TG, TS, TI, Körper, Gehirn und Seele
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Beitrag #1
Rainbow 
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Weiters Zitate hinzugefügt, auf die sich folgender Beitrag bezieht.


(30.09.2018, 00:28)Bonita schrieb:
(29.09.2018, 23:10)Falling Snow schrieb: ... welche körperlichen veränderungen genau müßten vorgenommen werden, um dementsprechend als  ts zu gelten? ich hoffe inständig, das diese frage nicht beantwortet wird, sie ist dann doch nur ein einziges, riesiges fettnapf. 
Wieso denn Fettnapf Devilish - ist doch ganz einfach: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.  Angel2
(29.09.2018, 23:54)Falling Snow schrieb: ... wie wärs mit: ts kann/muß aber nicht mit körperlichen veränderungen einhergehen?
weil geschlechtliches selbstverständnis nicht zwangsläufig gebunden ist an die eigene hülle? ...
TS geht jedenfalls mit einer körperlichen Veränderung einher; Ob das jetzt "nur" eine Hormontherapie oder sogar chirurgische Eingriffe sind; Geschlechtliches Selbstverständnis ist auch immer eine Frage der eigenen Hülle - wenns passt, dann passts, wenn nicht, dann wird angepasst...

(29.09.2018, 23:54)Falling Snow schrieb: ... mein geschlechtliches selbstverständnis bestimmt, ob ich ts bin und nicht mein körper...
Transsexualität beschreibt ja kein Geschlecht oder Gender sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
(30.09.2018, 17:17)Katzenmutti Lydia schrieb:
(30.09.2018, 16:36)Falling Snow schrieb: ...
in der zwischenzeit eine kleine knobelaufgabe.
 
wenn ts rein biologisch begründet ist (veränderungen usw.), wie kann es dann sein, das personenstands/namensänderungen nicht an irgendwelche körperlichen voraussetzungen/änderungen geknüpft sind?

Das ist nur für Leute eine Knobelaufgabe, die die absurde Ansicht vertreten, Körper und Identität wären dasselbe. 

In einer Welt, in der es keine Vornamen und Geschlechtszuschreibungen mehr gibt, würde es immer noch Transsexualität geben.
Wer das nicht verstehen will, dem ist nicht mehr zu helfen.

In meinem Personalausweis steht übrigens eine völlig an den Haaren herbeigezoge Identität. Mit diesem Staatsversagen kann ich gut leben. Mit einem für mich unwürdigen Körper dagegen nicht!
...

also gut, um mal über das hingehaltene stöckchen der faktenlosigkeit zu springen... ein paar dinge zu den erhobenen kontra-punkten bzw. warum ts eben doch eine explizit körperliche angelegenheit ist bzw. sein soll.
 
kontra 1.: Transsexualität beschreibt ja kein Geschlecht oder Gender sondern einen unwürdigen Zustand, den man als Betroffen* versucht so weit wie möglich würdig zu bekommen - idR also den Körper passend/er zu machen.
- ich hab nicht behauptet, das ts ein geschlecht beschreibt, sondern lediglich den wechsel zwischen ebenjenen.
- die deutsche übersetzung vom (aktuellen) icd-10 zum thema ts-definition besteht aus 3 sätzen und in jedem dieser sätze wird das wort "geschlecht" erwähnt.
- wenn das eigene geschlechtsverständnis/identität, was für ein wort auch immer dafür nutzen mag, egal ob rechtlich anerkannt oder nicht...
keine rolle für ts spielt, dann möchte ich die person sehen, die auch nur ein einziges hormönchen/whatever bewilligt bekommt, wenn sie sagt, das ihr körper zwar ts ist, ihr geschlechtliches selbstverständnis aber dem entspricht, was ihr bei der geburt zugewiesen wurde. aber das wird ganz sicher nicht passieren. ganz egal, wie toll oder doof man ein zugewiesenes geschlecht auch finden mag.
 
fazit: ts existiert nicht ohne ein wechsel des geschlechtlichen selbstverständnisses, egal ob fremdzugewiesen oder selbstbestimmt, welches auch wechseln kann. klar kann man sagen, ts ist ausschließlich eine rein körperliche angelegenheit, ist dann halt leider nur wunschdenken.
 
kontra 2.: Das ist nur für Leute eine Knobelaufgabe, die die absurde Ansicht vertreten, Körper und Identität wären dasselbe.
da ich unterscheide zwischen körper und selbstverständnis/identität whatever, entzieht sich mir dieser vorwurf. ganz im gegenteil, wenn ich ts als rein körperliche sache betrachte und den punkt (selbstbestimmtes) geschlechtsverständnis ausblende, dann reduziere ich den bereich geschlecht auf den körper, was halt diskriminierend ist, unabhängig davon, welche körperlichen veränderungen denn nun genau mit ts in verbindung gesetzt werden und von welcher allmächtigen (geschlechts)entität auch immer.
 
kontra 3.: In einer Welt, in der es keine Vornamen und Geschlechtszuschreibungen mehr gibt, würde es immer noch Transsexualität geben.
da stimme ich zu, fiktiverweise, und ergänzend: selbst, wenn es ausschließlich selbstbestimmte geschlechtsbezeichnungen gäbe, würde es immer noch ts geben.  selbstbestimmt heißt nicht automatisch, das es für den rest des lebens dabei bleiben muß. was dann wieder ein wechsel des geschlechtsverständnisses ist. um nicht das böse wort "identität" zu benutzen. Tongue

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der eigentliche punkt für mich ist die praxis der kategorisierung der menschen in geschlechter ansich. unabhängig davon, ob diese nun fremdzugewiesen oder selbstbestimmt ist. um ebenjene kategorisierung durchführen zu können, bedarf es einer definierten abgrenzung. wenn sie körperlich erfolgt, ist es diskriminierend, wenn sie über die selbstbestimmung heraus erfolgt, ist sie abhängig von der kulturellem/sozialen umgebung. wie also soll geschlecht für die menschheit definiert werden, wenn der körperliche aspekt ausfällt und es -zig hunderte/tausende kulturelle umgebungen auf der erde gibt?
 
ich denke, das ist auch das dilemma der gesellschaften. einerseits will man nicht diskriminieren bzw. das geschlechtliche selbstverständnis der menschen nicht auf körperlichkeiten reduzieren, andererseits besteht man dann aber doch auf die einteilung in geschlechter zur gesellschaftlichen ordnung, sprich: fortpflanzung/geschlechtliche normative/durchschnittlichkeit aufrecht erhalten.
dieser zwiespalt zeigt sich z.b. daran, das im aktuellen icd (fairerweise erwähnt) zur ts-diagnose gegengeschlechtliche hormone/gaop aufgeführt werden und ebenso geschlechtliches gatekeeping per gutachten betrieben wird, aber andererseits eine rechtliche anerkennung als m/w (drittes?) nicht gebunden ist an körperliche veränderungen/vorraussetzungen, weil eben diskriminierend.
dieses dilemma wird sich höxtwahrscheinlich erst auflösen, wenn das über alles stehende thema der geschlechtseinteilung (fortpflanzung) unabhängig ist von körperlichen unterschiedlichkeiten, sprich, die wissenschaft/forschung ebenjene differenzierung und damit eine einteilung der menschen in geschlechter obsolet macht.
 
na sei es drum, und als letztes, um evtl. mißverständnisse aus dem weg zu räumen...
mir ging/geht es mit der formulierung, das ts ein geschlechtliches selbstverständnis bedingt und eben nicht rein körperlicher natur ist nicht darum, per definition irgendjemandem von irgendwelcher hilfe auszuschließen, diverse schubladen miteinander zu verschmelzen oder was auch immer...

sondern alleine darum, das der punkt "geschlechtliche selbstbestimmung" vom thema ts nicht kategorisch ausgeschlossen, sondern als teil davon betrachtet wird, sogar als einer, der vorraussetzung für ts  ist. ob diese ansicht nun zutreffend ist oder nicht, mag jeder selbst für sich beantworten. achso, außerdem...
hatte/habe ich des öfteren mal das gefühl, das hier einige leute, für die ts eine persönliche angelegenheit ist, sich für etwas besseres halten als andere aus dem kunterbuntem trans-universum, differenzierung hin oder her.  Tongue
wer sich angesprochen fühlt, darf sich die jacke anziehen...

(p.s.: heiratsanträge bitte ausschließlich per pn. Tongue  )
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"Gender/Sex Identity" oder auch:
"Die Geschichte vom Regenbogen, der dachte, er wäre ein Halbkreis...."

Inter/Nonbinary?
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TG, TS, TI, Körper, Gehirn und Seele - von Falling Snow - 03.10.2018, 21:40
RE: TG, TS, TI, Körper, Gehirn und Seele - von Ирина - 05.10.2018, 23:41

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