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Welche Unisex-Namen gefallen euch? - Druckversion

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RE: Welche Unisex-Namen gefallen euch? - Mike-Tanja - 10.06.2015

(10.06.2015, 17:16)danichi schrieb:
(07.06.2015, 20:27)Mike-Tanja schrieb: Andrea ist übrigens bi-gender, da es im Italienischen (auch/eher) ein Männername ist, ebenso wie Gabriele (rein weibliche Variante des Engelsnamens Gabriel: Gabriela)
Würde ich nicht sagen. Man sollte da klar trennen, da Sprach- und Kulturunterschiede ja Fakt sind. "Andrea" ist hier im deutschen Raum weiblich und im italienischen Raum männlich. Genauso, wie "Kim" nicht einfach "Kim" ist.. in Korea ist das ja, wie bereits erwähnt, nicht einmal ein Vorname. ^^

Eine solide linguistische Analyse, der maßgebende standesamtliche Gebrauch in den Ländern deutscher Sprache besagt aber anscheinend, dass "Andrea" ein für beide Geschlechter zulässiger Vorname ist. Tongue



RE: Welche Unisex-Namen gefallen euch? - danichi - 11.06.2015

(10.06.2015, 22:32)Mike-Tanja schrieb: Eine solide linguistische Analyse, der maßgebende standesamtliche Gebrauch in den Ländern deutscher Sprache besagt aber anscheinend, dass "Andrea" ein für beide Geschlechter zulässiger Vorname ist. Tongue[/color][/size][/font]
Ja, die kennen sich wohl selber nicht aus. Smile


RE: Welche Unisex-Namen gefallen euch? - Elisabeth I. - 12.06.2015

(10.06.2015, 17:16)danichi schrieb:
(07.06.2015, 20:27)Mike-Tanja schrieb: Andrea ist übrigens bi-gender, da es im Italienischen (auch/eher) ein Männername ist, ebenso wie Gabriele (rein weibliche Variante des Engelsnamens Gabriel: Gabriela)
[...]
(10.06.2015, 22:32)Mike-Tanja schrieb:
[...], der maßgebende standesamtliche Gebrauch in den Ländern deutscher Sprache besagt aber anscheinend, dass "Andrea" ein für beide Geschlechter zulässiger Vorname ist. Tongue

Andrea ist btw im deutsprachigen Raum ein Frauenname, im italienischen Gebrauch jedoch - mW ausschließlich - ein Männername.

Wie es in den anderen deutschsprachigen Ländern gehandhabt wird, ist mir grad nicht geläufig.

Aber, um es zu konkretisieren, sieht die Regelung hierzulande in der anzuwendenden Reihenfolge so aus:
  1. Dass der erste Vorname geschlechtsspezifisch sein muss bzw. aus "staatlicher Kulanz" geschlechtsneutral sein darf, setze ich als hinlänglich bekannt voraus.
  2. Die Regelung sieht weiters vor, dass der/die gewünschten Vorname/n gebräuchlich sein muss/müssen und nicht dem Wohl des Kindes abträglich sein darf/dürfen.
  3. Die Gebräuchlichkeit beschränkt sich nicht nur auf Österreich bzw. den deutschsprachigen Raum, sondern auf Gebräuchlichkeit irgendwo in der Welt.
  4. Ob ein Name gebräuchlich ist, finden die StandesbeamtInnen im gegebenen Fall heraus
    1. über Veröffentlichungen der Statistik Austria,
    2. über bekannte, von den Standesämtern präferierte Vornamenslisten
    3. aus dem Internet.
  5. Findet der/die Standebeamte/in selbst keinen Nachweis, haben die Eltern des Kindes (in unserem Fall: der/die NÄ-Antragsteller/in) die Nachweispflicht.
Gelingt der Nachweis von Amts wegen oder von den Eltern (der/die NÄ-Antragsteller/in), ist der Vorname bzw. sind die Vornamen einzutragen.

Um es mit den Worten aus dem Skriptum zur Standesamtsprüfung, Ausgabe 01/2014, Seite 21, zu formulieren:
Zitat:Im übrigen ist die Geschlechtsbezogenheit eines Vornamens nach seiner Gebräuchlichkeit als Vorname für das jeweilige Geschlecht zu beurteilen.

Bei der Beurteilung der Gebräuchlichkeit eines Vornamens darf nicht auf das Inland allein abgestellt werden. Die zur Vornamensgebung berechtigten Personen können daher dem Kind auch Vornamen geben, die nur im Ausland gebräuchlich sind. Als Hilfsmittel zur Beurteilung der Gebräuchlichkeit von Vornamen im Inland werden von der Statistik Austria Verzeichnisse der im Inland gegebenen Vornamen veröffentlicht[sup]42[/sup]. Zur Beurteilung der Gebräuchlichkeit von Vornamen im Ausland sind im Zweifel geeignete Nachschlagebehelfe bzw. eine Bestätigung der Vertretung des betreffenden Landes heranzuziehen.
(Anm.: Hervorhebung im Original.)

In diesem Sinne ist - um beim angeführten Beispiel zu bleiben - Andrea zulässig
  • sowohl für ein Mädchen und einen Transmann ohne PÄ (weil im deutschsprachigen Raum Andrea ein gebräuchlicher weiblicher Vorname),
  • als auch für einen Buben und eine Transfrau ohne PÄ (weil im Italienischen ein gebräuchlicher männlicher Vorname).

Ein interessanter Artikel findet sich übrigens in den Salzburger Nachrichten, 08.09.2014:
Iris Burtscher: Edelweiß oder Cloud: Kaum Grenzen bei Vornamen.