Was wissen/denken TV/CD etc pp über das Leben mit Transidentität (bzw TS)?
RE: Was wissen/denken TV/CD etc pp über das Leben mit Transidentität (bzw TS)?
Beitrag #31
was soll eigentlich dieser quatsch??ich dachte immer:nur ts (oder wie dingsbumms auch immer) wissn wie ts ticken!?oder wie jetzt?hach!ich bin transer als trans!naemlich trans-ident.bin ich nicht toll?so eine krankheit moechte doch jeder.  Big Grin
wer da nicht an ***laengenvergleich denken muss...pervers.
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RE: Was wissen/denken TV/CD etc pp über das Leben mit Transidentität (bzw TS)?
Beitrag #32
(21.07.2016, 14:09)Eva_Tg schrieb: Nun, starten wir doch mal einen kleinen Feldversuch.

Was wissen andere Menschen, die nicht unter die Diagnose F64.0 fallen, über den Alltag von uns Betroffenen? [hier gekürzt]
Mein Verstand weiß eine ganze Menge davon. Ich co-moderiere dieses Forum, also lese ich so ziemlich alles, manches genau, manches etwas flüchtiger, was hier geschrieben wird. Dieses Forum ist sicher kein exaktes Abbild der Welt der Gender-Transidenten, aber es liefert ganz gute Anhaltspunkte oder Momentaufnahmen.

Den "Alltag von uns Betroffenen", gibt's den überhaupt? Hängt der Alltag nicht mehr von Faktoren wie Arbeit, Partner/innen/beziehungen, Freund/inn/en, Verwandten, Hobbys ab als vom Faktor Gender-Transidentität?

Emotional berühre ich wohl bestenfalls die Oberfläche. Das ist meiner Meinung nach aber immer und bei allen Menschen so. Ich glaube nicht so wirklich an das Konzept der Empathie. Ich kann die Gefühle anderer Menschen nicht mit- oder nachempfinden, bestenfalls rational verstehen, reflektieren oder in einen Ursache-Wirkung-Konnex stellen. Auch eine Gender-Transidente kann die Gefühle anderer Gender-Transidenten bestenfalls reflektieren ("Ah, das kenne ich auch!").
- 3 x geimpft und sehr gut drauf! Wave   -
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RE: Was wissen/denken TV/CD etc pp über das Leben mit Transidentität (bzw TS)?
Beitrag #33
(25.07.2016, 22:22)Mike-Tanja schrieb:
(21.07.2016, 14:09)Eva_Tg schrieb: Nun, starten wir doch mal einen kleinen Feldversuch.

Was wissen andere Menschen, die nicht unter die Diagnose F64.0 fallen, über den Alltag von uns Betroffenen? [hier gekürzt]
Mein Verstand weiß eine ganze Menge davon. Ich co-moderiere dieses Forum, also lese ich so ziemlich alles, manches genau, manches etwas flüchtiger, was hier geschrieben wird. Dieses Forum ist sicher kein exaktes Abbild der Welt der Gender-Transidenten, aber es liefert ganz gute Anhaltspunkte oder Momentaufnahmen.

Den "Alltag von uns Betroffenen", gibt's den überhaupt? Hängt der Alltag nicht mehr von Faktoren wie Arbeit, Partner/innen/beziehungen, Freund/inn/en, Verwandten, Hobbys ab als vom Faktor Gender-Transidentität?


Nun, ich meinte auch nicht den Archetypischen Alltag einer Betroffenen. Meinte die Alltage der Betroffenen. Ich möchte mir ein Bild von dem Wissensstand machen und das ist bis jetzt sehr durchwachsen. Außer einer Menge Ressentiments habe ich bis jetzt wenig Substanz gefunden.
Ich sehe hier auch deutliche Paralellen zum Verhalten von Cis-Menschen.

Interessant finde ich es auch, dass oft unterstellt wird, der Alltag würde sich aufs "Frausein" reduzieren. Diese Unterstellung, ob nun bewußt oder unbewußt formuliert, blendet diese anderen Faktoren aus.
Vielleicht könnte man auch fragen, was glauben andere wie normal ein Leben mit Transidentität ist, mal sehen, wie dann die Antworten lauten.

Anderseits, was dein Verstand offenbar noch nicht verfasst hat, trotz dieser ganzen Einblicke, ist die extenzielle Bedeutung der Transidentität für das Leben. Das heißt ganz einfach, unabhängig von den oben genannten Faktoren, wird die Transidentität immer eine gewisse Rolle im Alltag spielen. Wie groß die ist, hängt freiliich vom Individum ab. Das können 50% sein, oder 30% oder 1%.

Du magst es gerne rational, logisch und objektiv. Dann habe ich für deinen Verstand eine kleine Rechenaufgabe: Ich habe heute meine neue Rentenversicherungsnummer bekommen, wie groß war heute die Rolle meiner Transidentität?

(25.07.2016, 22:22)Mike-Tanja schrieb: Emotional berühre ich wohl bestenfalls die Oberfläche. Das ist meiner Meinung nach aber immer und bei allen Menschen so. Ich glaube nicht so wirklich an das Konzept der Empathie. Ich kann die Gefühle anderer Menschen nicht mit- oder nachempfinden, bestenfalls rational verstehen, reflektieren oder in einen Ursache-Wirkung-Konnex stellen. Auch eine Gender-Transidente kann die Gefühle anderer Gender-Transidenten bestenfalls reflektieren ("Ah, das kenne ich auch!").


Hm, das ist sehr traurig, Empathie ist ein zu tiefst menschliche Eigenschaft. Wer sich nicht in andere hineinversetzen kann, der wird immer im Nachteil sein.
Außerdem funktioniert es in beide Richtungen, man kann andere auch spüren lassen, was man fühlt, ohne umständliche Erklärungen.
Ich habe mich lange damit beschäftigt, weil ich in der Vergangenheit auch keinen Zugang dazu hatte. Kein Wunder, wenn man selbst nicht will, dass andere einen Zugang zu einem bekommen, dann wird man immer außen vor sein. Und sich 20 Jahre mit dem eigenen Geschlecht abzuärgern, fördert das bestimmt nicht. Aber seit meinem Outing und meiner Transition habe ich einen Zugang zu anderen Menschen und das macht das Leben angenehmer und einfacher.

Ich glaube auch nicht, dass andere bestenfalls nur reflektieren können. Wie ich bereits erwähnte läuft Emphatie in zwei Richtungen. Ich weiß z.B., dass in meinen forensischen Gutachten über mich steht: "Sie wirkt als Persönlichkeit stimmig und authentisch, die Betroffenheit im Zusammenhang mit ihrer Transidentität ist emotional spürbar, sie ist in ihren Mitteilungen glaubhaft."
Ich gehe jedenfalls nicht davon aus, dass ein Psychologe so eine Aussage/Schlussfolgerung leichtfertig niederschreibt, sondern sich der Bedeutung der Worte bewußt ist.

Wir können das Thema Empathie und Transidentität gerne vertiefen, aber ich kann mir vorstellen, das vielen das zu unangenehm ist.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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