arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #1
[MODERATION: Titel angepasst; Bonita]


Christian & Christiane

Christian, Autor und ehemaliger Fernsehproduzent, beschließt, für ein Jahr als Frau zu leben. Er ist weder trans- noch intersexuell, noch möchte er sich einer Hormon- oder Sexualtherapie unterziehen. Er will einfach die Frauen besser verstehen und seine Rolle als Mann hinterfragen.

http://www.arte.tv/guide/de/049246-000/c...christiane
Die schwierigste Turnübung ist der Sprung über den eigenen Schatten...
(Dieter Chmelar, Backstage nach den BigBrotherAwards 2012)
Zitat

RE: arte Fernsehtipp, Freitag, 31. Januar um 22:40 Uhr
Beitrag #2
Klingt für mich ein bißchen übertrieben, daß jemand nur um die Frauen zu verstehen, gleich ein ganzes Jahr als Frau leben will. Wäre es ein Monat oder zwei würde ich das ernsthafter empfinden, aber gut man wird sehen was dabei rauskommt.

Nebenbei, Frauen verstehen ist gar nicht so schwer.
Mir wurde gestern auch so eine drollige Frage zum Thema Unterschiede zwischen Mann und Frau gestellt: "Denkst du auch immer oder ist das bei dir wie bei einem Mann, daß du mal nichts denkst?"
Ich konnt nicht mehr vor Lachen, besonders weil alle Männer, die das hörten sofort eingeschnappt waren. Und die nächste fragt dann natürlich auch gleich "Warum denken Männer eigentlich so oft nichts?"
Oh, waren die Männer böse und die Frauen hatten ihren Spaß. Wink
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
WWW
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RE: arte Fernsehtipp, Freitag, 31. Januar um 22:40 Uhr
Beitrag #3
Denken die wirklich so oft an nichts?
T.S.S Big Grin
WWW
Zitat

RE: arte Fernsehtipp, Freitag, 31. Januar um 22:40 Uhr
Beitrag #4
Entweder hast du den Witz jetzt nicht verstanden oder ich hab die Ironie deiner Frage nicht bemerkt, aber egal, ich hatte meinen Spaß. Männer sind so leicht zu ägern. Big Grin
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
WWW
Zitat

RE: arte Fernsehtipp, Freitag, 31. Januar um 22:40 Uhr
Beitrag #5

Kann man übrigens auch noch online nachsehen
Idea

(31.01.2014, 19:47)prof schrieb: Christian & Christiane ... http://www.arte.tv/guide/de/049246-000/c...christiane

Ich wage einen Gedanken... Wäre Christiane "unscheinbarer" - im Sinne von nicht so "herb" in Stimme und Gesicht sein (Bartschatten bis Stoppeln unter Make-Up), würde sich nicht so aufreizend gestalten (Haare, Kleidung, Schuhe) -, also hätte sie "besseres Passing", dann wäre dieses "Experiment" wahrscheinlich anders ausgegangen Angel

Wikipedia-Artikel (der übrigens zum Löschen vorgeschlagen wurde?!) Zitat bzw aus seinem Buch über das Experiment: « Mit seinem aktuellen Buch „Die Frau in mir – Ein Mann wagt ein Experiment“ (Heyne Verlag) liefert der Autor einen praktischen Beitrag zur zumeist theoretisch geführten Geschlechterdebatte. In einem fast zweijährigen Selbsterfahrungsexperiment versuchte Christian Seidel von Anfang 2012 bis Ende 2013 als Frau zu leben. Seine Erfahrungen beschreibt der Autor gegenüber der Deutschen Presseagentur als „zutiefst betroffen machend“. Er wäre überrascht und oft schockiert gewesen, was er erfahren und gesehen hätte. Vor allen Dingen die bestehende und kollektiv gelebte Männerrolle hätte ihn konsterniert, weil er sie so unbeweglich empfunden habe. Ihr einziges Ziel wäre, „die Weiblichkeit auszugrenzen und daraus nährt sich die Identität des Mannseins“, so Seidel in seinem Werk. Sein Buch „Die Frau in mir“ hat bereits vor der Veröffentlichung wegen seiner polarisierenden und oft, gerade hinsichtlich der Männer sehr kategorischen geführten, Geschlechterkritik heftige Debatten ausgelöst. Dem entgegnete der Autor mit dem Argument: „Wenn ich hier nicht kategorisch, sondern differenziert argumentieren würde, also dass es auch Ausnahmen gibt, dann würden sich alle Männer als Ausnahme fühlen.“ »

- was für mich (auch) beschreibt, warum (manche) Männer Frauen (unbewusst) "besitzen" wollen oder müssen... Confused

Sehr interessant wäre es auch gewesen, hätte Christian VOR dem Experiment seine (Blut-) Werte machen zu lassen, als auch einige Monate wieder nach diesem; Die hätten nämlich bereits vor dem Experiment so gewesen sein können... Denn als Verschwörungsthoretikerin könnte man schließlich darin auch den langsam aufgehenden Plan der (globalen) Bevölkerungsreduktion sehen (seit langem bekannte und dennoch weiterhin zugelassene Umweltgifte, welche die Männlichkeit zum Verschwinden bringen)... Big Grin
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
Zitat

RE: arte Fernsehtipp, Freitag, 31. Januar um 22:40 Uhr
Beitrag #6
Zitat:Ich wage einen Gedanken... Wäre Christiane "unscheinbarer" - im Sinne von nicht so "herb" in Stimme und Gesicht sein (Bartschatten bis Stoppeln unter Make-Up), würde sich nicht so aufreizend gestalten (Haare, Kleidung, Schuhe) -, also hätte sie "besseres Passing", dann wäre dieses "Experiment" wahrscheinlich anders ausgegangen Angel

Wie wäre es dann ausgegangen, deiner Meinung nach?

Zitat:... würde sich nicht so aufreizend gestalten (Haare, Kleidung, Schuhe)

Das wiederum erscheint mir ganz typisch für Männerfantasien zu sein, gilt vor allem für Transvestiten, aber auch für viele Transgender, speziell in der Anfangsphase. Da laufen fast alle so rum. Christian sagt irgendwo in seiner Doku: "Ich sehe aus wie die Karikatur meiner Traumfrau." - Eben! Wink

Zitat:Sehr interessant wäre es auch gewesen, hätte Christian VOR dem Experiment seine (Blut-) Werte machen zu lassen, als auch einige Monate wieder nach diesem; Die hätten nämlich bereits vor dem Experiment so gewesen sein können..

Genau! Überhaupt war das der schwächste Teil der Doku. Kam gleich nach der Weissagung durch die Tarrotkarten. Cool

Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz schlau geworden aus dieser Film-Doku und nehme Christian die rein beobachtende und distanzierte Experimentierhaltung nicht ab. Dazu ist er mir zu authentisch in die weibliche Gefühlswelt eingetaucht und hat sich zu wohl gefühlt in seiner femininen Identität.
Auch die Aussage: "Ich spüre, dass ich nicht mehr zur Männerwelt gehöre, habe dort wohl endültig meinen Platz verloren", hat mich nachdenklich gemacht, denn dies war eine meiner ersten manifesten Erkenntnisse, - und das ging relativ schnell - nachdem ich mich endgültig auf den Weg gemacht hatte. Nehme mal an, dass emotional doch mehr dahinter steckt, als er zugibt und das Experiment nur eine "getarnte" Möglichkeit war, eine bis dahin, vielleicht unbewusste Veranlagung auszutesten. Und Christiane wurde nach dem "Experiment" ja auch nicht endgültig in den Kleiderschrank gehängt sondern existiert nach wie vor, so dann und wann. Wink
Interessant auch, dass er kein einziges Wort über das sexuelle Empfinden Christianes (oder Christians) verliert, ja das Sexualleben insgesamt kategorisch ausgrenzte. Ein Manko, in einer derart breit angelegten Doku, wie ich finde.

Cappuccetto
Zitat

RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #7
Nun ja, wie Du bereits selbst meintest, vermute ich da bei/in ihm mehr als er - ab des Experiments gezeigte - zugeben möchte; Die beschriebene "Karikatur" verdrängte er schließlich auch bald; Die (hinten-rum-) Ablehnung (Partnerin, Freunde, "Freundinnen", Kollegen, Fremde) ließen ihm wohl jedoch den/einen Schlußstrich unter die "Vollzeit-Frau" ziehen - und es dabei - Zitat Nachwort @ Doku: "... Christiane lebt bis heute als Kunstfigur weiter." - belassen...

Anders ausgegangen wäre es wohl, wenn er - als sie - nicht so auffällig gewesen wäre; Dann hätte es die klassischen Konsequenzen gegeben, wie sie auch bei uns im Forum (oder andernorts) immer wieder beschrieben wurden und werden; Das Experiment wäre Alltag geworden - die Dauer war auf ein Jahr geplant, es wurden fast zwei daraus; Und anders ausgegangen angefangen bei der Frage der - sich ebenfalls ändernden oder eben gleichbleibenden - Vorliebe des sexuellen Partners (Christiane hätte auch lesbisch bleiben können [Bild: wink.gif] ) bis zur damit einhergehenden Zerstörung der aktuellen Partnerschaft mit seiner/ihrer Frau (die wahrscheinlich nicht lesbisch war/ist)...
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
Zitat

RE: arte Fernsehtipp, Freitag, 31. Januar um 22:40 Uhr
Beitrag #8
(31.01.2014, 23:33)Mia schrieb: Denken die wirklich so oft an nichts?

Wenn ich mir ansehe, was manche zustande bringen, dann muss das so sein. Big Grin

Smile
Am Rand des Abgrund ist die Aussicht sehr gut
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RE: arte Fernsehtipp "Christian & Christiane"
Beitrag #9
Hörts doch bitte auf mit dem albernen Männerbashing. Klischees dieser Art breit zu treten, ändert weder die Männer noch macht es uns weiblicher. Wink
Zitat

RE: arte Fernsehtipp, Freitag, 31. Januar um 22:40 Uhr
Beitrag #10
(01.02.2014, 09:11)Bonita schrieb: Seine Erfahrungen beschreibt der Autor gegenüber der Deutschen Presseagentur als „zutiefst betroffen machend“. Er wäre überrascht und oft schockiert gewesen, was er erfahren und gesehen hätte. Vor allen Dingen die bestehende und kollektiv gelebte Männerrolle hätte ihn konsterniert, weil er sie so unbeweglich empfunden habe. Ihr einziges Ziel wäre, „die Weiblichkeit auszugrenzen und daraus nährt sich die Identität des Mannseins“, so Seidel in seinem Werk.

Ich meine, damit hat er nicht ganz unrecht, die Überstillisierung des Männlichen und bewußte sowieso unbewußte Homophobie sind z.B. noch weit verbreitet und das sind zu mindestens Indizien das die Definition primär über Ausgrenzung passiert. In der Regel ist es doch so, daß es immer nur heißt "Ein echter Mann tut dieses oder jenes nicht, ein echter Mann sagt dieses oder jenes nicht..."
Eine Definierung die nur über eine Negation statt findet also.
Und die Emanzipation der Frauen hat an dieser Definition ganz schön gekratzt. Theoretisch müßten sich jetzt die Männer emanzipieren anstatt sich in ein Extrem dieser Negativ-Definition zu flüchten.
Aber die Genderdebatte steckt dafür im Moment zu fest, um da wirkliche Fortschritte zu bringen.
Und dieses Feststecken ist es auch, was uns Transgender teilweise noch zusätzliche Probleme bereitet, neben denen die sich aus unserer ungewöhnlichen Situation ergeben.

(01.02.2014, 09:36)Cappuccetto schrieb: Das wiederum erscheint mir ganz typisch für Männerfantasien zu sein, gilt vor allem für Transvestiten, aber auch für viele Transgender, speziell in der Anfangsphase. Da laufen fast alle so rum. Christian sagt irgendwo in seiner Doku: "Ich sehe aus wie die Karikatur meiner Traumfrau." - Eben! Wink

Na, nun komm, viele Frauen kokettieren mit ihren Reizen. Vielen ist das gar nicht bewußt, aber manche setzen ihre Reize auch ganz bewußt ein.
Wenn keine Frau das machen würde, dann würden alle z.B. nur mit Schlabber-T-Shirts rumlaufen anstatt mit tallierten Shirts mit mehr oder weniger großen Ausschnitt.
Es gibt genug Frauen, die sich bewußt aufreizender kleiden, um eine gewisse Wirkung zu erzielen.
Natürlich kann man vielen Transgendern vorwerfen, daß sie in diesem Punkt übertreiben. Aber Übertreiben gehört auch zum Ausloten der Rollenbilder der Rollenbilder dazu. Natürlich muß es nicht immer ultra-sexy sein, aber den einen oder anderen Akzent kann und darf man im Alltag schon setzen.
Ich behaupte mal, ich bin über die Anfangsphase weit hinaus, aber trotzdem spiele ich gerne mit meinen Reizen, selbst wenn ich nicht mal 30 min. für meine Haare und Make-up brauche und einfach nur Jeans und flache Schuhe/Stiefel anziehe, ziehe ich gerne mal ein figurbetontes Oberteil an, weil es mir gefällt. Genauso mag ich nach wie vor farbintensive Lippenstifte.

Das kann man alles nicht einfach unter Männerfantasien abtun, weil es genug Frauen (TS und CIS) gibt, denen es einfach gefällt ihre Reize einzusetzen.
In den Bereich der Männerfantasien kommt man wahrscheinlich dann erst, wenn es zu viel ist. Aber selbst das kann man so pauschal auch nicht sagen, teilweise hängt auch einfach vom Selbstbild der entsprechenden Frau ab.

Ich hab jedenfalls schon erlebt, wie sich Frauen total lächerlich gemacht haben, weil sie den Umständen unangemessen, aufreizend gekleidet waren.
Beim akzeptablen Mass daneben zu greifen, ist also keine Eigenschaft, die man Transgendern zuschreiben sollte, einige CIS-Frauen schaffen das auch sehr gut.
Zu viel Wahrheit wird nicht erkannt; Zu viel Tod am Wegesrand.
Erst auf den zweiten Blick; Erkennst du was dahinter steckt.
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