Detransition - Eure Meinungen?
Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #1




Kommt es nur mir so vor oder gibt es immer mehr Menschen die ihre Transition bereuen?
Was sind eure Meinungen?
Wo liegen die Ursachen?
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #2
Rainbow 
interessant gemachte video's,
unaufgeregt, sachlich, mit großem maß an selbstreflexion, in ihrer argumentation schlüssig und im großen und ganzen nachvollziehbar.
 
zu gut und zu aufrichtig gemacht, um das thema aus prinzip zu ignorieren, unabhängig davon, ob bzw. inwieweit man mit den ansichten mitgeht.
---------------------------------------------------------------------------------------------
"Gender/Sex Identity" oder auch:
"Die Geschichte vom Regenbogen, der dachte, er wäre ein Halbkreis...."

Inter/Nonbinary?
pbs.twimg.com/media/DSkEWChWAAAu-FQ.jpg
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #3
Ich kann das nur so unüberprüft stehen lassen, was sich inzwischen verändert haben soll. Ich würde durchaus damit rechnen, daß trans* Themen zumindest im iNetz häufiger anzutreffen sind und auch besser behandelt werden. Dazu gehört auch dieses Video zum Thema Detransition, auch wenn mir die Enttäuschung, Verzweiflung und Verbitterung darin keineswegs entgeht. Nichtsdestoweniger ist das um Welten besser als was ich zu besagtem Thema bislang lesen oder in 3D hören mußte.

Genausowenig kenne ich den Hintergrund des Autors. Das ist ja nun auch erst die deutsche Einleitung zu einem ganzen YouTube Kanal. Auf Englisch hat er wohl schon ein paar Videos mehr, aber das schaffe ich jetzt nicht mehr.

Zwar hält sich hartnäckig der Glaube, daß man durch ein strengeres Ausleseverfahren Leid verhindern könnte, aber es tut mir leid, das so sagen zu müssen, auch eine eingehendere psych* Betreuung konnte schon so einige Leute nicht horribile dictu vor sich selbst schützen. Die späteren Detransitioner kommen ja da hin und sind sich sicher, daß das ist was sie wollen. Psych* sind keine Magier, sie können keine Gedanken lesen oder in die Zukunft schauen. Die Gründe für eine sich erst in der alltäglichen Praxis zeigende "Unzufriedenheit" können mannigfaltig sein.

Ich schätze mal, daß es mit den "offiziellen Narrativen" so ähnlich sein dürfte. Es gibt nun bereits einiges an kritischen Abhandlungen zu Struktur und Geschichte entsprechender Diskurse. Ich hätte es spätestens an dieser Stelle vorgezogen, der Autor hätte sich schriftlich statt nur in Vortragsform geäußert.
I’m cool and I know it.
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #4
Konnte nicht alles sehen. Mama kommt gleich.

Aber die Aussage "Leider war dieser Weg nix verursacht, hat mehr Probleme verursacht als..." setzt mal voraus, dass er/sie meinte, nach der Transition wird alles besser.

Das ist leider der falsche Ansatz.

Der Weg allein hat ja schon mein altes Leben komplett zerstört. Und vor diesen Ruinen steh ich nun. Statt über 4000 Haushaltseinkommen plötzlioch ein 2000 Single Einkommen abzgl 475 Unterhalt fürs Kind. Ne kleinere ältere Wohnung die nur geringfügig weniger kostet. Blöde Bemerkungen von KlientInnen. Das wusste ich aber. Sollt ich mich jetzt beklagen?

Sehe mir nachher alles an...
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben!
Mut ist, wenn man trotzdem springt!
Und die Angst vergeß ich - die Angst vergeß ich, wenn ich sing!
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #5
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Leute fallen mir ein, bei denen man eher von De-/Re-...Transitioning sprechen müßte. (Kommt übrigens auch bei IS vor. Nicht daß man sich einbildet, denen bliebe auch nur irgendetwas erspart Sad) Und von vielen weiteren weiß ich ja gar nicht, was auch nur mittelfristig aus denen geworden ist.

Was ich dazu nun so allgemeinhin sagen sein sollte, weiß ich schlichtweg nicht. Wahrscheinlich nichts.

Mein Verhältnis zu denen war leider nie mit Fug und Recht eng zu nennen, so daß ich über mögliche Motivationen nicht einmal haltlos spekulieren könnte. Eine/r sagte mir, si/er hätte selbst nach erfolgter VÄ/PÄ Ängste gelitten. Ich habe auch mal eine Phase miterlebt, wo es dem/r ziemlich schlecht ging, entsprechende Verwirrungen auftraten, die zumindest an dieser Stelle aber keine weitern (äußerlichen) Konsequenzen hatten. Es gab da einen Tag, an dem muß sich irgendetwas zugetragen haben, aber mir ist nie klar geworden, was damals passiert ist. Eine zeitlang habe ich mir redliche Mühe gegeben. Etwas nach dieser Krise wurde mir aber klar, daß ich gar nichts anderes je gekonnt hatte, als völlig zu versagen Blush

Zu unguter letzt: Ich kann mich nur sehr dunkel an eine etwas befremdliche Passage bei Hirschauer (Die soziale Konstruktion der Transsexualität. 1993) erinnern. Zu den dummen Spielchen, die Psych* spielen, gehört, eher zu akzeptieren, wenn jemand abbricht, um irgendwann nochmal neu anzufangen, als wenn sich jemand von ihnen ewig lange hinhalten läßt.

(Das beliebteste dumme Spielchen ist natürlich, wenn sich jemand 1½ Jahre lang hinhalten läßt, dann bekommt er das Gutachten. Zuverlässige Kriterien gibt es ja ohnehin nicht.)



(25.10.2018, 07:36)Patricia1975 schrieb: Konnte nicht alles sehen. Mama kommt gleich.

Wenn ich mir noch mehr Videos mit süßen netten Typen ansehe, dann bekomme ich wahrscheinlich Ärger Shy

Zitat:Aber die Aussage "Leider war dieser Weg nix verursacht, hat mehr Probleme verursacht als..." setzt mal voraus, dass er/sie meinte, nach der Transition wird alles besser.

Was ihn so gequält hat, ist mir heute nacht, wiegesagt, nicht klar geworden.

Eine Transition ist halt nicht dazu da, um Probleme zu lösen, geschweige daß "alles" "besser" wird. Man wechselt ganz banal das "soziale Geschlecht" (was auch immer das für wen heißen wird) und nimmt medizinische Maßnahmen in Anspruch (heutzutage ja ein buntes Mosaik von Möglichkeiten).

Wenn ich denn unbedingt so wollte, dann könnte ich natürlich sagen, ich hatte bestimmte Probleme nicht mehr, habe mir dafür andere eingehandelt. Aber, offengestanden, ich will nicht Big Grin
I’m cool and I know it.
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #6
Der Link zur Video-Übersicht des "Detransitioners", geordnet nach "ältestem [Video] zuerst" (ab jenem welches im 1. Beitrag verlinkt): https://www.youtube.com/channel/UCVCjLIc...=0&sort=da

Tja, was soll man da viel herum-"meinen" - und so leid einem das auch nur tun kann, für jede/n einzelne/n Betroffene/n (egal ob nun verwirrte/n Cis-Gender oder Transgender ohne Transsexualität)  - was bei einigen schon nach 40 Minuten durch das Psycho-Personal geht, klappt bei anderen viel zu schleppend (mitunter über Jahre!) Pinch


Klar muss wohl auch sein, dass das "vermehrte Detransitionieren" von bestimmte/r/n ideologisch/politische/r/n Seite/n gegen die vermeintlich gegnerische/n verwendet wird Facepalm
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
Bonita
(am 30-09-2018)
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #7
Was er anspricht bzgl. der Leichtigkeit, wie man zur HRT/OP kommt könnte man jetzt so unreflektiert und einseitig bejahen.

Ich stellte mir diese Frage 2007-08 bei meiner ersten PT und ab Juli 2017 immer wieder. Vor allem weil ich nach 20 Jahren Sozialarbeit weiß, wie schnell man auf "Lügen" von KlientInnen hereinfällt.

Ich habe mich immer wieder - auch heute noch - hinterfragt, ob ich irgendetwas kompensieren will, etc und bewusst/unbewusst in der Therapie auf diesen "Weg" hinarbeite.

Schlußendlich kann ich hier dasselbe schreiben, was ich in der Therapie immer gesagt habe und gerade eben von 20 Minuten meiner Mama erzählt habe bei einer Tasse Tee - ich lag am 24.09. um etwa 8 Uhr noch eine halbe Stunde vor dem OP-Saal und ließ mir alles durch den Kopf gehen. Ich dachte, jetzt könnte ich noch absagen. Ich hatte mich aber bewusst entschlossen. Es war eine - meine - Entscheidung!!

Er im Video spricht ständig von seiner medizinischen Indikation. Schiebt die Verantwortung auf einen Therapeuten. Tut mir leid, aber so einfach ist das nicht.

Und vor allem sollte man sich bei dieser Kritik auch die Gegenfrage stellen - gibt es denn jemanden der Werbung/PR für unseren "Weg" macht?

Immer wenn ich bisher von solchen "Rückkehrern" gehört habe, dann hörte man auch den Frust heraus, dass nicht besser wurde im Leben oder gar schlechter.
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben!
Mut ist, wenn man trotzdem springt!
Und die Angst vergeß ich - die Angst vergeß ich, wenn ich sing!
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #8
(25.10.2018, 08:10)Bonita schrieb: egal ob nun verwirrte/n Cis-Gender oder Transgender ohne Transsexualität

Es gab tatsächlich schon Streitereien, was die Leute denn nun gewesen seien. Unter Beteiligung von De-TS, De/Re-TS, TS und Psych*. Als hätten letztere nicht schon genug Unheil gerade in solchen Fragen angerichtet.

Klar, politisch ausschlachten läßt sich auch das.
I’m cool and I know it.
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #9
Zitat:Was ihn so gequält hat, ist mir heute nacht, wiegesagt, nicht klar geworden.

Ich habe vorhin auch mit meiner Mama wieder mal darüber gesprochen, wie ich mich früher empfand. Ich zeigte vor kurzem einer Freundin mein Hopchzeitsfoto von 2005. Sie meinte - wie viele andere auch - ich sei ja so ein fescher Mann gewesen und genau ihr Beuteschema...
Ich hin gegen habe heute noch Probleme mich auf dem Foto anzusehen. Ich habe meiner Mutter erzählt, wie schwer es mir fiel mich im Spiegel anzusehen und wie liebend gern ich jetzt vor jedem Spiegel stehen bleibe. Und mein Haarwuchs, meine Nase - ist alles jetzt nicht so übertrieben toll weiblich.

Aber - meine Mama meinte auch, allein mein Gesichtsausdruck ist jetzt um so vieles strahlender und glücklicher als früher. Sie meinte ich wirkte früher immer gehetzt und verspannt.

Ich hatte noch in der Nacht als ich meiner Frau sagte, dass ich so nicht mehr weitermachen kann, nicht mehr den Mann spielen kann, die Hoffnung, dass sie den Weg mitgeht. Tat sie nicht. Ich habe so vieles verloren für diesen Weg. Und trotzdem bin ich ihn gegangen - ganz bewusst.

Und bei dem Mann, der er ja jetzt wieder sein will, im Video habe ich nicht den Eindruck, dass ihm das so bewusst war was es bedeutet den Weg zu gehen. Ich unterstelle sogar mal, es war ihm nicht unangenehm so schnell zur HRT zu kommen - nur wusste nicht worauf er sich einließ.

Und in Deutschland wie in Österreich gilt das 4- bzw Mehr-Augen-Prinzip. Also so wie er das darstellt - Mediziner/Therapeut stellt nach 20 Minuten Gespräch ne Diagnose und damit das Rezept aus - kann ich mir das nicht vorstellen...
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben!
Mut ist, wenn man trotzdem springt!
Und die Angst vergeß ich - die Angst vergeß ich, wenn ich sing!
Zitat

RE: Detransition - Eure Meinungen?
Beitrag #10
(25.10.2018, 08:33)Patricia1975 schrieb: ... Und vor allem sollte man sich bei dieser Kritik auch die Gegenfrage stellen - gibt es denn jemanden der Werbung/PR für unseren "Weg" macht? ...
Werbung in dem Sinne nicht, Öffentlichkeitsarbeit eventuell, allerdings sind für - der Einfachheit halber teil ich mal in zwei Lager  Rollingeyes  - konservative Leute die gefühlt überbordende "Gender"-Thematik von dissipativen "Gegnern" in allen Medien nicht grade förderlich, um bei ersteren noch Fakten anbringen zu können...
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
Bonita
(am 30-09-2018)
Zitat



Gehe zu: