Hi
Hi
Beitrag #1
Ich bin Mama eines 16-jährigen Trans-Jungen. Bin auf diese Seite gestossen, weil ich eine Gruppe für Angehörige gesucht haben. Bis vor 3 Monaten dachte ich, ich hätte eine Tochter die in der Pupertät ist und es eine "Phase" wäre, daß sie sich im Laufe der letzten Jahre immer mehr zu einem Jungen verändert hat. Nachdem es dann innerhalb der letzte 1 1/2 Jahren mit meiner Tochter psychisch immer mehr abwärts ging, kam ich durch einen Zufall vor 3 Monaten drauf, was wirklich los ist und mir fiel ein riesengroßer Stein vom Herzen, endlich zu wissen, was der Grund für die massiven Depressionen und Schlaflosigkeit ist. Nun ist mein Sohn auf dem Weg zu seinem Geschlecht. Ich möchte ihn in allem unterstützen und beistehen und bin dabei doch recht hilflos. Er hat im Moment eine schwere Depression gepaart mit extremen Schlafstörungen. Er kapselt sich von mir ab, aber auch von seinem gesamten Umfeld, bis auf 1 Freund der selbst ein Betroffener ist. Mir macht es sehr zu schaffen, zu sehen wie sehr mein Kind leidet. Daneben stehen zu müssen und nicht wirklich helfen zu können oder zu wissen wie kann ich ihm helfen, macht mich ehrlich gesagt fertig. Es ist schwer mit jemanden darüber zu reden, der nicht selbst davon als Angehöriger betroffen ist. Dadurch, daß ich als Mutter jahrelang ein Brett vor dem Kopf hatte, habe ich mein Kind nicht rechtzeitig unterstützen und helfen können. Das macht mir persönlich am meisten zu schaffen, denn hätte ich es früher gemerkt, wäre meinem Sohn viel seel. Leid erspart erblieben. Es wäre für mich eine große Hilfe, wenn ich mich mit betroffenen Müttern austauschen könnte. Danke
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RE: Hi
Beitrag #2
Hi Katharina!

Ich bin zwar selber eine Transfrau mit 42 Jahren - ich habe aber 71jährige Eltern, denen es wie dir geht. Vor allem meine Mutter macht sich immer wieder Vorwürfe. Sie akzeptieren meine Transidentität - aber ich denke du weißt ja selber wie das für Eltern sein muss.
Soll ich meine Eltern fragen, ob ich Dir ihre Mail-Adresse geben kann?

LG
Patricia
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben!
Mut ist, wenn man trotzdem springt!
Und die Angst vergeß ich - die Angst vergeß ich, wenn ich sing!
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RE: Hi
Beitrag #3
Hi Patricia,
das wäre sehr nett von dir, den es würde mir einfach nur gut tun, sich mit anderen Eltern auszutauschen, wenn das Herz einmal ganz zu schwer wird, oder man in versch. Situationen nicht mehr weis, was und wie man sein Kind richtig unterstützt. Ich hatte grade diese Woche große Probleme mit der Entscheidung, gebe ich mein Kind akut in die Psychiatrie oder kann mir jemand dabei helfen, es ambulant zu schaffen. Ich bin meinem Instinkt gefolgt und habe eine ambulante Lösung gefunden. In diesen Momenten fühlt man sich als Mutter alleine und komplett überfordert was ist das richtige, ohne dass sich dein Kind von dir entfernt.... LG Katharian64
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RE: Hi
Beitrag #4
Dann sei froh, dass es in den 2010ern passiert. In meiner Pubertät Ende der 80er hatte ich nicht mal einen Namen dafür - meine Mutter meinte nur letztes Jahr mal, dass ich mit so ab 14 völlig entfernt habe von ihr.

Es hilft ohnehin nur, es zu akzeptieren. Es gibt so viele Begründungen für TI - man weiß selten wirklich Bescheid. Das machts für alle schwer.

Psychotherapie ist auf jeden Fall wichtig. Beratungsstelle Courage/Mag. Wahala.

Psychiatrie-Vorschläge fand ich zB als verletzend. Aber mit 42 und 20 Jahre Sozialarbeit sieht man das sicher schon anders.

Ich sags heut mal meinen Eltern ok?
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RE: Hi
Beitrag #5
Liebe Katharina,
schön, dass Du hier her ins Forum von transgender.at gefunden hast -  Favorite lich Willkommen!

Sehr viele Angehörige sind hier leider nicht registriert, einige lesen wahrscheinlich ohne eingeloggt zu sein mit; Zuletzt gab es zwei Mütter die ähnlich/gleiches durchmachen wie Du, hier deren beiden Threads, eventuell findest Du da schon ein paar Antworten:

Carmen aus der Steiermark:
http://community.transgender.at/showthread.php?tid=4197

Dreifachmama aus Norddeutschland:
http://community.transgender.at/showthread.php?tid=4178



In Vorarlberg gibt es eine Selbsthilfe-Gruppe: http://vorarlberg.transgender.at/

Und eine erste Anlaufstelle (kostenlos) in Innsbruck: https://www.courage-beratung.at/mitarbei...,innsbruck

Dort könntest Du Dich, natürlich auch mit Deinem Sohn, hinwenden um mal ein bisschen Klarheit zu bekommen...

Alles Gute und Liebe! Favorite
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
Bonita
(am 30-09-2018)
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RE: Hi
Beitrag #6
Hi Katharina!

Ich schick Dir eine PN mit der Nummer meiner Mutter.

LG
Patricia
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RE: Hi
Beitrag #7
Patricia vielen lieben Dank!
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RE: Hi
Beitrag #8
Liebe Bonita,

vielen Dank für die Links, genau das habe ich gesucht. Mein Sohn hat eine begleitende Psychotherapeutin, dann auch regelmäßige Termine in Innsbruck bzw. jetzt Hall. Er steht kurz vor den Hormonblockern und Personenstandsänderung beides ist für ihn persönlich sehr wichtig. Er ist in einer Selbsthilfegruppe in Vorarlberg, aber er hat, wie es sich für mich herausgestellt hat, schon seit 5 Jahren einen Internet-Freund in gleicher Situation, die sich beide sehr rege austauschen. Danke nochmals für deine Ratschläge, hat mir sehr geholfen. LG Katharina
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RE: Hi
Beitrag #9
Ich hab das bis 42 mit mir (beinahe) allein rumgetragen und viele andere auch - lass Dein Kind so einen Fehler nicht machen ;-)
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RE: Hi
Beitrag #10
Gerne!

Vielleich noch ein Tipp - ein großes deutsches Forum für f2m: http://forum.ftm-portal.net/

(falls es Dein Sohn nicht ohnehin schon kennt) Wink2
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
Bonita
(am 30-09-2018)
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