Kostenübernahme einer GaOP im Ausland durch die SVA?
RE: Kostenübernahme einer GaOP im Ausland durch die SVA?
Beitrag #21
(27.05.2013, 07:28)iris_evenstar schrieb:
(27.05.2013, 07:17)Yuna schrieb: Ja bei der SVA. Es geht aber um die GKK.
Denngenau diese übernimmt die Kosten einer Auslands-OP gar nicht
Eigentlich geht es in diesem Thread ja um die SVA, aber trotzdem: Das stimmt nicht. Die Situation bei den GKK ist genau dieselbe! Eine OP im Ausland erfordert eine Bewilligung und wird nur unter der Voraussetzung genehmigt, dass eine solche im Inland nicht möglich ist. Hier ein Auszug von der Webpage der WGKK:

"Wollen Sie eine geplante Behandlung in einem ausländischen Krankenhaus durchführen lassen, weil eine gleichwertige Behandlung in Österreich nicht oder nicht zeitgerecht möglich ist, so setzen Sie sich vor Inanspruchnahme dieser Leistung mit der WGKK Leistungsabteilung – Fachgruppe Leistungserbringung, 1100 Wien, Wienerbergstraße 15–19, in Verbindung.
Was genau das Problem ist. Die GKK wird dir in jedem Fall sagen "geh zum Angel, der kann das auch".
Ziel ist eine GA OP - und die macht er.
Es wurde einmal groß gesagt, dass es keine bessere OP als die vom Dr. Angel gibt, deshalb zahlt die GKK auch nicht mehr als ne OP beim Dr. Angel (im Prinzip zahlt sie ja gar nichts, das wird vom BUdget abgezogen).

Das Ziel ist jetzt natürlich die GKK vom Gegenteil zu beweisen, dass es weitaus bessere, modernere Methoden gibt.

Aber eines musst du mir glauben, nur weil man einen Antrag einreichen kann wird er noch lange nicht bewilligt.
Als Beispiel meine Antiandrogene. Kosten 60€ mehr als ein anderes MEdikament, niemand wollte das Rezept bewilligen. Erst nach stundenlangen Streitereien und Telefonaten mit dem AKH haben sie eine "Ausnahme" gemacht.
Man kann sich also gut vorstellen, wie oft so eine Auslands-OP bewilligt wird.

Mir geht es um freie Ärztewahl und Kostenübernahme auch im Ausland, ohne dass sich jede TS nochmal mit der GKK streiten muss. Ich bin überzeugt davon, dass nicht jeder Mensch diese Ausdauer hat.
Zitat

RE: Kostenübernahme einer GaOP im Ausland durch die SVA?
Beitrag #22
(27.05.2013, 09:00)Yuna schrieb: Was genau das Problem ist. Die GKK wird dir in jedem Fall sagen "geh zum Angel, der kann das auch".
Ziel ist eine GA OP - und die macht er. [hier gekürzt]

Das juristische Problem dabei ist: es gibt (ausjudiziert) keinen Anspruch auf Gesundheitsleistungen, die rein "ästhetischen" Problemen gewidmet sind. D.h. es gibt zwar Anspruch auf die Korrektur entstellender Narben und Verletzungen, aber dort, wo sich andere Menschen nicht nachgerade mit Grausen abwenden, endet die Leistungspflicht der Krankenversicherungsträger.

Jede soziale Krankenversicherung wird also argumentieren: Bei der gaOP geht es nur um die (Wieder-) Herstellung körperlicher Funktionen - das kann sie kaum bestreiten, da es ohne gaOP für eine Transfrau keinen vaginalen, sprich "normalen" Hetero-Sex gibt -, Anspruch auf eine ästhetisch perfektionierte Neovagina von den besten Operateuren (Dr. Sch***, Dr. S***) besteht aber nicht.

Also müsste man beweisen, dass die in Österreich praktizierten OP-Techniken regelrecht überholt sind, nicht mehr dem Stand der medizinischen Wissenschaft und der chirurgischen Kunst entsprechen. Das wird nicht einfach sein! Ich weiß ja selbst nicht, was objektiv stimmt. Auch keine Betroffene weiß das, weil niemand zwei gaOP-Methoden "ausprobieren" und vergleichen kann! Ich glaube also nicht, dass sich z.B. derzeit ein/e Gerichtssachverständige/r - solche Leute sind notorisch vorsichtig, weil sie nicht eines strafbaren Falschgutachtens bezichtigt werden möchten! - finden ließe, die/den man zu dieser klaren Aussage bewegen könnte. Auf was könnte die/der sich auch stützen? Gibt es z.B. empirische wissenschaftliche Studien über die Zufriedenheit von Transfrauen mit den Ergebnissen verschiedener gaOP-Methoden, die eine eindeutige Sprache sprechen? Gibt es entsprechende Studien zur Verteilung der Häufigkeit und Gefährlichkeit von Operationsrisiken und Komplikationen? Huh
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
WWW
Zitat

RE: Kostenübernahme einer GaOP im Ausland durch die SVA?
Beitrag #23
(27.05.2013, 09:00)Yuna schrieb: Das Ziel ist jetzt natürlich die GKK vom Gegenteil zu beweisen, dass es weitaus bessere, modernere Methoden gibt.
[...]
Mir geht es um freie Ärztewahl und Kostenübernahme auch im Ausland, ohne dass sich jede TS nochmal mit der GKK streiten muss. Ich bin überzeugt davon, dass nicht jeder Mensch diese Ausdauer hat.

Was ich damit sagen wollte, ist, dass die Situation bei der SVA und der GKK theoretisch genau dieselbe ist. In der Praxis gibt es Gerüchte, dass die SVA solchen Bewilligungen gegenüber ein wenig offener ist.

Wenn ich das richtig verstehe, willst du die GKK auf einer ALLGEMEINEN Ebene davon überzeugen, dass es im Ausland bessere OP-Methoden gibt, bevor du noch deinen speziellen Antrag auf Kostenübernahme einreichst.

Ich bezweifle irgendwie, dass das funktioniert. Sicher kann uns da Mike-Tanja als Rechtsexpertin genaueres dazu sagen? Ich jedenfalls bin davon überzeugt, dass die Argumentation im konkreten Einzelfall erfolgen muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Krankenkassen sonst auch nur einen Finger rühren. Ich werde daher zunächst besagten Antrag einreichen, und ganz genau - bezogen auf meine Situation - argumentieren bzw. argumentieren lassen, natürlich auch unter Angabe des Operateurs, der die vorzuziehende OP-Technik anbieten kann. Schließlich werde ich ja auch eine Stellungnahme von Dr. Schaff zu meiner konkreten Situation und zu den Vorteilen und verminderten Risiken seine Methode mitsenden.
*** Bitte keine Anfragen mehr bezüglich OP-Bilder von Dr. Schaff. Ich versende diese schon lange nicht mehr. Vielen Dank! ***
Zitat

RE: Kostenübernahme einer GaOP im Ausland durch die SVA?
Beitrag #24
(27.05.2013, 09:55)Mike-Tanja schrieb: Jede soziale Krankenversicherung wird also argumentieren: Bei der gaOP geht es nur um die (Wieder-) Herstellung körperlicher Funktionen - das kann sie kaum bestreiten, da es ohne gaOP für eine Transfrau keinen vaginalen, sprich "normalen" Hetero-Sex gibt -, Anspruch auf eine ästhetisch perfektionierte Neovagina von den besten Operateuren (Dr. Sch***, Dr. S***) besteht aber nicht.

Ich denke, die Argumentation muss überhaupt nicht auf einer Ebene des subjektiven Empfindens erfolgen. Denn was bei dieser Frage immer wieder verkannt wird, ist, dass es hier überhaupt nicht um Ästhetik geht (obwohl die auch besser ist), sondern es gibt klare funktionale, physische und objektiv beurteilbare Vorteile von Dr. Schaff's Methode (auf die werde ich im entsprechenden Thread noch näher eingehen, aber hier nur kurz: kein Zug/Spannung, unter der die Penishaut wie bei der PI steht; keine Störung der Durchblutung und Nervenfunktion wie bei der PI; mangelnde erzielbare Scheidentiefe bei der PI; keine Möglichkeit eines Prolaps der Neovagina wie bei der PI; Funktionale Vorteile wie Lubrifikation; weitaus geringere Komplikationsraten).
*** Bitte keine Anfragen mehr bezüglich OP-Bilder von Dr. Schaff. Ich versende diese schon lange nicht mehr. Vielen Dank! ***
Zitat

RE: Kostenübernahme einer GaOP im Ausland durch die SVA?
Beitrag #25
(27.05.2013, 10:06)iris_evenstar schrieb:
(27.05.2013, 09:00)Yuna schrieb: Das Ziel ist jetzt natürlich die GKK vom Gegenteil zu beweisen, dass es weitaus bessere, modernere Methoden gibt.
[...]
Mir geht es um freie Ärztewahl und Kostenübernahme auch im Ausland, ohne dass sich jede TS nochmal mit der GKK streiten muss. Ich bin überzeugt davon, dass nicht jeder Mensch diese Ausdauer hat.
Wenn ich das richtig verstehe, willst du die GKK auf einer ALLGEMEINEN Ebene davon überzeugen, dass es im Ausland bessere OP-Methoden gibt, bevor du noch deinen speziellen Antrag auf Kostenübernahme einreichst.

Genau das, wer wagt der nicht gewinnt. Smile

Zu den Vorteilen noch bringt Dr. Schaffs Version sicher ein weitaus besseres Sexualleben mit sich. Und ja, das ist ein wirklich wichtiger Punkt, der eigentlich auch ausschlaggebend sein könnte. Ob man selbst wirklich Sex haben mag oder nicht, spielt dabei keine Rolle Smile
Zitat

RE: Kostenübernahme einer GaOP im Ausland durch die SVA?
Beitrag #26
(27.05.2013, 10:14)iris_evenstar schrieb:
(27.05.2013, 09:55)Mike-Tanja schrieb: Jede soziale Krankenversicherung wird also argumentieren: Bei der gaOP geht es nur um die (Wieder-) Herstellung körperlicher Funktionen - das kann sie kaum bestreiten, da es ohne gaOP für eine Transfrau keinen vaginalen, sprich "normalen" Hetero-Sex gibt -, Anspruch auf eine ästhetisch perfektionierte Neovagina von den besten Operateuren (Dr. Sch***, Dr. S***) besteht aber nicht.

Ich denke, die Argumentation muss überhaupt nicht auf einer Ebene des subjektiven Empfindens erfolgen. Denn was bei dieser Frage immer wieder verkannt wird, ist, dass es hier überhaupt nicht um Ästhetik geht (obwohl die auch besser ist), sondern es gibt klare funktionale, physische und objektiv beurteilbare Vorteile von Dr. Schaff's Methode (auf die werde ich im entsprechenden Thread noch näher eingehen, aber hier nur kurz: kein Zug/Spannung, unter der die Penishaut wie bei der PI steht; keine Störung der Durchblutung und Nervenfunktion wie bei der PI; mangelnde erzielbare Scheidentiefe bei der PI; keine Möglichkeit eines Prolaps der Neovagina wie bei der PI; Funktionale Vorteile wie Lubrifikation; weitaus geringere Komplikationsraten).

Du hast Recht, das wäre sicher genau die richtige Argumentationslinie.

Was man aber bräuchte, das wären (möglichst mehrere) unabhängige, aussagekräftige wissenschaftliche Studien, die die Vorteile der Schaff-Technik im Vergleich mit der penilen Inversion deutlich unterstreichen. Solange im Streitfall ein Gerichtssachverständiger nicht in sein Gutachten schreiben kann: "Wie mehrere, jüngst in renommierten Fachpublikationen (hier Zitate aus "The Lancet", "NEJM", "Int.J.Surg" & Co einfügen) erschienene Studien belegen, ist die gaOP-Methode nach Dr. Schaff der Methode der penilen Inversion in jeder hier relevanten Hinsicht überlegen und daher als maßgebender Stand der Wissenschaft und der chirurgischen Kunst anzusehen", wird die Sache zur Wackelpartie.
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: Kostenübernahme einer GaOP im Ausland durch die SVA?
Beitrag #27
(27.05.2013, 12:46)Mike-Tanja schrieb: Was man aber bräuchte, das wären (möglichst mehrere) unabhängige, aussagekräftige wissenschaftliche Studien, die die Vorteile der Schaff-Technik im Vergleich mit der penilen Inversion deutlich unterstreichen.

Das sehe ich auch so. Laut Dr. Schaff sind solche Studien auch im Moment im Laufen. Ich bin dafür eben leider zu früh dran, daher kann ich der Kasse nur alles an Argumenten und ärztlichen Meinungen bringen, das ich eben im Moment zur Verfügung habe und mehr oder weniger auf ein wenig guten Willen hoffen.
*** Bitte keine Anfragen mehr bezüglich OP-Bilder von Dr. Schaff. Ich versende diese schon lange nicht mehr. Vielen Dank! ***
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