Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #41
Der Begriff Neo-Frau ist sicher sehr interessant, wird aber auch von einigen Gruppierungen in der transidenten Szene verwendet. Nur welches ist damit wirklich gemeint. Dies ist noch eher unklar, da keine der Gruppen hier eindeutig eine erklärende Antwort gibt
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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #42
(18.12.2011, 17:11)Michaela1 schrieb: Wurst ist mir Wurscht!
[hier gekürzt] Ein schwuler Mann in Frauenkleider ?
Eine transsexuelle Frau ist er bestimmt nicht, er bringt uns damit höchstens in Misskredit bei der Bevölkerung.(Transsexuelle sind schwul ) Es mag in der Szene angebracht sein, schrill aufzutreten, wir werden aber dann in den gleichen Topf oder Schublade geworfen und diskriminiert.
Wir transsexuellen Frauen treten als „ normale“ Frauen auf, und sind auch vom Wesen her weiblich. [hier gekürzt, gezeichnet:]

Michael

Ich finde es eine Spur zu hoch gegriffen, wenn sich hier jemand gratis und franko zur Sprecherin von "Wir transsexuellen Frauen" ernennt (auf den kleinen "Freud" mit der Unterschrift hinzuweisen kann ich Michaela allerdings nicht ersparen Rolleyes ).

Ich finde es leicht diskriminierend, hier Homosexualität, Schrillsein, Transgender und eine (behauptete) negative Außenwirkung in einen Topf zu werfen. Nur ein/e Ignorant/in wird Conchita für eine Transfrau (= Transsexuelle) halten. Und bei Ignorant/inn/en hilft eh wenig bis gar nix. Würde man hingegen Michaelas Gedanken konsequent zu Ende denken, dürften Bio-Männer keine Röcke tragen, denn es gäbe einen strikten, heteronormativ geprägten sozialen Bekleidungskodex, gemäß dem nur "wirkliche Frauen" (= Bios und diagonstizierte Transsexuelle) etwas Anderes als Hosen anziehen dürfen. Und erst Make-up....jessas!!!! Angry


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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #43
(21.12.2011, 08:17)Mike-Tanja schrieb:
Ich finde es eine Spur zu hoch gegriffen, wenn sich hier jemand gratis und franko zur Sprecherin von "Wir transsexuellen Frauen" ernennt (auf den kleinen "Freud" mit der Unterschrift hinzuweisen kann ich Michaela allerdings nicht ersparen Rolleyes ).

Nun, ich denke, dass wir langsam zur Kenntnis nehmen müssen, dass es auch dann, wenn wir gemeinsam für die Rechte aller transgender und transidenten Menschen eintreten, es sehr wohl gravierende Unterschiede zwischen TV und TS gibt.

Das bedeutet nicht, dass eines besser oder schlechter ist als das andere, aber es bedeutet sehr wohl, dass es in gewissen Bereichen auch unterschiedliche Interessen gibt, die wir nicht unter den Teppich kehren dürfen.

Während ich von TV´s oftmals schon gehört habe, dass es für sie kein großes Problem sei, wenn sie jemand als "Mann" erkennt, ist dies für viele TS sehr wohl ein großes Problem.

Eine TS empfindet sich als Frau (FzM lasse ich jetzt mal bewusst außen vor), und zwar auch dann, wenn sie, aus welchem Grund auch immer, Männerkleidung trägt (tragen muss). Sie will als die Frau, die sie ist, wahrgenommen werden. Und wenn das schon bei den Männerkleidern nicht wirklich klappt (zumindest solange bis die HRT ihre Wirkung entfaltet hat), so will sie dies aber unbedingt dann wenn sie auch als Frau gekleidet ist.

TS haben ein Problem mit ihrem Körper und sind bestrebt diesen soweit an ihre Identität anzupassen, wie es für sie nötig ist. TV´s genügt im Regelfall die Kleidung des anderen Geschlechts.

Leider wird dies oftmals von vielen TG´s viel zuwenig beachtet, sodass es dann zwangsläufig zu abgrenzenden Aussagen kommt.

(21.12.2011, 08:17)Mike-Tanja schrieb:
Ich finde es leicht diskriminierend, hier Homosexualität, Schrillsein, Transgender und eine (behauptete) negative Außenwirkung in einen Topf zu werfen. Nur ein/e Ignorant/in wird Conchita für eine Transfrau (= Transsexuelle) halten. Und bei Ignorant/inn/en hilft eh wenig bis gar nix. Würde man hingegen Michaelas Gedanken konsequent zu Ende denken, dürften Bio-Männer keine Röcke tragen, denn es gäbe einen strikten, heteronormativ geprägten sozialen Bekleidungskodex, gemäß dem nur "wirkliche Frauen" (= Bios und diagonstizierte Transsexuelle) etwas Anderes als Hosen anziehen dürfen. Und erst Make-up....jessas!!!! Angry

Nun ja, Trans-Frauen wollen eben nicht als schrille, schwule Männer in Frauenkleidern, sondern als ganz normale Frauen gesehen werden, wie jede Cis-Frau auch. Es ist verständlich, dass sie daher nicht in den selben Topf geworfen werden wollen, wie Drag-Queens, Travestiedarsteller, etc.. Sie wollen keine negative Außenwirkung nach dem Motto, dass das " haben.

Leider sind die Menschen, die selbst noch nie mit den Themen Transgender, Transidentität, Transvestitisumus, Intersexualität, etc. befasst waren, oftmals nicht in der Lage zu differenzieren.

Ich selbst halte Conchita Wurst für einen begnadeten Künstler, aber ich habe auch schon gehört, dass Menschen gemeint haben, dass er, wenn er schon eine Frau sein wolle, sich doch den Bart entfernen sollte. Und genau das zeigt mir, dass die Menschen die Unterschiede eben nicht verstehen.

Und was die Bekleidungsregeln betrifft, nun da möchte ich es doch mal sehen, was DienstgeberInnen sagen, wenn ein Mitarbeiter einfach in Rock, High Heels und geschminkt, in die Arbeit kommen würde. Ich denke, dass er unverzüglich zum Vorgesetzten gebeten würde, der ihm dann erklärt, dass dies vielleicht im Fasching möglich wäre, aber außerhalb dieser Zeit total unerwünscht sei.

Was würde Dein Chef sagen, wenn Mike mal als Tanja im Büro erscheinen würde?



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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #44
(21.12.2011, 14:04)Angelika schrieb: [hier gekürzt] Ich selbst halte Conchita Wurst für einen begnadeten Künstler, aber ich habe auch schon gehört, dass Menschen gemeint haben, dass er, wenn er schon eine Frau sein wolle, sich doch den Bart entfernen sollte. Und genau das zeigt mir, dass die Menschen die Unterschiede eben nicht verstehen. [hier auch]

Ach, wenn Conchita sich ihren reizenden Damenbart abrasieren täte, dann "steigt", frei nach Nestroy ("Der Talisman"), "der Adonis zum Rastlbinderbuben herab, und der Narziss wird ausg'strichen aus der Mythologie!" Oder mit anderen Worten: dann müssten selbst viele Bio-Frauen sich anstrengen, um Conchitas Passing-Faktor zu erreichen. Big Grin

Und überhaupt geht's hier um Klatsch und Tratsch! Rolleyes Wink Tongue


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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #45
Nicht neu, aber irgendwie brillant.

Franzobels conchitalytische Verwurstung aus dem "Standard", ich stimme ihm nicht ganz zu, aber er spricht einige wichtige Punkte richtig an.

Und, wird Conchita zum Sohngkontähst fahren? Wink
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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #46
Conchita fährt leider nicht nach Baku, knapp geschlagen von zwei Rappern (oder doch Hip-Hoppern?), die, so die "Presse", "die lebensfroh zwischen Mucki-Bude und Kampftrinken pendelnde Landjugend repräsentieren."
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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #47
Ich bin zwar kein Wurst-Anhänger, aber die PoPo-Wackler........ muß sich da Österreich nicht schämen? Da würde ich eher Conchita den Vorzug geben.Aber, ich kann da mit fast 67 nicht mitreden,habe bei der Sendung generft abgedreht denn meine Musikrichtung ist eine andere,Oper oder Operette oder eine Volkstümliche da ich selbst Steirische spiele.
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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #48
Nun vlt. gelingt es beiden jungen Typen von Trackshittaz ebenso zu überzeugen und zu überraschen wie vor einigen Jahren die Hardrocker aus Finnland die den Contest gewannen. Hoffen darf man ja, auch wenn vermutlich die Chancen gering liegen.
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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #49
Ist schon sehr kompliziert das Ganze. Ich selbst bin eine Frau, wenn's nicht anders geht und eingedenk meines genetischen Makels auch eine "transsexuelle Frau". Ich würde mich aber nie als "wahre Transsexuelle" bezeichnen, wie hier schon gelesen, weil man "wahr" immer so leicht mit "gut" verwechselt und ich hier keine Kategorie per se für besser halte als die anderen. TS ist dabei auch nicht die Radikalisierung von TV und es sollte hier auch keinen Adel der Radikalen geben. Ich meine, ich habe genug Probleme mit Cis-Menschen, ich muss mir hier nicht noch überlegen, wie ich innerhalb der Familie Zoff erzeuge.

Aber eines muss ich auch sagen: "schrill" ist für mich und auf meine Person bezogen nichts Positives, sondern nur etwas zu tolerieren. Ich persönlich bin nicht schrill und will eigentlich nur als normale Frau akzeptiert werden. Die mediale Präsenz von C. Wurst hilft mir da leider überhaupt nicht denn hier muss ich erst recht wieder erklären, dass das mit mir eben nichts zu tun hat. Ich meine "Transamerica" zB hilft mir, Feminismus hilft mir usw., aber die künstlerische Figur C. Wurst hilft mir nicht. Im Gegenteil gibt das wieder mal Anlass zur Verwechslung und die damit prolongierte automatische Verbindung von TG und schrill bedeutet für mich leider ein Mehr an Aufklärungsarbeit und Toleranzsuche.
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RE: Conchita Wurst - Travestie vom feinsten oder steckt mehr dahinter ?
Beitrag #50
(26.02.2012, 23:30)Sarah-Michelle schrieb: Nun vlt. gelingt es beiden jungen Typen von Trackshittaz ebenso zu überzeugen und zu überraschen wie vor einigen Jahren die Hardrocker aus Finnland die den Contest gewannen. Hoffen darf man ja, auch wenn vermutlich die Chancen gering liegen.

Also ich fürchte auch, dass Österreich es diesmal wieder nicht ins Finale schafft, sondern sich blamiert.

Aber vielleicht ist es ja genau das was der ORF möchte?

Denn gewinnen würde ja bedeuten nächstes Jahr den Contest in Wien zu haben, was viel Geld kosten würde, dass der ORF eh nicht hat.
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