Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #1
Ich bitte gleich einmal zu entschuldigen falls dieser Thread in der falschen Kategorie gepostet wurde. In dem Fall bitte ich die zuständige Person einfach den Thread zu verschieben.

So und nun zum Thema...

Schon seit langem plagt mich die Angst mein Leben, ohne die richtige Unterstützung einer sehr eng befreundeten Person oder einer Partnerin, bewältigen zu müssen.

Es sieht so aus, als ob ich richtig große Angst vor dem Allein-Sein habe.

Früher, also vor meinem Outing und der Erkenntnis, was ich bin und wohin michmein Weg führt, hatte ich auch immer wieder diese plagenden tiefgründigen Gefühle.

Jetzt seit dem ich weiß, dass der Weg den ich gehe richtig ist und ich mich mittlerweile nicht mehr damit abfinde, sondern über jeden Tag freue, dem ich meinem Ziel optisch ganz Frau sein nähere, sind diese Gefühle stärke als in der Vergangenheit.

Vielleicht liegt es an der hormonellen Umstellung oder einfach daran, dass ich mich nicht mehr auf eine Identitätskrise konzentrieren muss und mehr gedanklichen Platz für anderes habe.

Die Auswirkungen meiner Angst äußern sich derzeit in häufigen Tränenausbrüchen, größtenteils ausgelöst durch Film und Fernsehen oder einfach wenn ich irgendwo ein "glückliches" Paar sehe. Aber auch wenn ich seh, wie sich zwei beste Freundinen einen schönen Tag machen.

Ich bin weder in einer Beziehung noch habe ich eine beste Freundin, mit der man einfach Spaß haben kann,

Freunde habe ich schon, nur sind das eben keine besten Freunde, und somit fehlt die seelische Verbundenheit.

Ich versuche mich teilweise in Arbeit zu stürtzen nur um mich abzulenken.

Die Überlegung eine SHG zu besuchen ist da, aber welche.
Eine TG-SHG oder eine SHG für Lesben oder gar keine SHG und lieber doch versuchen über das Thema in der Lesbengruppe im Gugg zu reden....

Ich weiß ich bin nicht alleine mit der Angst, bzw. gibt es genug andere welche ähnliche gefühle haben.

Doch wie damit umgehen?
Ist eine SHG bzw. eine nicht SHG das Richtige?
Soll ich mir einreden, dass es evtl. nach der OP leichter wird ( was quasi nicht zutrifft, weil es eben nicht leichter wird)?

Wie findet man eine verbundene Seele?
Partnerschaft ist ein wichtiges thema für mich, jedoch würde es Anfangs schon reichen eine beste Freundin zu finden, mit der man reden oder was unternehmen kann.

Ich bin gespannt was ihr an dieser Stelle zu sagen habt, und hoffe das die Antworten zumindest ein wenig weiterhelfen.

glg eure Alex
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RE: Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #2
Hi Alex
Laut Deinem Profil und damit dem verbundenen Heimatort gibt es doch Möglichkeiten - aba ich sage nur "Rausgehen" - egal ob "SHG" oder wie auch immer. Laut Deinem Post gehst Du den Weg den Du gehen wolltest und jetzt im Kämmerlein zu sitzen ist nicht gut.
Lebe Dein Leben -
Du lebst es nur einmal!
GlG Inselmaus
LICHTBLICK - Betrachte immer die helle Seite der Dinge! Oder reibe die Dunkle bis sie im Glanze erstrahlt!
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RE: Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #3
Also ich sitze ja eigentlich nicht im Kämmerchen. Ich bin sehr beschäftigt.

Da ich mich Vereinsmässig engagieren möchte und mich auch dso sozial sehr engagiere, bin ich sehr viel unterwegs.
Immer von einem Termin zum nächsten, aber einfach so mal fortgehen ohne etwas tun zu müssen, mache ich nicht.
Ich habe einfach keine Lust dies alleine zu tun.
Aber danke für deine Antwort, werde mir überlegen ob es vielleicht doch auch Möglichkeiten gibt, irgendwo alleine hinzugehen ...
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RE: Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #4
Liebe Eleria,
Ein herzliches Willkommen mal von mir in diesem Forum. Ich wünsche dir, dass du findest, was du suchst. Ein kleiner Ersatz sind wir ja auch, denn zumindest weiß man dann, dass es da draußen noch andere gibt, denen es ähnlich geht.

Hier gab's übrigens in letzter Zeit immer wieder viel Herumgezicke und Gezanke (man könnte fast sagen, dass jede Internatsklasse noch was lernen könnte), aber das Gute daran: wer zankt, ist nicht alleine.
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RE: Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #5
Ich lese eigentlich viel im Forum, schreibe aber wirklich nur dann, wenn auch es mir vorher gut überlegt habe und mich das Thema sehr interessiert.
Danke für dein herzliches Willkommen ;-)

Hanna Maria, dir möchte ich sagen dass ich kein Problem damit habe, derzeit eine Transfrau zu sein.
Ich gehe offen mit dem Thema um und unterstütze andere beim Outgoing wo ich nur kann.
Also ist das Thema TG nicht so sehr das Problem.

Was meine Angst vor dem Alleine-Sein angeht spielt es natürlich eine Rolle, betrifft aber denke ich Cis-Frauen genauso wie Trans-Frauen welche sich in die quasi "Randgruppe" der Lesben "einordnen".
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RE: Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #6
liebe eleria,

die angst vor dem allein-sein befällt uns wohl alle von zeit zu zeit. eine beste freundin findest du nicht sofort. freundschaften müssen reifen und wachsen. aber um dich mit menschen anfreunden zu können, musst du ihnen erst einmal begegnen.

irgend eine besondere neigung hast du bestimmt. spielst du gerne karten? oder boule? spielkreise findest du über anzeigen in der lokalzeitung. oder hast du einen hund? gassigehen führt fast unweigerlich zu kontakten. studiere die angebote der volkshochschule. in den vhs-kursen triffst du immer wieder interessante leute.

reite dein hobby! du tust dir gut, rutschst nicht in traurige gedanken und hast die chance, eine freundin zu finden, die dich versteht.

gruß, rieke
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RE: Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #7
Liebe rieke, anke auch dir für deine Anteilnahme in diesem Thread.

Also meinst du dass es eher eine Phase ist ^^?

Aber eines gefällt mir: Die Idee einen Kurs zu besuchen, ist genial. Ein Interessensgebiet in Form einer Gruppe zu "bewältigen" mit anschließender Möglichkeit ins Gespräch zu kommen.
Klasse ;-)

Das mit meinen Hobbies funktioniert leider nicht so gut: Reiten, Hunde trainieren und Nordic Walking

ich verstehe nur ncht, warum ausgerechnet jetzt meine oben angeführte und ausformulierte Angst so groß zu sein scheint?
Ich bin ja doch noch irgendwie ich ... mhhh, jemand eine Idee?
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RE: Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #8
Freunde findet man am leichtesten, wenn man mit den eigenen Freunden was unternimmt und diese einfach ihre Freunde auch mitbringen.
Quasi das selbe wie Facebook nur halt im Real Life. Wenn du noch gar keine richtigen Freunde hast, wird es natürlich schwierig. Da hilft es wirklich, dein Hobby in einer Gruppe nachzugehen. Such in diversen Forum für dieses Hobby nach treffen und mache einfach etwas mit. So findest du bestimmt ein paar neue Bekanntschaften.

Das wäre erstmal die Kurzversion von dem, was ich unter "neue Freunde suchen" verstehe. Dass du Angst hast, alleine zu sein, geht bestimmt nicht nur dir so. Auch ich habe NOCH eine Beziehung. Doch ich habe genauso Angst, in naher Zukunft alleine zu sein, da ich mich wirklich nicht wohl dabei fühle und auch bestimmt traurig sein werde. All das was du geschrieben hast, kann ich sehr gut nachvollziehen.
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RE: Die Angst alleine zu sein und alles alleine durchstehen zu müssen
Beitrag #9
Ich glaube nicht dass diese Angst eine oberflächliche ist, sondern dass sie tief drinnen sitzt. Vielleicht ist es die Angst unverstanden zu bleiben. Es ist die Nähe die fehlt, Nähe die näher geht als gewohntes vertraut sein, es ginge einen Schritt weiter; Vertrauen, anvertrauen, möglichst alles, möglichst das ganze Ich in andere Hände legen können, ohne eben diese Angst haben zu müssen, dass dieses zerbrechlichste Innerste von einem selbst auch nur einen Kratzer abgekommen könnte.
Klingt fast nach Liebe, Liebe in der man sogar auf sich verzichtet und das eigene Ich in den Hintergrund stellt.
Wenn Du das meinst kann ich das wohl sehr gut nachvollziehen, denn wohin ich nun immer sehen, es hat überall Grenzen über die auch ich nicht (mehr) gehen lasse, weil womöglich Unverständnis zu ernten wäre, und damit wahre Freundschaft oder mehr bereits auszuschließen ist.
Dennoch der Schluss liegt nahe, dass jemand dem man sich völlig öffnen würde einem sehr ähnlich sein sollte im Gestern, Heute und im vor beiden liegenden Morgen.
In diesem Fall hier, wird das wohl nur jemand sein können der ebenfalls transidenten Hintergrund hat, so man sich mit herzlichsten >Einfühlversuchen< Nichtbetroffener nicht zufrieden geben mag.
Hierin würde diese Freundschaft dann wohl über Liebe stehen.
Twitter: @XG_crossgender
+++ Unterwegs zwischen den Geschlechtern, entweder oneway oder hin- und hergerissen +++
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