Probleme mit der Formulierung "als Mann, als Frau"
RE: probleme mit der formulierung
Beitrag #15
(28.05.2012, 03:02)Eva_Tg schrieb: Jenny einen Vorschlag zur Güte: Schreibe, die deiner Meinung nach, passenden und genauen Formulierungen auf und dann schauen wir weiter. Ich spiele dabei dann gerne den Advocatus Diaboli (Hm, davon gibt es in Latein keine weibliche Form).


d.h. du nimmst die gegenseite ein? na gut..

ich gehe als mann arbeiten
passend:
ich gehe als frau arbeiten (oder besser: ich gehe arbeiten)
wenn dann bei der "oder besser"-antwort die frage aufkommt: als mann oder als frau?
die antwort: na, als frau natürlich, ich bin eine, ich empfinde mich als eine
(nur, wenn man sich immer als frau empfindet)

ich gehe als mann arbeiten
genau:
ich gehe als transsexuelle frau arbeiten (oder transfrau)
(betrifft in dem fall nur transsexuelle frauen)

---

ich gehe als frau einkaufen
passend:
ich gehe einkaufen
wenn dann dieselbe frage aufkommt: siehe oben
(siehe oben)

ich gehe als frau einkaufen
genau:
ich gehe als transsexuelle frau arbeiten
(siehe oben)

---

das wort "als" kann man nun in zwei weisen benutzen:

(nicht gut)
1. ich gehe als mann arbeiten (weil ich männliche kleidung trage und mich alle somit als einen mann wahrnehmen und betiteln)

(gut)
2. ich gehe (als frau, wenn die frage aufkommt) arbeiten (weil ich mich als frau sehe, mich als frau empfinde, weil ich eine transsexuelle frau bin und schlüpfe in die männliche rolle, indem ich männliche kleidung trage (und mich alle somit als einen mann wahrnehmen und betiteln))

(nicht gut)
3. ich gehe als frau einkaufen (weil ich weibliche kleidung trage, mich weiblich bewege und mich somit alle als frau wahrnehmen)

(gut)
4. ich gehe einkaufen (weil ich ohnehin eine frau bin, mich als frau empfinde, mich als frau sehe und ich mich nicht über die bekleidung definiere)

---

ich finde einfach, dass, genauso wie alle anderen formulierungen, die man vergebens zu berichtigen versucht, wie etwa:

als mann geboren, aus ihm wurde (eine) sie, er fühlt sich als frau, sie war mal ein mann, er möchte sein geschlecht wechseln, er/sie machte eine geschlechtsumwandlung, ein transsexueller (anstatt -r, frau), als frau siehst du toll aus, für mich bist du eine frau, ich fühle mich dem anderen geschlecht zugehörig, als ich noch ein mann war usw.

auch diese beiden formulierungen dazu beitragen, dass
- man selbst dazu tendiert, sich über äußerlichkeiten zu definieren (und das prägt sich ein)
- die menschen (bekannte, familie, öffentlichkeit, medien) nicht richtig aufgeklärt werden (und/oder es umso länger dauert, bis sie es verstehen)

und da bin ich einfach dagegen, und ich denk dabei nicht nur an mich, sondern an alle (tsfrauen, tsmänner und evtl. auch tg)


übrigens, liebe eva, die weibliche form von advocatus diaboli ist advocata diaboli

♥ jenny
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