Stimmband-OP in Luxemburg 2016
RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #11
(25.08.2016, 19:27)melanie g schrieb: Weiterhin haben eben diese OPs einen "schlechten" Ruf in der "Szene", alle raten davon ab, aus für mich unerfindlichen Gründen. Der meiste Grund ist die Angst die Stimme zu verlieren, aber die ist eigentlich unbegründet. Klar habe ich Einbußen, ich bin nicht mehr so laut, das heißt in einer Gruppe geht meine Stimme hin und wieder unter, weiterhin ist die Belastbarkeit bei langen Reden geringer. ABER! Dafür kann ich keine tiefen, rein männlich klingenden Töne mehr erzeugen, das war es mir wert. Am Telefon ist es hin und wieder schwierig, aber wenn mein Gesprächspartner den weiblichen Vornamen hört, dann nimmer mich auch als Frau war. Ich bin Krankenschwester und seit der OP erkennen mich die Patienten durchgehend als Frau, davor war das immer wieder schwierig. Zu guter letzt hat die OP meine gesetzliche Krankenkasse bezahlt, ich hatte wohl Glück.

Ich finde man sollte sich durchaus auf seine eigene Wahrnehmung verlassen, ob man ein Stimmband-OP benötigt oder nicht. Die Meinungen und Ratschläge anderer sind oft mit Vorsicht zu geniessen. Mir wurde bspw. auch teilweise vor anderen OP's gesagt, dass ich das nicht nötig hätte. Nur wenn ich mir jetzt Fotos von vorher anschau, dann weiss ich sehr wohl wofür ich das gemacht hab und dass es für mich absolut notwendig war. Personen die einen schon gut kennen, kann man für eine objektive Beurteilung ohnehin komplett vergessen Smile

Keine tiefen männlichen Töne mehr erzeugen zu können, das wär auch mein Ziel gewesen, und vielleicht hätte ich auch noch explizit vor der Stimmband-OP darauf hinweisen sollen. Das vereinbarte Ziel der OP war übrigens, ohne Anstrengung in einer typischerweise femininen Tonhöhe sprechen zu können. Nach allen was ich bisher darüber weiss, sollte sich, wenn die OP zu einem guten Ergebniss geführt hat, auch der Klang verändern, da dann auch die vorher vorhandene Rauhigkeit wegfällt.

Es wäre interessant zu erfahren ob man in Berlin in der Charité die stimmfeminisierende OP auch als Privatpatientin durchführen lassen kann, und wie hoch die Kosten dafür wären?
[Bild: bild1.jpg]  IF AT FIRST YOU DON'T SUCCEED, FIX YOUR Ponytail AND TRY AGAIN.[Bild: bild0.jpg]
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RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #12
Natürlich kannst Du die OP auch privat zahlen, rufe doch einfach dort an, Nawka der bei mir operiert hat, macht das schon einige Jahre.

https://audiologie-phoniatrie.charite.de...ssexuelle/ 
Nummer steht oben rechts

https://audiologie-phoniatrie.charite.de...beraerzte/

Es wird so oder so immer erst eine Stimmfeldmessung durchgeführt und dann alles besprochen. Die Charite liegt netterweise fußläufig vom Hauptbahnhof, ist also gut zu erreichen.

Mel
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RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #13
Update

Wie bereits geschrieben war ich mit dem Ergebnis der Glottoplastik nicht wirklich zufrieden. Auch wenn die komplette Heilungsphase ein halbes Jahr oder länger dauert, war das ungefähre Ergebnis auch schon nach ca. 2 1/2 Monaten absehbar:

Tiefer als 140 Hertz zu kommen ging nicht mehr, die normale Stimmlage ohne Anstrengung lag aber leider auch nicht viel höher, bei ca. 150-160 Hertz, und damit von meinem Wunsch von 180-200 Hertz weit entfernt. Auch klang meine Stimme fast durchgehend heiser und rauh, was anfangs aber ohnehin normal ist. Immerhin, das bisherige Stimmtraining hat den Klang zumindest etwas verbessert, aber ich war alles andere als glücklich. 

Ich hab deshalb Prof. Remacle per e-mail gefragt ob eine weitere Glottoplastik-OP sinnvoll und möglich wäre. Er hat dann allerdings stattdessen eine LAVA-OP vorgeschlagen, aber auch gemeint ich müsse ohnehin weiter Geduld haben. Nun ja, Geduld ist nicht gerade meine Stärke und ich hab schließlich einen  Termin für diesen Eingriff ausgemacht. 

Bei einer LAVA (Laser Assisted Voice Adjustment) OP wird in Vollnarkose transoral mittels Laser neben den Stimmlippen das Gewebe künstlich vernarbt und versteift (so hab ich es jedenfalls verstanden). Dadurch können die Stimmbänder weniger schwingen, und die Tonlage wird höher. 

Zum Ergebnis kann ich momentan gar nichts sagen, da die OP erst gestern war, und ich 10 Tage Sprechverbot habe. Aber soweit ist alles gut gegangen und ich bin schon gespannt wie das Ergebnis diesmal sein wird. Ich war diesmal nur einen Tag im Krankenhaus und dementsprechend waren die Kosten vergleichsweise gering. 

Prof. Remacle meinte im Vorgespräch, man könne zwar theoretisch später auch nochmals mittels Glottoplastik versuchen die Stimmbänder weiter zu verkürzen, das wäre jedoch riskant und würde möglicherweise auch keine weitere Verbesserung bringen. Da er der Experte auf diesem Gebiet ist, glaube ich ihm das mal. Jetzt ist eh erstmal wieder abwarten angesagt.
[Bild: bild1.jpg]  IF AT FIRST YOU DON'T SUCCEED, FIX YOUR Ponytail AND TRY AGAIN.[Bild: bild0.jpg]
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RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #14
@chipsi: na dann mal toi toi toi! bin schon gespannt auf eine weiteren Darstellungen. Klingt ja alles sehr mühsam und aufwendig Sad OP verläuft unter Vollnarkose oder?
Im Akh hat man mir gesagt, dass man die Wahl zw Pest und Cholera hätte. Nur mit Stimmtraining ist die Stimme nicht dauerhaft erhöhbar. Und mit einer OP benötigt man auch das Stimmtraining, jedoch sind die Ergebnisse und Zufriedenheiten sehr sehr individuell. Die HNO im Akh rät von einer OP in Wien ab ^^
Bye  Bienvenue chez les Ch'tis   Bye
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RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #15
@Sternschnuppe: Dankeschön Smile Ja, die OP war unter Vollnarkose.

Mühsam und aufwändig stimmt teilweise, ist aber auch alles relativ. Diesmal war die Narkose-Voruntersuchung für mich fast schon aufwändiger als der Rest. EKG, Lungentest, Blutwerte, immer die selben Fragen (vor allem das Auflisten bisheriger OP's ist einigermassen mühsam). Aber das ist eben notwendig.

Und es ist vor allem finanziell und beruflich nicht so einfach das zu ermöglichen, wobei ich sagen muss dass ich bisher eh noch Glück gehabt wie alles gelaufen ist. Die Kosten für die Stimmband-OP's in Luxemburg lagen je um die 3K, beim ersten Mal etwas mehr, diesmal (ohne Übernachtung in der Klinik) etwas weniger, dazu kommen halt noch die Reisekosten.

Zum Thema Stimmtraining: Hmmm, mir wurde vor der ersten Stimm-OP auch schon von mehreren Seiten gesagt ich bräuchte die OP nicht unbedingt. Stimmtraining hat bei mir also anscheinend schon was gebracht. Allerdings ist es ein bisschen so wie wenn man einen Muskel trainiert. Wenn man dann wieder aufhört, geht alles wieder etwas zurück, und das Sprechen war für mich auch eher anstrengend. Wie man hier so liest, tun sich manche ja sehr leicht nur mit ein bisschen regelmässigem Training eine feminine Stimme zu erreichen. Zu denen gehör ich aufgrund meiner originalen Ausstattung (Stimmbänder u. Kehlkopf) leider definitiv nicht Smile

Am besten klang meine trainierte Stimme dann, wenn ich entspannt war und mich darauf konzentrieren konnte, am allerschlimmsten wenn ich erschöpft und gestresst war. Daher war auch mein Wunsch zumindest die Tonhöhe dauerhaft mittel OP zu erhöhen, damit man sich zumindest darum keine Gedanken machen muss und sich auf die restliche Sprechtechnik konzentrieren kann.

Prof. Remacle meinte auf Nachfrage übrigens auch, er kenne in meiner Nähe auch nur Berlin wo mit einer vergleichbaren Technik operiert wird, aber niemanden in Ö.
[Bild: bild1.jpg]  IF AT FIRST YOU DON'T SUCCEED, FIX YOUR Ponytail AND TRY AGAIN.[Bild: bild0.jpg]
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RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #16
Update

Wenn mich jemand fragen würde was für mich persönlich zu den grössten Enttäuschungen bzw. Rückschlägen im Zuge meiner Transition zählt, dann müsste ich nicht lange überlegen...  Sad  

Die LAVA-OP war meines Erachtens den Aufwand dafür wirklich nicht wert. Vielleicht klingt meine Stimme jetzt eine Spur heller als früher, die Tonhöhe mit der ich auch über längere Zeit sprechen kann ohne grössere Anstrengung liegt allerdings bei 150-160hz (!) und damit definitiv nicht im weiblichen Bereich. Die Aussagen die ich im OP-Vorgespräch sowohl bei der Glottoplastik als auch bei der LAVA-OP zu hören bekam, entsprechen in keinster Weise dem jetzigen Ergebnis.

Meine Meinung nach wäre es bei der Glottoplastik notwendig gewesen, die Stimmbänder deutlich mehr zu verkürzen als bei mir gemacht wurde. Da es für Stimm-OP's in Luxemburg auch keine Zufriedenheitsgarantie gibt, und das Ermöglichen der beiden bisherigen OP's für mich auch nicht so ohne weiteres machbar war, wird es nun erstmal bei dem für mich doch sehr enttäuschenden Ergebnis bleiben.  Sad
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RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #17
So, ich hab gestern ausgemistet und fand meinen Kostenvoranschlag vom Medical Center Luxembourg, wo auch Chipsi ihre Stimmbandop hatte.

Ich wollte jetzt, 2,5 Jahre danach Chipsi und Melanie fragen, wie es euch mit den Stimmbandops nun geht?

Ich bin noch immer voll am überlegen (mehr denn je...), tendiere aber momentan eher zur Charité (Melanie), die Stimmbandop doch zu machen. Sie ist eigentlich das einzige Merkmal, welches mich dauernd outet - dafür aber völlig, weil meine Stimme einfach nur männlich klingt, trotz intensiver Stimmbandübungen Sad
Bye  Bienvenue chez les Ch'tis   Bye
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RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #18
Also ich kann diesbezüglich nichts wirklich Neues sagen. Angeblich klingt meine Stimme doch eher weiblich, oft auch am Telefon, das habe ich jedenfalls schon von Personen gehört die mich vorher nicht kannten und mit mir telefonierten.

Mir persönlich ist die Tonhöhe meiner Stimme nach wie vor viel zu tief, also liegt es eher an der Art zu sprechen.

Ich glaube einfach nach wie vor, dass ich bei der ersten OP Pech gehabt habe und zu wenig weit vernäht wurde, dasselbe hat mir auch ein HNO Arzt gesagt der das Ergebnis angeschaut hat.

Nun ja, Zufriedenheitsgarantie ala van de Ven gibt es bei der Stimmband-OP in Luxemburg ja leider nicht und momentan habe ich auch eher andere Prioritäten was noch gemacht werden sollte.

Es wird sicherlich auch zufriedene Patienten aus Luxemburg geben, bei mir hat es halt nicht viel gebracht.
[Bild: bild1.jpg]  IF AT FIRST YOU DON'T SUCCEED, FIX YOUR Ponytail AND TRY AGAIN.[Bild: bild0.jpg]
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RE: Stimmband-OP in Luxemburg 2016
Beitrag #19
Hallo, also ich bin immer noch zufrieden, auch nach knapp 4 Jahren kann ich eigentlich keine Verschlechterung feststellen. Logopädie hatte ich aus Zeitmangel nicht.
Nawka operiert wohl keine Glottoplastiken mehr, so die Aussage einer Freundin. Einfach mal nachfragen: https://audiologie-phoniatrie.charite.de...ail/nawka/

Aktuell klingt es so: https://vocaroo.com/i/s1bhGhJC1Kd8

Mel
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