Kinderwunsch? [rechtliche Aspekte]
RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #31
Tja, es muss sich halt jeder/jede irgendwann selbst entscheiden, ob er/sie etwas haben möchte und bereit ist dafür auch zu kämpfen, oder doch lieber drauf verzichtet, weil er/sie nicht bereit ist Zeit, Geld und Nerven in einen Kampf zur Erfüllung des eigenen Wunsches zu stecken.
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #32
(01.04.2013, 16:49)Angelika schrieb: Tja, es muss sich halt jeder/jede irgendwann selbst entscheiden, ob er/sie etwas haben möchte und bereit ist dafür auch zu kämpfen
Wieso müssen wir TS für die Durchsetzung eines Urinstinkts, nämlich den der Fortpflanzung kämpfen?
Fast jeder Mensch, egal ob Manderl oder Weiberl, spürt den Wunsch nach Kindern. Warum ist eine TS Frau hier vom Gesetz her benachteiligt?
Wenn es dann körperlich nicht mehr geht, bleibt auch die Adoption. Ich bin mir nämlich sicher, dass viele Waisenkinder in den Händen so mancher TS wesentlich besser aufgehoben sind, als in staatlichen Heimen, wo oft mal eine Art von Terror herrscht.
Aber auch dieses ist uns TS und auch homosexuellen Menschen in vielen Europäischen Ländern verwehrt. Wir sind doch wirklich eine sehr aufgeklärte Gesellschaft Undecided
Ich bin nicht mein Körper.
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #33
Tja, Jasmin, warum gibt es keine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare? Warum ist es lesbischen Frauen in einer Eingetragenen Partnerschaft (EP) verboten sich mit Hilfe medizinischer Unterstützung fortzupflanzen? Warum haben Menschen in einer EP keinen Familennamen mehr, sondern nurmehr einen Nachnamen? Warum dürfen EP´s nicht genauso wie Ehen auf allen Standesämtern, sondern nur im Büro der Bezirkshauptmannschaften geschlossen werden? Warum musste die Sache mit dem Bindestrich bei einem Doppelnamen im Zuge einer EP, sowie die Sache mit der Stiefkindadoption bis zu den Höchstgerichten durchgeklagt werden, etc. ,etc..

Warum musste die Aufhebung des Scheidungszwanges und des OP-Zwanges für TS durch Höchstgerichtserkenntnisse (VfGH und VwGH) erfolgen? Warum ist es nicht möglich das Namensrecht für erwachsene und mündige Menschen zu liberalisieren? Warum wird es auch in dieser Legislaturperiode keine gesetzliche Regelung des Anspruchs auf PÄ für Non-OP-TS geben?

Frage Dich doch bitte einmal welche politische und weltanschauliche Ideologie hinter all diesen Diskriminierungen steckt und dafür sorgt, dass Änderungen und Verbesserungen nicht durch den Nationalrat, sondern nur durch die Gerichte herbeigeführt werden können?
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #34
(29.03.2013, 11:30)iris_evenstar schrieb: [hier gekürzt] Die Situation in Deutschland hat mich aber auch stutzig gemacht! Kann es mir in Österreich sicher nicht passieren, dass mir meine Personenstandsänderung und mein weiblicher Name aberkannt werden?

Kann ich mir nicht ernsthaft vorstellen.

Im Gegensatz zu Deutschland (dort betreffend die Vornamensänderung, die sogenannte "kleine Lösung"; bei der PÄ sieht das TSG nichts Derartiges vor, da vorher nach seiner Logik ja eine Kastration erfolgen muss - mit einer In-vitro-Fertilisation hat man 1980 wohl noch nicht gerechnet) sieht das (geschriebene) österreichische Recht für diesen Fall überhaupt keine Rechtsfolgen vor.

Sollte eine Personenstandsbehörde trotzdem auf so eine Idee kommen, müsste sie den Beweis führen, dass sich durch die Zeugung eines Kindes im Reagenzglas (!) das Geschlecht der Transfrau neuerlich geändert hat (bzw. die beurkundete Änderung unrichtig geworden ist). Das hieße aber einen Rückfall in einen rein biologisch-genetischen Geschlechtsbegriff vollziehen, von dem die Höchstgerichte schon wiederholt im Zusammenhang sinngemäß gesagt haben, dass er nicht dem Gesetz entspricht. Ohne Anerkennung des Vorrangs des sozialen Geschlechtsbegriffes vor dem genetisch-biologischen ("Gender" statt "Sex") hätte man mit dem Personenstandsändern ja gar nicht anfangen dürfen!
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #35
(01.04.2013, 14:15)Eva_Tg schrieb: Also, ich kann mir schöneres vorstellen als Zeit, Geld und Nerven in etwas reinzustecken, was für andere Menschen selbstverständlich ist.

Angelika schrieb:Tja, es muss sich halt jeder/jede irgendwann selbst entscheiden, ob er/sie etwas haben möchte und bereit ist dafür auch zu kämpfen, oder doch lieber drauf verzichtet, weil er/sie nicht bereit ist Zeit, Geld und Nerven in einen Kampf zur Erfüllung des eigenen Wunsches zu stecken.

Tja, ich sehe das auch eher pragmatisch: Die derzeitige Situation IST einfach so, also werde ich damit umgehen und für mein Recht kämpfen. Ich könnte natürlich dieselbe Zeit damit verbringen, mich darüber aufzuregen, wie ungerecht die Welt denn ist, aber ich denke, DAS wäre dann wirklich verschwendete Zeit und würde mich meinen eigenen Zielen kein bisschen näher bringen.
*** Bitte keine Anfragen mehr bezüglich OP-Bilder von Dr. Schaff. Ich versende diese schon lange nicht mehr. Vielen Dank! ***
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #36
Ich glaube eher ihr seht das dogmatisch als pragmatisch, aber mal sehen, ob und wann ihr drauf kommt, was ich meine.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #37
(29.03.2013, 18:02)Angelika schrieb: [hier gekürzt] All diese Dinge sind nicht geklärt, da die entsprechenden gesetze teilweise so alt sind, dass es zum Zeitpunkt des Erlasses dieser weder GA-OP noch künstliche Befruchtung gegeben hat. Das ABGB z. B. stammt in seinen Grundzügen ausdem Jahr 1811 und ist am 1. Jänner 1812 in Kraft getreten (JGS Nr. 946/1811)

Ich bin ganz sicher, dass die sozialdemokratischen Abgeordneten vom Klubobmann mit Peitsche und Würgeeisen dazu gezwungen werden mussten, dem Kindschafts- und Namensrechts-Änderungsgesetz 2013, BGBl. I Nr. 15/2013 zuzustimmen!

Aus selbigem stammt nämlich der aktuell geltende vollständige Wortlaut des § 144 des ABGB Big Grin (überhaupt wurden alle §§ von 137 bis 204 des ABGB - und noch einiges mehr - damit neu erlassen).

Der Gesetzesantrag war einen Regierungsvorlage (Made by BMJ, damit aus der ÖVP-Ecke), also hätte ihn die Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek sogar blockieren können. Was einfach nicht geschehen ist, da die Bedachtnahme auf die Spezialinteressen von Trans-Menschen (aber auch von Lesben und Schwulen, die ja der in diesem Gesetz festgeschriebene Begriff der Vater-Mutter-Kind-Familie genauso betrifft) auch für die SPÖ kein Thema ist. Jedenfalls keines, für das man sich in die Bresche wirft.
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #38
(02.04.2013, 09:05)Mike-Tanja schrieb: ... kein Thema ist. Jedenfalls keines, für das man sich in die Bresche wirft.

Wundert mich wenig, denn ich kenne einige "rote" oder sogar "grüne", die ziemlich "konservativ" in Sachen LGBTiQa sind (und diese "Kranken" am Liebsten *PIEPS*en würden)...
[Bild: avatar_202.jpg] „NATSUME! NATSUMEe! NATSUMEee!“ — Nyanko-Sensei en.wikipedia.org/wiki/Natsume%27s_Book_of_Friends
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #39
Oje, Ring frei für die politische Auseinandersetzung! Undecided
*** Bitte keine Anfragen mehr bezüglich OP-Bilder von Dr. Schaff. Ich versende diese schon lange nicht mehr. Vielen Dank! ***
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RE: Kinderwunsch Transfrau + Cisfrau
Beitrag #40
Nein, gar nicht, meinte das nicht "politisch"!

Menschen sind eben (noch immer oft) so, egal welches "politische" Mascherl sie sich umhängen... Die Redewendung "Ins Gesicht überfreundlich, das Messer in den Rücken" kennen wir wohl alle...
[Bild: avatar_202.jpg] „NATSUME! NATSUMEe! NATSUMEee!“ — Nyanko-Sensei en.wikipedia.org/wiki/Natsume%27s_Book_of_Friends
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