outside the gender binary - Genderqueer, bigender (englisch)
RE: outside the gender binary - Genderqueer, bigender (englisch)
Beitrag #61
Mach was immer dich glücklich macht, ich bin gespannt wie du die Hormontherapie bekommen willst.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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RE: outside the gender binary - Genderqueer, bigender (englisch)
Beitrag #62
nun, die läuft bereits.
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RE: outside the gender binary - Genderqueer, bigender (englisch)
Beitrag #63
(10.07.2012, 11:04)versuchsanordnung schrieb: @ mike-tanja: ich hätte da mal ne rechtsphilosophische frage:
einerseits gilt ja der grundsatz, dass mann und frau vor dem gesetz gleich zu behandeln sind. demnach müsste das geschlecht dem staat gegenüber ja wurscht sein. ich rede jetzt nich von gesellschaftlichen themen, wie ungleiche bezahlung, gläserne decke, pensionsantrittsalter etc.pp., sondern rein vom verhältnis einzelner mensch <=> staat. ob ich jetzt ein mann oder ne frau bin macht für den staat im grunde genommen keinen unterschied. wehrpflicht hab ich erfüllt, steuerpflichtig bin ich sowieso...
die frage die sich mir aufdrängt: warum ist es dem staat so unglaublich wichtig, ob und in welcher schublade ich stecke? wie wird da argumentiert? wovon wird die geschlechtszuschreibung abgeleitet und wie wird sie begründet? [hier gekürzt]

Tja, das ist wohl weniger Rechtsphilosophie als Rechtsgeschichte, Rechtsdogmatik und Rechtspolitik.

Zum einen haben wir die Statistik, die nicht umsonst die selbe Anfangssilbe wie "Staat" hat. Das Wissen über Zahl, Wohnort und Eigenschaften der Regierten ist ein Grundelement für jede Herrschaftsausübung (aber auch jeder Planung und jeder Mittelallokation). Aus dem polizeilichen Eck kommt regelmäßig der Einwand, dass das Geschlecht ein wesentlicher Identifikator zur Identitätsbestimmung eines Menschen ist (das klassische polizeiliche "Nationale", etwa im EKIS, besteht aus den Namen, dem Geburtsdatum, Geburtsort, Geschlecht und der Staatsangehörigkeit eines Menschen, eventuell noch den Vornamen der Eltern, bei Übereinstimmung dieser Daten bei Überprüfung gilt die Identität eines Menschen als sicher festgestellt, steht also fest, dass diesem Menschen bestimmte Vorstrafen oder sonstige polizeiliche Vormerkungen zuzuordnen sind). Würde man das Geschlecht weglassen, käme sicher die Forderung nach Ersatz durch einen biometrischen Identifikator (Fingerabdruck, DNA-Sequenz, u.ä.) oder eine (weltweit) unveränderliche Personenkennzahl. Diese Option ließe manche Schlapphüte vor Entzücken jodeln, ist aber wegen der zu erwartenden Bröseln bei flächiger Einführung (das hieße: Scanner in jedem Streifenwagen und bei jeder Kontrollstelle) b.a.w. politisch noch keine Option.

Jede positiv-rechtliche Trennung der Menschheit in Männer und Frauen wurzelt aber wohl im Familienrecht, beginnend bei der Ehe. Da diesen Vertrag bei uns und in den meisten Weltgegenden nur ein Mann und eine Frau aktiv schließen können, muss der Standesbeamte (oder Pfarrer, Friedensrichter, etc.) überall, wo das galt und gilt, prüfen, ob die Ehefähigkeit des Paares gegeben ist. Aus dieser Paarung ergeben sich (essenzielle Sache in Zeiten vor der Möglichkeit biologisch-genetischer Abstammungsnachweise!) Abstammungsvermutungen für Kinder, etc. Früher war das (Erbfolge bei Herrscherdynastien und vermögenden Clans) sehr wichtig, wie man weiß.

Und nicht zuletzt wird man sich auch mit den Feministinnen streiten müssen, wenn man "Frau" zu einer rein sozialen Kategorie machen möchte. Ohne amtlich sicher festgestelltes Geschlecht gäbe es wohl auch keine positive Diskriminierung (Quotenregelungen, ungleiches Pensionsalter u. dgl.). Man stelle sich vor, das Geschlecht wäre da stets eine im Einzelfall zu prüfende (Streit-) Frage!

Wehrpflicht wurde schon erwähnt, ist mittelfristig aber wohl kein akutes Problem. Ohne Registergeschlecht, keine Stellung/Musterung, so eine solche nicht auf alle Menschen erstreckt würde.
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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