Transfrau+Cisfrau - Chancen, Risiken, Erfahrungen
RE: Ich bin Vicky - noch MzF und bald nur F
Beitrag #31
also Mädels ich versteh es nicht.... oder nein ich will es nicht verstehen
Ein Eingangsposting wo Frau nur sagen .. hei absolut toll und positv
und drei Seiten später wird sich nur noch angepampt...

tut das not?
Ist das motiviernd hier was zu schreiben?
Zitat

RE: Ich bin Vicky - noch MzF und bald nur F
Beitrag #32
@Erika_S: Du hast schon recht. Ich sag, bzw. schreib, zu dem Thema nichts mehr, und möchte mich auch bei Vicky dafür entschuldigen dass die Diskussion (wieder mal) ziemlich in die falsche Richtung gelaufen ist, das war nicht meine Absicht.

@Vicky: Das ist dein Vorstellungsthread und daher möchte ich dir an dieser Stelle auch weiterhin alles Gute und viel Erfolg wünschen!  Heart
[Bild: bild1.jpg]  IF AT FIRST YOU DON'T SUCCEED, FIX YOUR Ponytail AND TRY AGAIN.[Bild: bild0.jpg]
Zitat

RE: Ich bin Vicky - noch MzF und bald nur F
Beitrag #33
Meine Lieben,

Ich finde das einfach großartig!

Ich glaube Eva hat vollkommen recht und will Mut machen und das Positive in den Vordergrund stellen. Aus ihrer ganz persönlichen Erfahrungswelt. Find ich sehr wichtig.

Die Beiträge von Meandra und Chipsi sind auch total wichtig. Obwohl mir klar ist, dass jede Situation ganz individuell zu sehen ist, hat mir das gut vor Augen geführt wie unterschiedlich wir alle sind. Aber das ist doch genau das, wofür wir alle stehen: die Buntheit und Vielfalt!

Bitte schreibt, wenn ihr es ganz anders seht. Wichtig ist nur das man die Erfahrungen der anderen in ihrer speziellen Situation sieht.

Je mehr Einblick andere in diese Welt bekommen, umso leichter können sie sich an den vielfältigsten Sichtweisen orientieren und das eine oder andere für sich mitnehmen.

PS: Mike-Tanja hat vorgeschlagen die Diskussion in ein eigenes Beziehungsthema zu verschieben. Find ich gut.

glG, Vicky
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RE: Ich bin Vicky - noch MzF und bald nur F
Beitrag #34
(04.12.2016, 09:18)Vicky40 schrieb: PS: Mike-Tanja hat vorgeschlagen die Diskussion in ein eigenes Beziehungsthema zu verschieben. Find ich gut.

glG, Vicky

Finde ich auch sinnvoll. Mich interessiert es schon, wie andere ihre Beziehung sehen oder ihre Partnerin oder auch andere Frauen.
Ich bin nunmal in der glücklichen Lage, dass ich kurz vor meiner PÄ/NÄ geheiratet habe. Also hat meine Frau bewußt eine (Trans)frau geheiratet, würde sie damit nicht klarkommen oder lieber einen Mann haben wollen, hätte sie bei Trauung nicht Ja sagen brauchen. Dazu hat sie schließlich niemand gezwungen.
Und auch davor hat sie fast 3 Jahre Transition mitgemacht und vor meinem Outing gute 10 Jahre in den ich mehr oder weniger ständig geswitcht habe und ganz am Anfang unserer Beziehung habe ich ihr erst nach 3 Jahren meine Geschlechtsidentitätsprobleme offenbart.
Also sie hatte mehr als genug Zeit und auch genug Gelegenheiten zu sagen, dass sie das nicht kann/will; dass sie lieber eine normale Hetero-Beziehung mit einem Mann haben möchte.
Aber das wollte sie nicht, sondern hat siie hat sich für dieses Leben entschieden. Das sagt doch schon einiges aus.

Und soweit ich weiß, haben fast alle anderen Betroffenen schon lange vor dem Outing geheiratet und Kinder bekommen. Die müssen schauen wie ihre Beziehung und all das zur Transition paßt. Ich hingegen kann nur berichten, wie das alles zusammen mit der Zeit gewachsen ist. Und ich denke dadurch lernt man wie man mit Veränderungen und Krisen umgeht.
Nicht nur bei mir gab es lebensveränderte Einschnitte, auch bei meiner Frau. Die war nämlich Adipositas Grad 3, bis sie ein Jahr nach meinem Outing einen Magenbypass bekommen hat und innerhalb von 2 Jahren 70 Kg abgenommen hat. Und aus Selbsthilfegruppen für Fettleibige bzw. Magenbypass operierte wissen wir, dass gut 70% aller Beziehungen/Ehen nach der OP in die Brüche gehen, weil der Partner mit den Veränderungen nicht klar kommt.
Also eine Beziehung trotz Transition der einen Partnerin und Magenbypass-OP bzw deren Folgen der anderen Partnerin aufrecht zu erhalten und entwickeln, die Chancen sind doch eher gering.
Ich bin sicherlich keine Beziehungsberaterin, aber ich kann sagen wie man die Dinge sieht, wenn sich die Beziehung und die Transidentität gemeinsam entwickeln und ich weiß wie es wenn sich die eigene Partnerin im Lauf der Zeit massiv verändert.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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RE: Ich bin Vicky - noch MzF und bald nur F
Beitrag #35
(04.12.2016, 09:18)Vicky40 schrieb: PS: Mike-Tanja hat vorgeschlagen die Diskussion in ein eigenes Beziehungsthema zu verschieben. Find ich gut.
Moderationshinweis: Was soeben geschehen ist. Ich bin noch auf der Suche nach älteren Themen, die sich dafür eignen, in dieses Thema aufgenommen zu werden (was den kleinen Vorteil hätte, dass m.W. dann auch die Teilnehmer/innen der älteren Diskussionen Benachrichtigungen über neue Beiträge bekommen und sich vielleicht wieder beteiligen).
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: Transfrau+Cisfrau - Chancen, Risiken, Erfahrungen
Beitrag #36
(03.12.2016, 17:34)Meandra schrieb: O nein, ich dramatisiere nicht. Ich sehe es nur aus einem anderen Winkel. Natürlich gibt es Paare, die zusammenleben, obwohl einer der beiden ein Transident ist. Und man kann sehr wohl eine romantische Beziehung zusammen führen, klar. Nur trotzdem wird die Sexualität anders sein. Meine Frau hat mir gleich gesagt: lesbisch werde ich nicht. Und auf einen Penis kann ich schwer verzichten. 

So: ich selbst will ihn nicht, den Penis. Dh, bei mir wird es die GaOp geben. Wir werden es probieren, zusammen als Frauen die Sexualität neu zu entdecken. Vielleicht klappt´s. Vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich selbst bin auch nicht lesbisch. Eher bi-veranlagt. Auch mir wird vielleicht etwas abgehen. Wer weiß. 

Sie weiß, dass ich sie liebe.

Ich bin auch nicht davon ausgegangen, dass du überdramatisierst, dass war ein allgemeiner Hinweis, nicht in diese Abwärtsspirale zu verfallen.

Hm, du sagst die Sexualität wird anders sein und machst dir darüber Gedanken. Was ist mit dem Gedanken das sie besser sein wird? Erfüllender sein wird? Für beide Partner?

Das einzige was ziemlich sicher ist, das es komplizierter wird. Das ist auch immer meine Antwort, wenn mich jemand nach meinem Sexleben fragt. Und dann erzähle ich einfach die Fakten: Ich bin eine lesbische Transfrau, die mit einer Cis-Frau verheiratet ist. Ich bin nicht operiert, also könnten wir theoretisch Sex wie ein Hetero-Paar haben. Nur da ich Geschlechtsverkehr völlig unbefriedigend finde, geht es so nicht. Und wenn ich mir meine Frau angucke, was sie von Geschlechtsverkehr hält, dann kommen da Beschreibungen wie: unbefriedigend, gar nicht stimulierend, anstrengend, lästig, schmerzhaft, ekelig... Die Liste läßt sich sicherlich noch erweitern.
Soweit dazu, also sucht man nach Mitteln und Wegen, anders Sex zu haben. Was ja schon mal an sich anspruchsvoll ist.
So, und jetzt wird es richtig komplziert. Weil ich nämlich wenig Probleme mit meinem Penis habe und gar keine OP will, der stört noch nicht mal wirklich beim Sex. Meine Frau sagt sogar er gehört. Manchmal könnte ich gerne drauf verzichten, weil die körperliche Erregung nicht immer mit den Empfinden im Kopf konform geht.
Dann ist da noch der Umstand, dass ich es wiederum sehr stimulierend finde, wenn ich pentriert werde. Aber körperlich ist das für beide sehr anstrengend.
Und zu guter Letzt ist es dann auch noch so, das tägliche Lustempfinden verläuft bei uns beiden ziemlich unterschiedlich, ich habe am Nachmittag die meiste Lust auf Sex, meine Frau hingegen in der Nacht. Da ist es auch nicht einfach einen guten Zeitpunkt abzupassen.
Also bei uns passend eigentlich gar nichts zusammen, trotzdem haben wir ein sehr aktive und befriedigendes Sexleben. Weil wir einfach aufgehört haben darüber nachzudenken, sondern es einfach leben.
Ich meine geh doch mal los und erzähle den Leuten, dass eine heterosexuelle Frau, Geschelchtsverkehr haßt, aber Penise mag und eine lesbische, nicht-operierte Transfrau, die Geschlechtsverkehr doof findet und die gerne penetriert wird, ein total erfülltes und befriedigends Sexleben haben. Die meisten werden wohl antworten, dass du Unsinn redest, weil sowas nicht geht bzw. weill es sowas nicht gibt.

Letztlich ist unser Sexleben, ohne Erwartungshaltungen oder vorgefertigte Sichtweisen, sonst würde es nicht klappen. Ich weiß nämlich noch, wie meine Frau mich immer wieder gefragt hat, teilweise sogar bis zum Outing, ob es mich nicht stören, dass wir keinen Geschlechtsverkehr haben. Das hat sie in ihrer Sexualität wohl irgendwie gehemmt, weil da wohl irgendwo der Gedanke im Hinterkopf war, dass jemand mit einem Penis das wohl benötigt, um befriedigt zu sein. Es hat lange gedauert bis sie verstanden hat, dass ich das nicht brauche. Aber seitdem kann sie endlich loslassen, weil sie weiß das nichts fehlt.

Auch wenn es komplziert ist, wir wollen es gar nicht anders, weil es uns so am meisten Spaß macht.

(03.12.2016, 17:34)Meandra schrieb: es ist auch tatsächlich nicht einfach. Wenn man den Rückhalt nicht so hat, dann leidet auch das Selbstbewusstsein. Ich will stark sein, für mich, für meine Familie. Oft schaffe ich das, und dann gibt es wieder Momente, wo ich echt verzweifel. Mein Weg ist richtig. Ich habe keine Zweifel. Ich werde mein Umfeld ändern. Muss ich auch, ansonsten werde ich immer der als Frau verkleidete Mann sein. Wenn man mich in der Öffentlichkeit stets mich mit meinen männlichen Namen anspricht, dann versinke ich regelrecht in den Erboden. Oder könnte mal ordentlich aufschreien.
Vielleicht solltest du mal schreien, wie gesagt, ich habe deswegen auch schon Leute angeschrien. Natürlich muss man immer abwegen, ob man sich nicht lächerlich macht, wenn man sich plötzlich wie eine verrückte Dramaqueen benimmt. Ich habe das wenn überhaupt nur im privaten gemacht, bei Menschen die mehr sehr nahe stehen.
Ansonsten bleibt nur sofort höflich, aber durchaus bestimmt zu widersprechen bzw. die Leute zu verbessern. Sobald man die PÄ hat kann man das mit noch mehr Nachdruck machen, weil es dann keine zwei Meinungen mehr gibt was denn nun der "richtige" Name ist.
Wichtig fand ich es auch immer, klar zu sagen, dass mir das weh tut und es mehr ist als nur eine Lapalie oder Nachlässigkeit. Einige mal habe ich es auch mit sehr drastischen Worten erklärt: "Guck mal, du verstehst es vielleicht nicht, aber wenn du mich mit meinem alten Namen ansprichst, dann fühlt es sich für mich ungefähr so an, als würde ich Arschloch zu dir sagen."
Ein paar haben natürlich rumgezettert, sowas kann man nicht vergleichen, aber viele haben auch drüber nachgedacht und sagen, ihnen war gar nicht bewußt, wie schlimm ich das empfinde.
Oder man reagiert gar nicht mehr auf solche Ansprachen. Das wird natürlich zu Konflikten führen, weil Leute absichtlich zu ignorieren ist sehr unhöflich. Und wenn man zur Rede gestellt wird und sagt: "Ich habe dich gehört, aber ich reagiere nicht mehr auf diesen Namen.", dann wird das nicht jeder als Rechtfertigung akzeptieren. Das kann man sich nicht bei jedem erlauben, weil man auch nicht überall Konflikte vom Zaun brechen will.
Letztlich braucht schon ein wenig Menschenkentniss, um abzuschätzen, wann man wen am ehsten zu einem Umdenken bewegen kann.

Tja, du sagst du willst stark sein? Aber warum? Wir sind Frauen, brauchen nicht stark sein bzw. wir dürfen unsere Schwäche zeigen, auch unsere Verzweifelung und sonstigen Gefühle. Wir können zeigen das wir Hilfe brauchen, weil wir es nicht alleine schaffen.
Das habe ich gestern Abend wieder deutlich vor Augen geführt bekommen. Wir waren noch auf einem Konzert in einem Club und eine liebe Bekannte hat erst noch schön gefeiert und sich gefreut, dass wir alle mal wieder zusammen kommen und plötzlich stand sie vor der Tür und hat herzzerreißend geweint. Da habe ich dann auch erfahren, daß sie seit Monaten einen Wasserschaden in ihrer Wohnung hat, in eine verdreckte Ersatzwohnung ausquatiert wurde und der Vermieter kümmert sich um nichts und keiner iher wirklich engen Freunde geht ihr mal zur Hand. Kein Wunder das sie verzweifelt ist und losheult, wenn sie mit uns feiern soll, als wäre alles in bester Ordnung. Aber manchmal überkommt es einen und dann muss es raus, weil nicht mal die stärkste Frau dagegen an kommt. Bis gestern dachte ich nämlich, die gehört zu der Sorte, die kein Wässerchen drüben kann.

(03.12.2016, 17:34)Meandra schrieb:
Ich bin im Theater. Meine Kollegen wissen es seit der letzten Produktion im November. Sie stehen voll hinter mir und haben mich auch wieder eingeladen, bei der nächsten Ensamblebesprechung teilzunehmen, weil ich nächstes Jahr pausieren werde. Das war eine Erleichterung für mich. Aber im Grunde brauche ich Leute um mich herum, die mich wirklich unterstützen und mich auch als Frau behandeln. Derweil ist es nur mein Spiegelbild.
Warum willst du nächstes Jahr pausieren? Wenn es dir gut tut, würde ich ja weiter machen.

(03.12.2016, 17:34)Meandra schrieb: Ich gebe jeden die Zeit, die er braucht. Ich zeige mich jeden als Frau, lebe 24 Stunden und 7 Tage die Woche als Frau. Mir geht´s gut. Ich kann mich endlich so geben, wie ich seit meiner Pubertät eigentlich sein sollte. Und das gebe ich nach außen. Viele erkennen, wie gut es mir geht. Das sagen sie mir auch. Aber niemand interessiert sich für das, für mich, weil ich nur der Schadende bin, der der eigenen Familie etwas antut. So ein Bullshit.
Das einzigste was du beschätigst ist das Weltbild anderer Menschen. Aber einigen ist eben jedes Mittelrecht um ihr Weltbild zu bewahren, ist leider so. Die Engstirnigkeit stirbt nicht aus. Das schadet den Menschen zwar mehr als alles andere, aber das sehen sie nicht.
Aber ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie ich reagieren würde, da ich solche Widerstände nicht hatte.

(03.12.2016, 17:34)Meandra schrieb: Die Sexualität hat auch nichts mit den Hormonen zu tun. Ich selbst stehe auch auf Männer (aber nicht als Mann - sorry, geht nicht). Seit meinem Outing und dem Befreien meiner Last, entwickelt sich allmählich auch die Liebe zu den Männern, die ich als Partner genauso sehe wie die künftigen Väter. Vielleicht auch eine Einbildung oder ein Hineinsteigern. Keine Ahnung. Aber diese Sehnsucht - nach Mann und Kind - hatte ich schon sehr lange, und jetzt verstärkt es sich.

Klingt so als wenn du dir selbst noch nicht unschlüssig bist. Schlüssiger wird man sich selbst vielleicht nie, dass weiß ich ja selber, aber die Zweifel sollten weniger werden. Weil man Wünsche ja auch irgendwie in die Realität umsetzen muss und da sind Zweifel keine gute Sache. Sonst bleiben es allenfalls Träume und Fantasien.
In dem Zusammenhang kann man auch mal darüber nachdenken, was Wünsche und Bedürfnisse sind und was erotische Tagträume und Fantasien sind.
Die gehören auch zur Sexualität, bleiben aber nur im Kopf.
Wie ich z.B. bereits erwähnte, ich kann es mir vorstellen mit einem Mann zu schlafen. Aber das sind einfach nur Fantasien, daraus leite ich weder ab, dass mich Männer wirklich interessieren, noch dass ich mit einem Mann Sex haben will.
Wenn mal wieder ein Mann mit mir flirtet, dann brauche ich mich nur an die Fantasie erinnern und der direkte Vergleich von Fantasie und Wirklichkeit, führt immer zu einem "Mit dem der da vor dir steht? Oha, nein danke!"
Ich hatte auch schon erotische Fantasien von Gruppensex, aber das heißt ja nun auch nicht, dass meine Frau und ich losziehen und uns eine Handvoll Männer anlachen.

Ansonsten denke ich, dass es durchaus möglich ist, dass so wie einige meinen, Bi-Sexualität angeboren ist. Aber selbst Menschen, die sich offen dazu bekennen, haben ja Tendenzen welches Geschlecht sie bevorzugen. Deswegen denke ich, könnte Heterosexualität durch aus nur durch Erziehung und logisches Auschließen so verbreitet sein. So nach dem Motto: "He Junge, findest du Frauen erotisch?... Gut, dann kannst du nicht schwul sein!" Ein simples Ausschlussverfahren, was dann durch Gesellschaftliche Normen und Tabus aufrecht erhalten und gestärkt wird. Aber das muss nun nicht unbedingt die wahren Gefühle abbilden.
Das wir mit unserer Transidentität das alles nochmal neu überdenken müssen, das bleibt nicht aus.
Ich habe nun auch lange überlegt, wie stark meine Bi-Sexuelle Veranlagung ist, aber da ich an Frauen deutlich mehr gefallen finde, kann sie nicht wirklich ausgeprägt sein.

Aber ich denke schon, dass man z.B. eine Beziehung mit einer Frau führen kann und gleichzeitig mehr Interesse an Männern haben kann. Da kommen dann wieder die unterschiedlichen Ebenen ins Spiel, vielleicht findet man auf der romantischen Ebene bei Frauen, dass was man sich wünscht, aber rein von den sexuellen Vorlieben eignen sich Männer besser als Partner. Solche offenen Beziehungen sind natürlich sehr schwer. Wenn man dann noch Transidentität mit in die Betrachtung aufnimmt, dann wird es sicherlich nicht besser.
Also wir sind schon gezwungen uns öfters mal mit der Sexualität auseinander zusetzen, sowohl unser als auch der von anderen Leuten. Auch weil die drei Beziehungsmodelle "Mann-Frau", "Frau-Frau" oder "Mann-Mann" für uns nicht immer passend sind. Na ja, zum Glück gibt es ja noch mehr Beziehungsformen.

(03.12.2016, 17:34)Meandra schrieb: Im Grunde genommen habe ich meiner Frau gesagt, dass wir uns gegenseitig keinen Stress machen sollen. Lassen wir die Zeit laufen, weil es nichts bringt, sich jetzt schon Sorgenfalten für die Zukunft zurechtzulegen. Ich weiß nicht, was nächstes Jahr oder in den  kommenden Jahren passieren wird. Und sie auch nicht. Daher einfach die Zeit sich entwickeln lassen. Das posaune ich auch den anderen zu. Aber die - vorallem einer ihrer Onkel sagte: der verarscht dich doch nur.
Hört sich nach einer echt üblen Situation an.

Ich kenne das Problem mit garstigen Verwandten. Mein Vater ist vor 2 Jahren gestorben und hat mir einiges vererbt und ca. 2, 3 Monate nach seinem Tod sagen meine Tante und meine Cousine meiner Frau (damals ja noch Freundin) auf den Kopf zu: "Wenn du nicht da sein würdest, würde das Erbe viel länger reichen!"
Wir waren so verplext, das wir das erstmal gar nicht realisiert haben. Aber kurze Zeit später, auch nachdem wir noch mal mit anderen Verwandten gesprochen haben, sagte meine Frau dann: "Schatz, dass geht so nicht. Jetzt muss du dich entscheiden, entweder du stehst zu mir, ohne wenn und aber. Oder du stehst zu deiner Tante und ihrer Sippe. Aber ich lasse mich nicht als Erbschleicherin beschimpfen oder hinstellen, als wäre ich nur auf das Geld."
Na ja, mit der Verwandtschaft von meinem Vater rede ich nicht mehr. Wer so mit oder über meine Frau redet, dem habe ich nichts mehr zu sagen.
Ich kann nicht zu meiner Frau stehen und gleichzeitig den Umgang mit Verwandten pflegen, die meine (Ehe)Frau beschimpfen und verächtlich machen. Das ist dann eine Entscheidung zwischen (Ehe)partnerin oder Familie, da muss man dann wissen, was wichtiger ist. Und Blut ist nicht immer dicker als Wasser.

(03.12.2016, 17:34)Meandra schrieb: Im Endeffekt, so kommt es mir vor, bin ich von einer Krise in die nächste gestürzt. Ich habe mich gefunden und weiß, dass ich eine Frau bin. Pasta. Und jetzt suche ich einen Weg, wie ich auch als solche angenommen werde.
Das heißt nicht Krise sondern Transition. Leider ist der Weg für viele sehr steinig und je weniger Unterstützung man hat, umso belastender wird er.
Deswegen sage ich ja immer, man sollte nicht glauben, dass es reicht sich zu Outen und irgendwie schnell die HRT und evtl. die OP zu machen. Der Rest wird nicht von alleine kommen, diese ganzen kleinen und großen Probleme, wollen auch alle beseitigt werden. Und das ist eben teilweise sehr hart und anstrengend.

(03.12.2016, 17:34)Meandra schrieb: Ich weiß, dass es für meine Frau schwer ist, mich zu verlassen. Sie kann es nicht. Aber andererseits will ich nicht als Nutznießer dastehen, der ihre Angst ausnutzt. Sie hat auch Angst, wann die körperlichen Veränderungen anfangen, fürchtet sich davor, wenn ich ein weibliches Geschlecht anstatt eines Penises habe. Und sie weiß nicht, wie sie mich dann noch berühren kann. Aber wie schon gesagt: ich gebe ihr die Zeit, die sie braucht. 

Und sollte für sie mal der edle Prinz auftauchen, tut es zwar weh, aber ich weiß, wie sehr sie sich einen Mann wünscht. 

Vg. Meandra

Also wenn ich das so lese und ehrlich sein soll, klingt es so als wenn du dich schon aus der Beziehung verabschiedt hast.
Das ist irgendwie keine gute Einstellung.

Ich finde diese bildhaften Beschreibungen auch sehr interessant. Du hoffst, dass ein edler Prinz kommt und deine Frau rettet. Anderseits bist du die kleine Prinzessin... Wer ist dann deine Frau?
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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RE: Transfrau+Cisfrau - Chancen, Risiken, Erfahrungen
Beitrag #37
Meine Frau und ich sind seit 16 Jahren zusammen, sie hat mich als Mann kennengelernt und auch als Mann geheiratet. Ein paar Monate später habe ich mich (ge)outen(t) (müssen). Weil ich einfach nicht mehr mit meinem Leben weiterwusste. Sie weiß seit ungefähr einem Jahr, dass ich mich als Frau fühle und nicht als Mann. Für sie ist das eine radikaler Schnitt, für mich einfach eine Befreiung mit Wehwechen. Schließlich war es nicht einfach gewesen, das zu tun.

Ich will nicht von ihr weg, und sie auch nicht von mir. Aber einerseits wünscht sie sich den Mann im Bett, den Mann, der sie durch das Leben begleitet. Ich bin natürlich sehr verunsichert, weil ich ihr den Mann nicht mehr geben kann, aber selbst nicht weiß, ob ich eine Frau oder einen Mann an meiner Seite haben will. Sie traut sich wieder, mich in der Öffentlichkeit zu küssen.  Kiss Was sehr schön ist. 

Gedanken über die Sexualität mache ich mir jetzt nicht von meiner Seite aus, weil ich aus dieser Sicht sehr offen bin. Ich mache mir Gedanken darüber, wie meine Frau das machen wird, ob sie sich auf die gemeinsame weibliche Liebe einlässt. Die körperliche Liebe ist für uns beide sehr wichtig, weder will sie darauf verzichten noch ich. Jetzt ist es halt schwer, weil ich die Männlichkeit unterdrücken möchte. Daher kommt sie auch selten vor. Ich will als Frau lieben und als solche auch geliebt werden. Da ist es wie bei dir, dass halt Geschlechtsteil und Kopf nicht miteinander wollen, können. 

Wenn die HET zu wirken beginnt, die ersten Anzeichen in den Startlöcher stehen, wie wird sie reagieren? Wenn der Penis nicht mehr steif wird, wenn die Brüste zu wachsen beginnen usw. 
Bei mir kommt die Lust eher am Morgen. Meine Frau ist da sehr unterschiedlich. Sie hat das ganz verschiedene Lustzeiten, und sie liebt den Geschlechtsverkehr. 

Gemeinsam wollen wir das Sexleben als Frau-Frau austesten. Wir wollen es versuchen, entdecken und weiter ausbauen. Vielleicht gefällt es uns ja. Vielleicht sehen wir aber ein, dass das nicht stimmig ist und etwas fehlt. Das kann ich jetzt nicht sagen, wir müssen es probieren. Und das werden wir auch.

Ich freue mich immer wieder, wenn man mich Meandra nennt. Das fühlt sich einfach so gut an. Auch meine jüngste Tochter hat mal  den Namen ausgesprochen. (Für die Kinder bin ich immer der Papa, und meine Frau darf mich weiterhin auch mit dem männlichen Namen ansprechen). Doch bei meinem persönlichen Umfeld ist da sehr viel Sturheit im Spiel. Obwohl sie mir versprochen haben, e bald zu versuchen (vor ca. 10 Monaten), ist irgendwie wieder eine für sie gewisse Normalität angebrochen. Mein männlicher Name wird da wieder herausposaunt, als wäre da nie etwas gewesen. Nächstes Jahr werde ich die PÄ beantragen und dann bestehe ich ohnehin darauf. Da gibt es auch keinen Aufschub mehr. 

Sie jetzt darauf anzusprechen ist mir irgendwie etwas unangenehm. Da bin ich der volle Hosenpfuffi. Da habe ich die Befürchtung, dass sie das noch mehr mit Nachdruck machen, mich quasi mit dem männlichen Namen noch mehr verunglimpfen, oder weil sie sich plötzlich verpflichtet fühlen und es aus schlechtem Gewissen machen, mich mit Meandra anzusprechen. Ich will es aber, dass sie es aus Überzeugung machen, nicht, weil die Dramaqueen es unbedingt verlangt. 

Es ist sehr interessant zu beobachten, dass mich die männlichen Arbeitskollegen als Meandra rufen und mich auch als Frau bezeichnen. Die weiblichen Arbeitskollegen sehen mich als den Mann. Bis heute hat keine Frau mich als Frau bezeichnet. 

Wie soll ich sagen: ich bin mit meiner Transition sehr alleine. ich könnte jeden Tag heulen und jeden volljammern, warum es verdammt so schwer ist, mich als vollwertiges Mitglied des Östrogenenclubs zu sehen. Mir geht auch niemand zur Hand. Ich muss stark sein, um zu bestehen. Immer lächeln. Denn sobald ich Schwäche zeige und man mich so sieht, heißt es nur: "ach, mach dir nichts draus. Hast dir ja selber eingebrockt. Bist selbst schuld. Aber gehe einfach wieder als Mann und dann ist wieder alles gut." Kein Hirngespinst. Solche Worte sind schon mal gefallen. 

Ich pausiere deshalb im Theater, weil es beruflich nicht anders geht und ich auch nicht weiß, wie die HET meinen Körper schwächen wird. Aber ich werde nicht auf der Bühne, sondern hinter der Bühne stehen und bei den Aufführungen soufflieren. Also weg vom Theater bin ich nicht. 

Ich bin da ganz hoffnungsvoll, dass diese Widerstände bald enden. Vielleicht, wenn ich die Transition abgeschlossen habe, wird es besser werden. Ich weiß es nicht. Aber ich gebe nicht auf. 

Ehrlich gesagt, bin ich noch sehr unentschlossen, was Männer und Frauen betrifft, welche Beziehung ich eher mag oder ablehne. Das kann man nur herausfinden, wenn man es probiert. Aber hier eröffnen sich wieder neue Probleme. Sollte man es in der Beziehung probieren oder nach der. Wie stellt man das an, wenn man als Frau mit einem Mann Sex hat? Das ist ja das komplett umgekehrte. Sicher sind die Bilder im Kopf anders als die Realität jemals sein wird. Ich habe noch nie mit einem Mann geschlafen und habe das auch vor der OP nicht vor. Was danach geschieht, weiß ich nicht. Aber ich habe mal gehört, dass gerade die getane OP die Neugier auf das andere Geschlecht steigert. Und das ist: Neugier. Bei mir ist es aktuell auch nur die pure Neugier. Keine Ahnung, was die weiblichen Hormone dann anstellen. 

Die liebe Verwandtschaft. Die von meiner Frau haben mich von anfang an abgelehnt. Weil ich nicht reich bin, sondern ganz normal. zB meine Schwägerin hat einen Mann, der sie vor anderen niedermacht, betrunken nach Hause kommt, sie und den Sohn vollbrüllt....aber wird er abgelehnt:  nein. Weil er Geld hat. Und mit meiner Transition wird die Ablehnung um nur einen Punkt erweitert. Also eigentlich hat sich die Beziehung zu mir nicht verändert. Daher juckt es mich auch weniger. Was mich juckt, ist, dass sie meiner Frau nur übles erzählen, mich soweit auf Abstand halten, als hätte ich  eine ansteckende Krankheit. Mein Neffe ist  für mich die größte positive Überraschung. Meine Schwägerin hat gesagt, wenn er mich in Frauenkleidung sieht, wird er mich auslachen und wird nie mehr bei uns nächtigen wollen. Tja....er hat mich weder ausgelacht, ganz im Gegenteil, der Umgang mit mir hat sich nicht geändert. Und übernachten bei uns tut er immer noch. Mein großer Halteturm ist die Tante von meiner Frau. Weil sie selbst, mit mir jetzt, 3 Leute kennt, die in der Transition stecken. Einen hat sie sogar in ihrer Arbeit. Vorallem wegen ihr ist der Sturm nicht sehr groß. Weil sie eigentlich der große Polterer ist. Daher ist nur Ruhe, aber die Ruhe ist ärger als das Gesagte. Meine Schwiegermutter reibt sich die Hände, weil sie wartet, bis sich meine Frau von mir trennt (sie ist mein größter Ablehner von Beginn an)

Meine Verwandtschaft hält mich ohnehin auf Abstand. Meine Großmutter  träumt immer davon, dass ich endlich wieder in Männerkleidung herumlaufe und normal werde. Mein Bruder weicht mir generell aus, meine Schwester bezeichnet mich als ihre Schwester, hat mich aber seit meinem Outing nicht mehr gesehen. Hängt das mit ihrem Mann zusammen (er ist Mormone)? Keine Ahnung. Und meinen Vater kenne ich nicht. Daher ist zumindest dieser Teil geglättet. Und meine Mutter macht immer so ein sehr freundliches Gesicht, wenn sie mich sieht. Da könnte ich umkehren. 

Ich weiß: Transition. Ich stecke da voll drinnen und bin mit meiner persönlichen Entwicklung sehr zufrieden. Ich bemühe mich. Und das merke ich auch draußen bei den Leuten, die mich nicht kennen. 

Oh nein, ich habe mich nicht aus der Beziehung verabschiedet. Ich bin mitten drin. Aber ich will es mir nicht unnötig schwer machen. Und ehrlich gesagt hat sie mit meiner Transition große Probleme. Wir haben schon mal darüber geredet, was wäre wenn....wir würden uns nur als Liebespaar trennen, aber niemals als Familie. Nur halt ist sie auf zwei Wohnungen aufgeteilt. Aber der aktuelle Stand ist: wir wollen es probieren, weiterhin als Paar zusammenzuleben.

Ich weiß nicht, wer mich mal rettet. Ist es meine Frau, die mich rettet? Ich selbst? Oder auch ein Prinz? 

Im Jänner beginnt die HET. Der Termin ist fixiert, die Freigabe habe ich. Es ist ein ganz neuer Weg für uns alle. Ich wünsche mir, dass wir zusammen das bestehen und freue mich, wenn es auch so bleibt.
Wir Transfrauen sind etwas Besonderes, mit einem speziellen Gen Heart
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RE: Transfrau+Cisfrau - Chancen, Risiken, Erfahrungen
Beitrag #38
(08.12.2016, 14:00)Meandra schrieb: Meine Frau und ich sind seit 16 Jahren zusammen, sie hat mich als Mann kennengelernt und auch als Mann geheiratet.

[hier gekürzt]
Gemeinsam wollen wir das Sexleben als Frau-Frau austesten. Wir wollen es versuchen, entdecken und weiter ausbauen. Vielleicht gefällt es uns ja. Vielleicht sehen wir aber ein, dass das nicht stimmig ist und etwas fehlt. Das kann ich jetzt nicht sagen, wir müssen es probieren. Und das werden wir auch.[hier auch gekürzt]
Eine sehr berührende Geschichte.Hug  Das ist natürlich eine Rechnung mit sehr vielen Unbekannten. Ich kann euch nur die Daumen halten! Meine persönliche Erfahrung ist, dass eine heterosexuelle Frau diesen Umstieg eher nicht schaffen wird. Wenn doch, dann war sie wohl immer schon ein bisserl bi- bzw. ambisexuell. Letztere Wahrscheinlichkeit dürfte übrigens ziemlich hoch sein, also sind die Chancen auch wieder nicht so schlecht, dass alles gut endet.
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: Transfrau+Cisfrau - Chancen, Risiken, Erfahrungen
Beitrag #39
Also ich würde sagen, das Umfeld ist suboptimal. Und das ist noch höflich ausgedrückt.
Ich frage mich auch woran das liegt, finde aber keine echte Antwort. Besonders beim direkten Vergleich mit meinen Erfahrungen, ich wohne in einem Provinznest in Norddeutschland und ich würde die Menschen hier jetzt nicht gerade als weltoffen bezeichnen. Und meine Familie ist ja nun auch nicht so wirklich tolerant, zu mindestens in vielen Dingen gibt es nur eine enggefasste Meinung.
Aber trotzdem hatte ich nie solche Probleme.
Vielleicht liegt es letztlich doch nur wieder daran, dann es bei mir mehr als offensichtlich ist, dass ich nur in die weibliche Rolle passe.
Ich weiß es nicht, vielleicht spielen auch die 3 Jahre Psychotherapie eine Rolle, die ich hinter mir habe.

Nun, die Anerkennung als Frau, so doof es klingt, aber die muss man sich erarbeiten. Unsere Gesellschaft ist nun mal nicht so gestrickt, dass allein die Eigenaussage reicht. Leider bedarf es immer "Beweisen" um den eigenen Anspruch zu unterstreichen.
Wie oft habe ich zu hören bekommen, dass man bei mir wirklich nicht merkt, dass ich nicht als Frau geboren wurde. Und das bezog sich nicht immer aufs Aussehen, sondern auf alle möglichen Dinge.
Frauen sind untereinander auch wesentlich kritischer. Menschen mit Transidentität haben da natürlich ein gewisses Handicap, gerade wenn sie sich erst spät mit ihrer Transidentität auseinandersetzen.
Aber so viel kann ich dazu auch nicht sagen, bei mir hat das immer irgendwie gepaßt.

Und was das Sexleben angeht, da würde ich mir keine Gedanken mehr drüber machen oder nur noch positive. Immerhin ist der Vorteil beim Gleichgeschlechtlichen Sex, das der aktive und passive Part nicht festgelegt ist. Da kann man schon eine Ahnung bekommen, wie andere Frauen Sex wahrnehmen und erleben.
Ich würde auch diese ganze Rumdefinieren und "außen betrachten betrachten/benennen" lassen.
Ich muss immer wieder an den einen Sinnspruch denken, den ich letztes Wochenende auf dem Damenklo gelesen haben: Make Sex! Hate Sexsim!
Dieses ganze "Was geht? Was darf man? Was ist männlicher Sex? Was weiblicher? Was ist homo? Was hetero?", irgendwo ist das doch alles recht sexsistisch.
Ich mit meinem abnormalen Sexleben, bin froh das es überhaupt klappt. Sex muss nicht einfach sein, oder wohl definiert. Solange es Spaß macht ist alles andere nebensächlich.

Na ja, unliebsame Verwandte wird man so schlecht los, das habe ich erst wieder vor kurzem gemerkt. Meine Stiefmutter hatte eine Frage zu den Angelegenheiten meines Vaters, ich wußte aber nichts davon. Ich konnte dann höchstens meine Mutter fragen, ob die sich noch daran erinnert wie das damals war. Wußte sie auch nicht, aber in dem Gespräch sagte sie: "Also dein Onkel sagte..."
Meine Antwort war nur: "Was interessiert dich, was der sagt? Oder was glaubst du, woher der das wissen will? Keiner redet mit dem, also kann er gar nichts wissen. Der und die anderen aus der Sippe können sich höchsten irgendwelche Geschichten aus den Fingern saugen, um andere schlecht zu machen."
Es ging letztlich wieder um finanzielle Dinge aus der Erbschaft und da ich weiß das meine Stiefmutter, das niemals mit denen besprechen würde, sind das im Grunde nichts weiter als Lügen.
Ich habe dazu sowieso meine eigene Theorie, die haben alle nicht verwunden, dass sie im Testament nicht bedacht wurden und jetzt wird so lange intregiert bis sie ihren "rechtmässigen" Anteil kriegen. Also bis in alle Ewigkeit.
Aber mit dem Teil der Familie bin ich fertig, dafür ist zu viel vorgefallen.

Und was die Geschichte mit dem Retten angeht, wie sage ich immer so schön: Ich bin eine Walküre und keine Prinzessin. Mich braucht man nicht retten, ich mach den Mist zur Not alleine.
Klingt abgedroschen, aber es steckt ein Funken Wahrheit dadrin, zur Transition gehört auch, dass ein Stück weit emanzipiert und nicht immer von anderen abhängig ist. Ich nehme sehr gerne Hilfe und Unterstützung an, ich lasse mich auch retten. Aber ich kann auch selbst für mich sorgen.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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RE: Transfrau+Cisfrau - Chancen, Risiken, Erfahrungen
Beitrag #40
@Meandra: Schön dass du deine Situation so auführlich geschildert hast. Was ich ausserordentlich gut finde ist deine klare, sehr reflektierte Sichtweise der Dinge und wie sich alles entwickeln könnte. Du gibst dich keinen Illusionen hin, aber möchtest versuchen eine bestmögliche Lösung zu finden - nicht nur für dich - wobei natürlich klar ist dass du deinen Weg gehen wirst.

Ich kann dir zwar erzählen dass bspw. in meinem Fall die Beziehung bisher auch 2 Jahre HRT und viele weitere Veränderungen überlebt hat und Probleme - sofern es welche gibt - eher ganz normale Beziehungsprobleme sind. Auch gab es innerfamiliäre Akzeptanzprobleme, die sich aber durchaus gebessert haben. Aber das ist einfach alles sehr unterschiedlich und nicht ohne weiteres übertragbar.

Das Wichtigste diesbezüglich ist deine Partnerin, die zu dir steht und bei dir bleiben möchte (und dich auch in der Öffentlichkeit küsst), alles andere wird die Zeit zeigen.

Man benötigt zwar ohnehin eine gewisse Stärke um mit allem zurechtzukommen, dennoch finde ich zeitweilige Gefühlsausbrüche nicht unbedingt schlimm, und durch die HRT ist es auch nicht unwahrscheinlich,dass das auch noch schlimmer wird. Sich dann immer zu verstellen und zu versuchen eine Maske aufzusetzen funktioniert oft nicht wirklich gut, nun gut, man könnte dann immerhin aufs Klo heulen gehen (was aus Erfahrung auch keine gute Idee ist, weil - sofern man sich schminkt - man dann immer ein bisschen wie ein Waschbär aussieht Smile )

Familienmitglieder, oh ja, die können anstrengend sein. Bei mir hat es sich so ergeben, dass diejenigen mit denen ich noch Kontakt habe, auch kein Problem mit mir haben. Es gibt auch welche, deren hoch christlich-katholisch-scheinheilige Einstellung ich kenne, und wo es mir lieber ist wenn ich die kaum noch sehe.

Sobald man die PSÄ erledigt hat, sollte es auch hinsichtlich der Verwendung des Vornamens zu keinen Unstimmigkeiten mehr kommen, denn ich weiss wie es sich anfühlt wenn man noch mit dem falschem Namen angesprochen wird. Nachdem ich übrigens kürzlich eine Werbezusendung einer Firma bekommen hab, addressiert an mein früheres ich, hab ich kurzerhand hingemailt der Adressat sei zwischenzeitlich verstorben, worauf mir als Antwort immerhin Beileid zugesprochen wurde Smile

Durch die Auswirkungen der HRT bleibt ja hoffentlich nicht mehr viel was männliches übrig, aber das kann ja auch bedeuten das deine Partnerin dann eine starke Frau an ihrer Seite hat und bspw. auch weiterhin eine Schulter an die sie sich anlehnen kann.

Die Idee mit dem Prinzen würd ich übrigens eher vergessen, andererseits bin ich mit meiner zwischenzeitlichen Androphobie vermutlich auch niemand der geeignet ist diesbezüglich gute Ratschläge zu geben.

Ich wünsche dir und deiner Frau in jedem Fall weiterhin alles Gute!  Heart
[Bild: bild1.jpg]  IF AT FIRST YOU DON'T SUCCEED, FIX YOUR Ponytail AND TRY AGAIN.[Bild: bild0.jpg]
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