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Normale Version: Woher weiß mann es?
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Also ich hab schon seit mehreren Monaten ein Problem... ich weiß mittlerweile nicht mehr ganz ob ich eigentlich weiblich oder männlich bin. Ich habe bisher immer gedacht dass ich einfach nicht das typische Mädchen bin, bis ich mitbekommen habe das dass nicht unbedingt der Fall sein muss.

Ich laufe im Sommer in dicken schwarzen hoodies rum und möglichst weite Hosen auch noch dazu. (Meine Mutter hat mir schon zum Kauf einer Burka geraten damit ich mich besser mumifizieren kann) Seit ich mir meine eigen Sachen kaufe trage ich eigentlich immer Herren Kleidung, vllt bin ich einfach nur die Kampflesbe von neben an. Ich sehe gelegentlich wie ein 15 jähriger aus, und wenn ich mal "verwechselt" freu ich mich da drüber. Ich weiß immer noch nicht ob das nicht einfach daran liegt ob gesellschaftlich alles "männliche" toll und das "weibliche" schlecht gemacht wird. Ich würde mich irgendwie immer noch bei den Männern einordnen.

Meine jetzige Freundin hat mich darauf angesprochen, und da trifft einiges auf mich zu wobei ich mich immer wieder frage kann jemand 19 Jahre nicht mitbekommen das er in der falschen Abteilung gelandet ist? Gibt's da spät Zünder? Als Kind war bei mir garnix ich bin eben im Sportunterricht immer auf der Bank von den Jungs gesessen und wie ein anderer Lehrer mal gefragt hat warum ich da sitze war die Antwort aus dem Hintergrund : Die ist eh wie ein Junge die sitzt immer da!

IrgendwannAwar einfach alles scheiße vor allem ich aber mir ist nie ein Grund eingefallen wenn man mich gefragt hat. Aber woher weiß man Es? Ich denke rede seit meiner ersten Regel daran mich sterilisieren zu lassen, damaliger Gedanke mit 13 "Ich will das nicht, ich brauch das nicht kann ich das zurück geben" meine Brüste und mich verbindet eine art Hassliebe, ich hab nie besonders ausstehen können, obwohl ich nie gewusst habe was daran mich stört. Irgendwann habe ich dann angenommen das sie für unsere Breitengrade einfach zu klein sind (A). Mit Push up bin ich mir nur noch komischer vorgekommen. Und wenn ich früher ein Kleid oder ähnliches anziehen musste ist mir als erster verglich immer der mit einer Drag-Queen gekommen.
Ich kann mir meine weitere Zukunft als Typ eher vorstellen, an dem Punkt kann ich mir so keine vorstellen...

Falls hier jemand meinen verworrerenen Gedanken bis zum Schluss folgen konnte, kann mir wer sagen woher man weiß das man trans ist?
(14.09.2018, 16:37)Anonym_mit_Alk schrieb: [ -> ]wobei ich mich immer wieder frage kann jemand 19 Jahre nicht mitbekommen das er in der falschen Abteilung gelandet ist? Gibt's da spät Zünder?

Naja was heist Spätzünder, klar gibt es dass, schau dich mal um, gibt genug die erst mit 40 Jahren sehen was wirklich in Ihnen ist, ich denke am Alter kann man das weniger festmachen.
Meine Vermutungen sind dass man entweder genug Zeit hat um über sich intensiv nachzudenken und so herrauszufinden wie man Fühlt (bei den meisten wird das wohl trotzdem CiS sein) oder durch ein oder mehrere Ereignisse die dir das Thema nahebringen bzw dich aufwachen lassen.

Ehrlich, ich hätte nie kapiert was mit mir ist, wieso ich so komisch fühle, mich der Kleidung und dem Lebensstil von Frauen so nahegezogen fühle, hätte meine Freundin damals nicht aus Neugierde die Transgender-Dokus gesehen. Dadurch bin ich erst darauf gekommen, habe es mir angesehen und mich wiedegefunden.

Deine Frage ist woher man es weiß, die Antwort ist: Geh in dich, was willst du? Was macht dich Glücklich. Jemand anderes wird dir das nicht beantworten können. Wenn du sagst du fühlst dich in der Kleidung von Männern wohler als in der Damenkleidung, du dich dem männl. Geschlecht zugehörig fühlst, ist das doch schon ein anreiz. Das wichtigste ist jedoch wenn du dir selbst schon sagst "Ich will ein Mann werden, das ist mein Traum." ist doch bereits alles gesagt, oder?

Sortiere deine Gedanken, probier dich aus, nur du kannst es für dich herausfinden. - hoffe ich konnte dir damit etwas helfen Smile
(14.09.2018, 16:37)Anonym_mit_Alk schrieb: [ -> ]...kann mir wer sagen woher man weiß das man trans ist?

"Trans" ist doch kein eigenständiges Adjektiv. Sonst müsste es ja beispielsweise "der transe Mann" heißen.

"Trans" ist ein Präfix, also eine Vorsilbe.

Was meinst du genau?

Transgender/Transidentität beschreibt das dauerhafte oder vorübergehende Zugehörigkeitsgefühl zu sozialen Geschlechtern (Gender) und den damit verbundenen Erwartungen.

Transsexualität dagegen bedeutet, dass Körpermerkmale nicht zum eigenen Geschlecht (Sexus) passen.
Transsexualität im eigentlichen Sinn ist nicht zu verwechseln mit der psychopathologisierenden Diagnose.

Woher weiß man jetzt, was auf Einen zutrifft? Zum Einen muss man erstmal wissen, was was ist, deshalb habe ich es hier genauer differenziert.

Zum Anderen muss man sich selbst eingestehen können, was genau eigentlich los ist. Manche schaffen das ihr Leben lang nicht.

(14.09.2018, 16:37)Anonym_mit_Alk schrieb: [ -> ]Ich denke rede seit meiner ersten Regel daran mich sterilisieren zu lassen, damaliger Gedanke mit 13 "Ich will das nicht, ich brauch das nicht kann ich das zurück geben" meine Brüste und mich verbindet eine art Hassliebe.

Könnte es daran liegen, dass Körpermerkmale von dir nicht zu deinem eigentlichen Geschlecht passen und du deswegen darunter leidest? Ich weiß es nicht, aber du ganz sicher. Wenn nicht jetzt, dann bestimmt irgendwann. Wink
Erstmal Favorite-lich willkommen im Forum! Smile

Ich denke, man weiß es erstens, wenn man kritisch auf seine Vergangenheit zurückblickt und dort Verhaltensweisen wiederfindet, die überhaupt nicht dem Geburtsgeschlecht entsprechen, bzw. sich an negative Gefühle erinnert, die man hatte, als man in jene hineingezwängt wurde und zweitens wenn man sich sicher ist, in Zukunft auf keinen Fall im jetzigen Körper weiterleben zu können und zu wollen. Gut, ich spreche da jetzt explizit aus meiner Erfahrung, aber soweit ich das beurteilen kann, deckt sich diese sehr mit denen anderer Transgender-Menschen.

Bei mir war es um 2014-2015, als ich mich mit dem Thema auseinanderzusetzen begonnen habe, im Sommer 2016 war ich dann schließlich an einem Punkt angelangt, wo ich einfach nicht mehr anders konnte, als meine Transition endlich in Angriff zu nehmen. Zu dem Zeitpunkt war mir absolut klar, was dieser Schritt für mein Leben bedeuten und dass es für mich dann kein Zurück mehr geben würde - etwas, das auch dir absolut klar sein muss. Die Fragen, die du dir jetzt stellen solltest, lauten: "Will ich wirklich den Rest meines Lebens als Mann verbringen - mit allen Vor- und Nachteilen, sowie Konsequenzen der geschlechtsangleichenden Hormontherapie - und kann ich als Frau definitiv nicht mehr weiterleben?" Die Antworten, die du dir selbst geben sollst, sollten absolut ehrlich sein, ohne lang zu überlegen. Wenn du dabei ins Zweifeln kommst, dann bist du möglicherweise noch nicht so weit, aber keine Panik, ein Schritt nach dem anderen - ich war 26, als ich gestartet bin.

Etwas, das dir vielleicht noch weiterhelfen könnte, ist ausgiebig mit befreundeten Männern über ihr Leben zu quatschen, damit du ein möglichst realistisches Bild davon bekommst, was es bedeutet, ein Mann zu sein; aber glaube mir bitte eins, es ist nicht alles Gold, was glänzt und das liegt nicht zwangsläufig an der Gesellschaft, in der wir leben! Viele Transgender sehen leider vor ihrer Transition das Leben im anderen Geschlecht durch die rosarote Brille und erleben dann ein böses Erwachen, wenn sie am eigenen Leib erfahren, wie dieses Leben dann wirklich ist, darum bemühe dich bitte, so viel wie möglich über deine etwaige Zukunft als Trans-Mann einzuholen und mit dir selbst vereinbaren zu können.

Auf jeden Fall alles Gute dir!
Irina
(14.09.2018, 20:48)Ирина schrieb: [ -> ]Ich denke, man weiß es erstens, wenn man kritisch auf seine Vergangenheit zurückblickt und dort Verhaltensweisen wiederfindet, die überhaupt nicht dem Geburtsgeschlecht entsprechen, bzw. sich an negative Gefühle erinnert, die man hatte, als man in jene hineingezwängt wurde ...

Was soll denn "Geburtsgeschlecht" bedeuten? Meinst du damit das Geschlecht oder das Label, das man fremdbestimmt bei der Geburt bekommen hat?

Und wie kommst du darauf, dass Verhaltensweisen irgendetwas mit Geschlecht zu tun hätten? Huh 
Wobei es selbstverständlich immer unangenehm ist, wenn man zu Verhaltensweisen gedrängt wird, die man nicht selbst vertreten kann.
Das betrifft aber alle Bereiche des täglichen Lebens, nicht nur den Genderbereich, den du wahrscheinlich meinst.


(14.09.2018, 20:48)Ирина schrieb: [ -> ]...ausgiebig mit befreundeten Männern über ihr Leben zu quatschen...
...so viel wie möglich über deine etwaige Zukunft als Trans-Mann einzuholen...

Irgendwie ziemlich uncool zwischen Männern und Männern zu unterscheiden und sie verschieden zu labeln.
Wie wäre es zusätzlich zu "Trans-Mann" noch mit "Inter-Mann", "Dick-Mann", "Dünn-Mann", "Muskel-Mann"...? 

Ups, sorry. Jetzt habe ich doch tatsächlich wieder einen spontanen Sarkasmus bekommen. Eek
Kein Mensch kann wirklich wissen, dass er oder sie eigentlich das andere Geschlecht ist. Das ist deswegen nicht möglich, weil niemand wirklich sagen kann, wie jemand anderer (oder das andere Geschlecht) fühlt. Was man aber für sich sagen kann ist, dass man sich mit seinem "geborenen" Geschlecht unwohl fühlt. Wenn du dich also ständig als "Frau" unwohl fühlst und lieber ein "Mann" wärst, wirst du sehr wahrscheinlich trans sein.
Ich würde sagen,du weißt es, wenn es immer wieder kommt das Thema. Dein Unterbewusstsein es immer wieder hochschiebt.

Ich hätte den Gedanken keine Frau (früher Mädchen) zu sein schon oft. Mal als ich bin keine Frau, dann eher als ich bin ein Mann. Habe Auch immer männliche Bezeichnungen genutzt für mich (Schüler, Stufen usw.) Auch über Personenstandsänderung und Geschlechtsangleichung habe ich bereits mehrfach mich informiert. Aber immer wieder aus Angt und Unsicherheit weggeschoben. Aber es kam immer wieder. Damit hören die Zweifel irgendwann auf. (Letzer Satz gilt zumindest für mich, aber warum sollte es bei anderen nicht ähnlich sein)

Was du über Kleider schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich bin mir mit Kleid und Schminke immer verkleidet vorgekommen ;-)
(14.09.2018, 21:10)Katzenmutti Lydia schrieb: [ -> ]Was soll denn "Geburtsgeschlecht" bedeuten? Meinst du damit das Geschlecht oder das Label, das man fremdbestimmt bei der Geburt bekommen hat?
Dass die Bedeutung dieses Wortes in Zusammenhang mit dem Kontext, in dem ich es geschrieben habe, für dich nicht nachvollziehbar ist, glaube ich kaum. Du bist eindeutig auf Streit aus, sei ehrlich Smile

(14.09.2018, 21:10)Katzenmutti Lydia schrieb: [ -> ]Und wie kommst du darauf, dass Verhaltensweisen irgendetwas mit Geschlecht zu tun hätten? Huh
Weil es sowas wie Erziehung, Nachahmung und Erwartungshaltungen gibt, die sich bis heute am Geschlecht orientieren.

(14.09.2018, 21:10)Katzenmutti Lydia schrieb: [ -> ]Irgendwie ziemlich uncool zwischen Männern und Männern zu unterscheiden und sie verschieden zu labeln.
Wie wäre es zusätzlich zu "Trans-Mann" noch mit "Inter-Mann", "Dick-Mann", "Dünn-Mann", "Muskel-Mann"...? 

Ups, sorry. Jetzt habe ich doch tatsächlich wieder einen spontanen Sarkasmus bekommen. Eek
Irgendwie auch ganz schön uncool, Leute mit spontanen sarkastischen Korinthenkackanfällen zu verunsichern, die gerade dabei sind, eine weitreichende Lebensentscheidung zu treffen, findest du nicht?
Bevor ihr euch gleich Aufspießt und in Königsmund an der Mauer hängt, keif ich mal fix ein Tongue

Ich muss Ирина teils recht geben. Verhaltensweisen spielen eine wichtige Rolle, zumindest sehe auch ich das so. Ich habe alle meine Männlichen Verhaltensweisen abgekupfert von anderen Personen. Kein Witz, habe mich normal immer mit dem kleinen Finger gekratzt, mir fiel irgendwann auf dass das hauptsächlich Frauen in meinem Umkreis taten, dann sah ich Sebastian der mit der kompletten Hand drüber geschrubbt ist - zack übernommen. All solche kleinen Dinge habe ich abgekupfert und übernommen von anderen Männern um möglichst Männlich zu wirken, weil ich zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht wusste dass es Transgender etc. gibt, ich nicht gemobbt oder ausgestoßen werden wollte und mich demnach meiner Rolle als "Mann" fügte. Dabei spielt das Verhalten wie ich finde eine große Rolle.

Blödes Beispiel aber einen schwulen Mann wirst du vermutlich eher an seinem Verhalten erkennen als an seinem Aussehen.

Und jetzt bitte nicht weiter aufspießen, die Mauer ist doch schon rammelvoll Tongue
(14.09.2018, 21:57)Ирина schrieb: [ -> ]Dass die Bedeutung dieses Wortes in Zusammenhang mit dem Kontext, in dem ich es geschrieben habe, für dich nicht nachvollziehbar ist, glaube ich kaum. Du bist eindeutig auf Streit aus, sei ehrlich Smile

Das Wort "Geburtsgeschlecht" ist schlicht Bullshit. Ich bin ganz sicher nicht auf Streit aus. Du hast lediglich Dinge geschrieben, die hinterfragt werden müssen.

Ich lasse mir nicht unterstellen, dass ich auf Streit aus bin, nur weil jemand etwas nicht kapiert oder kapieren möchte.

(14.09.2018, 21:57)Ирина schrieb: [ -> ]Irgendwie auch ganz schön uncool, Leute mit spontanen sarkastischen Korinthenkackanfällen zu verunsichern, die gerade dabei sind, eine weitreichende Lebensentscheidung zu treffen, findest du nicht?

Gegen fremdbestimmende und diskriminierende Äußerungen anzugehen, ist keine Korinthenkackerei. Wer verunsichert denn? Leute, die aufklären oder Leute, die Bullshit unreflektiert nachplappern?

(14.09.2018, 22:03)Katherine schrieb: [ -> ]Blödes Beispiel aber einen schwulen Mann wirst du vermutlich eher an seinem Verhalten erkennen als an seinem Aussehen.

Das glaubt die österreichische Asylbehörde leider auch. Ich zumindest erkenne Narren an ihrem Gang. Das reicht auch.
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