Bitte um eure Einschätzung.
Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #1
Hallo Leute!

Ich bin anatomisch M, 34 Jahre und hatte noch nie in meinem Leben eine Freundin oder einen Freund. Der Grund ist meine Transsexuallität die es nie zuließ, dass ich mich mit meiner Männlichkeit identifiziere.

Ich strebe eine Geschlechtsanpassung an. Also mit Hormontherapie, Operation, Namensänderung usw. Das komplette Programm halt.

Meine Entscheidung hierfür habe ich genau überlegt und bin mir über sämtliche Riskiken und Folgen bewusst. Nur der Leidensdruck ist einfach schon zu gross und es ist die einzige Möglichkeit für mich, nach Jahrzehnten Kompensation endlich glücklich zu werden.

Meinen Alltagstest und mein Outing habe ich schon seit 2 Jahren hinter mir.

Das heisst ich lebe schon seit ca. 2 Jahren als Frau (auch in der Arbeit) und meine Familie und Freunde wissen auch schon alle Bescheid.

Jetzt mache ich Nägel mit Köpfen und habe deshalb am 7.1.2013 meinen ersten Termin im Krankenhaus.

Ich wollte euch deshalb fragen wie ich mich bei diesen ersten Termin verhalten soll? Auf welche Fragen muss ich mich einstellen und welches Erscheidnungsbild ist hier angebracht?

Werden mir die 2 Jahre, die ich schon als Frau lebe angerechnet oder muss ich noch ein Jahr Zeit vergeuden?

Danke für eure Hilfe.
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #2
hallo !

ich habe auch lange zeit als frau gelebt, und mich erst relativ spät um behördenkram gekümmert - war nicht so wichtig.

es gibt dazu selbstverständlich keine regelungen, aber wenn du schon 2 jahre als frau gelebt hast, hat der psychologe wohl weniger zukunftsfragen mit dir zu reflektieren, da er ja nicht über eine potentielle möglichkeit des als frau lebens spricht, sondern nur mehr über den ist zustand zu reden braucht.

ohne vorgreifen zu wollen würde ich daher sagen, dass aufgrund des geringer nötigen abklärungsbedarfs das auch schneller gehen sollte.

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zum thema noch nie partnerschaftliche nähe empfunden zu haben:

* man kann eine beziehung auch ohne sex z.b. nur mit petting führen - sex ist hoffentlich nicht der einzige grund eine beziehung zu führen
* das wesentliche geschlechtsorgan sitzt zwischen den ohren und nicht zwischen den beinen. die durch den geburtsfehler etwas zu gross geratene klitoris (=penis) ist nicht die einzige erogene zone am körper
* wenn du vor der op keine positive einstellung zu sexualität finden kannst, ist es auch nach der op nicht leicht eine solche zu finden.
schliesslich ist es auch nach der op dein körper, der nur umgeformt wurde. wenn du vorher eine negative einstellung zu deinem körper hast, sind es nachher trotzdem die gleichen (verhassten) teile, die eben anders angeordnet sind - aber immer noch dein körper.
ich würde den hass eher auf die tatsache des "geburtsfehlers" richten, aber versuchen meinen körper als solchen nicht zu hassen. du hats nur den einen, und er kann nur "passend" gemacht werden, aber nicht "ausgetauscht" werden
* ich will mit diesem text nichts gegen eine op sagen, und schon keinesfalls gegen eine HRT (die ist richtig wichtig), aber vorab trotzdem etwas auszuprobieren, um nicht nur über "Theoretisches" nachzudenken ist sicher nicht verkehrt

lg maria
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #3
(02.12.2012, 21:25)supernova schrieb: Hallo Leute!

Ich bin anatomisch M, 34 Jahre und hatte noch nie in meinem Leben eine Freundin oder einen Freund. Der Grund ist meine Transsexuallität die es nie zuließ, dass ich mich mit meiner Männlichkeit identifiziere.

Ich strebe eine Geschlechtsanpassung an. Also mit Hormontherapie, Operation, Namensänderung usw. Das komplette Programm halt.

Meine Entscheidung hierfür habe ich genau überlegt und bin mir über sämtliche Riskiken und Folgen bewusst. Nur der Leidensdruck ist einfach schon zu gross und es ist die einzige Möglichkeit für mich, nach Jahrzehnten Kompensation endlich glücklich zu werden.

Meinen Alltagstest und mein Outing habe ich schon seit 2 Jahren hinter mir.

Das heisst ich lebe schon seit ca. 2 Jahren als Frau (auch in der Arbeit) und meine Familie und Freunde wissen auch schon alle Bescheid.

Jetzt mache ich Nägel mit Köpfen und habe deshalb am 7.1.2013 meinen ersten Termin im Krankenhaus.

Ich wollte euch deshalb fragen wie ich mich bei diesen ersten Termin verhalten soll? Auf welche Fragen muss ich mich einstellen und welches Erscheidnungsbild ist hier angebracht?

Werden mir die 2 Jahre, die ich schon als Frau lebe angerechnet oder muss ich noch ein Jahr Zeit vergeuden?

Leider sehe ich aus deinem Profil nicht, woher du kommst! Ich gehe aber von Österreich aus.

Personenstandsänderung - PÄ
: Wenn Du bereits weitgehend sozial als Frau integriert bist, geht es für die Personenstandsbehörde (= Standesamt) hauptsächlich darum, einen Nachweis aktenkundig zu machen, dass dein Rollenwechsel Mann --> Frau dauerhaft sein wird. Dazu wird eine Äußerung einer/eines Sachverständigen aus dem "Psycho"-Fach (Psychologie, Psychiatrie, Psychotherapie) benötigt. In Wien wird man dich wahrscheinlich nach Antragsstellung dazu auffordern, ein Befundgespräch mit einer Amtssachverständigen zu führen, wenn du nicht selber entsprechende Gutachten vorlegen kannst.

Ich würde sagen, dass das mit deiner Vorarbeit eine Kleinigkeit sein sollte! Kannst Du dazu noch nachweisen, dass du in medizinischer Behandlung stehst (--> HRT), dann erfüllst Du eigentlich rechtlich alle Kriterien für eine Personenstandsänderung.

Termin im Krankenhaus - HRT: Ich nehme an, dabei geht es um die "Freigabe" für die Hormontherapie. Für den Arzt gelten da keine Gesetze sondern wissenschaftliche Standards, Empfehlungen und Kunstregeln, allgemein auch SOC (standards of care) genannt. Eine Übersicht findest du etwa auf der Website von TransX. Üblich ist Psychotherapie vor der Hormonfreigabe.

Bei was für einem Arzt hast du denn einen Termin im Krankenhaus? Einfach hingehen, sich natürlich und ruhig benehmen, Alltagskleidung.
- 3 x geimpft und sehr gut drauf! Wave   -
WWW
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #4
Danke für eure Antworten!

Ja ich komme aus Österreich. Aus Klagenfurt um genau zu sein und meinen Termin am 7.1 habe ich auch in Klagefnurt.
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #5
(03.12.2012, 21:35)supernova schrieb: Danke für eure Antworten!

Ja ich komme aus Österreich. Aus Klagenfurt um genau zu sein und meinen Termin am 7.1 habe ich auch in Klagefnurt.

Na dann ein herzliches Hallo von mir hihi
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #6
Ich hab momentan ein ähnliches Problem mit der HRT. Bei einem Telefonat mit Frau Mag. Conny Kunert kam heraus, daß ich, da ich ja bereits geoutet als Frau lebe, doch keine Psychotherapie bräuchte. Alles Quatsch, war der Tenor des Gesprächs. Nun habe ich am 4.2.2013 einen Termin bei Frau Dr. Kaufmann im AKH zwecks Hormonstatusbestimmung und einleitender Untersuchung und Gesprächs für eine HRT. Brauche ich nun unbedingt ein psychologisches Gutachten für die HRT oder brauche ich das nur für die Kostenübernahme durch die Kassa? Und wer macht mir bis Anfang Februar ein solches Gutachten?

Als total Ahnungslose im Medizindschungel (ich kenne Krankenhäuser und auch Arztpraxen nur von außen bzw. das AKH vom täglichen Durchgang, weil ich an der MUW arbeite), die immer topfit war, steh ich echt da wie der Chinese am Prater.

LG
Julia
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #7
hallo,
ich würde montags oder mittwochs vormittags am akh anrufen, und mich mit dr ulrike kaufmann telefonisch verbinden lassen - das kann funktionieren.
besser als hier herumzurätseln, ist info aus erster hand Smile
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #8
Mit Frau Dr. Kaufmann hatte ich heute morgen ja schon direkt telefoniert und aus diesem Telefonat stammt auch die Info mit dem nötigen Gutachten. Smile

LG
Julia
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #9
Fakt ist, dass die KK eine Kostenübernahme ohne entsprechende Gutachten ablehnen.

Mehr dazu gerne auf Anfrage im Trans-Austria-Forum.
Zitat

RE: Bitte um eure Einschätzung.
Beitrag #10
Weiß jemand von wann bis wann Frau Dr. Kaufmann erreichbar ist?

Ich habe auch schon beide Gutachten (psychologisches und psychiatrisches), allerdings weiß ich nicht, ob das schon ausreicht?

Muss nicht auch mein Therapeut ein Gutachten oder etwas in dieser Art austellen? Er meinte er wird das erst Ende Januar machen (das wäre dann ein Jahr Therapie) weil ich so noch zuwenig Stunden habe. Ich war zwar alle zwei Wochen bei der Therapie aber scheinbar ist das noch zu wenig, jedoch hab ich nicht 400 Euro alleine für die Therapie.

Irgendwie blicke ich da nicht mehr durch, mag mir jemand richtige Infos geben? Sad
Zitat



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