nun eine GaOP bzw Hoden-Entfernung hatte, dann fehlt einem ein Basishormon im Körper, auf welchem viele weitere wichtige Hormone aufbauen (also aus Progesteron gebildet werden):
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/c...enesis.svg schrieb:[Bild: Steroidogenesis.svg]



Am Besten nimmt man auch beim Progesteron ("mikronisiertes" bzw "naturidentisches", vgl 1. Zitat-Grafik) wie schon beim Östrogen ein Präparat über die Haut (Gel oder Creme, Pflaster, Zäpfchen) - wenn man zB kein Progestogel oder Pflaster bekommt sondern nur zB Kapseln (Utrogestan), dann kann man so eine Kapsel leicht einstechen oder aufknipsen und dann den Inhalt auf die Haut auftragen...

ACHTUNG: Dzt absolut KEINE Empfehlung dafür, solange es keine Orchiektomie bzw GaOP gab!


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Der Duft der Dinge ist die Sehnsucht,
die sie in uns nach sich erwecken.
Christian Morgenstern
(1871-1914)
Zitat

RE: Progesteron - niedrig bis hochdosiert
Beitrag #42
Auf der Klinik (AKH Wien) wird Progesteron als Ergänzung zu einer Therapie mit Estradiol als nicht notwendig angesehen. Auf der Vienna Pride, beim Vortrag von Dr. Kaufmann, habe ich die Frage über die Notwendigkeit von Progesteron bei der HET gestellt. Dr. Kaufmann sieht keine Vorteil im Progesteron, feststellbar ist lediglich eine Veränderung des Gewebes, die allerdings nur unter dem Mikroskop sichtbar ist. Deshalb gibt sie Progesteron nur auf Verlangen. Dies ist auch die Meinung meines Gynäkologen, der ebenso ein Kliniker ist.

Auf meine Nachfrage hinauf, dass auch nach Ovarie- und Hysterektomien zusätzlich Progesteron gegeben wird, räumte sie jedoch ein, dass mit Progesteron die Libido gesteigert und daher bei einer HET empfehlenswert sein kann. Vielleicht ändert sich doch noch die Meinung über Progesteron an der Klinik?
Zitat

RE: Progesteron - niedrig bis hochdosiert
Beitrag #43
(25.06.2018, 18:42)Sopherl schrieb: ... dass mit Progesteron die Libido gesteigert und daher bei einer HET empfehlenswert sein kann. Vielleicht ändert sich doch noch die Meinung über Progesteron an der Klinik?

Die Brustkrebs-Prophylaxe würd ich auch nicht außer Acht lassen...

http://www.alexanderroemmler.com/uploads...n_HRT_.pdf
oder als PDF-Anhang:
.pdf   2006_Roemmler__Bohnet._OEstrogen_Progesteron_HRT_.pdf (Größe: 192,41 KB / Downloads: 3)
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(1871-1914)
Zitat

RE: Progesteron - niedrig bis hochdosiert
Beitrag #44
Wieso brustkrebs Prophylaxe? Ich les da nur:

Des  Weiteren  kann  gelten,  dass  natürliches Progesteron im Zusammenwirken  mit  transdermalem  Estrogen
–  im  Vergleich  mit  synthetischen Gestagenen  –  das  Brustkrebs-Risiko nicht erhöht, selbst wenn über einen Zeitraum von rund fünf Jahren sub-
stituiert wird


Undecided
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Zitat

RE: Progesteron - niedrig bis hochdosiert
Beitrag #45
Östrogen + Gestagen = höhere Brustkrebsgefahr als Östrogen alleine;
Östrogen + Progesteron = geringste Gefahr.


Nachtrag:

Hier nochmals weitere von den hier weiter oben bereits verlinkten Info-Seiten des Herstellers Besins (Östrogen- und Progesteron-Gel bzw Kapseln):
http://www.progesteron.de/applikation/tr...ndung-hrt/
Zitat:Gabe von Progesteron über die Haut als HRT

Immer mehr Ärzte und Frauen schwören auf die Anwendung von Progesteron über die Haut zur hormonellen Stabilisierung, auch wenn dies durch Ergebnisse wissenschaftlicher Studien nicht ausreichend abgesichert ist. Transdermale Progesteron-Zubereitungen dürfen nicht zur Endometriumprotektion bei gleichzeitiger Östrogenbehandlung eingesetzt werden, da auch mit vergleichsweise niedrigen Estradiol-Dosierungen (1 mg täglich transdermal als Gel) kein sicherer Gebärmutterschutz zu erzielen ist. Andererseits sind von einer alleinigen Anwendung transdermaler Progesteron-Zubereitungen keine gesundheitlichen Risiken zu erwarten.

Die Anhänger von transdermalem Progesteron

Die Gabe von Progesteron über die Haut wurde von dem US-amerikanischen Arzt John R. Lee propagiert. In seinem Buch „Natürliches Progesteron“ beschreibt Lee zahlreiche positive Wirkungen von Progesteron auf Menopausebeschwerden, Osteoporose, Krebs und Unterleibserkrankungen, wenn die Substanz als Creme über die Haut angewendet wird.
Für den Wiener Frauenarzt Prof. Dr. Johannes Huber ist Progestern das Hormon der Weisheit. Es „schützt das werdende Leben und die Frau, die durch ihren Körper dieses Leben beschützt“. Außer dem Progesteron gebe es kein körpereigenes Kommunikationsmittel, das in gleichzeitig viele und derart komplexe Vorgänge des menschlichen Körpers involviert sei und dabei in den ineinandergreifenden Systemen mühelos seine optimale Wirkung entfaltet. In den Mitochondrien halte Progesteron das Leben dadurch in Schwung, dass es eine permanente Regeneration jener Bestandteile der Zellkraftwerke bewirke, die den Lebensmotor ständig mit Energie versorgen. Nach Huber greift Progesteron in den allgemeinen Gewebeumbau ein, stärkt Schleimhäute, Blase, Beckenboden und Venen. Experimentell abgesichert ist, dass Progesteron die Schutz- und Ernährungsschichten der Nerven schützt und regeneriert und damit neuroprotektiv wirkt.
Die Tradition von John R. Lee wurde in den USA durch Michael E. Platts, einen kalifornischen Arzt, fortgesetzt. In seinem Buch „The Miracle of Bioidentical Hormones“, das auch in Deutsch unter dem Titel „Die Hormonrevolution“ erhältlich ist, wertet er Progesteron als das Haupthormon für Frauen. Viele Beschwerden von Frauen würden durch eine endogene Östrogendominanz entstehen. Eine hormonelle Stabilisierung ist durch Progesteron zu erzielen, wobei die Verabreichung über die Haut ausreichend sei.


Progesterongabe über die Haut – auch in Deutschland aktuell

Auch in Deutschland gibt es Anhänger der transdermalen Progesteron-Therapie. Sie setzen Progesteron-Dermatika, wie zuletzt durch die Münchner Frauenärztin Dr. Hildegard Faust-Albrecht im FRAUENARZT beschrieben, bei gynäkologischen Indikationen wie unregelmäßigen Menstruationen, Follikelpersistenz oder Lutealinsuffizienz ein. Mit transdermalen Progesteron-Zubereitungen wird einer Östrogendominanz durch Übergewicht oder Belastung mit Xeno-Östrogenen begegnet. Durch die sehr individuell und für die Frau selbst steuerbare Progesteron-Anwendung über die Haut sei der Erfolg auf seelischer, körperlicher und Stoffwechsel-Ebene beachtlich und dabei frei von Nebenwirkungen.

Transdermales Progesteron – Ergebnisse wissenschaftlicher Studien

Allerdings kamen wissenschaftliche Studien zu dem Ergebnis, dass mit transdermalen Zubereitungen zwar eine gewisse Progesteron-Verfügbarkeit gegeben ist, aber auch nach Applikation hoher Dosen therapeutische Progesteron-Blutspiegel nicht oder nicht sicher erreicht werden...
Hervorhebungen/[Ergänzungen] durch mich.

http://www.progesteron.de/wp-content/upl...endium.pdf (2013)
Zitat:Übersicht über die empfohlenen Dosierungen von mikronisiertem Progesteron

1. Hormonsubstitution während und nach der Menopause

  • Zyklisch (sequentiell)
  1. Orale Verabreichung: 200 – 300 mg (Tag 15 bis Tag 28) 12 – 14 Tage/Monat
  2. Vaginale [transdermale] Verabreichung: Im Fall von Schläfrigkeit oder Schwindel gleiche Dosierung wie bei oraler Applikation
  • Kontinuierlich
  1. Orale Verabreichung: 100 mg
  2. Vaginale [transdermale] Verabreichung: [100 mg]

...
Trans-Frauen können selbstverständlich keine endogene Östrogendominanz haben, aber eine ähnliche exogener Natur bzw gleiche/selbe Symptome wie es Cis-Frauen haben können, wenn Östrogen substituiert wird, jedoch tw/ganz Progesteron fehlt; Das muss selbstverständlich nicht bei jeder Cis- und Trans-Frau so sein!

Leider gibts für Trans-Frauen überhaupt keine Studien, auch bei Cis-Frauen gibts nur wenig; Da es in der Natur einer Firma liegt, ihre Produkte an den Mensch zu bringen, gibts da wohl eher positive Infos aus dieser Richtung; Allerdings gibts einige Mediziner, die aus ihrer Praxis mit Progesteron anwendenden Frauen, entsprechende Erfahrungswerte beisteuern können (Lee/Platt, Huber, Faust-Albrecht).

Somit könnte sich eine Trans-Frau, vor allem jene mit einer Orchiektomie bzw GAOP, an den Empfehlungen für eine Cis-Frau mit Hormonsubstitution während und nach der Menopause orientieren; Egal ob man nun zyklisch (an einigen Tagen im Monat, jedoch höher dosiert) oder kontinuierlich (täglich - ev auch nur alle zwei bis drei Tage -, geringer dosiert) ausprobiert bzw bevorzugt, es scheinen die Vorteile zu überwiegen - so man es überhaupt verträgt, das kommt Anscheins auch vor, dann sollte man es lieber bleiben lassen.

Für eine kontinuierliche (nicht zyklische) transdermale Anwendung würde ich meiner Erfahrung nach mit den zuvor zitierten Tipp für zyklische transdermale Anwendung gleichsetzen, also täglich 100mg auf eine gut durchblutete Hautstelle auftragen (ich lasse oft einen Tag aus, also alle zwei Tage statt täglich); Ich steche eine 100mg-Kapsel Utrogestan mit einer großen Nadel oder Nagelfeilenspitze an und drücke den Inhalt direkt auf die Haut aus, vereibe es einige wenige Sekunden; Danach trage ich darüber meine Dosis Estro-Gel auf; Abends ist eher sinnvoll als morgens oder mittags...
Der Duft der Dinge ist die Sehnsucht,
die sie in uns nach sich erwecken.
Christian Morgenstern
(1871-1914)
Zitat

RE: Progesteron - niedrig bis hochdosiert
Beitrag #46
Ah das hat mehr als eine Seite.. da gehts unten noch weiter.
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