Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #1
Um die Geschichte beginnen zu können, muss ich mich wohl vorher als Single outen, der auf PartnerInsuche ist. Und in ihr – der Suche – wäre mir lieb eine TSnonOP - oder so (findet noch Erklärung) zu finden; dies ohne den Eindruck erwecken zu haben, auch nur mal mit einer "Shemale" was gehabt haben zu wollen. Nein - die Absicht eine eben solche(n) PartnerIn zu finden ist wohl durchdacht und der Wunsch über sehr lange Zeit gewachsen.

Als Erinnerung und nicht zuletzt für eher neuere Mitglieder und –innen sei erwähnt, dass ich selbst transident (hier MzF genannt, selbstdefiniert FiM – Frau im Mann) bin, jedoch der Statur wegen (breite Schultern, schmale Hüften, usw.) tunlichst auf eine - in Wahrheit unmögliche - Angleichung verzichtet habe.

Und hier sind wir nun bereits mitten im Thema. Es ist historisch gewachsen, dass irritierender Weise Gleiche am ehesten zur Angleichung drängen, egal wie aussichtslos die Ausgangssituation (Statur wie bei mir - siehe oben) ist. Prinzipiell werden wohl nur die annähernd glücklich sein können, die danach (also nach einer Angleichung) auch als Frau wahrgenommen werden und zu keinem Zeitpunkt (angezogen wohlgemerkt, wer läuft auch schon den ganzen Tag nackt herum) als "früher Mann" oder gar "eigentlich Mann" gesehen werden.

Die Traumwelt in der wir Transgender (oder Crossgender) gerne leben ist geduldig und weich, die Realität jedoch urteilend und hart. Also wenn du z.B. oben 2 bis 3 oder mehr Konfektionsgrößen brauchst als unten (konkret bei mir 50 oben unten 42 - das sind 4 wenn man von 2er-Sprüngen ausgeht), lass es sein. Aus einem Apfel wird nun nie eine Birne.

Glücklicher wirst als "Nicht-mehr-Mann-aber-auch-keine-Frau" nicht, eher das Gegenteil könnte der Fall sein, speziell wenn du durch Hormone und eine anpassende Operation auch noch die Libido (eines der Freudes-Elixiere) verlierst.

Warum schreibe ich das nun alles. Auf der oben beschriebener Suche, stoße ich auf zahlreiche Frauen (im Mann) wie mich, die der festen Überzeugung sind optisch Frau zu sein, oder es werden zu können, ich aber mit Sicherheit weiß, dass ich diese Menschen zu jeder Zeit als "früher Mann" erkennen werde.

Was soll ich tun? Soll ich schlicht Mitleid (im Sinne von mitleiden) haben? Soll ich es ihnen sagen, soll ich sie in die Realität zurückholen oder sie in ihrer Traumwelt lassen. Soll ich ihnen sagen, dass es ein Leben als Frau im Mann geben kann? Soll ich ihnen sagen, dass sie mir lieb seinen könnten, wenn sie in der Beziehung Frau sind, aber - um Gottes Willen- das Kleid ausziehen sollen, wenn Sie auf die Straße gehen (bis zu einer Zeit, bis Kleider auch für Männer in Mode kommen. Was apropos Wünschenswert wäre. Genauso wie Highheels wieder auch für Männer in das Alltagsbild Einzug halten sollen - es müsste dann kein Fetisch mehr sein … aber das ist eine andere Geschichte). Soll ich ihnen sagen dass sie sich von anderen "eigentlich Männern" nicht in die OP-Falle locken lassen sollen? Oder soll es mir schlicht egal sein, zumindest nachdem meine MzF-NonOP-TS- oder FiM-TG- oder so ähnlich PartnerInsuche abgeschlossen ist (und Sinn gehabt haben wird, weil sich 2 gefunden haben werden, die gleich oder zumindest ähnlich ticken)?

Ich weiß es nicht. Mir war es nur mal wichtig es loszuwerden.

PS: Die Kategorie hier lautet unter anderem Going Public, was in meinem Fall heißt, Interessierte (die auch mich interessieren) erhalten gerne ein Foto von meinem Gesicht und auch eine Telefonnummer, für den Fall dass Gedankenaustausch mit mehr Datendurchsatz (der Ausdruck ist nicht von mir) oder gar ein Treffen gewünscht wird.

PPS: Kommentare die weniger als 2 Zeilen lang sind, sind abseh- wie verzichtbar zugleich.
Hingegen ausführlich weibliche Gedankenergüsse werden gerne gelesen – hier wie persönlicher.
(Twitter) @XG_crossgender
Unterwegs zwischen den Geschlechtern ist die Rolle natürlich, selbstbestimmt und wandelbar 
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RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #2
Puh erm... ich würd mal generell sagen, dass wenn es nicht gewünscht ist eine "ehrliche" meinung zu hören, es einfach nur ungut ist.
ich fände es mehr als uncharmant, wenn mir jemand so kommt- es wirkt bissl transphob zu sagen "du wirst nie als frau gesehen werden", möge es noch so "ehrlich" sein.
Außerdem glaube ich kaum, dass du vorher sagen kannst, wie gut hormone wirken werden. Auch kennst du nicht immer pläne wie z.b eine FFS oder ähnliches.

Generell glaube ich, dass sehr wenige in einer "traumwelt" leben. Transsexuellen ist meißt bewusst, wie es um ihr passing steht.
Und jetzt stell dir den worst-case fall vor und dann kriegst du es auch noch um die ohren gehaut- auf sowas kann man verzichten um ehrlich zu sein.

Mit 21/22 hätten wohl auch einige kandidaten gesagt "lass es"... aber wen interessierts?

Ich halte dich für weniger tolerant, als du es selbst glaubst. Denn als teil der gesellschaft, interagierst du auch mit gesellschaftlichen normen.
Und wie ein teil der gesellschaft, siehst du nur hübsche transfrauen als frau an.

Du kannst jetzt meinen, dem ist nicht so. Allerdings kann man das thema so zusammenfassen:
Ich will sex.. mein problem: da gibts leute die ich schirch find und nicht als frau anerkenn. Soll ich ihnen das sagen und ihnen die transition ausreden und ihnen sagen, sie sollen zurück "in the closet" , weil eine transfrau ohne perfektes passing... das will man nicht sehen (punkto kein kleid auf der straße tragen)

Du siehst.. so aus sicht einer Transfrau kann das als transphobisch betrachtet werden.

Also die beantwortung deiner frage: get over it- du musst niemandem was schlecht machen.

Was den bedingten drang angeht, hast du allerdings sicher recht!
Ich will mich nicht verbiegen für dein Bild von Geschlecht und deshalb bin ich einfach die, die dein Frauenbild zerfetzt!
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RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #3
Also prinzipiell habe ich Fragen gestellt, prinzipiell erkenne ich jede FiM logisch als Frau an, egal ob sie nun "nur" weiblich gestylt ist, oder das ganze Programm durchzieht (bekanntlich stelle ich diese sogar gleich, weil es für mich keine besseren oder schlechteren TG´s gibt!), andern Falls machte meine X-G-Geschichte keinen Sinn! Und ich wäre in dem Fall nicht transphob sondern signophob, macht wenig Sinn - da wirst mir wohl recht geben.

(19.12.2015, 21:44)mrs.moustache schrieb: Ich halte dich für weniger tolerant, als du es selbst glaubst. Denn als teil der gesellschaft, interagierst du auch mit gesellschaftlichen normen.
Und wie ein teil der gesellschaft, siehst du nur hübsche transfrauen als frau an.

Zu dem kann ich dir nur sagen, dass ich wohl kaum gesellschaftskonform durchs Leben schreite, warum und wodurch werde ich hier nicht ausbreiten, gehe aber bei Interesse gern auf anderem Weg darauf ein. Bestätigt würde das wohl von Menschen werden, die mich persönlich kennen. Somit interagiere ich natürlich nicht üblich. Und manch feminin gekleidete Frau im Mann kann (zumindest auf mich) ansprechender wirken aus das tollste Modell (egal ob nun trans- oder bio-Frau). Ich habe by the way im Eingangsthread meine Suche nicht auf "hübsche Transfrauen" eingeschränkt.

PS: Ich verzichte apropos auf alle die TG-üblichen Bezeichnungen und Formulierungen weil sie ausschließlich in der TG-Community verwendet werden, und sie außerhalb der Traumwelt also in der Realität, oder wie du es nennst der Gesellschaft nicht verstanden werden.

"All that we see or seem is but a dream within a dream" Edgar Allan Poe
(Twitter) @XG_crossgender
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RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #4
Naja du signo solche aussagen wie zitat "in der Beziehung Frau sind, aber - um Gottes Willen- das Kleid ausziehen sollen, wenn Sie auf die Straße gehen (bis zu einer Zeit, bis Kleider auch für Männer in Mode kommen." heißen ein paar dinge. A) du glaubst transsexualität lässt sich aufs bett beschränken. Was de facto nicht so ist, wenn ich eine weibliche geschlechtsidentität habe und auch in der gesellschaft so gesehen werden will.
B) schreibst du menschen ab ein kleid zu tragen, je nachdem ob sie gut genug aussehen
C) glaube es oder nicht, aber es ist nicht sehr tolerant einer transfrau zu sagen, sie soll warten bis etwas für männer in mode ist. Damit sprichst du unterbewusst die geschlechtsidentität ab. Musst du nicht verstehen. Ich glaub dir, wenn du es nicht tust.

Und ja es sind fragen. Aber im endeffekt genauso bashing gegen transfrauen die kein gutes passing haben. Du redest von einer traumwelt aus der du manche holen willst, ob du ihnen sagen sollst was sie anzuziehen haben, dass du sie immer als "(früheren) mann" wahrnehmen wirst. Usw und sofort.
Lies es nochmal selbst. Die wortwahl ist generell so charmant wie Sonst nichts.

Noch ein schönes beispiel ist, ich zitiere: "Soll ich ihnen sagen dass sie sich von anderen "eigentlich Männern" nicht in die OP-Falle locken lassen sollen?"

Ich mein haaaallo? Du checkst was du da schreibst oder?
Ich will mich nicht verbiegen für dein Bild von Geschlecht und deshalb bin ich einfach die, die dein Frauenbild zerfetzt!
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RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #5
Tja wieder mal ein Beispiel für Transphobie die sowohl internalisiert ist, als auch nach außen getragen wird...
oida.
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RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #6
ich finds toll, das (mal wieder) die frage aufkommt, was "wir" brauchen, um glücklich zu sein. um es vielleicht herunterzubrechen auf weniges:
trans* sind vielleicht nicht angewiesen auf passing/wahrnehmung von außen. sie definieren ihr glück über sich selbst. natürlich spielt die gefühlte äußere wahrnehmung auch eine rolle, aber es darauf zu beschränken, erscheint ein bisschen kurzsichtig.
vielleicht muss jede(r) für sich selbst rausfinden, inwieweit äußere bestätigung wichtig für sie selbst ist. mit einem gewissen risiko natürlich und dem bewusstsein dafür.

ich mag die idee, das tg/tv usw. nicht glauben sollten, mit dem erreichen eines fernen zieles sich alle jetzige sorgen in zuckerwatte auflösen. es bringt neue herausforderungen mit sich. und ob jemand dann glücklicher ist als jetzt, muss jede(r) für sich selbst herausfinden.

im großen hab ich das gefühl, das es manchmal einfacher ist, einem fernen ziel hinterherzujagen anstatt das leben zu leben, was vor den füßen liegt.

meinen größten respekt haben die, die mädel/frau sind und damit ihr leben leben. oder mit "fehler" leben und trotzdem glücklich sind. kann das jede hier?
liebe grüße

snow
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"Gender/Sex Identity" oder auch:
"Die Geschichte vom Regenbogen, der dachte, er wäre ein Halbkreis...."

Inter/Nonbinary?
pbs.twimg.com/media/DSkEWChWAAAu-FQ.jpg
Zitat

RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #7
(20.12.2015, 03:06)cutecutecute schrieb: Tja wieder mal ein Beispiel für Transphobie die sowohl internalisiert ist, als auch nach außen getragen wird...

Dann sind wir beide mal keine potentiellen partnerinnen.
Ich drück trotzdem die daumen, dass signo nen stich kriegt. Nur weil ich happy ends mag <3
Ich will mich nicht verbiegen für dein Bild von Geschlecht und deshalb bin ich einfach die, die dein Frauenbild zerfetzt!
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RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #8
anders gesagt, glücklich sein auf körperliche merkmale zu reduzieren ist ziemlich schräg.
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"Gender/Sex Identity" oder auch:
"Die Geschichte vom Regenbogen, der dachte, er wäre ein Halbkreis...."

Inter/Nonbinary?
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RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #9
(20.12.2015, 03:12)mrs.moustache schrieb: Dann sind wir beide mal keine potentiellen partnerinnen.
Ich drück trotzdem die daumen, dass signo nen stich kriegt. Nur weil ich happy ends mag <3

Na schade :*( so Begehren auf Grund des trans seins oder halt Frau mit Penis find ich immer so erfrischend und aufregend... /s
oida.
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RE: Lass dir ein T nicht für ein S vormachen, es macht ein TG-Leben nicht einfacher!
Beitrag #10
(20.12.2015, 03:21)Falling Snow schrieb: anders gesagt, glücklich sein auf körperliche merkmale zu reduzieren ist ziemlich schräg.

Leidensdruck auf Grund von körperlichen Merkmalen ist für viele nun mal Realität. Heißt nicht, dass die Leute nicht auch mal glücklich sein können aber es spielt für viele eine große Rolle.
Sollte irgendwie Grundveständnis sein in einem Forum wos um trans Themen geht.
oida.
Zitat



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