Probleme mit der Formulierung "als Mann, als Frau"
RE: Probleme mit der Formulierung "als Mann, als Frau"
Beitrag #22
(29.05.2012, 00:23)Eva_Tg schrieb: Klar, ich könnte die Endung von maskulin auf feminin ändern, aber im klassischen Latein existiert diese Form nicht, wohl weil Frauen diesen Beruf nicht ausübten. Also bleibe ich bei der männlichen Form.

Aber davon ab, fangen wir an:

Anstatt zu sagen, ich gehe als Mann arbeiten, empfindest du es passender zu sagen "ich gehe als Frau arbeiten"?
Nun, damit drückst du vielleicht dein Empfinden aus, aber du unterschlägst knallhart wie dein Umfeld dich wahrnimmt.
Prüfen wir doch die Fakten, wenn du ohne Make-Up, in normal geschnitten Jeans und normalen T-Shirt zur Arbeit gehst, werden deine Kollegen dich kaum als Frau ansprechen und dich wohl kaum aufs Damenklo lassen.
Du beschreibst damit nur wie du dich fühlst, aber in keinster wie die Umwelt dich wahrnimmt. Damit sind solche Formulierungen im besten Falle ungenau und im schlimmsten Falle ganz einfach falsch. Und im allerschlimmsten Falle wird dem, der das ließt oder hört, ganz einfach ein falsches Bild vermittelt, der wird dann nämlich denken, daß du auf der Arbeit als Frau bekannt und wahrgenommen wirst. So entspricht das aber nicht den Tatsachen.

Hier wirst du um eine Präzisierung oder längere Ausführung nicht umhin kommen, alles andere ist ein Auslassen von wichtigen Details und dient nur dazu sich und anderen etwas vorzumachen, was so nicht stimmt.

Eine genaue Formulierung wäre z.B. in meinem Fall: Ich gehe in geschlechtsneutraler Jeans und T-Shirt zur Arbeit, Make-up trage ich nicht und meine Haare habe ich zu einem Kopf zusammengebunden. Manchmal werde ich als Frau wahrgenommen, meisten aber eher als Mann.
Das ganze kann man dann von mir aus auch auf: "Ich gehe in männlicher Kleidung zur Arbeit." verkürzen, wobei hier dann aber wieder Details fehlen.
Das wichtige ist aber, daß hier die Fakten wiedergegeben werden, ohne das irgendwelche Empfindungen oder Wünsche wiedergeben werden.

So, jetzt bist du wieder am Zug.


hallo,
ja ich lege nun sehr viel wert auf die empfindungen und es tut mir leid, dass viele menschen viel wert darauf legen, das im hintergrund zu behalten und sich hauptsächlich über äußerlichkeiten definieren, wenn sie mit anderen darüber reden, das ist leider so und ich weiß nicht, ob sich das jemals ändern wird

ich komme einfach nach wie vor nicht damit zurecht, zu sagen, ich würde als mann irgendetwas machen, weil ich einfach kein mann bin

es würde zb ein mann sagen: "ja als mann musst du so und so sein" damit meint er natürlich nicht die kleidung, sondern ihm als menschen, genauso wie eine frau sagen würde "als frau hat man es nicht leicht" (sorry wegen dem beispiel, ist mir nur so eingefallen), damit meint sie nicht die bekleidung, sondern die frau selbst

und so meine ich es auch, ich würde nie wem sagen, dass ich als mann irgendwas mach, weil ich keiner bin, sondern als frau eben

und was dein angeführtes beispiel betrifft,

ich würde nicht sagen, dass ich als frau arbeiten gehe, sondern einfach, dass ich arbeiten gehe, weil das würde erstmal reichen,

und wenn die person wissen möchte, als was oder wie, dann würde ich sagen: männlich bekleidet oder in der männlichen rolle und ja, dass mich die leute somit für einen mann halten,
den satz etwas ausführlicher zu gestalten als einfach "als mann" zu sagen, dürfte ja nicht zu schwer sein

und wie ich einer ts freundin letztens gesagt hab, die meinte, das passt auch viel besser, dass ich sagen würde, ich gehe "feminin raus" anstatt als frau raus (weil das ja wieder den anschein macht als wär ich eigentlich keine)

jemand, der sowieso nicht weiß, dass man ts ist, dem braucht man auch nicht sagen, dass man als mann arbeiten geht, es betrifft also nur diejenigen, die es wissen

man kann ja mit den leuten reden, wenn das jeder verstehen würde (und das würde man auch verstehen), dann bedarf es ja keine langen erklärung, sondern dann müsste es verständlich sein, wenn ich sage "in der männlichen rolle", dass ich mich dann auch dementsprechend anziehe

aber wenn ihr unbedingt auf kompakte sprache besteht, wo man möglichst wenig wörter benutzt, um seinen alltag zu beschreiben, und damit weiterhin dafür sorgt, dass das sich das so in die köpfe einprägt, nämlich auch in eure eigenen, dann bitte, ich werde diese formulierung nie für gut oder in ordnung halten

ich halte auch alle anderen gravierenden formulierungen für nicht gut (wie auch andere), aber mir kommt irgendwie vor, dass ich nur deswegen mit diesem topic nicht sonderlich ernstgenommen werde, weil ich nunmal nur die jenny bin, soll sein

ich hätte ja grundsätzlich in gewisser weise nichts gegen die formulierung "als mann", naja, was solls, man sagt das ja nur, weil man männliche kleidung anzieht,
aber dann könnte doch jede frau sagen, sie geht als mann irgendwohin, sobald sie männerkleidung trägt, aber das tut sie nicht, weil sie weiß, dass sie eine frau ist, das würde sie nur zu fasching machen "ich gehe als mann"

eine frau, die aber ernsthaft arbeiten geht, geht nicht als mann hin, selbst, wenn sie sich so anzieht, wie es einem mann sehr ähnlich kommen würde, sondern als frau (und im falle von ts zusätzlich in der männlichen rolle)

und wenn eine ts noch zusätzlich ein männliches gesicht hat, dann merkt das sowieso niemand, dass sie ts ist, wenn sie in der männlichen rolle arbeiten geht,
und wenn sie in der weiblichen rolle arbeiten geht, dann sollte sie das rechtzeitig mit ihrem chef geklärt haben, dass sie ts ist und nun in femininer oder weiblicher kleidung arbeiten gehen möchte (und nicht als frau)

das klingt jetzt alles wie elendig viel erklärung, aber ich hab mich eigentlich nur wiederholt, um es zu verdeutlichen, was man in einpaar kurzen sätzen oder in vier statt zwei wörtern sagen könnte

♥ jenny
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