Altersgrenze für Umwandlung
RE: Altersgrenze für Umwandlung
Beitrag #11
Hi Alexandra. Es ist nie zuspät. Ich bin auch 44 und kann nur eines sagen: Es lohnt sich. Es kann nie zuspät sein wenn man versucht, seine Lebensqualität zu verbessern.
Für immer Böhse. 

Zitat

RE: Altersgrenze für Umwandlung
Beitrag #12
(26.10.2018, 22:25)Falling Snow schrieb: bei mir schrillen sämtliche alarmglocken, wenn ein geschlechtliches selbstverständnis dem körper angepaßt wird anstatt umgekehrt...
Passend auch hier im Thread (und nicht nur im abgetrennten @G&G-Ecke):
(28.10.2018, 10:15)Bonita schrieb: ...
(27.10.2018, 23:48)Falling Snow schrieb: ...nicht die hülle ist es, die mein geschlecht bestimmt, sondern mein selbstverständnis. nix anderes wurde damit gesagt...
Korrektur: Dein Gender (soziales Geschlecht) ist nicht von Deiner Hülle abhängig, Dein (körperliches) Geschlecht (oder "Sexus") definiert jedoch Deine eher weibliche oder eher männliche Hülle, mit der Du dann eben Dein Gender ausleben kannst (oder nicht, weil mensch sich nicht traut - bzw weil mensch das noch nicht anpassen lassen konnte)...
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
Zitat

RE: Altersgrenze für Umwandlung
Beitrag #13
Hi Alexandra!
Also zu spät ist es nie. Viele trans Personen kommen erst spät drauf. Ich wusste lange nicht wie ich das einordnen sollte was ich empfunden habe. Und es ist für einige auch eher auf einer hormonellen Ebene, aber auch nicht für alle. Wichtig ist dass du dich wohl fühlst! Frau bist du sowieso, wenn du das sagst, Punkt. Es ist aber auch verständlich dass du zaghaft bist mit dem Begriff, aber wenn es für dich passt, es ist nicht deine Schuld dass du bei der Geburt evt. fälschlich als Mann bezeichnet wurdest, bzw sollte das eh aufhören dass wir auf Kinder ein Geschlecht draufdrücken.
Am besten zu schaust wie sich die Hormontherapie für dich anfühlt, und dann kannst du natürlich wenn du willst auch eine Orchiektomie und Vulvoplastie etc machen, aber Frau bist du auch so!
Ich wünsche dir alles beste!

(28.10.2018, 10:43)Bonita schrieb: Korrektur: Dein Gender (soziales Geschlecht) ist nicht von Deiner Hülle abhängig, Dein (körperliches) Geschlecht (oder "Sexus") definiert jedoch Deine eher weibliche oder eher männliche Hülle, mit der Du dann eben Dein Gender ausleben kannst (oder nicht, weil mensch sich nicht traut - bzw weil mensch das noch nicht anpassen lassen konnte)...

Ich würde jedenfalls Menschen ihr Verständnis von Identität und Körper immer selbst überlassen.
Die binäre Idee von "biologischem Geschlecht" ist ja eine ziemliche Vereinfachung, aber noch ärger ist der Fokus auf Genitalien, wenn es um Definitionen von "Weiblichkeit" oder "Männlichkeit" geht.
Das ist jedenfalls eine individuelle Sache, und ich würde die "Hüllen" anderer Menschen nicht als weiblich oder männlich bezeichnen. Penis oder Vulva sind nicht männlich oder weiblich.. Ganz viele trans Männer machen gar keine OP, und natürlich auch viele trans Frauen. Und viele dieser leben ihre Geschlechtsidentität ja sehr glücklich aus.

Das ist einfach bei allen Personen evt. verschieden, wie die Personen das beschreiben.
ZB einerseits sehe ich meinen Körper auch nicht dualistisch als Hülle, sondern als ziemlich verwobenen Teil und meine Gedanken und so sind ja auch Erzeugnisse des Körpers bzw des Gehirns was ja Teil des Körpers ist.
Und bei mir ists so dass für mich die Hormone die größte Rolle spielen, da diese ja auch auf den gesamten Körper wirken und überall spürbar sind. Ich mach Hormontherapie aber nicht um mein Gender auszuleben, sondern damit sich mein Körper wohl fühlt (ich find das "Subconscious Sex" Modell von Julia Serano sehr naheliegend). Orchiectomie hat bei mir auch hauptsächlich hormonelle Gründe, und Vulvoplastie einfach weil es besser ist für nicht-penetrativen Sex und wenn schon Orchi dann gleich Vulvoplastie.. Aber wegen meiner Genderidentät mach ich das nicht.
Also ja das ist einfach sehr individuell. : )
Zitat

RE: Altersgrenze für Umwandlung
Beitrag #14
(29.10.2018, 21:20)mondkatze schrieb: Ich würde jedenfalls Menschen ihr Verständnis von Identität und Körper immer selbst überlassen.

Ja, die sollten sogar ein eigenes Verständnis entwickeln ("dürfen").

Zitat:ich würde die "Hüllen" anderer Menschen nicht als weiblich oder männlich bezeichnen.

Hast recht. Das ist eine dieser vermeintlichen Vereinfachungen, zu denen man sich hinreißen läßt, auch wenn es eigentlich nix taugt.

Zitat:Ganz viele trans Männer machen gar keine OP, und natürlich auch viele trans Frauen. Und viele dieser leben ihre Geschlechtsidentität ja sehr glücklich aus.

Sehr richtig Sigh

Zitat:Und bei mir ists so dass für mich die Hormone die größte Rolle spielen, da diese ja auch auf den gesamten Körper wirken und überall spürbar sind. Ich mach Hormontherapie aber nicht um mein Gender auszuleben, sondern damit sich mein Körper wohl fühlt (ich find das "Subconscious Sex" Modell von Julia Serano sehr naheliegend). Orchiectomie hat bei mir auch hauptsächlich hormonelle Gründe, und Vulvoplastie einfach weil es besser ist für nicht-penetrativen Sex und wenn schon Orchi dann gleich Vulvoplastie.. Aber wegen meiner Genderidentät mach ich das nicht.
Also ja das ist einfach sehr individuell. : )

Liest sich, als hättest Du Dir schon reichlich Gedanken gemacht Smile

(Ach so, äh... Ich muß um Nachsicht bitten, daß ich mich nicht persönlicher dazu äußern kann. Die HET spielte in meinem damaligen Erleben keine so dramatische Rolle, und viele der später eröffneten Lebensmöglichkeiten hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm Sad)
Προσποιοῦμαι παίζειν [Bild: heulende-smilies-0003.gif] [Bild: religioese-smilies-0005.gif]
Zitat

RE: Altersgrenze für Umwandlung
Beitrag #15
... mühsam ernährt sich das Eichhörnchen... Rolleyes

Dass mensch Menschen ihre körperliche UND soziale Geschlechtlichkeit selbst überlassen muss - ist keine Frage, es war (zumindest meinerseits) nie die Rede von entweder oder.

Dass sich nicht jede/r TS operieren lassen und/oder Hormontherapie machen will oder kann - ebenso keine Frage, ist aber die Ausname der Regel.

Wenn über eher weibliche oder eher männliche Körperlichkeit (aka Sexus) gesprochen wird, dann SCHLIESST das selbstverständlich NICHT die eher weibliche oder eher männliche oder eher beides beinhaltende oder eher abwechselnde oder eher nichts von alledem vorkommende Seite vom sozialen Geschlecht (aka Gender) AUS.

Im Gegenteil: Körperliches und soziales Geschlecht - manchmal sehr individuell aka TG - bedingt einander.
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
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RE: Altersgrenze für Umwandlung
Beitrag #16
Liebe Alexandra,
falls Du überhaupt noch hier mitliest, das
(29.10.2018, 21:20)mondkatze schrieb: ... Also zu spät ist es nie. Viele trans Personen kommen erst spät drauf. Ich wusste lange nicht wie ich das einordnen sollte was ich empfunden habe...
kann ich nur bestätigen! Im Streitthread von mir eingebracht aber grade hier auch passend:
(30.10.2018, 06:42)Bonita schrieb: Ich hab mal eine 70jährige TS kennen gelernt, die das erst mit diesem Alter "durchgezogen" hat - von A bis Z - inkl Zufriedenheit (mit Glücksmomenten); Der sah und hörte man den transsexuellen Hintergrund übrigens nicht an ("ohne Gewähr", das ist ja leider sehr individuell)...
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
Zitat

RE: Altersgrenze für Umwandlung
Beitrag #17
Ich denke die Altersgrenze ist auch eine sehr individuelle. Mir war immer klar, dass ich über mich schon sehr früh Bescheid wusste - aber aus den unterschiedlichsten Gründen (die hier keinen Platz haben müssen und sollen) alles verdrängt, unterdrückt oder falsch interpretiert habe.

Erst am Samstag meinte eine Kollegin mit der ich 2006 - also 1 Jahr vor meinem ersten Anlauf - zusammenarbeitete, sie glaubte immer, ich sei homosexuell, da sie mir meine Männlichkeit nicht abkaufte. Sie erkannte sie als eine von einigen anderen nie als "echt" an.

Im Frühling 2017 konzentrierten sich plötzlich Gedanken, Ängste, Befürchtungen aus den letzten Jahren zu einer regelrechten Torschlußpanik. Plötzlich war ich ü40 - nicht mehr 20 oder Anfang 30 wie bei meiner ersten Therapie. Was war passiert? Und ich tat alles um noch vor 44 (fix und vierzig? hihi) alles hinter mich zu bekommen.

Ich sehe noch sehr gut aus, hab eine tolle Figur und kleide mich auch entsprechend körperbetont. Ich bin nicht oberflächlich was andere betrifft - aber das ist auch meine Eigenwahrnehmung - ich hätte das vor 2 Jahren nie über mich als Mann gesagt!!!!

Und ich wäre wohl auch nie älter geworden, denn vorher hätte ich mich umgebracht, wenn ich nicht endlich die Feigheit abgestreift hätte und diesen Weg gegangen wäre!
BD Bondage & Discipline
DS Dominance & Submission
SM Sadism & Masochism

I love it, i love him and i live it... Heart2

Zitat

RE: Altersgrenze für Umwandlung
Beitrag #18
Manchmal denke ich heute noch, ich war damals kurz vor Ende. Definitiv kein schöner Gedanke, aber sowas vergißt man nicht Sad Genau deswegen kann ich aber wirklich erleichtert sein, daß es so schnell zu einem "Ende mit Schrecken" kam. Wirklich besser alleine, als mit einem Haufen Spinner unter einem Dach. Ich hatte später noch Momente, wo ich fürchtete, gleich kommt jemand in mein Zimmer geplatzt und mault mich an Sad

Das mit einer "Altersgrenze" ist für mich ja nur hypothetisch, aber manchmal denke ich schon, mein Allgemeinzustand ist für mein Alter ziemlich schlecht, und mir würde vor jedweder OP grauen.

Vielleicht könnte ja für manche Leute doch Serrano's Idee eines sex embodiment ganz gut funktionieren. Gegen das "Unterbewußte" habe ich wahrscheinlich ähnliche Vorbehalte wie die, an die sie selbst dachte.

Wohlgefühlt habe ich mich in bestimmten Momenten, aber nicht "mein Körper", und auch leider nicht als andauernder Zustand. Vor dem größten Teil meiner Transitionszeit graut mir wirklich, aber das liegt nicht an der Transition, sondern an meinem Leben, das ohnehin da gerade etwas schwierig war. Davor konnte das natürlich schon sehr wohl etwas sein, das ich mit meinem cultural body anstellte, z.B. Frisur oder Klamotten, weil das jeweils eine Bedeutung hatte. Spätere Erfahrungen kann ich mit solchen Mitteln nicht beschreiben. Da ging es eher um mich selbst in einem umfassenderen Sinne. So ohne weiteres ist das für andere wohl kaum nachvollziehbar.
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