arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #21
38,5 Stunden ganz normal.
Im Einzelhandel kommst höchstens auf 1400€
Als Leiharbeiterin über 2000.
T.S.S Big Grin
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #22
Hm, das erklärt das natürlich.
Aber würde ich mir ernsthaft um den Verdienst Gedanken machen, hätte ich den Weg der Transition nicht gehen sollen.
Ein ziemlich bescheidener, beruflicher Lebenslauf, ein abgebrochenes Studium und obendrein noch transsexuell, da schätze ich meine Chancen einen gut bezahlten Job zu finden eher gering ein.
Das war mir allerdings von Anfang an klar, daß ich beruflich und geldmässig auf ein Minimum falle, wenn ich diesen Weg gehen will.

Ich hab zur Zeit vielleicht ein Drittel von dem was du verdienst und ob sich das irgendwann mal ändern wird, weiß ich nicht. Aber das sind halt die Konsequenzen, die daraus folgen das ich jetzt eine Frau bin. Nicht jede Transsexuellen kann ihren Job behalten oder findet einen gut bezahlten, neuen Job.
Ich finds nicht toll, aber ändern kann ich es auch nicht, also nehme ich es erstmal so hin.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #23
Ich bin ja am überlegen in Deutschland zu arbeiten, ein paar Kollegen von mir waren jetzt da drausen, dort verdient man 3000-4000€, das würde sich fast auszahlen.

Weil du das erwähnt hast, TS zu sein ist ja nichts was man sich aussucht.
T.S.S Big Grin
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #24
und außerdem soll man den tag nicht vor dem abend hassen, ich z.b. mache gerade schule und bin dabei viel selbstsicherer als wie davor.

liebe grüße

e: "da draußen" in deutschland gibt genauso viele schlecht bezahlte Jobs, wie bei euch auch, denke ich. Z.b. in der Pflege ist die Arbeit massiv unterbezahlt hier.

Und die Doku hab ich mir gestern angeschaut, ich finde sie gut gemacht auch dass sie von der Person von der sie handelt kommentiert ist finde ich sehr interessant nur ist sie leider auch sehr traurig am ende fand ich nicht so schön aber wer weiß schon was da noch passiert.
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #25
(02.02.2014, 18:26)Eva_Tg schrieb: Hm, das erklärt das natürlich.
Aber würde ich mir ernsthaft um den Verdienst Gedanken machen, hätte ich den Weg der Transition nicht gehen sollen.
Ein ziemlich bescheidener, beruflicher Lebenslauf, ein abgebrochenes Studium und obendrein noch transsexuell, da schätze ich meine Chancen einen gut bezahlten Job zu finden eher gering ein.
Das war mir allerdings von Anfang an klar, daß ich beruflich und geldmässig auf ein Minimum falle, wenn ich diesen Weg gehen will.

Ich hab zur Zeit vielleicht ein Drittel von dem was du verdienst und ob sich das irgendwann mal ändern wird, weiß ich nicht. Aber das sind halt die Konsequenzen, die daraus folgen das ich jetzt eine Frau bin. Nicht jede Transsexuellen kann ihren Job behalten oder findet einen gut bezahlten, neuen Job.
Ich finds nicht toll, aber ändern kann ich es auch nicht, also nehme ich es erstmal so hin.

was heisst denn bescheidener Lebenslauf?

Was ich mich ja oft frage. Gebt ihr der Transsexualität oder der vllt. mangelnden Berufsbildung die Schuld an der möglichen mauen Jobchance?

Ich höre sehr oft beide Seiten, von Leuten die nur noch schwer Arbeit finden und bei vielen die dadurch Vorteile ziehen konnten, eben weil es stimmiger war und sich das auf die Arbeit / Leistung ausgewirkt hat.
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #26
(04.02.2014, 02:54)Mara85 schrieb: Was ich mich ja oft frage. Gebt ihr der Transsexualität oder der vllt. mangelnden Berufsbildung die Schuld an der möglichen mauen Jobchance?

Beide Faktoren spielen eine Rolle. Allein das abgebrochene Studium macht es schon schwer, viele Arbeitgeber wollen einfach niemanden einstellen, der zwei oder drei an der Uni rumgehangen hat und dann keinen Abschluß vorweisen kann.
Und meine Ausbildung, die ich vor über 10 Jahren gemacht habe und danach nie in dem Beruf gearbeitet habe, bringt mir auch keine Vorteile. Zitat eines Arbeitgebers: "In dem Beruf kann ich Sie eh nicht einsetzen, dafür sind Sie dort zu lange raus."
Das ich vor meinem Outing schon Probleme hatte einen Job mit einer vernünftigen Bezahlung zu finden, ist unbestreitbar. Sicherlich irgendwelche Arbeitsgelegenheiten und Minijobs findet man immer, da ist es egal was man früher gemacht hat, aber wenn man nur 500€ im Monat verdient ist man damit trotzdem auf die Unterstützung von Vater Staat angewiesen.
Und nach meinem Outing sind diese Probleme bestimmt nicht verschwunden, aber das ich mich jetzt als transsexuelle Frau bewerbe würde ich auch nicht unbedingt als förderlich bezeichnen. Viele Arbeitgeber wollen entweder überhaupt nichts damit zu tun haben oder tun sich sehr schwer damit Transsexuelle einzustellen. Wenn mir im Vorstellungsgespräch versichert wird, daß es absolut kein Problem ist, daß ich transsexuell bin, sich der Arbeitgeber danach aber nicht mehr meldet, dann denkt man sich schon seinen Teil. Und wenn man dann anruft und nachharkt, was jetzt mit der Bewerbung ist, wird man mit irgendwelchen Phrasen hingehalten wie "Wir haben uns noch nicht entschieden, wir gucken uns noch andere Bewerber an.". Wenn nur meine Qualifikation zu schlecht wäre, dann hätte man mir das so sagen können, aber ohne echte Antwort vermute ich mal, daß da doch Vorbehalte weil ich transsexuell bin dahinter stecken.

Interpretiere das wie du willst, aber für mich sind die Fakten eindeutig, schon vor meinem Outing waren meine Chance auf dem Arbeitsmarkt nicht gut und nach meinem Outing sind sie nicht besser geworden, teilweise vielleicht sogar schlechter.
Eine Betroffene hat es sehr gut auf den Punkt gebracht, die sagte nämlich: "Kein Mensch wird einen Job bekommen, weil er transsexuell ist, sondern man kriegt höchsten einen Job obwohl man transsexuell ist."
Und das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, ich hab schon als transsexuelle Frau gearbeitet, aber bei diesen Jobs war a) von Anfang klar, daß die auf ein paar Monate begrenzt waren und b) lag das Einkommen irgendwo zwischen 500 und 800 Euro. Da kann man kaum von tollen Brufsaussichten, einer Karriere oder sonst was sprechen.

Wenn du hingegen eine Patentlösung hast, wie man als Transsexuelle unter Garantie einen super Job mit fetten Einkommen findet, nur raus damit. Ich würde lieber heute als morgen mit 2000€ in der Tasche nach Hause gehen. Big Grin
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #27
Ich bin der Meinung wenn man eine gute Ausbildung hat bekommt man immer einen Job, das ist die Erfahrung die ich bis jetzt gemacht habe.
Und ich hoffe das bleibt auch so weil wenn ich mir die Postings hier teilweise durchlese wird mir ganz anders.....
T.S.S Big Grin
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #28
Und was hat das alles mit Christian und Christiane zu tun?
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #29
(04.02.2014, 22:16)Cappuccetto schrieb: Und was hat das alles mit Christian und Christiane zu tun?

Das war mein Stichwort! Ich darf höflich an das Thema erinnern. Oder soll ich den Thread teilen und ein neues Thema betreffend "TG und Chancen im Berufsleben" eröffnen?
- Ich bin zwar F-64.1 aber deswegen trotzdem transident Tongue -
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #30
(04.02.2014, 22:16)Cappuccetto schrieb: Und was hat das alles mit Christian und Christiane zu tun?

Na vielleicht ist das einfach eine Antwort auf deine Aussage:
(01.02.2014, 09:36)Cappuccetto schrieb: Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz schlau geworden aus dieser Film-Doku und nehme Christian die rein beobachtende und distanzierte Experimentierhaltung nicht ab. Dazu ist er mir zu authentisch in die weibliche Gefühlswelt eingetaucht und hat sich zu wohl gefühlt in seiner femininen Identität.
Auch die Aussage: "Ich spüre, dass ich nicht mehr zur Männerwelt gehöre, habe dort wohl endültig meinen Platz verloren", hat mich nachdenklich gemacht, denn dies war eine meiner ersten manifesten Erkenntnisse, - und das ging relativ schnell - nachdem ich mich endgültig auf den Weg gemacht hatte. Nehme mal an, dass emotional doch mehr dahinter steckt, als er zugibt und das Experiment nur eine "getarnte" Möglichkeit war, eine bis dahin, vielleicht unbewusste Veranlagung auszutesten. Und Christiane wurde nach dem "Experiment" ja auch nicht endgültig in den Kleiderschrank gehängt sondern existiert nach wie vor, so dann und wann. Wink

Vielleicht hat er sich in seiner femininen Idenität wohl gefühlt, aber vielleicht war das Riskiko beruflich und finanziell abzurutschen einfach zu hoch.

Aber diese Faktoren fallen oft einfach unter den Tisch. Ich habe bis jetzt genau eine Dokumentation gesehen in der eine Transsexuelle das Thema Beruf und Karriere überhaupt angesprochen hat.

Ich kann auch nur sagen, daß ich nach dem Outing beruflich und finanziell wesentlich schlechter dastehe als vor dem Outing. Damit muß man auch erstmal klar kommen.
Das Risiko ist nunmal da und ich kann mir vorstellen, daß viele davor zurück schrecken.

Von mir aus können wir das Thema auch teilen, aber die Vorgabe "Ein Jahr als Frau leben" und die Frage nach den Auswirkungen aufs Berufsleben gehören für mich schon zusammen. Sonst hätte ich das nicht angestoßen.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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