Warnende Stimmen postoperativer MzF
RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #131
(10.10.2014, 08:43)Chiara09 schrieb: Ich musste/muss mir eingestehen das ich von beiden Seiten meines Lebens geprägt wurde und werde. Egal ob ich nun als Mann oder als Frau lebe. Beides ist vereint in mir und beides sind Teile von mir die meine Persönlichkeit ausmachen.
Ich möchte diese Zeilen unterstreichen. Wenn man die erste Hälfte seines Lebens in einer Rolle gelebt hat, dann ist diese natürlich sehr prägend. Somit ist es kaum verwunderlich, dass man nach einem erfolgreichen Geschlechtswechsel beide Seiten als in sich vereint empfindet.
Ich gelte ja als gelungenes Beispiel einer "spätberufenen", die ihr Leben in der neuen Rolle perfekt meistert. Nach außen betrachtet ist das auch so, allerdings hat es einige Jahre nach der OP bedurft diesen Zustand zu erreichen. Es ist mir immer noch ein Anliegen nicht erkannt zu werden und es passiert auch fast nie (zumindest sagt es mir keiner), aber wenn es doch passiert, dann ist es eben so. Es ist mir durchaus bewusst, dass ich mich nicht immer mit der Stimme bemühe und gestern beim Mantra Singen habe ich sogar ganz bewusst ab und zu sehr tief gesungen. Ich denke nicht, dass es meinem Passing geschadet hat und wenn doch, was soll's.

Wenn ich trotzdem erkannt werde, dann gehe ich aber sehr natürlich damit um. Ich frage nach, was denn der Grund für die Erkenntnis beim Anderen war. Nicht schlecht habe ich gestaunt, als mir einer was von männlicher Energie erzählt hat. Aha, also nicht das Aussehen oder die Statur oder die Stimme, sondern meine ausgestrahlte Energie war es. Das hat mir bewusst gemacht, dass es andere Ebenen der Wahrnehmung gibt, die wir nicht so leicht ändern können, weil sie uns gar nicht so bewusst sind.
Wir feilen am Äußeren und der Stimme oder Gestik, vergessen aber ganz und gar tief verwurzelte Verhaltensweisen. Verhaltensweisen die aus den frühen Kindesjahren stammen und ein wichtiger Teil von uns sind.

Ich bin sehr dominant und autoritär, beides Verhaltensweisen, die eher als männlich gelten. Ich will auf diese und andere aber nicht verzichten, weil sie mich ausmachen, ja sogar ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit sind. Ob das jetzt als männlich wahrgenommen wird ist mir ganz egal geworden. Ich bin was ich bin und nur so kann ich mein Leben in der neuen Rolle unbeschwert leben. Natürlich habe ich das Glück die entsprechende Optik mitzubringen, das ist zwar ein wichtiger Teil des Ganzen, aber es gibt eben noch viel mehr.

Das immerwährende Streben nach Perfektion ist zu anstrengend und auch nicht von Erfolg gekrönt. TS sein heißt eben auch mit Kompromissen Leben zu können. Man sollte sich derer sehr klar sein, bevor man diesen ganzen Aufwand treibt. Mir ist bewusst, dass zu meiner Zeit viele Informationen noch nicht da waren, aber jetzt sind sie da. Die Zahl der "Reuepatienten" sollte sinken, weil eben viel mehr Menschen aufstehen und Klartext reden. Nehmt euch ein Beispiel an denen und fühlt in euch offen und ehrlich hinein. Fühlen ist es, dass ihr müsst, allerdings können das nur sehr wenige wirklich. Der Verstand führt uns gerne in die Irre und projiziert Wunschvorstellungen und Phantasien, sodass wir glauben, wir wissen tatsächlich was wir sind und was wir tun müssen.

Ich selbst bin dem auch einige Zeit erlegen und ich habe viel zu lange meinem Verstand in Form von Wunschdenken Gehör geschenkt. Wenn man auf dem Weg ist, dann erfordert es viel mehr Kraft und Kurage umzukehren, als weiterzulaufen. Das sieht man ja sogar an unseren Gesetzen (Stichwort: Personenstandsänderung; "... höchst wahrscheinlich nicht mehr ändern ...").
Ich gebe zu Glück gehabt zu haben, dass ich mein neues Leben sehr gut meistern kann. Ja sogar lieber in der Rolle der Frau lebe, denn früher in der männlichen. Oder hab ich schlicht nur vergessen was es heißt Mann zu sein? Was auch immer, es fühlt sich jetzt stimmig für mich an. Genauso, wie es vor 15 Jahren in der männlichen Rolle war. Es waren nur da und dort Anzeichen von Weiblichkeit zu spüren, die aber nicht als so gravierende empfunden wurden. Ich denke wir geben den Dingen einfach zu viel Gewicht und dann verselbständigen sie sich. In meinem Fall ist die Sache gut ausgegangen, sieht man vom fehlenden Sexualdrang einmal ab.
Bei anderen sieht die Sache leider anders aus. Dieser Thread und die offen geschilderten Erfahrungen von dieIDA zeigen es ganz deutlich. Ich bin sehr dankbar, dass sie so offen und ehrlich geschrieben hat.

Auch Airin zeigt sehr gut wie es sein kann. Sie schreibt, dass sie heute einen anderen Zugang hat und die GaOP nicht mehr machen würde. Ich selbst kenne auch eine die das ebenso sieht. Sie bereuen es zwar nicht, aber sie haben mit der Zeit hinter ihre ganze Persönlichkeit blicken können und eben erkannt, dass sie mehr sind als nur ein Körper und andere Wege finden hätten können. Zu so einer Erkenntnis gehört sehr viel Courage und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Viele bringen diese nicht auf, um ihr neues Leben nicht in Gefahr zu bringen, zumindest am Anfang nicht. Die Realität holt sie eben später ein.

Natürlich gibt es auch die die wirklich glücklich und zufrieden sind. Meistens sind es die ganz Jungen die den Wechsel eben schon viel früher machen können und somit auch die wunderbaren jungen Jahre im Wunschgeschlecht erleben können.

Für mich bleibt es ein Kompromiss. Obwohl ich mich sehr gut in die neue Rolle eingelebt habe, so bleibt das neue Geschlechtsorgan doch vom Chirurgen gemacht. Er hat sehr gut gearbeitet, aber ich habe immer "Arbeit" damit. Und eines bin ich mir ganz sicher, das was ich fühle unterscheidet sich von dem, was eine BioFrau fühlt. Ich bin eben eine besondere Frau Wink
Ich bin nicht mein Körper.
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.
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RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #132

Kennt zufällig jemand eine (halbwegs seriöse) Quelle, die angibt, ob die Zahl der gaOP gleichbleibend, steigend oder fallend ist?

Mich würden besonders die letzten fünf bis zehn Jahre interessieren, also die Zeit, in der in vielen Ländern das Recht auf eine Personenstandsänderung von der gaOP entkoppelt worden ist.
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #133
Ok, es gibt Leute, die es nachher bereuen, im anderen Geschlecht zu sein! Ist schlimm, jedoch muss auch schon vorher ein gewisser Leidensdruck da gewesen sein, da man ja auch mit dem Geburtsgeschlecht nicht wirklich zufrieden war. Gut ist in diesem Zusammenhang, dass man die GAop heute nicht mehr unbedingt machen muss!
Aber trotz allem finde ich es sehr bedenklich, dass es mit staatlicher Unterstützung nur zwei Geschlechtermodelle geben darf! Mann oder Frau! Gut, auch eine Transfrau kann mit Penis offiziell sagen, dass sie Frau ist! Aber vielleicht gibt es gar nicht so wenige Personen, die gerne wie eine Frau wirken würden, aber noch immer standesgemäß eigentlich ein Mann sein. Warum muss man, wenn man sich in dieser Einbahn bewegt, auch dann tatsächlich sich als Frau einschreiben lassen? Mir wäre es in meinem Fall schon recht, wenn ich zumindest die regelmässigen Untersuchungen (Hormonstatus usw) bezahlt bekommen würde um sicher zu gehen, dass da nix überdosiert wird. Von mir aus zahl ich einen Teil meiner Hormone auch selbst (geb ja so auch Unmengen für Laktritz, Soja, Rotklee usw. aus). Ich muss jetzt standesgemäß aber nicht unbedingt die Frau Maier werden. Mir reicht es schon, wenn ich mich im Spiegel betrachte und das sehe, was ich bin: nämlich ein Nicht-Mann, dessen Herz aber nicht zerbricht, wenn ES beim Anker mit "Herr" angegesprochen wird.
Ich werde mir aber sicher keine thailändischen Hormongels raufschmieren ohne zu wissen, was da in meinen eh schon geschädigten Körper eindringt! Und ich zahl Monat für Monat einen hohen 3stelligen Betrag für die Sozialversicherung und somit stehen mir staatliche Untersuchungen zu. Es gibt nicht nur Mann oder Frau! Ich bin mir in meinem Fall sicher, dass ich ein Nicht-Mann bin! Aber ob ich je eine richtige Frau sein werde, bezweifle ich mittlerweile auch wieder. Und dann frag ich mich, ob ich den ganzen chichi, auf den manche Frauen stehen, mitachen will? Da kommt dann wieder meine männliche Seite durch! Es ist echt zach, dass man entweder oder sein muss! Und wenn nicht, dann muss man sich irgendwelche shit Dinge aus dem Internet raufschmieren, die dem Körper nur schädigen! Echt Zach!!
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RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #134
Zitat:Und dann frag ich mich, ob ich den ganzen chichi, auf den manche Frauen stehen, mitmachen will? Da kommt dann wieder meine männliche Seite durch!

Niemand muss den ganzen Chi-Chi, wie du das nennst, mitmachen, um als "richtige" Frau anerkannt zu werden. Damit sind wir wieder bei den berühmten Schablonen, die uns gewisse Verhaltensnormen aufzwingen.
Man kann auch authentisch als Frau leben ohne ständig auf hochhackigen Pumps zwischen Friseur, Kosmetikstudio und Einkaufstempel hin und her zu stöckeln und sich permanent Sorgen um sein Aussehen zu machen. Wink
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RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #135
Zitat:Man kann auch authentisch als Frau leben ohne ständig auf hochhackigen Pumps zwischen Friseur, Kosmetikstudio und Einkaufstempel hin und her zu stöckeln und sich permanent Sorgen um sein Aussehen zu machen.

der meinung bin ich schon auch .....
I belive whatever doesn't kill you simply makes you ..........

stranger
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RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #136
(12.10.2014, 15:07)sternschnuppe schrieb: Ok, ......lassen? Mir wäre es in meinem Fall schon recht, wenn ich zumindest die regelmässigen Untersuchungen (Hormonstatus usw) bezahlt bekommen würde um sicher zu gehen, dass da nix überdosiert wird. Von mir aus zahl ich einen Teil meiner Hormone auch selbst (geb ja so auch Unmengen für Laktritz, Soja, Rotklee usw. aus). Ich muss jetzt standesgemäß aber nicht unbedingt die Frau Maier werden. Mir reicht es schon, ....

also eigentlich solltest ja jedes Quartal hormonstatus bekommen, ich zahl da nix drauf,..

lg vicky.
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RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #137
Ich muss gestehen das ich nicht alles gelesen hab(es waren 8 Seiten^^),aber ich kann nur eines dazu sagen!Ich denke einmal das der Großteil der Frauen die denn kompletten Weg(inkl.GaOP)sich das schon genau durch denn Kopf gehen haben lassen!Denn es ist kein mal eben zur Kosmetikerin des Vertrauens wegen einem Perma-Makeup zu gehen,sondern man lässt einen wirklich extremen eingriff machen!Also ich hab zumindest noch mit keiner Post-Op(und ich habe schon einige getroffen)TI gesprochen die es bereut hat!Non OP versuchen immer,mich von meiner Idee(wie sie es nennen)abzubringen!Aber natürlich lass ich mich nicht von meinem Weg abbringen,da ich mein äußeres(so gut es halt geht^^)meinem inneren angleichen will!Und mein derzeitiger Fahrplan sieht wie folgt aus!Epi und Logopädie,vor HRT,da ich mit beginn der HRT gleichzeitig auch VÄund PÄ machen will(und da ich dann keinen Bartschatten,keine Bartstoppeln und auch keine männliche Stimme haben will,mach ich alles vor HRT!)!Dann werde ich ja sehen ob ich nach 12 Monaten Hrt GaOP mach,oder ob ich nicht die Hormone länger wirken lasse und erst nach 20 Monaten oder so die OP mache!Der Rest ist Spontan und ist Situationsabhängig!
Was mir noch aufgefallen ist,ist,das sich manche Leute zu viele Sorgen machen!Denn ich habe eigentlich nur an solchen Tagen Probleme wo ich mal wieder nichts anzuziehen hab,oder wenn egal was man auch tut,die Schminke nicht ordentlich sitzt!Denn wenn es in dem Ort in dem man wohnt sowieso ein jeder weiß,ist es egal ob man auffällt oder nicht^^!Das einzige Problem dabei ist bei mir halt,das mir die Menschen immer sehr gute Ratschläge geben wollen und es ist halt zwar lieb gemeint,aber manchmal echt nervig!
Naja wie dem auch sei!Das einzige Problem das ich eigentlich sehe ist,das ich eher ungeduldig bin und das ich vielleicht doch irgendetwas total dämliches mache(eine Charaktereigenschaft von mir die mich unendlich stört)wodurch ich mir wieder einmal etwas verbau!Aber was solls^^!Erst mal schön schlafen gehen und vom Traumprinzen träumen^^!

Kisses Chiara Heart
Your Divalicious Angel
Für immer Böhse. 

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MFG
Beitrag #138
(15.11.2014, 23:39)Helllicious schrieb: ... GaOP ... TI ... HRT ... VÄ ... PÄ ...
MFG ... youtu.be/uUV3KvnvT-w
Da musste ich doch gleich mal an die tollen Fanta4 denken mit ihrem Kultsong.
Ich glaube, ein FORUM-Glossar für z.B. Neulinge(!) wäre echt hilfreich.
Ich selber hab heute ewig nicht gleich kapiert was und heißt.
Bei TI bin ich mir immer noch nicht sicher ...
Wink

Blush
Eigener Nachtrag ...
OH du Ida! Einfach mal SUCHEN im Forum gibt Sinn. Bevor(!) du hier schlaue Dinge schreiben versuchst.

trans-wie-mittelgroses-transgender-glossar ... von Mike-Tanja
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RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #139
Uuupsi^^!Hab ich es mir zu einfach gemacht^^!SchuldigungShy!
TI=Transidentität
HRT=Hormontherapie
VÄ=Vornamenänderung
PÄ=Personenstandsänderung
GaOP=jener Moment denn ich schon sehnlichst herbeisehne!Geschlechtsangleichende Operation^^!
Also Sorry nochmal,aber ich kürze sobald es geht ziemlich ab,da ich ziemlich Faul bin^^!
Kisses ChiaraShy
Your Divalicious Angel!
Für immer Böhse. 

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RE: Warnende Stimmen postoperativer MzF
Beitrag #140
Hehe hellicius so ists hier auch geplant. Vor epi und stimme keine hrt. Da hat man auch noch mehr zeit sich allem in der entgültigkeit bewusst zu werden, schon allein das sind dinge die man eigentlich nicht mehr nur zum Spaß macht Wink bin bei der ersten FYFV Übungsstunde direkt krank geworden zuviel viren durch den offenen Kehlkopf gegangen mal schaun wie oft das die nächsten 6 monate passiert.. Dat Lustige bei familienfeier heute, es wurde erwähnt das ich weiblich aussehe, und der typische spruch das da sicher ne frau dahintersteckt Tongue was soll man darauf sagen außer verschmitzt zu gucken ^^ und ja ungeduld ist ein hartnäckiger "gegner", am liebsten hätte ich direkt rausgeplärrt wies wirklich is Smile
mfg Rea Heart
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