Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen
Beitrag #3
Ich kann da nur aus meinen persönlichen Erfahrungen was zu sagen ohne jeden Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Als Alternative zu Androcur hört man oft von Spironolacton oder Progesteron.

Spironolacton ist von seiner Wirkung her eher unsicher. Während bei Männern Gynäkomastie und Potenzstörungen auftreten können kann Spironolacton eine potentiell irreversible Heiserkeit auslösen. Unter umständen führt das zu einer Verbesserung der Stimmlage nach oben. Bei Frauen kann es zu einer Vermännlichung des Behaarungstyps und dem Ausbleiben der Regelblutung führen. Also eher eine gegenteilige Wirkung. Wie das im Zusammenspiel mit Estrogenen dann aussieht ist wohl nicht leicht vorherzusagen.
Zudem erhöht es den Kaliumspiegel im Blut und senkt den Aldosteronspiegel und wirkt stark entwässernd. Deswegen ists bei Bodybuildern vor Wettkämpfen recht beliebt um subkutane Wassereinlagerungen zu verringern.
Persönliche Erfahrungen hab ich damit nicht, mein Endo riet mir davon aber ab. Wegen der vergleichsweise schwachen und unsicherun Wirkung und den negativen Auswirkungen auf Kaliumspiegel und Hormonhaushalt. Es soll auch den Bartwuchs fördern.

Mit Progesteron hab ich dagegen schon Erfahrung aber keine besonders tollen. Es ist zwar ein leichter 5-alpha-Reduktase Hemmer - behindert also die Umwndlung von Testosteron in das viel wirksamere und für uns unerwünschte DHT ist aber laut meinem Endo - trotz manchmal zu findenden gegenteiligen Behauptungen - viel weniger effektiv als Androcur. Über den Einfluss auf die lokale Bildung von DHT in der Haut (speziell der Kopfhaut was zum androgenetischen Haarausfall führt) kann man auch durch Bluttests wenig bis gar nix sagen, weil diese daurch nicht erfasst wird. Der Einfluss darauf scheint aber gering bis nicht vorhanden zu sein.
Es ist ein Antagonist zum Estrogen und kann dessen Wirkung schmälern. Positiv ist das wenn der Estrogenspiegel zu hoch ist oder man Estrogene nicht gut verträgt und unter der Hormontherapie starke Nebenwirkungen (Hitzewallungen, Kreislaufprobleme) bekommt. Bei mir war die Wirkung eher kontraproduktiv und ich hab es wieder abgesetzt.

Meine Erfahrung mit Androcur waren besser. Allerdings hat mein Endo mir nie Hammerdosen verschrieben. Eine 10 mg-Tablette statt den oft üblichen 50, 100 oder g<r mehr. 10 mg waren bei mir auch völlig ausreichend um den Testosteronspiegel ziemlich schnell an den unteren weiblichen Grenzbereich zu bringen. Inzwischen brauch ich es gar nicht mehr um den Testosteronspiegel unten zu halten. Bei der geringen Dosis hatte ich kaum Nebenwirkungen bemerkt. Speziell die oft gehörte, strark depressionsfördernde Wirkung.

Estrogene als intramuskuläre Injektionen sind bei uns kaum noch zu bekommen. Z.B. Delestrogen kann fast nur noch zu horrenden Preisen aus den USA oder aus Indien importiert werden. Die Wirkung war anscheinend gut aber problematisch für empfindlichere Naturen durch die extrem schwankenden Estrogen-Spiegel im Blut von Injektion zu Injektion. Eine Alternative soll Neofollin aus der Tschechei sein. Darüber kann ich aber keine Aussagen treffen weil ich nix konkretes weiß von Personen die das benutzen.

Bei uns gibt es eigentlich nur noch Estrogene als Tabletten, als Gele und als Pflaster.
Tabletten neigen durch die orale Zufuhr von der Leber abgebaut zu werden (first-pass-effekt), und kommen nur zu einem geringen Teil wirksam im Blutkreislauf an. Auf dauer belastet dies auch die Leber. Wie stark und schnell sie abgebaut werden und die Leber belastet wird ist wohl individuell stark unterschiedlich. Bei manchen wirken sie gut. Bei mir gar nicht. Meine Leber hat sie praktisch komplett abgebaut bevor sie ihre Wirkung entfallten konnten. Im Blut kam praktisch nix nenenswertes an. Einfluss auf die Leber lies sich aber bei mir auch keiner feststellen.

Gele zum Auftragen auf die Haut wie z.B. Gynokadin wirken bei manchen recht gut. Bei mir aber wieder gar nicht. Ich hätte darin täglich baden müssen damit nenneswerte Dosen durch die Haut gegangen wären. Man darf Gele auch nicht auf die Brüste schmieren um deren Wachstum zu fördern, da dadurch ein nicht unerhebliches Brustkrebsrisiko entsteht.
Wenn es durch die Haut gelangt dann immerhin direkt und muss nicht durch die Leber. Der Blutspiegel baut aber sehr schnell ab, sodass man sich mindestens zweimal am Tag einschmieren muss.

Am besten funktionieren bei mir die Estramon-Pflaster von Hexal. Das Estrogen muss nicht durch die Leber und mit einem 100 ug-Pflaster halte ich einen Blutspiegel von um die 200 mg/ml. Der Spiegel sollte nicht duerhaft zu hoch sein um Symptome der Östrogendominanz und eine verringerung der Rezeptoren durch den Körper zu vermeiden. Man sollte auf einen nicht zu hohen aber auch nicht zu niedrigen "Wohlfühlspiegel" achten der auch sehr individuell sein kann.
Dies lässt sich duch Tabletten (wenn sie funktionieren) und durch Pflaster am leichtesten erreichen.

Eine Möglichkeit wär noch das künstliche aber extrem wirksame Ethinylestradiol wie es in manchen Antibabypillen zusammen mit geringen Dosen CPA (Wirkstoff in Androcur) eingesetzt wird. Meist aber nicht zur Verhütung sondern gegen Akne und androenisierungserscheinungen bei Frauen. Ethinyestradiol gibts in Tablettenform aber auch pur. Die Wirkung soll aber meistr nur eine Zeitl lang gut sein bis die Rezeptoren überfordert sind und dann stark nachlassen (weiß ich nur vom Hörensagen). Zudem erhöht es sark die Gefahr von Thrombosen (ganz besonders wenn man raucht) und soll noch andere gesundheitliche Risiken erhöhen.

GnRHs wirken wie gesagt direkt auf die Hypophyse, sind extrem teuer und bedürfen ein viel genaueren Kontrolle durch den Arzt, da sie den Hormonhaushalt komplett zusammenbrechen lassen und so ihre Nebenwirkungen kaum einzuschätzen sind. Kaum ein Arzt traut sie sich zu verschreiben wegen Risiko und Kosten. Ich hab nur von Unikliniken gehört, wi sie vereinzelt eingesetzt worden sind.

Wenn die Haare auf dem Kopf ein Problem sind dann kann Finasterid ein gutes zusätzliches Mittel sein, weil es auch die lokale Bildung von DHT hemmen kann.
Minoxidil wie z.B in Regaine soll manchmal bei längerer Anwendung auch wirksam sein, allerdings fördert es oft den Haarwuchs am ganzen Körper und nicht nur am Kopf. Wenn man Pech hat nur am Körper. ^^

Das ist so was ich über die Hormontherapie weiß, gehört oder selbst an mir erfahren hab.
Für Richtigkeit und Vollständigkeit gebe ich keine Gewähr, empfehle nichts und übnernehme keinerlei Verantwortung wenns nicht so klappt wie erhofft. ^^

Ich denke es ist generell rastsamer sich einen Endokrinologen zu suchen der Erfahrung mit dem Thema gesammelt und etwas mehr Qualifikation als der Standarddoktor hat. Wenn er auch noch bereit ist etwas zu experimentieren dann ists ideal.
Weniger ratsam ists nach meiner Erfahrung zuviel auf Internet-Gurus und Hormonpäpstinnen zu hören ohne das kritisch zu hinterfragen und sich noch andere Meinungen einzuholen. ^^
In fact, you'll not be saved at all.
WWW
Zitat



Nachrichten in diesem Thema
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen - von versuchsanordnung - 23.08.2012, 08:44
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen - von Alexandra - 23.08.2012, 09:34
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen - von versuchsanordnung - 23.08.2012, 10:09
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen - von versuchsanordnung - 23.08.2012, 12:54
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen - von versuchsanordnung - 23.08.2012, 14:25
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen - von versuchsanordnung - 23.08.2012, 15:29
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen - von versuchsanordnung - 23.08.2012, 18:05
RE: Hormone, Testoblocker in unterschiedlichen Variationen - von versuchsanordnung - 23.08.2012, 19:34

Gehe zu: