Diskriminierung in der Arbeit ohne Personenstandsänderung (PÄ)
RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #11
Wow das ist ja echt krass… also zusammengefasst: eine muslimische Frau reinigt sich nackt bei der Waschgelegenheit am WC fürs Gebet, hat dabei Angst, dich, einen "Mann", zu sehen und deine Vorgesetzte verbietet dir darauf hin, das Klo zu benutzen?

Das macht mich irgendwie sprachlos… Sad

Meiner persönlichen Meinung nach ist dein Recht, aufs Klo zu gehen (und zwar das, das deiner Identität am ehesten entspricht), wesentlich größer, als das Recht, andere Menschen vom Klo verbannen zu dürfen, weil man sich für seinen Gott intim waschen und dabei andere Menschen diskriminieren will…

Wenn ich den Mut hätte (kA ich war glücklicherweise noch nie in der Situation) würde ich weiterhin auf das "passende" Klo gehen und mich im Zweifelsfall deswegen entlassen lassen. Ob du dann dagegen vorgehen willst, kannst du ja dann immer noch entscheiden.

Die deeskalierende Methode wäre wohl die betreffende Person und die Vorgesetzte gemeinsam zu einer Aussprache zu bitten und versuchen, das erzeugte "Problem" vernünftig zu lösen. (Wobei ich da wenig Hoffnung sehe: wenn Allah das verbietet, gibt's nicht zu verhandeln, sonst Höllenfeuer… aber wer weiß.)
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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #12
Ich weiß nicht, ob es nicht nur als argument verwendet wurde von der vorgesetzten.
Es kann sein, eine kollegin war total negativ(keine muslima) hat zb argumentiert "aber wenn sie(die person die sich gestört fühlt) zb von einem mann vergewaltigt wurde und dich sieht....". Es könnt sein, dass es die person war, die so argumentiert hat. Die vorgesetzte hat dann ne muslima erfunden, weil das ist halt dann schwer sich da differenziert zu äußern.
Ich will mich nicht verbiegen für dein Bild von Geschlecht und deshalb bin ich einfach die, die dein Frauenbild zerfetzt!
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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #13
Zitat: "aber wenn sie(die person die sich gestört fühlt) zb von einem mann vergewaltigt wurde und dich sieht....".

Äh ja und was, wenn sie zB von einer Frau vergewaltigt oder sonstwie missbraucht wurde? Oder kanns sowas vielleicht nicht geben? *kotz*

Kannst du deine Vorgesetzte nochmal drauf ansprechen und fragen, was genau das Problem ist, und sie bitten alle Beteiligten zu einer Aussprache zu holen? Das kann sie eigentlich nicht abschlagen, außer die Beteiligten sind erfunden, und dann weißt du dass es gezielte Diskriminierung bzw Mobbing ist.

Gibt's einen Betriebsrat oder zB eine Vertrauensperson für Mobbing?
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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #14
Wär ne möglichkeit. Und ich glaube es gibt schon ne person mit problem, die allerdings nicht muslimisch.

Ich mutmaße, und das kann falsch sein, dass diese person wohl mal vergewaltigt wurde. Mir aber aus "vertraulichkeitsblabla" ein extremer blödsinn erzählt wurde. Ich mutmaße das, weil mir nur der mensch im persönlichen gespräch gesagt hat "ich sei ein mann" und davon nicht abweichen wollte.
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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #15
Es gibt auch Frauen, die von Frauen missbraucht wurden, und deshalb kann man wohl nicht jedes Klo großräumig absperren, wenn gerade eine betroffene Person drin ist. Wenn die betreffende Person Angst vor Transgender-Leuten hat, muss sie die selber bekämpfen oder halt damit leben, aber das ist kein Grund, dich so zu behandeln.

Also meine Idee: Vorgesetzte per Email (falls Emailverkehr in der Firma üblich ist, ansonsten halt mündlich, wobei Email zur Formalisierung und Dokumentation beiträgt) fragen, ob es ein Verbot gibt (vielleicht wird es eh wieder zurückgezogen, um keine Schwierigkeiten zu haben), wie das Verbot begründet ist und wer welches Problem damit hat, wenn du dein passendes Klo benützt. Wird das nicht gesagt, das wieder dokumentieren (per Email an die Vorgesetze) und davon ausgehen, dass niemand ein Problem hat. Wird gesagt, dass jemand Spezieller ein Problem hat, sie zur gemeinsamen Aussprache (unbedingt mit jemandem Unabhängigen dabei) bitten.

Was auch immer du machst, ich wünsch dir noch viel Erfolg und lass dich nicht unterkriegen…
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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #16
Hab mich kündigen lassen- es war eben doch eine meiner direkten arbeitskollegen die meinte sie hat angst vergewaltigt zu werden am klo.
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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #17
Für die Zukunft meine zwei Cents dazu: grundsätzlich kann der Arbeitgeber Dir verbieten, auf die Damentoilette zu gehen, solange Deine Personenstandsänderung noch nicht durch ist. Ich habe es so gemacht: ich habe eine Rundmail an alle Kolleginnen in der Firma geschrieben, daß ich gerne die Damentoilette benutzen würde. Ich weiß natürlich, daß es ein paar Kolleginnen gibt, die damit ein Problem haben und von einer bekam ich sogar eine schriftliche Absage. Andere kamen zu mir ins Büro und fragten mich, warum ich überhaupt frage, aber die Gesetzeslage die ich engangs erwähnte, erfordert eben eine Zustimmung des Arbeitgebers. In der Folge gab es ein kurzes Gespräch mit meiner Chefin, die mir eben vortrug, daß es Kolleginnen gibt, die da Vorbehalte haben. Ich rechne es meiner Chefin jedoch sehr hoch an, daß sie im Vorfeld der heurigen Weihnachtsfeier mit den skeptischen Kolleginnen gesprochen und schlußendlich deren Placet erhalten hat. Auf der Weihnachtsfeier bekam ich dann mein persönliches Weihnachtsgeschenk überbracht und darf seit Mitte Dezember die Damentoilette benutzen und weiß, daß alle ihr Placet gegeben hatten.

In der Öffentlichkeit tu ich mich allerdings noch immer schwer damit, einfach auf die Damentoilette zu gehen, auch wenn ich von den Männern auf der Herrentoilette immer öfter schief angeschaut oder sogar angesprochen werde. Eben weil ich aus dem Berufsleben weiß, daß eine (Minderheit) anderer Frauen ein Problem damit hat.

LG
Julia
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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #18
Es tut mir aufrichtig leid Mrs.Moustache,denn solch eine Erfahrung muss wirklich schrecklich sein.Ich hoffe das du dir das nicht zu sehr zu Herzen nimmst.

Alles Gute
Chiara
Für immer Böhse. 

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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #19
Die frage ist, ob es so anders agelaufen wäre, granada.

Es war doch eine direkte kollegin, die wusste was sache ist. Dann hätte die halt gleich gesagt, sie hat angst von mir vergewaltigt zu werden und "recht" bekommen. Wär aufs gleiche rausgekommen, ich hab den menschen ja eh gleich so eingeschätzt. Die muslima war von meiner vorgesetzten nur erfunden- und das find ich so fast noch ärger...

Ich finds doch schade, da ich gestern noch von allen mädls gehört hab ich soll durchhalten, außer halt von der, die wohl den wunsch hat, dass ich mit ihr sex haben will. Der konnt ich beim gehen wenigstens noch mitteilen, was ich von ihr halte.

und doch hellicious, um ehrlich zu sein geht mir das verdammt nah und ich weiß nicht wie es jetzt weitergehen soll x.X
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RE: diskriminierung in der arbeit ohne Pä
Beitrag #20
Hallo

Tut mir auch leid für dich das es so gelaufen ist. Ich würd mich auf jeden Fall nochmal bei der AK erkundigen denn wenn jemand irgendwas unter einem Vorwand erfindet ist das einfach nicht ok. Und was hat TS mit Vergewaltigung zu tun ? Gar nix. Wenn ich es als gewöhnlicher Mann darauf anlegen würde, Gott bewahre, eine Frau zu vergewaltigen geh ich doch einfach unbeobachtet in die Toilette meinetwegen rein und frag nicht lange. Wär jetzt mal meine Logik. Ich denke da hatte jemand einfach nur ein dickes Problem mit Trans und benutzte das als Vorwand. Da gings bestimmt nicht alleine ums WC. Wär nur mein Rat dich zu erkundigen, das kost ja nix und du kannst auch nachweisen das du den Jobverlust nicht selbst verschuldet hast.

LG Ann Lie
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