Leben nach der Umwandlung?
Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #1
Question 
Bonjour!

Also zunächst mal: ich selbst bin kein TG und kenne dzt. auch kein* persönlich.

Ich habe gerade einen Artikel zum Thema gelesen, und dabei ist mir eine Frage gekommen. Ich hoffe, es gibt hier ein paar, die sie mir beantworten mögen:


Wie sieht es nach einer durchgeführten Geschlechtsumwandlung aus?
Seid ihr dann langfristig glücklich/er oder zumindest zufrieden/er mit eurem Leben mit neuem Körper?
Oder, falls die Frage vielleicht falsch angegangen wird: Haben sich - wieder langfristig betrachtet - eure Hoffnungen (oder vlt. auch eure Befürchtungen) erfüllt?
Oder nochmals allgemeiner gefragt: Was ist - langfristig betrachtet - unterm Strich rausgekommen, wie hat sich euer Leben verändert?

Ich habe auch zunächst mal versucht, die Frage durch Recherche im Netz selbst abzuklären, konnte aber zunächst mal keine Befriedigende Antwort auf die Frage finden; was ich auch etwas eigenartig fand, das ist ja schließlich eine nicht gerade unbedeutende Frage!?

Also Leute, ich hoffe umfangreiche Antworten und Aufklärungen von euch zu bekommen.
Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #2
Vielleicht findest Du ja in diesem bereits älteren Thread ein paar Antworten?

Würdest Du... es noch einmal machen?
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #3
ok, danke. Habe mich da jetzt mal durchgeackert.

Allzuviele unterschiedliche Meinungen haben sich dazu ja nicht gemeldet.
Aber jedenfalls habe ich den Eindruck, es scheint bestenfalls ein 50/50 Spiel zu sein.

mal abwarten ob noch wer was schreiben will...
Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #4
Also ich kann nur eines dazu sagen.Die Angleichung(nicht Umwandlung auch wenn es schön wäre wenn es das gäbe)war das beste das mir jemals passiert ist.
Ohne Angst davor zu haben Aufstehen uns existieren zu müßen,ohne Angst davor haben zu müssen das falsche Geschlechtsteil zu sehen oder damit was machen zu müßen.
Endlich normal leben,Glücklich sein und jede Sekunde die man erleben darf in vollen Zügen genießen.Das ist ein echtes Privileg für mich und ich bin dankbar dafür.
Für immer Böhse. 

Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #5
Für mich hat sich die Lebensqualität deutlich verbessert. Bin zwar noch nicht fertig, die Mißbildung hängt ja noch dran, aber trotzdem hat der Leidensdruck deutlich nachgelassen wenn Kopf und Körperchen zusammenfinden. Ich bin stabil auch wenns nicht immer leicht ist und freue mich auch schon darauf wenn unten alles repariert ist. Auch ein tolles Gefühl sich nicht mehr verstecken und verstellen zu müssen.

LG Ann Lie
Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #6
Hi Ann Lie, danke für die Antwort!

was genau meinst du denn mit verstecken/ verstellen?

Dass du dich früher genötigt sahst, zu versuchen dem männlichen Rollenbild zu entsprechen und jetzt nicht mehr, oder wie ist das zu verstehen?
Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #7
Genau das meine ich, etwas darstellen was ich nie war. Ich versuchte krampfhaft dem männlichen Rollenbild zu entsprechen und führte jahrelang ein einsames Doppelleben. Nachts zog ich mich oft weiblich an, versteckt um ruhiger zu werden doch der blinde Hass auf den falschen Körper blieb. Das hat nun ein Ende, es ist ein tolles Gefühl wenn der Leidensdruck mit Fortdauer der Transtion meh und mehr nachlässt weil Kopf und Körperchen einander näherkommen auch wenn Körperchen mit der Angleichung noch nicht fertig ist.

LG Ann Lie
Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #8
(23.07.2017, 13:39)buddha6 schrieb: ... Ich habe auch zunächst mal versucht, die Frage durch Recherche im Netz selbst abzuklären, konnte aber zunächst mal keine Befriedigende Antwort auf die Frage finden; was ich auch etwas eigenartig fand, das ist ja schließlich eine nicht gerade unbedeutende Frage!?
...

Das liegt einerseits daran, dass Transsexualität (hier nun wohl nur die Leute gemeint, die geschlechtsangleichende Operation/en durchführen ließen, zufrieden/glücklich lebende TS ohne GaOP gibts mittlerweile auch) einen äußerst geringen Anteil an der Gesamtgesellschaft hat - also es ohnehin nicht sehr viele sind, die darüber "berichten" könnten; Und andererseits natürlich auch daran, dass nicht jede Frau und jeder Mann mit transsexuellem Hintergrund das jeweilige Glück und/oder Unglück in der Öffentlichkeit ausbreitet...
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #9
(23.07.2017, 18:55)buddha6 schrieb: ... was genau meinst du denn mit verstecken/ verstellen?

Dass du dich früher genötigt sahst, zu versuchen dem männlichen Rollenbild zu entsprechen und jetzt nicht mehr, oder wie ist das zu verstehen?

Sobald man weiß, dass man transsexuell (bzw hier auch transident etc pp) ist, leidet man darunter - zumindest solange, bis man sich eben nicht nur selbstbewusst wurde, sondern auch (im Laufe der Zeit, mehr und mehr) Selbstvertrauen aufbauen konnte...

Und wie schon von Chiara vorher erwähnt: Es gibt keine "Umwandlung" - allerdings: über eine Umwandlung wäre jede/r Trans-Frau und Trans-Mann mehr als glücklich; Medizinisch/therapeutisch sind "nur" Anpassungen bzw Angleichungen möglich, zB mit Hormon-Therapien und/oder Operationen; Mit denen man - manche weniger, manche mehr - gut, zufrieden bis glücklich leben kann...
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
Zitat

RE: Leben nach der Umwandlung?
Beitrag #10
(24.07.2017, 06:03)Bonita schrieb: Sobald man weiß, dass man transsexuell (bzw hier auch transident etc pp) ist, leidet man darunter - zumindest solange, bis man sich eben nicht nur selbstbewusst wurde, sondern auch (im Laufe der Zeit, mehr und mehr) Selbstvertrauen aufbauen konnte...

Also der Leidensdruck besteht, weil man feststellt, das die eigene Innenwelt nicht mit den gängigen Rollenbildern in Einklang zu bringen ist? Die Katoys in Thailand, die dort ja weitestgehend akzeptiert sind, sollten diesen Leidensdruck also nicht kennen, oder?
Zitat



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