Wie ist Liebesleben nach OP ?
Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #1
Hallo

Mal ne Frage an alle die OP bereits hatten. Wie verändert sich die Sexualität, kann man es dann haben wie eine Biofrau auch. Ich kann mit der männlichen Sexualität nichts anfangen, da kann die Partnerin nichts für, es liegt an meiner TS. Das dämliche Ding ist eigentlich eher störend, sorry für den direkten Ausdruck. Für die Kinder wars ja ausnahmsweise nützlich aber sonst. Hab mich beim Klo gehen auch immer hingesetzt wie andere Frauen auch, nur im Wald ist so ein Lenkrohr auch mal zu was gut. Kann man nach OP dann den Sex so haben wie andere Frauen auch, wie empfindet man ihn ? Nur mal so ne Frage ? Geht mir nicht primär darum aber interessant zu wissen wärs schon.

Grüße Anja
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RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #2
Fast jede von uns wünscht sich eine ultimative Antwort auf diese Frage, aber die gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Erfahrungen in puncto Sexualität nach der GA-OP. Manche schwärmen von multiplen Orgasmen, berichten über Höhepunkte, die kaum eine biologische Frau kennt, andere sind nicht mal orgasmusfähig und/oder verlieren jegliche Libido.
Zweitere sind nach anonymen Umfragen in der Mehrheit, öffentlich wird das jedoch kaum zugegeben. Wink
Wenn man die Entscheidung zur GA-OP von einer späteren Orgasmusfähigkeit abhängig macht, sollte man besser die Finger von der Operation lassen.
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RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #3
Kommt ganz sicher auf den Operateur an. Wenn du es in Österreich machen lässt solltest du froh sein wenn überhaupt ein penis reinpasst ...
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RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #4
Ob später ein Penis reinpasst oder nicht, hat nichts mit der Orgasmusfähigkeit zu tun, sondern mit der Koitusfähigkeit. Und dafür reichen bereits 7 bis 10cm. Das schaffen selbst die vielgeschmähten österreichischen Operateure.
Rein vaginal kommt ohnehin keine Frau zum Orgasmus, sondern - wenn überhaupt - durch die Stimulierung der Klitoris. Und auch der beste Operateur kann keine biologische Klitoris schaffen, sondern nur ein optisch mehr oder weniger gelungenes Abbild. Das eigentliche spätere Gefühlsorgan bleibt im Grunde genommen das, was es immer war: Die Glans, vulgo Eichel genannt. Und die Orgasmusfähigkeit steht wie zuvor in engem Kontakt mit der Prostata, die bei der GA-OP aus guten Gründen nicht entfernt wird. (Inkontinenzgefahr)
Wie es mit diesen Werkzeugen zu einem weiblichen Orgasmus kommen soll, mag sich mir nicht erschließen.
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RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #5
(16.05.2015, 10:49)Cappuccetto schrieb: ... Wie es mit diesen Werkzeugen zu einem weiblichen Orgasmus kommen soll, mag sich mir nicht erschließen.

Naja, ganz so einfach ist das nicht... Wie ich hier erst kürzlich schrieb, gibt es auch beim männlichen Geschlechtsteil mehr "empfindliche" Teile als nur die (zurechtgeschnittene Penis-) Eichel:

(13.05.2015, 16:59)Bonita schrieb: ... Lt Literatur hat die durchschnittliche Frau rund 8.000 Nervenendungen alleine in deren Klitoris (-Eichel), einige Haut- bzw Gewebe-Bereiche um die Klitoris respektive innerhalb der Vagina haben sicherlich auch noch einige tausende...

Allerdings werden - wie die meisten wohl auch schon wissen - die männlichen Geschlechtsteile erst ab einer bestimmten Zeit als Fötus aus genau den selben Anlagen herausgebildet wie die Weiblichen - manche meinen, alle Föten wären ursprünglich weiblich, erst ab einer gewissen Zeit wird die Ausbildung der Geschlechtsorgane dann gesplittet;

Somit wäre es verwunderlich, wenn männliche Geschlechtsorgane um soviel weniger Nervenendungen hätten wie weibliche Pendants; Die Penis-Eichel alleine hat wohl nur die Hälfte jener einer Klitoris (-Eichel), nämlich 4.000 - allerdings besteht der Penis nicht alleine aus der Eichel; Die Vor-Haut aber auch zB die Penis-Schaft-Haut bis zur Hodensack-Haut hat Nervenendungen - lt Literatur werden bei einer Vor-Haut-Beschneidung bis zu 20.000 (!) Nerven-Enden im wahrsten Sinne des Wortes beschnitten.

Das soll jetzt nicht in einem "Nervenendungen-Wettkampf" müden, jedenfalls werden bei einer GaOP eben auch diese Hautteile so weit wie möglich und nicht nur die Eichel verwendet; Die meisten Frauen mit GaOP schildern ein mindestens genauso wenn nicht besseres (Orgasmus-) Gefühl (ausgenommen jene, bei denen die OP leider nicht klappte oder jene wo's im Kopf nicht klappt (gibts ja auch)) - das kann nicht nur Einbildung (im Kopf) sein...

Wie gesagt muss es auch im Kopf passen, wo ja im Prinzip das eigentliche Sex- bzw Orgasmus-Organ seinen Sitz hat, die Geschlechtsteile (im Konkreten also Vagina und Penis) sind quasi die "mechanischen" Stimmulations-Schnittstellen eines Körpers zum anderen, die natürlich auch entsprechend "funktionieren" müssen, damit das eigentliche Organ (Gehirn) zusätzliche Eindrücke verarbeiten kann; Und das das Gehirn auch so seine Tücken haben kann, ist ja auch kein Geheimnis mehr - angeblich haben die meisten Frauen (zumindest anfänglich) erhebliche Probleme um zu einem Orgasmus zu kommen, obwohl sie eine natürlich gewachsene Vagina haben - und dem Partner immer die Schuld zuzuweisen ist auch nicht immer; Manche (CIS-) Frauen haben in ihrem Leben nie einen "richtigen" Orgasmus erlebt, obwohl doch eigentlich alles "bio" wäre...

Wie bei den meisten Frauen muss also auch eine Trans*Frau sich auf den Parnter einstellen, einlassen können um sich "fallen" lassen zu können; Aus eigener Erfahrung weiß ich das nur zu gut, auch wenn ein Date noch so "geil" war - und somit auch ich - "offen" war ich dann beim eigentlich Akt selten; Erst wenn ich den Partner öfter traf respektive öfter mit ihm Sex haben konnte, wurde es "einfacher"; One-Nicht-Stands sind also nicht immer das wahre - zumindest war es bei mir so...

Um zum "anatomischen" zurückzukommen: Ich habe vor der OP nicht nur Empfindungen in der (Penis-) Eichel gehabt, sondern auch drum herum; So ist es auch bei meiner (Neo-) Vagina, nicht nur die Klitoris (-Eichel) ist empfindsam, sondern auch die Schamlippen und auch der erste Teil des Inneren der Vagina; Und statt des verborgenen Teiles der natürlichen Klitoris im inneren der natürlich gewachsenen Vagina (siehe Links in meinem vorherigen Zitat) haben Trans*Frauen eben die berühmte kleine Drüse, die - bei entsprechender Stimulation (zB durch ausreichend langem Penis) - auch einen "vaginalen" Orgasmus bescheren kann...

All das kann (nicht muss) so sein, allerdings freilich immer nur dann, wenn auch die OP geklappt hat - was natürlich noch immer leider einen Risikofaktor bedeuten kann.
Transsexualität beschreibt kein Geschlecht oder Gender, sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
29-09-2018
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RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #6
ich habe reichlich 'homosexuelle' sex-erfahrungen.ich kann (mit 'nem guten lover mit erfahrung,ausdauer und...groesse) durch analsex kommen.ich hoffe doch,das klappt auch nach gaop noch.vielleicht sogar besser.
was mir sorgen macht:werde ich noch lust auf Sex haben?habe ich ja schon drueber geschrieben.
Zitat

RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #7
(16.05.2015, 10:49)Cappuccetto schrieb: Rein vaginal kommt ohnehin keine Frau zum Orgasmus, sondern - wenn überhaupt - durch die Stimulierung der Klitoris.
Was kennst du für Frauen? Huh Es gibt solche und solche. Aber natürlich kann eine Frau vaginal wie klitoral zum Orgasmus kommen!

(16.05.2015, 10:49)Cappuccetto schrieb: Und auch der beste Operateur kann keine biologische Klitoris schaffen, sondern nur ein optisch mehr oder weniger gelungenes Abbild. Das eigentliche spätere Gefühlsorgan bleibt im Grunde genommen das, was es immer war: Die Glans, vulgo Eichel genannt.
Stimmt nicht, zumindest bei mir nicht. Ich kann mit einem einfachen Badeschwamm zum Einsatz kommen, meine "Klitoris" stimulieren aber auch vaginal zum Orgasmus kommen.

Ich kann sogar ohne Stimulation dieser Areale zum Orgasmus kommen - das ganz am Rande, weil es mit der GA OP eigentlich nichts zu tun hat.

(16.05.2015, 10:49)Cappuccetto schrieb: Und die Orgasmusfähigkeit steht wie zuvor in engem Kontakt mit der Prostata, die bei der GA-OP aus guten Gründen nicht entfernt wird. (Inkontinenzgefahr)
Wie es mit diesen Werkzeugen zu einem weiblichen Orgasmus kommen soll, mag sich mir nicht erschließen.
Egal wie es sich eine Frau macht, bei mir geht das 1zu1 genauso. Klitoral oder Vaginal. Ich kann eigentlich jedes Sextoy verwenden und damit zum Orgasmus kommen Blush

Liebe Anja:
ja das geht - zumindest bei mir.
Ich spür zuerst einfach nur was hartes warmes in mir. Mit dem Akt wird ma dann auch immer erregter und der Penis stimuliert die Areale in der Vagina. Man kann auch an der Klitoris fummeln, dann gehts schneller (mach ich immer wenn ich grad horny bin und sofort kommen will, Vibrator in die Vagina und Klitoris stimulieren).
Ja und irgendwann erreicht man da dann halt den Höhepunkt.
Wie es sich anfühlt ist schwer zu beschreiben und ich weiß auch nicht, ob ich das jetzt richtig beschreiben kann.
Aber nimm das Gefühl das du hattest wenn du mit Penis zum Orgasmus gekommen bist und jetzt denke dir du spührst das in deiner Mumu drinnen und es wird immer stärker und stärker je nachdem wielange man stimuliert.

Bei mir ist es auch so, dass ich übers komplette Bett rolle, überall festkralle und hoffe dass ich nicht vom Bett falle.
Sieht in etwa so aus wie wenn eine Frau gerade am G-Punkt stimuliert wird, wirklich arg.
ca so:http://images.rapgenius.com/799087947e0e215c505d7e3de170dabe.600x359x1.jpg

Ich denke mal, mir werden das einige hier nicht glauben, aber es ist wirklich so Exclamation
Zitat

RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #8
Jeder Mensch hat mehrere Möglichkeiten einen Orgasmus zu bekommen, leider haben nicht alle die Kenntnisse davon und selbst wenn, wissen sie oft nicht wie sie die Möglichkeiten auch nutzen sollen.
Generell gilt "learning by doing" statt "looking in Wikipedia for years before doing anything!"
alle Liebe
ein Mäderl
Der Sinn des Lebens ist leben!
Krebs wäre mir als Sternzeichen lieber!
Zitat

RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #9
Hallo

Danke für die Antworten. In erster Linie soll das Ergebnis passen. Machs auch nicht von der Sexualität abhängig aber schön wär ein weiblicher Orgasmus schon. In Österreich würd ich mich nicht operieren lassen, in der Courage würden sie mich nach München schicken. Ob ich nun eine männliche Sexualität hab die psychisch blockiert wird oder eine weibliche die körperlich nicht so funktionieren würde, lässt sich drehn und wenden wie man will ist letztlich egal, Kinder hab ich ja. Aber es ist ja unter anderem auch die weibliche Sexualität die ich mir wünsche doch das ist gar nicht die Hauptsache nur ein Teil davon. Ich würd mir ohnehin nie einen männlichen Partner suchen, immer nur weibliche. Das war schon immer so. Die Agressionen richten sich ja gegen den Körper weil es ein männlicher ist und man die Seele, die ja weiblich ist in meinem Fall, gar nicht töten kann. Das gefährliche dran sind ja die Impulse die manchmal nachts kommen und sich ja gegen den Körper richten. Gefühle und Integrität sind einfach zu stark geworden das ich es fast schon machen muss was ich ja schon vor 20 Jahren wollte. Hauptsache Umfeld, Akzeptanz und Leben passen aber geile Orgasmen als Frau wären ja super, nein sagen wenns funktioniert werd ich bestimmt nicht.

Grüße Anja
Zitat

RE: Wie ist Liebesleben nach OP ?
Beitrag #10
Das versteh ich nicht so ganz, nur weil du deinen Körper nicht magst magst du auch keine anderen Männerkörper und Männer? Wieso das? Die können ja nichts dafür das sie Männer sind.
Und was ist mit den Transmännern? Die müssen dich ja völlig fertig machen^^
T.S.S Big Grin
WWW
Zitat



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