Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #1
Guten Abend,


ich habe hier schon lange nichts mehr gepostet, vielleicht erinnert sich ja noch jemand an mich.
Meine Situation hatte ich Anfang des Jahres mal in diesem Post geschildert:
http://community.transgender.at/showthread.php?tid=4310

Geändert hat sich bei mir eigentlich nichts und somit ist es schon über ein Jahr so, dass ich den Wunsch habe, ein Mädchen zu sein.
In letzter Zeit stelle ich mir glaube ich ein bisschen seltener vor, wie mein Leben als Mädchen sein könnte, was aber denke ich mal nur daran liegt, dass es langsam etwas "langweilig" wird.
Also ich meine damit, dass ich mir da schon so viele Alltagssituationen vorgestellt habe und ständig halt irgendwie das selbe... vielleicht wisst ihr ja, was ich meine.
Sich ständig die selben Situationen vorzustellen ist einfach... naja... Ich will mir das nicht mehr vorstellen, sondern ich will, dass das Realität wird. :(

Ich frage mich, ob es vielleicht eine Phase sein könnte. Wenn man so von Transgendern liest, schreiben die alle, dass sie das schon im Kleinkindalter wussten.
Kann das echt sein, dass es bei mir erst richtig mit 15 Jahren angefangen hat (bin jetzt 16)?
Mein Wunsch, ein Mädchen zu sein, ist so groß, dass ich sogar Angst davor habe, dass es nur eine Phase ist, wenn ihr wisst, was ich meine. Ich will halt kein Junge sein, zumindest ist das aktuell so.
Aber wie im verlinkten Post beschrieben, finde ich es ja nicht schlimm ein Junge zu sein, würde aber trotzdem viel lieber ein Mädchen sein.

Meine Fragen für diesen Post: Was wären denn Anzeichen dafür, dass ich tatsächlich ein Mädchen bin und was wären Anzeichen dafür, dass das alles nur eine Phase ist, die dann irgendwann vorüber ist?

Ich habe immernoch mit niemandem drüber gesprochen, außer mit einem, aber nicht direkt, sondern indirekt. Keine Ahnung, ob er's verstanden hat. Hab es halt (recht deutlich) angedeutet.
Bin halt ein ziemlich introvertierter Mensch, welcher ungern über Gefühle und so mit anderen spricht.
Das heißt also auch, dass ich mir immernoch keine Hilfe geholt habe. Ich würde ja gerne mit einem Therapeuten darüber sprechen, um endlich Klarheit zu haben, aber das kann ich nicht einfach mal machen, ohne dass meine Eltern etwas davon mitbekommen und mit meinen Eltern darüber zu sprechen ist viel zu schwer, das traue ich mich einfach gar nicht.

Grüße
Lisa
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #2
Willkommen zurück. Wave

(09.07.2018, 21:08)Lisa02 schrieb: Ich würde ja gerne mit einem Therapeuten darüber sprechen, um endlich Klarheit zu haben...

Vergiss es! Wenn du keine Klarheit über dich hast, wird dir auch kein Therapeut helfen können. Sie würden es nur behaupten, um Geld zu scheffeln.
"Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken." Dr. Gert Postel

 Ich bin zwar F12.1 , aber deswegen trotzdem nicht ganz dicht. Daydream 
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #3
(09.07.2018, 21:08)Lisa02 schrieb: Ich will mir das nicht mehr vorstellen, sondern ich will, dass das Realität wird. Sad

Das ist doch mal ein Wort! Smile

Zitat:Ich frage mich, ob es vielleicht eine Phase sein könnte.

"Und wenn es nur so eine Phase ist..." ist einer dieser dummen Erwachsenensprüche, um Kindern Angst zu machen und sie so dazu zu manipulieren, etwas zu tun oder zu lassen. Ich habe auch schon viele Kirschen gegessen und Sprudel getrunken, ohne daß mir der Magen aufgequollen wäre, oder bin an Gewässern entlanggelaufen, ohne daß mich der Meernix hinab in seinen kristallenen Palast in der eisigen Tiefe entführt hätte, etc. etc.

Und wer sich einbildete, TS sei bei mir nur so eine Phase gewesen, wartet nun auch schon sehr lange darauf, daß die endlich mal zu Ende ginge Rolleyes

Zitat:Wenn man so von Transgendern liest, schreiben die alle, dass sie das schon im Kleinkindalter wussten.

Das ist unterschiedlich.

Zitat:Aber wie im verlinkten Post beschrieben, finde ich es ja nicht schlimm ein Junge zu sein, würde aber trotzdem viel lieber ein Mädchen sein.

Das ist doch völlig ok, wenn Du so empfindest.

Zitat:Meine Fragen für diesen Post: Was wären denn Anzeichen dafür, dass ich tatsächlich ein Mädchen bin und was wären Anzeichen dafür, dass das alles nur eine Phase ist, die dann irgendwann vorüber ist?

Nochmal in aller Deutlichkeit: so funktioniert das nicht. Ob Du ein Mädchen bist (oder sein wirst) ist Deine urpersönlichste Angelegenheit.

Und egal wie Du Dich in welcher Hinsicht auch sonst entwickelst, es steht niemandem zu, sich anzumaßen, das als "nur eine Phase" abzutun.

Zitat:Ich habe immernoch mit niemandem drüber gesprochen, außer mit einem, aber nicht direkt, sondern indirekt. Keine Ahnung, ob er's verstanden hat. Hab es halt (recht deutlich) angedeutet.

Wenn Euch etwas aneinander liegt, könnt Ihr ja irgendwann bei passender Gelegenheit nochmal miteinander zu sprechen versuchen.

Zitat:Bin halt ein ziemlich introvertierter Mensch, welcher ungern über Gefühle und so mit anderen spricht.

Ich auch Shy

Zitat:Das heißt also auch, dass ich mir immernoch keine Hilfe geholt habe. Ich würde ja gerne mit einem Therapeuten darüber sprechen, um endlich Klarheit zu haben, aber das kann ich nicht einfach mal machen, ohne dass meine Eltern etwas davon mitbekommen und mit meinen Eltern darüber zu sprechen ist viel zu schwer, das traue ich mich einfach gar nicht.

Vielleicht versuchst Du doch mal zu sehen, ob es in Deiner Nähe eine Trans* Beratung gibt, mit der Du Dich in Kontakt setzen könntest. Kannst Du ja wahlweise eine Email schreiben, anrufen, einen Termin vereinbaren für ein Gespräch in 3D, wie auch immer. Dann kannst Du auch konkreter einschätzen, ob eine Trans* Gruppe nicht doch etwas für Dich wäre.

Mit Psychos in der jeweiligen Gegend sollten sich solche Beratungseinrichtungen auch auskennen. Genauso müßte in Gruppen doch einiges an Erfahrungen und Knowhow vorhanden sein, wie man Outings angeht.

Wenn Du konkretere Fragen hast, kannst Du die auch hier auf dem Forum stellen.
I’m cool and I know it.
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #4
(09.07.2018, 21:08)Lisa02 schrieb: Geändert hat sich bei mir eigentlich nichts und somit ist es schon über ein Jahr so, dass ich den Wunsch habe, ein Mädchen zu sein.


6 Jahre hatte ich immer mal Phasen, und nun ist es seit einem halben Jahr permanent. Ich habe mich bereits ein paar leuten geoutet und demnächst steht meine Familie an die es dann zu hören bekommt.

Nun da es bei dir ja schon über ein Jahr ist (täglich oder ab und an?) sieht es schon sehr danach aus das es so sein wird wie du es denkst Smile

(09.07.2018, 21:08)Lisa02 schrieb: Ich will mir das nicht mehr vorstellen, sondern ich will, dass das Realität wird. Sad

Nun das ist schon eine sehr Kräftige aussage Smile  nd warum dieser trauige smiley? denn es scheint ja der wunsch sehr stark da zu sein Wink

(09.07.2018, 21:08)Lisa02 schrieb: Ich frage mich, ob es vielleicht eine Phase sein könnte. Wenn man so von Transgendern liest, schreiben die alle, dass sie das schon im Kleinkindalter wussten.
Kann das echt sein, dass es bei mir erst richtig mit 15 Jahren angefangen hat (bin jetzt 16)?

Ich bin nun 30 und es hat vor ca. 6 Jahren bei mir angefangen, ich hab auch erst so gedacht wie du, aber nach und nach lernt man auch andere menschen kennen die ebenso wie du und ich nicht von klein auf den Wunsch hatten oder es gemerkt haben. Es ist ein schleichender Prozess.







Und was ich dir nur sagen kann ist, nimm dir einem menschen zur seite wo du von vornherrein denkst, die person ist die richtige um das thema anzusprechen bei seite und rede offen und im klartext darüber was du willst.

Ich hab hab eine gute freundin beiseite gezogen, lag aber auch daran das sie eine kleine verrückte person ist und man sich mit solchen themen wohl eher bei den, joaa wie soll ich sagen bei den extravaganten oder vllt auch psychisch angeschlagenen menschen besser und verstandener fühlt.

ach und ja, bei den outings bin ich bis jetzt immer auf positives feeback gestoßen! Sogar ein freund von dem ich weis , das er nicht mit Schwulen/Lesben oder halt Transgender um kann, habe ich unterstützung bekommen, er steht voll und ganz hinter mir.



lg Jasmin
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #5
Liebe Lisa!

In einem psychotherapeutischen Gespräch wird dir der Therapeut keine Klarheit verschaffen, aber er oder sie kann Dir helfen, diese selber zu finden.

Ich habe mich selber jahrelang gequält, weil ich im Kindergartenalter nicht gesagt habe, ich wolle ein Mädchen sein. Aber wie Sunburst schreibt, das ist unterschiedlich und vielleicht gab es durchaus Anzeichen, die du selber nicht als solche erkennen konntest, weil du für dich einfach in Ordnung warst und bist.

Und in den letzten Jahren habe ich mich selber so sehr mit der Vergangenheit und der Kindheit beschäftigt, dass ich erkannt habe, dass es diese Anzeichen sehr wohl gab. Ich habe meine Genitalien schon als kleines Kind immer "weggezwickt", und bis letztes Jahr habe ich mich gewundert warum das so viele Männer nicht tun. Ich war halt gut im Verdrängen.

Gib dir Zeit. Nimm dir Zeit. Das ist das Wichtigste!

Und wenn Dir was unklar ist, frag! Fragen sind nie dumm!
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben!
Mut ist, wenn man trotzdem springt!
Und die Angst vergeß ich - die Angst vergeß ich, wenn ich sing!
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #6
Dankeschön für eure Antworten. Ich versuche mal möglichst zu allem etwas zu schreiben. :)

(09.07.2018, 21:13)Katzenmutti Lydia schrieb: Vergiss es! Wenn du keine Klarheit über dich hast, wird dir auch kein Therapeut helfen können. Sie würden es nur behaupten, um Geld zu scheffeln.
Hm, ist natürlich eine harte Behauptung. Lasse ich mal sonst umkommentiert so stehen, da ich da echt nichts zu sagen kann...

Sunburst schrieb:"Und wenn es nur so eine Phase ist..." ist einer dieser dummen Erwachsenensprüche, um Kindern Angst zu machen und sie so dazu zu manipulieren, etwas zu tun oder zu lassen.
Naja, ich habe mal gelesen, dass ein großer Teil der Kinder/Jugendlichen, die meinen trans* zu sein, dann doch nicht trans* ist und dass es bei den meisten halt nur eine Phase ist, die irgendwann vorbeigeht.

Chirality schrieb:
Lisa02 schrieb:Ich will mir das nicht mehr vorstellen, sondern ich will, dass das Realität wird. :(
Nun das ist schon eine sehr Kräftige aussage :)  nd warum dieser trauige smiley? denn es scheint ja der wunsch sehr stark da zu sein ;)
Der traurige Smiley, weil das im Moment nunmal keine Realität ist und ich deshalb da nicht drüber glücklich sein kann.
Und ja, ich glaube schon, dass der Wunsch stark ist, allerdings ist meine Angst glaube ich noch stärker - wie immer. :(

Chirality schrieb:Ich bin nun 30 und es hat vor ca. 6 Jahren bei mir angefangen, ich hab auch erst so gedacht wie du, aber nach und nach lernt man auch andere menschen kennen die ebenso wie du und ich nicht von klein auf den Wunsch hatten oder es gemerkt haben. Es ist ein schleichender Prozess.
Danke, also das gibt mir tatsächlich etwas Hoffnung! :D

Chirality schrieb:ach und ja, bei den outings bin ich bis jetzt immer auf positives feeback gestoßen! Sogar ein freund von dem ich weis , das er nicht mit Schwulen/Lesben oder halt Transgender um kann, habe ich unterstützung bekommen, er steht voll und ganz hinter mir.
Freut mich. :)
Allerdings ist das leider nicht immer so. Da kann man nur hoffen, dass man Glück hat und so viele tolle Menschen um sich herum hat, die einen verstehen und unterstützen.

Patricia1975 schrieb:Ich habe mich selber jahrelang gequält, weil ich im Kindergartenalter nicht gesagt habe, ich wolle ein Mädchen sein. Aber wie Sunburst schreibt, das ist unterschiedlich und vielleicht gab es durchaus Anzeichen, die du selber nicht als solche erkennen konntest, weil du für dich einfach in Ordnung warst und bist.
Hm, vor etwas über einem Jahr hätte ich nicht einmal im Traum darüber nachgedacht, dass ich ein Mädchen sein könnte.
Und jetzt ist es mein größter Wunsch. Das Leben ist schon manchmal echt merkwürdig...
Aber du hast natürlich recht, ich sollte mich am besten nicht damit rumquälen, dass ich nicht schon vor Jahren ein Mädchen sein wollte, auch wenn das vermutlich die ganze Sache viel einfacher gemacht hätte.
Naja, aber ich habe immernoch Angst, dass das nur eine Phase ist. :(
Was wäre, wenn ich mit meinen Eltern oder sonst wem drüber spreche und dann in einem halben Jahr sage, dass ich doch ein Junge bin? Dann stehe ich ja wie ein Depp da... wär mir ja noch peinlicher.
Och man, ich und meine Probleme... :(

Patricia1975 schrieb:Gib dir Zeit. Nimm dir Zeit. Das ist das Wichtigste!
Das mache ich schon seit über einem Jahr. Seit über einem Jahr denke ich dauernd darüber nach...
Warum kann so eine "einfache" Frage so kompliziert sein? Aber kein Wunder, dass ich mit dieser Frage zu kämpfen habe; ist ja nicht so als ob ich schon genug Probleme habe.
Naja, will jetzt mal nicht vom Thema abkommen.

Also nochmal danke für eure Antworten.
Bei mir in der Stadt gibt es tatsächlich eine Selbsthilfegruppe für Trans*menschen und Angehörige, die sich einmal im Monat trifft.
Jedoch ist das wirklich nichts für mich, ich fang ja schon an zu zittern, wenn ich einen Vortrag vor meiner Klasse, die ich schon länger kenne (die Hälfte schon seit 5 Jahren), halten muss.
Mit einer Gruppe von fremden Menschen könnte ich wirklich nicht über solche privaten Angelegenheiten sprechen, auch wenn sie das gleiche Problem oder ähnliche Probleme haben wie ich.
Scheint aber auch möglich zu sein, einen Termin zu vereinbaren, zumindest steht da, dass es Sprechzeiten nach telefonischer Vereinbarung gibt.
Vielleicht könnt ihr euch das schon denken: Ich trau mich das echt gar nicht, ich weiß auch nicht, ob mir das überhaupt helfen könnte.

Naja, ich denke das war erstmal alles, muss ja heute auch noch schalfen gehen. :)


Grüße
Lisa :)
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #7
(11.07.2018, 04:56)Lisa02 schrieb: ... habe mal gelesen, dass ein großer Teil der Kinder/Jugendlichen, die meinen trans* zu sein, dann doch nicht trans* ist und dass es bei den meisten halt nur eine Phase ist, die irgendwann vorbeigeht.

... habe immernoch Angst, dass das nur eine Phase ist. Sad
Was wäre, wenn ich mit meinen Eltern oder sonst wem drüber spreche und dann in einem halben Jahr sage, dass ich doch ein Junge bin? Dann stehe ich ja wie ein Depp da... wär mir ja noch peinlicher.
Och man, ich und meine Probleme... Sad

... trau mich das echt gar nicht, ich weiß auch nicht, ob mir das überhaupt helfen könnte...

Hallo Lisa,
im Trans*Universum gibts ja viele Galaxien Wink2

Du "musst" ja nun auch nicht unbedingt transsexuell oder transident oder whatever sein - vielleicht bist Du auch nur einfach (derzeit) gender-fluid...

http://de.nichtbinaer.wikia.com/wiki/Genderfluid

https://drachenkatze.wordpress.com/2015/...igentlich/

Und wenn Du in ein paar Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren dann doch in der Cis- oder TS-Galaxie landest, ist das halt so. Mit diesen Erklärungen müssen sich dann halt auch die Leute rund um Dich zufrieden geben.

Dein eigentliches Problem ist das "davor Angst haben" - solange Du Dich nicht dazu überwinden kannst, Dich auch (am Anfang zumindest teilweise) auszuleben und irgendwann Deiner Umwelt (Eltern, Freunde, usw usf) davon erzählen kannst, solange wird das alles in Deinem Kopf graue Theorie über Dich und Dein Leben sein - und Dich eben quälen...

Ein Termin in einer Beratungsstelle, wo Leute sind, die sich mit diesen Themen auskennen, wär halt schon mal die erste "Hürde", die Du Dir vornehmen musst; Weder "beissen" Dich die Leute dort noch machen sich die über Dich lustig oder so; Danach wird es sicherlich soweit gut gehen mit Deinen Gedanken, dass sich da etwas "kanalisieren" kann; Und wenn es auch ein P*Therapeut sein sollte, der mit Dir die nächsten Hürden erkennen bzw überwinden helfen kann, eventuell gibts sogar so eine/n auf Krankenkasse...


Alles Gute und Liebe Heart2
Der Duft der Dinge ist die Sehnsucht,
die sie in uns nach sich erwecken.
Christian Morgenstern
(1871-1914)
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #8
Lisa!

Und selbst wenn Du kurz vor einer OP stehst, wird es Momente geben, da wirst du mal denken, wieso ich? Aber wenn es bei dir tatsächlich so ist, dann bleiben es Momente. Wir Menschen konzentrieren uns immer auf diese wenigen negativen Zeiten.

Nochmal: Lass dir Zeit, bis du eine gewisse Sicherheit hast - 100% werdens wohl nie ;-) Und dan triff eine Entscheidung. Und wenn du jetzt schon mit deinen Eltern drüber redest muss ja nicht gleich alles klar Schiff sein. Du kannst ja sagen, wie es dir gerade geht. Wenn du das Glück hast, Eltern wie ich zu haben (ich liebe sie so sehr dafür) dann stehen die hinter dir!

LG
Patricia
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben!
Mut ist, wenn man trotzdem springt!
Und die Angst vergeß ich - die Angst vergeß ich, wenn ich sing!
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #9
(11.07.2018, 04:56)Lisa02 schrieb:
Sunburst schrieb:"Und wenn es nur so eine Phase ist..." ist einer dieser dummen Erwachsenensprüche, um Kindern Angst zu machen und sie so dazu zu manipulieren, etwas zu tun oder zu lassen.
Naja, ich habe mal gelesen, dass ein großer Teil der Kinder/Jugendlichen, die meinen trans* zu sein, dann doch nicht trans* ist und dass es bei den meisten halt nur eine Phase ist, die irgendwann vorbeigeht.

Oh, klar gibt es solche Studien. Nur waren selbst jede Menge Sexualwissenschaftler sehr skeptisch, ob da mehr erreicht worden war als lediglich die Kids einzuschüchtern.

Und selbst ein Psychoanalytiker von der "ganz harten" Fraktion sagte mir einmal, natürlich könne man schon bei Kindern TS nicht wegtherapieren. Schlimmstenfalls richtet man da recht große Schäden an.
I’m cool and I know it.
Zitat

RE: Nur eine Phase? Welche Anzeichen dafür?
Beitrag #10
So, ich melde mich auch mal wieder. Sorry, dass das etwas gedauert hat.

(11.07.2018, 06:11)Bonita schrieb: https://drachenkatze.wordpress.com/2015/...igentlich/
Da hab ich mich in einigen Punkten tatsächlich wiedererkannt:
Zitat:In meiner Schulzeit wurde ich sehr oft gemobbt und gehänselt, wobei ein Großteil davon von männlichen Mitschülern durchgeführt wurde.
[https://drachenkatze.wordpress.com/2015/...igentlich/]
Bei mir war das in der 5. und in der 6. Klasse so und das ging nur von männlichen Mitschülern aus.
Allerdings hatten (und haben) wir deutlich mehr Jungs als Mädchen in der Klasse (Verhältnis ca. 3:1).
In der Grundschule war das genau umgekehrt. Da waren es mehr Mädchen als Jungs, ca. 1:3 (Jungs:Mädchen).
Zitat:Aber da sich meine primären Geschlechtsmerkmale zu anderen Zeitpunkten richtig anfühlten, realisierte ich irgendwann: Ich hüpfe wohl zwischen den Geschlechtern hin und her.
[https://drachenkatze.wordpress.com/2015/...igentlich/]
Also es kann sein, dass es bei mir auch so ähnlich ist. Manchmal frage ich mich, ob ich wirklich gerne ein Mädchen wär oder eben nicht und in anderen Momenten will ich unbedingt ein Mädchen sein.
Heißt also: Manchmal ist es mir entweder egal oder ich fühle mich als Junge mehr oder weniger okay und manchmal will ich unbedingt ein Mädchen sein.
Und in diesen Momenten, in denen ich unbedingt ein Mädchen sein will, kommen mir deshalb manchmal sogar die Tränen. :(
Müsste ich mich entscheiden, würde ich lieber ein Mädchen sein.

Sunburst schrieb:Oh, klar gibt es solche Studien. Nur waren selbst jede Menge Sexualwissenschaftler sehr skeptisch, ob da mehr erreicht worden war als lediglich die Kids einzuschüchtern.
Und selbst ein Psychoanalytiker von der "ganz harten" Fraktion sagte mir einmal, natürlich könne man schon bei Kindern TS nicht wegtherapieren. Schlimmstenfalls richtet man da recht große Schäden an.
Da hast du recht, man kann natürlich nicht wissen, wie diese Studien genau abgelaufen sind.

Habt ihr denn Tipps wie ich mir etwas sicherer werden kann, ob ich ein Mädchen oder (leider doch) ein Junge bin?
Oder ob ich genderfluid bin?


LG
Lisa
Zitat



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