TS & Sorgerecht
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Beitrag #1
Hallo,

ich bin mit einer CIS-Frau verheiratet und lebe seit 8 Jahren gemeinsam mit ihrem (unserem) mittlerweile 13jährigen Sohn, der allerdings einen anderen leiblichen Vater hat, der mir gegenüber immer schon sehr kritisch war. Es besteht gemeinsame Obsorge.

Würde ich mit einem Outing als TS riskieren, dass er ihr bzgl. Sorgerecht Schwierigkeiten machen könnte, z.B. weil er den Umgang mit einer Transsexuellen nicht unterstützt?

Vielleicht weiß ja jemand hier etwas darüber...

lg a
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RE: TS & Sorgerecht
Beitrag #2
(14.08.2014, 16:39)ambivalent schrieb: Hallo,

ich bin mit einer CIS-Frau verheiratet und lebe seit 8 Jahren gemeinsam mit ihrem (unserem) mittlerweile 13jährigen Sohn, der allerdings einen anderen leiblichen Vater hat, der mir gegenüber immer schon sehr kritisch war. Es besteht gemeinsame Obsorge.

Würde ich mit einem Outing als TS riskieren, dass er ihr bzgl. Sorgerecht Schwierigkeiten machen könnte, z.B. weil er den Umgang mit einer Transsexuellen nicht unterstützt?

Vielleicht weiß ja jemand hier etwas darüber...

Ich gehe einmal davon aus, dass wir über Familienverhältnisse dialogisieren, die nach österreichischem Recht zu beurteilen wären, oder?

Mir ist kein Fall bekannt, in dem so etwas durchgestritten und ausjudiziert worden wäre.

Rein aus dem juristischen Bauchgefühl heraus würde ich sagen, dass der Vater des Buben mit der Behauptung, das Zusammenleben mit einer Transfrau gefährde das Kindeswohl (§ 138 ABGB), nicht durchkommen würde, das heißt keine alleinige Obsorge durchsetzen könnte.

Mit einem Versuch (bzw. mit Fragen der Jugendwohlfahrtsbehörde - dort vernadern ist der "billigste" und risikofreiste Ansatz Confused) müsstet ihr aber schon rechnen.

Heißt "Outing" hier eigentlich Coming-out vor dem Kind (und dem Rest der Welt) oder vor Mutter und Kind? Weil wenn die Mutter damit ein Problem hätte....Undecided
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: TS & Sorgerecht
Beitrag #3
ja, es geht um österreichisches recht.

meine frau weiß (als einzige) bescheid. ich will nur die beziehung zwischen dem kind und uns/ihr nicht gefährden.

lg a
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RE: TS & Sorgerecht
Beitrag #4
weiß hier keine ein "nein, mach dir keine sorgen"?
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RE: TS & Sorgerecht
Beitrag #5
Ich bin keine Juristin und meine Ex-Frau hat mich und meinen Sohn immer fair behandelt. Ich weiß nur, dass in diesem Staat vieles nicht den Gesetzen entsprechend praktiziert wird.
Also am Jugendamt z.B., bekommt eine Mutter andere Auskünfte, als der Vater. Habe ich selbst erlebt, als es um die Alimiente ging und ich einmal mit weiblicher und einmal mit männlicher Stimme angerufen habe.

Wenn es wirklich hat auf hart geht, dann hängt das doch alles vom Verfahrensleiter ab. Egal, ob das jetzt am Jugendamt oder vor Gericht ist. Außerdem können auch noch Gutachter hinzugezogen werden und die haben meist keine wirkliche Ahnung, weil eben keine echten Fachleute, sondern irgendwelche Psychologen/Psychiater, und schreiben ihre Gutachten, wie man noch im vorigen Jahrhundert diese Dinge gesehen hat. Gar das sie nicht glauben, dass das eine ansteckende Krankheit wäre. Ja, es gibt auch Ausnahmen und in so einem Fall, müsste man sich bemühen diese zu engagieren.

Jetzt die harten Worte: Schau in dein Herz und fühle was dir wichtig ist. Ich meine damit dein Leben als Frau vs. das Risiko die Partnerin und den (Stief-) Sohn zu verlieren. Am Ende musst du im Worts Case eine Entscheidung zw. Dir, also deinem wahren Selbst, und den anderen Treffen, wenn irgendein anderer Mensch, hier der Kindesvater, seiner Ex eins auswischen will. Es soll so etwas geben, dass erwachsene Menschen ihre Konflikte auf dem Rücken der Kinder austragen.

Es gibt aber noch eine Lösung. Hinsetzen und sich keine negativen Gedanken machen. Ja, ich gleite ins Philosophische ab, aber Maria und ich erleben immer mehr, dass wir unsere Leben sehr gut selbst in eine Richtung steuern können, wenn wir das praktizieren. Ob du das auch kannst weiß ich nicht, aber meistens passieren diejenigen Dinge im Leben, auf die man seine Aufmerksamkeit richtet. Wenn du deine Aufmerksamkeit primär auf negative Dinge richtest (über einen kurzen Planungszeitraum hinausgehend), statt auf positive, ziehst du primär negative Dinge in dein leben.
Ich bin nicht mein Körper.
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.
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RE: TS & Sorgerecht
Beitrag #6
(21.10.2014, 22:38)jasminchen schrieb: Am Ende musst du im Worts Case eine Entscheidung zw. Dir, also deinem wahren Selbst, und den anderen Treffen, wenn irgendein anderer Mensch, hier der Kindesvater, seiner Ex eins auswischen will. Es soll so etwas geben, dass erwachsene Menschen ihre Konflikte auf dem Rücken der Kinder austragen.

danke für deine ehrliche und ausführliche antwort. leider soll es so etwas nicht bloß geben, das gibt es tatsächlich.

meine entscheidung macht das jetzt nicht leichter .. bin ich egoistisch(?) oder nehme ich mich zurück.
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RE: TS & Sorgerecht
Beitrag #7
Überleg, wie lange du dich zurücknehmen kannst. Wann ist der Punkt erreicht, an dem es anders nicht mehr geht? Macht es Sinn so lange - mit allen daraus resultierenden Nachteilen und Problemen - zu warten? Welche Vorteile bringt dieses Rausschieben des Problems? Geht es nicht nur um Ängste die - möglicher Weise - unbegründet sind?
Die schwierigste Turnübung ist der Sprung über den eigenen Schatten...
(Dieter Chmelar, Backstage nach den BigBrotherAwards 2012)
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