Ist das wahr?
RE: Ist das wahr?
Beitrag #11
(25.01.2020, 21:11)hope19_3 schrieb: Ich weiß nicht, bis jetzt habe ich aktiv 5 Transfrauen in meinem Leben in der realen Welt draußen wahrgenommen. Keine Ahnung wieviel Frauen, aber da sind mir auf jeden Fall auch ein paar "nuttige" Beispiele hängen geblieben, die Wahrscheinlichkeit, dass die paar alles sonst unauffällige Transfrauen waren (also 100% cis ausgesehen) geht wohl gegen 0 xD
Die perverse Art vom Onlinedating ist mir in echt aber zum Glück noch nie offensichtlich begegnet, also offensichtlich ein "Mann" in Frauenwäsche, String der raus schaut, die Hoden an der Seite raus baumeln und Strapse.. <-das ist für mich persönlich halt auf jeden Fall fetisch/ziemlich pervers und mit sowas möchte ich nicht in einen Topf geworfen werden. (und ne Cis-Frau wahrscheinlich nicht mit so einer "Schlampe" der der halbe Arsch bei den Hot Pants raus hängt z.B.)

Ich weiß halt nicht, wo man jetzt sonst so die "normale" Transfrau findet im echten Leben.
Wenn ich einfach so auf die Straße gehe, geht die Wahrscheinlichkeit wohl auch gegen 0, dass ich zufällig auf der Straße eine kennenlerne und mich unterhalten kann.

Ein anderes Problem ist halt, dass ziemlich viele Transfrauen psychische Probleme zu haben scheinen, also neben F64.0.
Persönlich kenne ich keine andere Transfrau, aber ich selbst z.B. habe mit der Stellungnahme zusammen noch 5 weitere Sachen diagnostiziert bekommen. Ich mein Depressionen wird wohl auch ziemlich jede/r zusätzlich diagnostiziert bekommen, aber so eine richtig glückliche/sorgenfreie Transfrau (abgesehen eben von F64.0) ohne anderen gröberen Probleme habe ich irgendwie noch nie erlebt/gelesen.
Ich z.B. habe ne Essstörung, Sozialphobie, Depressionen, Verdacht auf Bipolar und Verdacht auf Narzissmus, also läuft bei mir xD

Jetzt muss ich mal schlucken. Ich denke du vermischt hier einiges. Zum einen sind Datingplattformen alles andere als repräsentativ. Geht man nach SklavenZentrale wären also 95% aller Frauen am liebsten Sklavinnen und sind devot und masochistisch. Gehts nach JoyClub sind sowieso alle Päarchen versaute Swinger und alle Frauen Schlampen und die Transfrauen noch eher die Normaleren.
Also pass hier bitte auf mit der Erhebung empirischer repräsentativer Daten.

Zum Thema Krankheiten. F64.0 gibt es nun per ICD11 so nicht mehr. Hurra.
Fakt ist, dass Transmenschen nicht per se psychische Probleme haben - sondern diese durch die Transidentität und die Diskrepanz mit der Heteronormativität der Gesellschaft verursacht werden.

Gedankenspiel hierzu: Stellen wir und eine Polynormative Gesellschaft vor, in der es seit Beginn der Seßhaftwerdung egal ist, wer zu Hause bleibt, wer die Wäsche wäscht und wer zur Jagd geht. Angenommen, es hätten sich nie entsprechend dem lerntheoretischen Ansatz geschlechterstereotype Rollenverhalten entwickelt. Angenommen, ich hätte einfach ab dem Moment der Bewusstwerdung meiner Transgeschlechtlichkeit einfach als Mädchen weitergelebt...
...Gäbe es in dieser Gesellschaft überhaupt angleichende OPs? Hätte ich sie dann machen lassen?

Oder sind GAOPs einfach nur zum Teil auch für die Gesellschaft, damit die uns besser akzeptieren kann?

Wenn du dich mal mit dieser Frage beschäftigst, dann weißt du auch warum, viele Transmenschen mit Problemen zu kämpfen haben, die sich Ottonormalverbraucher gar nicht vorstellen will.

Bedenke einfach, dass vor allem bei Transfrauen alles in die Waagschale geworfen wird. Jede "normale" Frau mit Pumps, knielangem Kleid und Makeup wird nicht beachtet - während bei uns gleich alle schauen und anfangen zu bewerten und zu urteilen!
Zitat

RE: Ist das wahr?
Beitrag #12
(26.01.2020, 16:39)Patricia1975 schrieb: Oder sind GAOPs einfach nur zum Teil auch für die Gesellschaft, damit die uns besser akzeptieren kann?

Die Gesellschaft braucht sich meine OP nicht schönzutrinken versuchen. Die habe ich alleine für mich gemacht. Für mich! Mich, mich... mich alleine!! Nicht für die!!! Angry

Wie bescheuert hätte ich sein müssen, zu glauben, ich würde post-op besser akzeptiert? Angry Das genaue Gegenteil war der Fall. Die hielten mich so schon für bekloppt genug.

Diese Art von Kalauer ist nun schon mindestens 50 Jahre alt. Vielleicht sollten wir mal ein Jubiläums-Besäufnis veranstalten [Bild: smilie_trink_023.gif]
उपदेशो हि मूर्खाणां प्रकोपाय न शान्तये ।
पयःपानं भुजङ्गानां केवलं विषवर्धनम् ॥
(पञ्चतन्त्रम् १.४२०)
Zitat

RE: Ist das wahr?
Beitrag #13
Hmmm, bei Sklavenzentrale gehts um BDSM, Joyclub bezeichnet sich selbst als 'Deutschlands große Sex- und Erotik-Community: Kostenloses Sex-Forum'. Ich würde beides jetzt nicht unbedingt als 0815-Datingseiten sehen. Es geht glaub ich auch nicht um die Erhebung empirischer repräsentativer Daten, sondern darum jemanden zu finden dem es nicht vorrangig um Sex oder einem bestimmten Fetisch geht. Auf den obengenannten Portalen würde ich persönlich die Chancen dafür eher gering einschätzen.

Sich einer GaOP zu unterziehen um der Gesellschaft einen Gefallen zu machen, klingt erstmal sonderbar, ist aber im Grunde durchaus plausibel. Wenn für einen Grossteil der Gesellschaft das Geschlecht (m oder w) zwischen den Beinen und nicht zwischen den Ohren ist, dann wird ein Saunabesuch oder auch die Benutzung der Dusche im Damenbereich bspw. im Fitnessstudio ohne körperliche geschlechtsangleichende Massnahmen eher zum No-Go, ausser man möchte sich unbdingt Ärger einhandeln.

Manche Transfrauen - ich schliesse mich da auch nicht aus - werden immer irgendwie auffallen. Ich denke es ist eine Gratwanderung. Die meisten Mitmenschen reagieren ohnehin sehr gelassen und tolerant. Das Problem ist glaube ich nicht wirklich lösbar. Eine Person die (in welcher Form auch immer) aus der Masse heraussticht, wird immer besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit schlechtem Passing ist der Aufmerksamkeitseffekt einigermassen garantiert. Das kann man bis zu einem gewissen Grad zwar kaschieren (Make-Up, vorteilhafte Kleidung), aber halt oft auch nicht zu 100 Prozent. Und wenn man auffällt, wird man auch zusätzlich genauer beäugt und gemustert. Ich denk mir aber dass das ein relativ normaler Reflex ist. Wie unsere Mitmenschen dann in weiterer Folge mit uns umgehen ist das viel wichtigere Kapitel, finde ich.

Offtopic: Ist 'transgeschlechtlich' jetzt das neue 'transsexuell' ? Ich hoffe doch nicht, transident fand ich nachvollziehbar. Ich möchte in Zukunft jedenfalls nicht als transgeschlechtlich gelten, da war mir transsexuell doch bedeutend lieber, auch auf die Gefahr hin mit TV's und anderen Transgendern in einen Topf geworfen zu werden  Blush3
[Bild: bild1.jpg]  IF AT FIRST YOU DON'T SUCCEED, FIX YOUR Ponytail AND TRY AGAIN.[Bild: bild0.jpg]
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