Umfrage: Wie sieht Eure Erfahrung mit Stimmfeminierung aus?
Ich habe da keine Erfahrung.
Ich habe gute Erfahrung mit Logopädie.
Ich habe gute Erfahrungen mit einer Stimmbandoperation.
Ich habe das Programm aus Stimmtraining und Operation mitgemacht.
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Stimmfeminisierung OP und Stimmtraining
RE: Stimmfeminisierung OP und Stimmtraining
Beitrag #11
Ui gute Frage. Fällt mir gar nicht leicht, die in geschriebenen Worten zu beantworten. Wenn ich es ausprobiere merke ich aber deutlich, dass ich den Klang nach vorne oder nach hinten legen kann. Hat es was damit zu tun, wo Du den Atem hinschickst, und wo Du im Mund die Resonanz erzeugst? Die Konsonanten bleiben da, wo sie sind.
Zitat

RE: Stimmfeminisierung OP und Stimmtraining
Beitrag #12
(08.10.2019, 15:29)Amanita M. Nomi schrieb: Hat es was damit zu tun, wo Du den Atem hinschickst, und wo Du im Mund die Resonanz erzeugst?

Das ist eine gute Frage. Zum einen bin ich miserabel in Selbstbeobachtung, zum anderen ist mir das mit den Resonanzen (Formanten, etc.) nicht klar.

(08.10.2019, 15:29)Amanita M. Nomi schrieb: Die Konsonanten bleiben da, wo sie sind.

Ist auch besser so, sonst versteht man mich ja nicht mehr Blush3

Nun gut, Retroflexe färben ja benachbarte Vokale um. Würde man das auch als Resonanz-Phänomen sehen? Die Zunge teilt dabei den Mundraum ja tendenziell ab. Das wäre ein kleinerer Raum, aber "hinten", richtig?

Aber angestrebt war doch wohl das Gegenteil Thinking

Nebenbei finde ich es bewundernswert, daß Du Dich so engagierst Smile
Προσποιοῦμαι παίζειν [Bild: heulende-smilies-0003.gif] [Bild: religioese-smilies-0005.gif]
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RE: Stimmfeminisierung OP und Stimmtraining
Beitrag #13
Total spannendes Thema. Irgendwie kennst Du Dich mit der Theorie aus, aber mit dem "fühlen" ist es nicht ganz so leicht, richtig? Dann würdest Du bestimmt von Stimmtherapie total profitieren (wenn Du denn Lust darauf hättest).

Ja, mit den umgefärbten Vokalen hat es auch nichts zu tun. Ich mache noch einen Anlauf mit dem "vorne" und "hinten" sprechen, dann sind aber vermutlich die Grenzen von schriftlicher Stimmbildung erreicht. ;-)

Vielleicht ist es leicht vorstellbar, wenn ich ein paar Klischees nutze. Wenn ich mir jemanden vorstelle, der das Kinn nach unten zieht, den Kopf zurück nimmt und dann vielleicht noch mit Skepsis im Ton, "im Hals", also "hinten" spricht. Als Kontrast dazu dann das Vornesprechen einer säuselnden Person, die die Töne direkt an der Lippe zu bilden scheint und auch dort den Hauch hinschickt. Alles schwer zu erklären, ohne persönlichen Kontakt. ;-)

Ich denke, wir engagieren uns beide sehr vorbildlich. :-) Liegt uns wohl am Herzen, das Thema. Nur hast Du viel schönere Smileys als ich.
Zitat

RE: Stimmfeminisierung OP und Stimmtraining
Beitrag #14
(10.10.2019, 04:33)Amanita M. Nomi schrieb: Total spannendes Thema.

Ich könnte ja auch mal Fragen zu beantworten versuchen (sofern die in meine Zuständigkeiten fielen) Shy

(10.10.2019, 04:33)Amanita M. Nomi schrieb: Irgendwie kennst Du Dich mit der Theorie aus, aber mit dem "fühlen" ist es nicht ganz so leicht, richtig?

Stimmt, ich sagte ja, die Selbstbeobachtung habe ich bestimmt nicht erfunden Shy

Mir war auch schon klar, daß ich mich mehr auf ältere Zeiten verlegt habe, weil ich mit der Moderne nicht gut zurechtkam. Auch wenn das bei uns gute Familientradition war Smile

Zwar habe ich eine sogar sehr gute Einführung in die Sprachwissenschaft genossen und eine Menge Bücher gelesen, aber Phonetik hat mir nicht so unter den Fingernägeln gebrannt Blush Wir haben zwar Transskriptionsübungen gemacht, aber für unsere damaligen Zwecke ging es darum, auch "exotische" Lautfolgen hören und auf's Papier bringen zu können. Patholinguisten haben noch etliches an zusätzlichen Zeichen, aber das habe ich nie gelernt.

(10.10.2019, 04:33)Amanita M. Nomi schrieb: Dann würdest Du bestimmt von Stimmtherapie total profitieren (wenn Du denn Lust darauf hättest).

Leider habe ich einiges an gesundheitlichen und psychischen Sollbruchstellen angesammelt, auch welche betreffend den Atem- und Sprechapparat. Ich wäre zwar keineswegs prinzipiell abgeneigt, aber z.Z. bin ich leider (noch -?) zu schwach.

(10.10.2019, 04:33)Amanita M. Nomi schrieb: Vielleicht ist es leicht vorstellbar, wenn ich ein paar Klischees nutze. Wenn ich mir jemanden vorstelle, der das Kinn nach unten zieht, den Kopf zurück nimmt und dann vielleicht noch mit Skepsis im Ton, "im Hals", also "hinten" spricht. Als Kontrast dazu dann das Vornesprechen einer säuselnden Person, die die Töne direkt an der Lippe zu bilden scheint und auch dort den Hauch hinschickt.

Ich habe mich zwar hier zuhause lächerlich gemacht, aber es scheint insofern zu funktionieren Big Grin Meistens bin ich leise und bekomme wortwörtlich den Mund kaum auf (wohl nicht gerade das Ideal von Logopäden, aber zusammen mit einer gewissen Entspanntheit bei uns nicht selten). Bei der skeptischen Rolle strengt mich auch die Haltung des Kopfes sehr an.

Mir ist auch aufgefallen, daß ich beim Liegen mit entspannt zurückgelegtem Kopf eher höher, aber noch leiser spreche. Auch unwillentlich mit gelegentlicher creaky phonation. Früher dachte ich, das sei Valspeak ("Oh my f***ing god, it's so very!"), aber in sehr unsystematischer Weise scheint das auch bei uns eingerissen zu sein.

Oh ja, das Thema Intonation wird ja auch gerne behandelt. Ist nur so, daß wir eine progrediente (hoch) und eine finale Intonation (tief) haben, je nachdem ob ein Satz (oder ähnliche Diskurseinheit) noch weitergeht oder beendet ist. (Hat also nichts von diesem berüchtigten Verhörstonfall im Valspeak.)

(10.10.2019, 04:33)Amanita M. Nomi schrieb: Ich denke, wir engagieren uns beide sehr vorbildlich. :-)

Sagen wir mal, ich hätte gerne, aber ich bin nie weit gekommen Sad Das war ein Wechsel von Phasen, wo man mich ignorierte, und welchen, wo ich resignierte und dachte, ich hätte wirklich nichts zu sagen. Im Moment fühle ich mich eher nach letzterem. Das merkt man nicht so sehr, solange ich hier auf dem Forum etwas schreibe. Aber sollte ich jetzt eine zusammenhängendere Darstellung verfassen, wäre ich überfordert.

Ich glaube, die Leute in der BRD waren mit mir überfordert, weil ich nichts einfach nur so hinzunehmen gewillt bin. Andererseits wäre ich nie auf Ideen gekommen wie daß man "stealth" leben könnte. Zu meiner Zeit wäre es einfacher gewesen, Marmelade an die Wand zu nageln.

Hier ist es schwierig wegen der sozialen Distanzen. Verständlicherweise hauen die einem auch schonmal ihren Frust rein.

(10.10.2019, 04:33)Amanita M. Nomi schrieb: Liegt uns wohl am Herzen, das Thema.

Ja, tut es.

(10.10.2019, 04:33)Amanita M. Nomi schrieb: Nur hast Du viel schönere Smileys als ich.

Die hast Du ja nun auch gefunden Wink
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