Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #1
Guten Morgen,

ich bin bei meiner Recherche über euer Forum gestoßen und hoffe sehr, dass ihr mir helfen könnt! Ich übersetze gerade einen Text, in dem es unter anderem ums nicht-binäre bzw. androgyne Sein geht.

Es geht um Menschen, die zwar männlich oder weiblich geboren wurden, sich innerlich aber andersgeschlechtlich empfinden und so dann auch mehrere Identitäten leben. In dem Zusammenhang wird im Text dann eben auch die Pluralform verwendet, weil eine Figur beispielsweise als Andreas geboren wurde, sich aber auch als Anse und Anna lebt.

Hier ein Beispiel: When it is Anna's turn they perform a spoken piece about coming out as non-binary and their name changing from Andreas to Anse to Anna.
Als <<Anna>> an der Reihe ist, führen sie ein Sprechstück auf, in dem es darum geht, wie sie als Nichtbinäre herauskommen und ihr Name sich von <<Andreas>> zu <<Anse>> und dann zu <<Anu>> verändert.

In diesem Beispiel geht es um nur eine Person, nämlich einen jungen Mann, der sich als junge Frau empfindet, gleichzeitig aber auch verheiratet ist und mit seiner Frau Kinder hat.

Um im Dialog zwishen verschiedenen Menschen beiden Identitäten gerecht zu werden, wird im Englischen offenbar die Pluralform verwendet. Ist das im Deutschen auch so? Könnt ihr mir da helfen, eine gute und vor allem richtige Übersetzung zu liefern?

Von Herzen danke im Voraus!
Susanne
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RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #2
Zunächst würde ich "come out" nicht wörtlich als "herauskommen" übersetzen. Da verstünde zumindest ich gar nicht Huh

Das englische "singular they" ist dort schon nicht so ganz unumstritten. Ich würde es in dem genannten Falle auch anders verstehen, nämlich daß eine Gruppe (bereits genannt oder impersonal wie "man") ein Stück aufführt. Und Anna kann Teil der Gruppe sein, muß aber nicht Blush

Es bezeichnet aber wohl kaum die verschiedenen "Identitäten", die jemand annehmen kann. In einem Beispiel wie "Andy a.k.a. Anne" würde ich vielleicht mit "s/he" fortfahren (ist nicht so anstrengend gekünstelt Shy).

Im Deutschen ist ein "singularisches sie" erst recht nicht etabliert, außer als Impersonal. Entsprechend würde ich auch hier "Sie führen ein Stück auf" so verstehen, daß entweder eine Gruppe ein Stück aufführt, oder nicht zu nennende Personen (also wie "Man führt ein Stück auf").

Für "Geschlechtergerechte Sprache" gibt es nichtsdestoweniger etliches an Vorschlägen.

Nichtsdestoweniger, wenn Anna zuerst genannt wird, dann würde ich das feminine Pronomen, und vor allem ein singularisches Verb verwenden: "sie führt auf..."

Aber wenn das eine Auftragsarbeit ist, sollte man beim Auftraggeber zurückfragen, wie der es denn gerne hätte.
उपदेशो हि मूर्खाणां प्रकोपाय न शान्तये ।
पयःपानं भुजङ्गानां केवलं विषवर्धनम् ॥
(पञ्चतन्त्रम् १.४२०)
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RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #3
Hallo Sunburst,

Ups Cry , du hast vollkommen recht! Herauskommen ist völlig daneben. Hab den Text noch nicht zu Ende durchgelesen. Outen wäre hier der richtige Begriff. Danke aber für den Hinweis.

Auch stimme ich dir da vollkommen zu, dass das "singularische sie" in diesem Kontext als Gruppe von Menschen verstanden wird. Ich werde den Texturheber diesbezüglich auch noch einmal ansprechen und die Hinweise, die ich hier von euch bekomme, anbringen. Für mich klingt das im Originaltext verwendete THEY ebenfalls nicht korrekt. Aber es wurde eben explizit darum gebeten, die Pluralform zu verwenden. Das mag in Englisch okay sein, aber im deutschsprachigen Raum offenbar nicht.

Vielen HERZLICHEN Dank für dein Feedback! Falls andere diesbezüglich noch etwas hinzufügen möchten, würde ich mich sehr freuen.

Danke!
Susanne
Zitat

RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #4
In der "Presse am Sonntag" war vorigen Sonntag (23.2.) ein Artikel dazu (p.34-35).

Derzeit schaut es so aus, dass bei uns der "struggle" erst beginnt. Und wenn frau weiß, wie schwer sich die Rechtschreibreformator*innen sowieso schon tun, kann sich vorstellen, wie lange da noch gekopft werden wird zwischen Duden-Redaktion, Germanistik-Instituten und Bundesbehörden aller deutschsprachigen Länder.

Lehnwörter aus skandinavischen Länder wie "hen" werden genauso diskutiert wie Kunstwörter "ey" und "per".

Insofern unterstreiche ich auch das von Sunburst Gesagte, insbes. die letzten beiden Sätze.

Und viel Erfolg bei deiner Arbeit!

Favorite -lich,
Eva

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RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #5
Liebe Eva,

auch dir vielen, vielen Dank! Ja, ich bin da ganz eurer Meinung!

Du hast den Beitrag aus der Presse nicht zufällig vorzuliegen, oder? Ich würde ihn mir nämlich gern durchlesen.

Euch allen ein wunderschönes Wochenende!

Alles Liebe
Susanne
Zitat

RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #6
Hier ist der Artikel aus der Presse:

Er, sie, er*sie: So geschlechtssensibel kann Deutsch sein

In den USA wurde das genderinklusive „they“ zum Wort der Zehnerjahre gewählt. Auch in skandinavischen Sprachen gibt es neue Pronomen für das dritte Geschlecht. Wie aber bewegt sich das Deutsche, um jenseits des Gendersterns Transgender- und intergeschlechtlichen Personen passende Ausdrucksformen zu bieten?

„Das ist die einzig sinnvolle Lösung in der Suche nach einem geschlechtsneutralen Fürwort für die englische Sprache“, sagte der „Washington Post“-Textchef Bill Walsh 2015 über das im Singular gebrauchte Pronomen „they“. Die ehrwürdige Zeitung nahm in jenem Jahr das Wort erstmals in ihren Styleguide auf, und wenige Monate später kürten Mitglieder der akademischen American Dialect Society es zu ihrem Wort des Jahres.

Vor wenigen Wochen setzte dasselbe Gremium nach und wählte das „singular they“ noch vor anderen Jahresregenten wie „meme“ und „climate“, „#BlackLivesMatter“ und „MeToo“ zum Wort des vergangenen Jahrzehnts. Diese Entscheidung sollte einer Entwicklung Tribut zollen, im Rahmen derer „neue Ausdrucksmöglichkeiten für Genderidentitäten für umfassende Diskussionen gesorgt haben“. Das ist bemerkenswert, spiegelt die Entwicklung von „they“ doch eine Öffnung der Sprache für neue gesellschaftliche Realitäten wider.

What is your pronoun?

Denn diese Form ermöglicht es, Personen auf geschlechterinklusive Weise zu bezeichnen und eine Leerstelle zwischen männlichem und weiblichem Geschlecht zuzulassen. „This is my friend. They are a teacher“ ist etwa ein Beispiel für einen Satz, in dem völlig unklar bleiben darf, welchen Geschlechts die erwähnte Lehrperson ist. Auch die Frage „What is your pronoun?“ zielt auf diesen Aspekt ab und ist neuerdings gar nicht mehr so selten im englischen Sprachraum zu hören.

Ohnehin ist der Gebrauch von „they“ als Alternative zu „he“ und „she“ seit dem Mittelalter belegt, geriet ab dem 18. Jahrhundert in Vergessenheit und erlebt nun im 21. Jahrhundert eine Renaissance. Die wachsende Sichtbarkeit von Communitys, die sich nicht über das binäre Geschlechterverhältnis definieren, und eine entsprechende neue Bewusstseinslage unter allen Sprechenden sind entscheidend für diese linguistische Entwicklung.
Auch in skandinavischen Sprachen sind vergleichbare Erscheinungen zu beobachten, „hän“ im Finnischen etwa und „hen“ im Schwedischen. Handelt es sich bei „hän“ ebenfalls um eine schon vor Jahrhunderten erstmals belegte Form, wurde „hen“ als Alternative zu den persönlichen Fürwörtern „han“ und „hon“ erst in den 1960er-Jahren geprägt: Fünf Jahrzehnte nach seinem ersten Auftauchen wurde „hen“ 2015 erstmals in die offizielle „Wortliste“ der Schwedischen Akademie aufgenommen
Anders Svensson, Chefredakteur der Zeitschrift „Språktidningen“, äußerte sich in einer Kolumne positiv über „das Größte, das Pronomen seit dem 17. Jahrhundert widerfahren ist“. Svensson hebt in seinem Text hervor, dass Fürworte, ungleich etwa Nomen und Adjektiven, eine starre Wortkategorie sind, die kaum je von Neuzugängen betroffen ist. Umso bedeutsamer ist es, dass Transformationsprozesse in der Gesellschaft sogar auf pronominaler Ebene gespiegelt wurden.
Höchstgerichtsbeschlüsse in Deutschland und Österreich
Und im Deutschen? Da besteht seit Beschlüssen des deutschen Bundesverfassungsgerichts 2017 und des österreichischen Verfassungsgerichtshofs 2018 in der Amtssprache die Notwendigkeit sicherzustellen, dass „insbesondere Menschen mit alternativer Geschlechtsidentität vor einer fremdbestimmten Geschlechtszuweisung“ zu schützen seien (VfGH).
Als die Universität Wien Ende 2019 aus diesem Beschluss Konsequenzen zog und in einer Leitlinie zum geschlechterinklusiven Sprachgebrauch empfahl, an geeigneten Stellen den Genderstern vor die Endung zu setzen, blieb dies nicht unkritisiert.
Noch sperriger als etwa das seit den Achtzigerjahren gebräuchliche Binnen-I erschienen vielen Anredeformen wie „Liebe*r Studierende*r“. Entsprechende Kommentare ließen nicht auf sich warten. Anders als das Binnen-I bietet der Genderstern jedoch den Vorteil einer non-binären Bezeichnung von Geschlechtern: Die sich mit Asterisk auftuende Leerstelle soll Raum bieten für alle, die sich nicht als entweder männlich oder weiblich wahrnehmen.
Auch die mündliche Realisierbarkeit soll durch Pausieren nach dem Asterisk gewährleistet sein. Anders als Kritikerinnen und Kritiker, denen die angeregten Neuerungen sauer aufstoßen (und die von ihnen wohl nicht persönlich betroffen sind), bedeuten sie für intergeschlechtliche und Transgender-Personen sowie all jene, die sich außerhalb der binären Geschlechterordnung situieren, einen wesentlichen Fortschritt. Das berühmte Wittgenstein-Zitat „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ erfährt hier seine Anwendung – wenn es nämlich um Grenzen geht, die bestimmte Menschen aus der Sprache ausschließen, indem diese sie nicht mitgemeint sein lässt.

Sichtbarkeit in Sprache.
„Es gibt viel Defensive und Unverständnis von Menschen, die das weniger betrifft. Da hilft es auf jeden Fall, sich in die Lage zu versetzen: Wie würde man sich selbst fühlen, wenn man ständig falsch angesprochen und behandelt werden würde?“, sagt Tinou Ponzer vom Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreichs und ergänzt: „Sprachliche Sichtbarkeit ist essenziell für die physische und psychische Gesundheit und die Lebensqualität – denn sie zeigt uns: Du bist wertvoll und akzeptiert, so wie du bist.“
Auch im Deutschen entstehen in den betroffenen Communitys schon Vorschläge für neue Pronomen analog zum Singular-„they“. Einige werden auf der Web-Plattform Nichtbinär-Wiki gesammelt: Sie reichen von einer wörtlichen Übernahme von „they“ und „hen“ über Lehnwörter („dey“) bis hin zu Wortneuschöpfungen wie „er*sie“, „ey“ oder dem von „Person“ abgeleiteten Fürwort „per“. Den Vornamen in der dritten Person anstelle des Pronomens zu übernehmen, ist ebenfalls eine der angeregten Optionen.
»2018 gab es noch nicht genug Basisdaten, wir haben weiter beobachtet und sehen, dass sich einiges auf diesem Gebiet tut. «
Sabine Krome, Geschäftsführerin des Rats für deutsche Rechtschreibung
Im allgemeinen Sprachgebrauch machen sich diese Varianten als ungewohnt, für viele als unelegant aus. Das reicht für viele aber nicht als Begründung, sich dem ausdrücklichen Wunsch eines Gegenübers nach geeigneten Pronomen zu widersetzen. „Das Variable, etwas Drittes, nichts von den beiden Geschlechtern – vieles, das in der Identität vorherrschen kann, soll auch in der grammatischen Selbstbezeichnung Platz finden“, sagt dazu Ísabel Petric vom Verein TransX für Transgender-Personen.
Karoline Irschara, die an der Universität Innsbruck zu Genderlinguistik forscht, sieht besonders auf der Ebene des Pronomens noch eine lange Entwicklung vorher. „Wenn das Pronomen in der Community weitgehend individualisiert wird, dann ist es schwierig, dass sich in absehbarer Zukunft eine neue Sprachnorm etabliert“, beschreibt sie eine Situation, die im Deutschen noch weit vom Verbreitungsgrad des englischen „they“ entfernt ist. Auch die Forschungsliteratur, so Irschara, sei derzeit noch in ihren Anfängen.

Die oberste Sprachinstanz.
Jene, die sich gegen den Genderstern aussprechen, verweisen oft auf eine Veröffentlichung des Rats für deutsche Rechtschreibung vom November 2018, in der Empfehlungen zur geschlechtergerechten Schreibung ausgesprochen werden. Manche der hier definierten Kriterien scheinen gegen den Asterisk in der Wortmitte zu sprechen.
Gegenüber der „Presse am Sonntag“ bekräftigt jedoch Sabine Krome, Geschäftsführerin des Rates, dass die Zeit seit der Publikation nicht stillgestanden sei. „2018 gab es noch nicht genug Basisdaten, wir haben weiter beobachtet und sehen, dass sich einiges auf diesem Gebiet tut.“ Während es, wie Krome wiederholt betont, die primäre Aufgabe des Rates sei, die Einheitlichkeit der Rechtschreibung zu gewährleisten, und man sich darum wohl scheut, Ausnahmeregelungen einzuführen, lässt sie die Sensibilität des Rates für das Phänomen erkennen. „Wir können nicht von heute auf morgen etwas als Norm vorschlagen, das von der Mehrheit der Sprechenden abgelehnt werden würde“, sagt sie zwar. Eine aktualisierte Fassung der Empfehlungen von 2018 sei aber bald zu erwarten. „Wir überlegen, wie man Varianten anders als durch das Schaffen einer neuen Norm in das Regelwerk der Sprache einbringen kann.“
Veränderungen durchbringen.
In dieselbe Richtung gehen Beobachtungen der „Duden“-Redaktion, deren Leiterin, Kathrin Kunkel-Razum, zwar angibt: „Wir sehen derzeit noch keine neue Norm, die sich durchsetzt.“ Zahlreiche Anfragen an den Verlag, häufig als Folge der Höchstgerichtsbeschlüsse, lassen sie aber mutmaßen: „Das Thema beschäftigt die Menschen. Wir raten zu Ruhe und Gelassenheit, haben aber definitiv den Eindruck, dass Sprache etwa wegen Fragen der Political Correctness und des Genderns heute wieder ein größeres Thema ist als vor zehn, fünfzehn Jahren.“ Eine Ratgeberserie, die Duden mit dem ehrgeizig angelegten Titel „Richtig gendern“ begann, wird im Frühling dieses Jahres mit dem „Handbuch geschlechtergerechter Sprache“ fortgesetzt. Aspekte der non-binären Geschlechterdarstellung sollen darin stärker thematisiert werden als zuvor.

Für die Analyse von Textcorpora, die den Beobachtungen des Rechtschreibrates und der „Duden“-Redaktion zugrunde liegen, spielen besonders journalistische Texte eine wichtige Rolle. Kunkel-Razum hebt wegen ihrer großen Verbreitung ausdrücklich die Frauenzeitschrift „Brigitte“ hervor, die Mitte 2019 den Genderstern einführte.
Die Fürwort- Frage
They. Im Englischen als genderneutrales Pronomen im Singular im Einsatz, seit dem Spätmittelalter in diesem Gebrauch. Rückblickend „Word of the Decade“ in den USA.
Hen. Schwedische Alternative zu „han“ (m.) und „hon“ (w.). Neu geprägt in den Sechzigerjahren, seit 2015 offiziell Teil der schwedischen Sprache.
Dey, per. Auch im Deutschen gibt es Alternativen zu „er“ und „sie“ – noch befindet man sich in einer Phase des Sammelns und Erhebens.

Regelrechte Hasstiraden.
Claudia Münster, stellvertretende Chefredakteurin der „Brigitte“, beschreibt Bemühungen der Redaktion wie folgt: „Wir formulieren konsequent gendergerecht und bemühen uns dabei, das Sternchen nicht inflationär zu gebrauchen. Viel lieber ist es uns, wenn die Redakteurinnen innehalten und kreativ eine andere Lösung finden.“ Münster berichtet ebenso wie Kunkel-Razum von gemischten Reaktionen auf die redaktionellen Vorstöße. An „regelrechte Hasstiraden“, die sich über die „Duden“-Redaktion nach der Veröffentlichung von „Richtig gendern“ ergossen, erinnert sich Letztere sogar.
Allein angesichts solcher teils mehr als schroff formulierten Wortmeldungen lässt sich erahnen, mit welchen Reaktionen Transgender- und intergeschlechtliche Menschen in ihrem Alltag konfrontiert sind – und zwar wohl nicht nur, wenn sie alternative Pronomen oder Gendersterne für sich beanspruchen.
„Sprache zu transformieren ist nicht so einfach“, sagt Ísabel Pirsic vom Verein TransX. „Wenn man aus der Binarität hinauswill, muss man sich dafür einsetzen, dass die eigene Selbstbeschreibung anerkannt wird.“ In Vorstellungsrunden darauf hinzuweisen, dass man ein alternatives Pronomen für sich beansprucht, erfordert Courage. Der Einsatz könnte sich aber lohnen: Denn die Sprache stößt mit ihren Möglichkeiten nur selten an unverrückbare Grenzen.
Die Fürwort- Frage
They. Im Englischen als genderneutrales Pronomen im Singular im Einsatz, seit dem Spätmittelalter in diesem Gebrauch. Rückblickend „Word of the Decade“ in den USA.
Hen. Schwedische Alternative zu „han“ (m.) und „hon“ (w.). Neu geprägt in den Sechzigerjahren, seit 2015 offiziell Teil der schwedischen Sprache.
Dey, per. Auch im Deutschen gibt es Alternativen zu „er“ und „sie“ – noch befindet man sich in einer Phase des Sammelns und Erhebens.
Zitat

RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #7
Es gibt zwar viele Gesellschaften mit > 2 Geschlechtskategorien, aber ich wüßte keine Sprache, die bei menschlichen Personen über Maskulinum vs. Femininum hinausginge. Kategorien wie "belebt (Tier)" oder gar "unbelebt (Gegenstand)" wären wohl kaum akzeptabel, gerade weil manche Sprachen die abwertend benutzen.

Das finnische Beispiel ist verfehlt, weil Finnisch keine Genera unterscheidet. Ähnliches gälte auch u.a. für andere uralische Sprachen, für Turksprachen oder für Baskisch, nur um in Europa mal damit zu bleiben.

Aber vielleicht wäre das die bessere Option, wenn man schon radikale Sprachplanung betrieben möchte Surprise
उपदेशो हि मूर्खाणां प्रकोपाय न शान्तये ।
पयःपानं भुजङ्गानां केवलं विषवर्धनम् ॥
(पञ्चतन्त्रम् १.४२०)
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RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #8
Vielen Dank! Der Artikel ist wirklich hilfreich. Also ist diesbezüglich noch viel zu entscheiden, wie ich sehe.

Nun möchte ich euch, die ihr mir hier so nett geholfen habt, noch einmal fragen, wie ihr bei dem folgenden Beispiel vorgehen würdet, einfach vom Gefühl her.

They >>>Anse, ein non-binärer Mensch geboren männlich, fühlt sich weiblich oder non-binär) are my best friend. We've been through so much together. They know me better than anyone else ever will.

1. Sie sind meine besten Freunde. Wir haben so viel zusammen durchgemacht. Sie kennen mich besser als jede*r andere es je tun wird.

2. Dey sind meine besten Freunde. Wir haben so viel zusammen durchgemacht. Dey kennen mich besser als jede*r andere es je tun wird.

Oder ganz anders:

Dey ist mein*e beste*r Freund*in. Wir haben so viel zusammen durchgemacht. Dey kennt mich besser als jede*r andere es je tun wird.

Über euer Feedback hierzu würde ich mich sehr freuen.

Dank, danke, danke euch!
Susanne
Zitat

RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #9
Ginge auch das folgende?

Sie sind (wg. engl. are) mein*e beste*r Freund*in. Wir haben so viel zusammen durchgemacht. Sie kennen mich besser als jede*r andere es je tun wird.

Mit Sternchenform weil Englisch da keine Genusdifferenzierung vorsieht.

(Bei Dey habe ich mich gefragt, wer das ist. Das kannte ich bislang nur als Nachnamen Blush )
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(पञ्चतन्त्रम् १.४२०)
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RE: Frage zur Verwendung der Transgender-Pluralform
Beitrag #10
Genau so mach ich das, Sunburst. Vielen, vielen Dank!!! Grin2
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