Kaum Gender Dysphoria?
Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #1
Hallo,

ich habe mich ja schon letztens hier gemeldet und möchte jetzt nochmal was fragen.
Was mich schon die ganze Zeit sehr stark verunsichert ist, dass ich kaum Gender Dysphoria habe. Also bisschen schon, aber viel zu wenig.
Habe jetzt mal geschaut, ob es im Internet einen Test gibt und tatsächlich, es gibt einen. Dieser Test meinte, ich hätte kein Gender Dysphoria oder nur sehr wenig (siehe Screenshot). Man kann sich natürlich fragen, wie genau so ein Test sein kann; bei einigen Fragen wusste ich auch nicht so recht, was ich antworten soll, aber naja... Wie mein Name es ja schon sagt, bin ich halt ziemlich verunsichert und weiß einfach nicht wirklich weiter.

Muss man wirklich richtig Gender Dysphoria haben, um trans* zu sein?

Schonmal Danke im Voraus
und hier der Screenshot:
[Bild: eackrsr.jpg]
Zitat

RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #2
Kurze Antwort: diese Tests im Internet sind Quatsch.

Ich habe schnell auch diesen Test gemacht (kannte den vorher gar nicht) und hab 98.
Weil ich mich zwangsläufig uf die männliche Rolle so eingelassen hatte, dass ich mich nie wirklich gefragt habe (außer vielleicht unbewusst). Icch war halt ein "komische" Bub und "anders" und hab mich damit abgefunden, weil ich gar nicht auf die Idee gekommen wäre, mein Geschlecht könnte ich (oder überhaupt jemensch) ändern.
Bei mir ist das halt in den letzten Monaten/Jahren erst rausgekommen, klar, dass der Test da "versagt".

Nein, denk dir nichts. Für mich ist die einzig sinnvolle Analyse die bei der/m Psychotherapeutin/en (Psychiater/in etc). Die stellen dir dann schon die richtigen Fragen.
(Meine erste Frage war dort ja, ob ich spinne, weil ich glaube, weiblich zu sein Wink ).

Favorite -lich,
Eva

Zitat

RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #3
(30.06.2020, 01:09)Verunsichertes Mädchen schrieb: ... Muss man wirklich richtig Gender Dysphoria haben, um trans* zu sein? ...

Nein, muss mensch nicht; Schau doch mal in den Wiki-Beitrag https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlecht...%C3%B6rung rein, vor allem die letzten beiden Punkte (Kritik & Kontroverse)...

Falls die Verunsicherung anhält und einem diese praktisch sein Leben zu leben hindert, wäre der Tipp von Atellana nicht verkehrt - es sollt halt eher "neutrales" Psycho-Personal sein, allerdings wär Erfahrung mit Themenpunkten wie Sexualität bzw trans* wohl ebenso nicht ganz verkehrt...

Alles Gute und Liebe! Favorite
[Bild: avatar_202.jpg] „NATSUME! NATSUMEe! NATSUMEee!“ — Nyanko-Sensei en.wikipedia.org/wiki/Natsume%27s_Book_of_Friends
Zitat

RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #4
Den Test kannte ich noch gar nicht, das fordert doch gleich meinen Spieltrieb heraus Big Grin Ich habe 54, "Strong Indication of Gender Dysphoria". Nun gut, was soll auch anderes dabei herauskommen? Huh Ist ja schon zweifelhaft, das so rückblickend zu versuchen Confused

Ernst nehmen würde ich das nicht. Der Test ist nicht sehr detailliert. Immerhin sind Redundanzen enthalten, nur so sicherheitshalber.

Wie es so um mich steht, hätte ich auch schon als Teenie gewußt – ohne Test.
Προσποιοῦμαι παίζειν [Bild: religioese-smilies-0005.gif] [Bild: heulende-smilies-0003.gif]
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RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #5
Also unter Gender Dysphorie versteht man:



"Gender dysphoria (GD) is the distress a person feels due to a mismatch between their gender identity and their sex assigned
at birth."  Quelle Wikipedia EN

zu Deutsch: der Druck und/oder Verzweiflung welche man fühlt, wenn das Geburtsgeschlecht nicht mit dem/der empfundenen Geschlecht/Identität übereinstimmt.


Meine Frage ist dann, warum könnte man eine Transition anstreben/als dem anderen Geschlecht entsprechend leben wollen, wenn das empfundene Geschlecht nicht vom Geburtsgeschlecht abweicht?

Ich glaube - auch wenn das heute eine eher unpopuläre Meinung ist - dass der Grundpfeiler für eine F64 Diagnose ist, mit seinem Körper im Unreinen zu sein, speziell was die geschlechtsspezifische Entwicklung betrifft. Schließlich entwickelt sich dieser Körper in die entgegengesetzte Richtung als jene, die man eigentlich haben will/für richtig empfindet.


(01.06.2020, 01:43)Verunsichertes Mädchen schrieb: Habe vor einiger Zeit einen zweiminütigen Clip auf YouTube gesehen aus einer Zeichentrickserie von einem Crossdresser und da kamen mir schon die Tränen, von so nem kurzen Clip. Einfach weil er als Mädchen so hübsch ist und ich einfach so - als Junge - umherlaufen und leben muss.

Sry, hab ich aus deinem anderen Fred kopiert.. denke es gehört hier dazu

Scheinbar gibt's da eine gewisse Unzufriedenheit mit deinem Körper oder bilde ich mir das nur ein? Versuche dem Gefühl mal nachzuspüren. Warum kommen dir die Tränen wenn du einen Crossdresser siehst? Was darf/hat/kann der, was du nicht kannst?

Das Thema ist sehr heikel und niemand wird kommen und dir sagen was du bist, du kannst nur versuchen dem Ganzen auf den Grund zu gehen, indem du in dich reinhörst. Wenn du zu dem Schluss kommen solltest, dass das dein Weg ist, dann bitte nur weil du ihn selbst als den deinen erkannt hast, nicht weil dir jemand gesagt (=auch indirekt Bsp: "My Dreamtransition" ala YouTube) hat es wäre gut/toll/richtig ihn zu gehen..


liebe Grüße
Claudsch
Zitat

RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #6
(01.07.2020, 22:15)Claudia_89 schrieb: Also unter Gender Dysphorie versteht man:



"Gender dysphoria (GD) is the distress a person feels due to a mismatch between their gender identity and their sex assigned
at birth."  Quelle Wikipedia EN

zu Deutsch: der Druck und/oder Verzweiflung welche man fühlt, wenn das Geburtsgeschlecht nicht mit dem/der empfundenen Geschlecht/Identität übereinstimmt.

Meine Frage ist dann, warum könnte man eine Transition anstreben/als dem anderen Geschlecht entsprechend leben wollen, wenn das empfundene Geschlecht nicht vom Geburtsgeschlecht abweicht?

Es geht nicht um die Abweichung, sondern den "distress".

Es gibt auch TS, die behaupten, sie hätten nicht sonderlich gelitten.
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RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #7
(Gestern, 09:02)Sunburst schrieb: Es geht nicht um die Abweichung, sondern den "distress".



"Gender dysphoria (GD) is the distress a person feels due to a mismatch between their gender identity and their sex assigned 
at birth."  Quelle Wikipedia EN


>>distress due to a mismatch<< = Druck/Leiden durch Abweichung/nicht zusammenpassen

(Gestern, 09:02)Sunburst schrieb: Es gibt auch TS, die behaupten, sie hätten nicht sonderlich gelitten.

(01.07.2020, 22:15)Claudia_89 schrieb: Meine Frage ist dann, warum könnte man eine Transition anstreben/als dem anderen Geschlecht entsprechend leben wollen, wenn das empfundene Geschlecht nicht vom Geburtsgeschlecht abweicht?
Zitat

RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #8
(Gestern, 13:14)Claudia_89 schrieb: >>distress due to a mismatch<< = Druck/Leiden durch Abweichung/nicht zusammenpassen

Hat was bei den einen eine Ursache ist auch bei anderen dieselbe Wirkung? Huh

(Gestern, 13:14)Claudia_89 schrieb:
(Gestern, 09:02)Sunburst schrieb: Es gibt auch TS, die behaupten, sie hätten nicht sonderlich gelitten.
(01.07.2020, 22:15)Claudia_89 schrieb: Meine Frage ist dann, warum könnte man eine Transition anstreben/als dem anderen Geschlecht entsprechend leben wollen, wenn das empfundene Geschlecht nicht vom Geburtsgeschlecht abweicht?

Ich hätte die Leute fragen müssen. Aber ich habe mich nicht getraut, so unhöflich zu sein Blush
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RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #9
Question 
Ich weiß ehrlich gesagt nicht worum es hier jetzt geht, ich habe versucht der TE eine Hilfestellung zu geben.. Ich hab keine Ahnung wie es helfen soll das jetzt in Relativierungen und philosophischem Imkreisegedrehe aufzulösen.  Thinking

Man kann natürlich auch eine Transition beginnen ohne dass man weiblich fühlt und männlich ist (oder umgekehrt) nur würde ich davon dringend abraten. Es ließe sich ja auch niemand ein Bein abnehmen, obwohl er/sie/es kein Problem mit ihm haben.

Ich kenne ein paar unglückliche Seelen die dachten, das wäre alles nur Spaß und erst spät das bittere Erwachen hatten, wo bereits irreversible Schritte eingeleitet wurden..

liebe Grüße
Claudia
Zitat

RE: Kaum Gender Dysphoria?
Beitrag #10
Ja, es gibt auch etwas zwischen Mann und Frau. Etwa, wenn man sich gesamt gesehen zu 75 Prozent weiblich fühlt, notgedrungen im Alltag  die männliche Rolle spielen muss, obwohl man eigentlich lieber als Frau rausgehen möchte. Es meist nicht tut, weil das äußerliche mit dem inneren  nicht zusammenpasst.

Du bist immer so hübsch, wie du dich in deiner Haut wohlfühlst...
Zitat



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