Belgien: Freitod eines Transmanns
RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #11
"Trieb" ist auch so ein Schlagwort. Wir alle sind das Produkt des Triebes. Oder stammt jemand aus dem Reagenzglas?. Getrieben, betrieben, vertrieben, durchtrieben...

Ich denke, wir können uns darauf einigen, daß die Gesellschaft bzw. das Umfeld eine Person leichter in den Freitod treiben kann, wenn die Person als TG geoutet ist.
Ich halte es eh für rüchständig und faschistoide, wie die Ärzteschaft diese Entscheidung beansprucht. Bloss weil man etwas auf Lateinisch sagt, wird es nicht automatisch intelligent oder legitim. Wir alle tragen selbst die Verantwortung.
Um die Welt in einem Sandkorn zu sehn,
und den Himmel in einer wilden Blume,
halte die Unendlichkeit in deiner Hand
und die Stunde rückt in die Ewigkeit.

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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #12
Welche Entscheidung meinst du denn, die die Ärzte für sich beanspruchen?
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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #13

Meine Haltung zu den ganzen Fragestellungen rundherum ist vielleicht etwas abweichend vom Mainstream.

Ich bin liberal in dem Sinne, dass ich die gesetzlichen Beschränkungen (z.B. bei der Beschaffung von Arzneimitteln wie Hormonen), die uns unter die Kuratel von Ärzten und Apothekern stellen, in vielen Fällen beseitigt sehen möchte.

Wie jede/r weiß, dient deren Fürsorgepflicht in vielen Fällen weniger dem Schutz der Patient/inn/en als der Einkommenssicherung der beiden streng reglementierten Branchen. Das heißt, man sich davon freikaufen, indem man dem [Kassen-] Arzt Gelegenheit gibt, etwas für ein Rezept zu verrechnen, und die sprichwörtlichen "Apothekerpreise" für Medikamente bezahlt. Selbstmedikation und kostengünstiges Bestellen im Web? "Njet!!!!" Da könnt' ja jede/r kommen! Dodgy Aber: "Brauch' ma a Gutachten für TS, gnä' Frau? Bitte sehr, bitte gleich!" Oder kennt hier jemand einen Transmenschen, dem eine Hormonfreigabe auf Dauer verweigert worden ist? Man muss halt u.U. die gewisse Anzahl von Psychotherapiestunden "abdienen", dann wird's schon was! Big Grin

Von mir aus soll sich jede/r Erwachsene, die/der von ihrer/seiner abweichenden Gender-Identität überzeugt ist, Hormone bestellen können. Wer sich so die Gesundheit ruiniert und in eine Depression stürzt, soll sich freilich dann auch selbst bei der Nase nehmen! Wer klug ist und die Gefahren kennt, wird ohnehin ärztlichen und therapeutischen Rat einholen. Der Tod von Herrn Verhelst, der ja wohl das vorgeschriebene "Curriculum" für Transsexuelle absolviert hat, zeigt aus meiner Sicht ja auch, dass solche Reglementierungen keine Gewähr für einen glücklichen Ausgang bieten.

Aber ich bin absolut nicht liberal, wenn es um aktive Sterbehilfe geht. Da bin ich dagegen, strikt und unabänderlich! Die Gefahren des Missbrauchs sind einfach zu hoch. Nur so nebenbei.
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #14
Hallo Mike-Tanja Smile

Etwas womit es eine Garantie fürs Glücklichsein gibt gibt es nicht (Außer Heroin, und der schein trügt). Und so ist das auch nicht gedacht, warum eben nicht jeder sich hormone im internet bestellen können (soll).
Ich finde es gut, dass es diese Beschränkungen gibt, und zwar einfach deswegen, weil so die Leute "hgezwungen" werden zum Arzt zu gehn. Ich weiß nicht, ob ich eine Psychotherapie angefangen hätte wenn ich nicht gemusst hätte, aber nachdem ich dort war, wusste ich, dass mir das gut tut (ich hatte auch einen guten therapeuthen).
Und es geht ja auch darum, dass man überwacht wird falls irgendetwas sein sollte mit dem körper von selbst weiß man das ja nicht.

Die Therapie sollte man nicht als Pflichtprogramm sehen, sondern als Gelegenheit, mit der Hilfe eines unabhängigen Menschens ein wenig einzutauchen in das, was einen beschäftigt, meine ich. Es gibt viele Leute mit großen Problemen die froh wären über einen Therapieplatz.
Für mich war die Therapie immer ein Ort, an dem ich mal über die Sachen reden konnte, über die ich mit sonst niemanden reden kann, und ich hatte (bzw habe) viel Redebedarf.
Es gibt keinen Grund, warum man vor der Therapie Angst haben sollte außer davor, dass man sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzt.
Und dann sollte man doch erst recht zur Therapie gehen? Man muss ja keinen Marathon draus machen, kann ruhig auch mal ein paar wochen nicht hingehen, wenn man das gefühl hat dass es grad nicht geht. Der Therapeuth sollte das verstehen.

Ich finde jednefalls, die Gesellschaft hat auch die Aufgabe die Menschen zu schützen und nicht ins offene Messer rennen zu lassen - Und ich weiß zwar nicht wie das bei euch in Österreich ist, aber hier in Deutschland sind die Sachen, die man machen muss um die Hormone zu bekommen bei weitem keine Schickane, finde ich.

Liebe Grüße
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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #15
Es gibt halt sehr verschiedene Ärzte. Nen Guten zu finden, ist gar nicht so einfach. Klar, nett tun können sie alle. Also seid froh und behutsam, wenn ihr mal einen guten Arzt gefunden habt.
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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #16
Ich habe meinen therapeuten damals von einem stammtisch empfohlen bekommen, wo ich hingegangn bin und die haben mir gleich eine liste mit ärzten, die gutachten schreiben können bzw. sich mit dem thema auskennen gegeben.

Gibt es so etwas bei euch nicht?
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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #17
Ist die Frage an mich gerichtet? Also, wenn ich mich irgendwann krank fühle, werd ich vielleicht mal einen Therapeuten aufsuchen. Meine CD Ambitionen sind aber eher ein Heilmittel. Die Schulpsychologie sieht in TG grundsätzlich etwas Krankhaftes, was ich verurteile.

Ich denke, bei Gaop usw. sollte man den Psychologen eher als Begleiter und Ratgeber betrachten, denn als Heiler.
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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #18
Ich zitiere hier mal die Wikipedia:

Die Geschlechtszuweisung erfolgt bei der Geburt, wenn Hebamme, Arzt oder Ärztin nach einem Blick auf die Vagina bzw. den Penis das Geschlecht (Mädchen, Junge) feststellen. Diese Zuweisung geschieht einmalig. Ein lebenslang immer wieder stattfindender Prozess ist dagegen die Geschlechtszuschreibung. An Informationen wie Gang, Stimme, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Ausstrahlung wird dieser spezielle Prozess festgemacht. Primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale spielen dabei keine Rolle.[10]

Zahlreiche transsexuelle Menschen entwickeln bereits im Vorschulalter das Gefühl, „anders“ zu sein, können dieses oft aber noch nicht konkret zuordnen. Andere berichten, dass sie bereits im Vorschulalter ein Bewusstsein dafür entwickelten, entgegen ihrem körperlichen Geschlecht eigentlich ein Junge bzw. Mädchen zu sein, oder zumindest kein Mädchen bzw. Junge. Gelegentlich tritt dieses Bewusstsein erst in der Pubertät oder im Erwachsenenalter auf.

Der von transsexuellen Menschen empfundene psychische Druck nimmt kontinuierlich mit der Zeit zu, besonders während der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter. Neben psychosomatischen Krankheiten und verschiedenen anderen psychischen Problemen sind vor allem Depressionen und Drogenmissbrauch eine häufige Folge. Die meisten Transsexuellen sehen sich früher oder später gezwungen, ihre Umwelt über ihren Transsexualismus zu informieren (Outing) und ihre Geschlechterrolle „offiziell“ und permanent zu wechseln. Oft ist der entsprechende Entschluss Ergebnis einer besonderen Krisenphase, die häufig als existenzbedrohend empfunden wird.

Unabhängig davon, ob sie als transsexuell angesehen werden, versuchen betroffene Kinder meist, den Erwartungen ihrer Umgebung zu entsprechen und die dem körperlichen Geschlecht entsprechende Geschlechterrolle zu leben
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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #19
Das Spektrum vom CD bis TS ist gross und nicht klar abzugrenzen. Mein Vorteil war von jeher, daß mir die Meinung der Gesellschaft ziemlich egal ist.
Aber ich kann es sicherlich nachvollziehen, wie unterdrückte TS krank machen kann. Und ich verurteile es selbstverständlich nicht, wenn jemand Hilfe bei einem Arzt sucht.
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RE: Belgien: Freitod eines Transmanns
Beitrag #20
Genau, Transsexualität/Transgender sein an sich ist nichts krankhaftes, auch in der Psychologie nicht.

Nochmal zitat:

Bei Transvestitismus [...] wird ausschließlich dann eine psychische Störung diagnostiziert, wenn die Betroffenen in klinisch bedeutsamer Weise darunter leiden.

Dann dürfte es sich aber auch um Transsexualität handeln, denke ich.

lg

ps: Ich denke, es wäre langsam Zeit für ein neues Thema? Hat ja mit Hr. Verhelst nichts mehr zu tun.
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